„Weg mit allen Symbolen, weg mit Kreuz und Kerzen“

Österreich – Die Politik solle nicht ständig auf neue Strafen setzen, fordert Strafrichter-Vertreter Friedrich Forsthuber. Er würde den Richtern neben Kreuz und Kopftuch auch Parteipolitik verbieten

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STANDARD: Kopftuch im Gerichtssaal, ja oder nein?

Forsthuber: Ich bin der Meinung, dass alle Symbole weltanschaulicher Art, seien sie religiös oder politisch, im Gerichtsaal keinen Platz haben sollen, und ich bin dafür, das in die Verfassung zu schreiben. Weg mit allen Symbolen, weg mit Kreuz und Kerzen, weg mit der Eidesformel „So wahr mir Gott helfe“. Es interessiert mich nicht, ob Leute sagen, dass auch ungläubige Frauen Kopftuch tragen oder das Kreuz ein Friedenssymbol ist. Ich bin römisch-katholisch, für mich ist das Kreuz auch ein Friedenssymbol – aber es geht darum, welche Symbole als weltanschaulich konnotiert verstanden werden. Da gehört das Kreuz dazu.

STANDARD: Was, wenn man das Kreuz ausnimmt, weil man sagt, das gehört zu unserer Kultur?

Forsthuber: Das wäre absurd. Das hielte ich für heuchlerisch.

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[http://derstandard.at/2000054792684/Weg-mit-allen-Symbolen-weg-mit-Kreuz-und-Kerzen

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Was wirklich zählt (Wort zum Sonntag)

Wer je bezweifelte, dass das „Wort zum Sonntag“ einen Werbesendung für die beiden großen christlichen Kirchen ist, wurde gestern Abend eines Besseren belehrt.

Pastorin Annette Behnken warb für ihre „manchmal so peinlich-lahme-lebensfremde Kirche“:

  • … weil sie sich so wacker gegen den Zeitgeist stellt, wenn es nötig ist. Und die Fahne hochhält für die wichtigsten Werte: die, die dem Leben dienen. Über allen Zeitgeist hinweg.
  • Weil ich damals meiner Großmutter geglaubt habe, dass es Gott gibt …
  • Ich finde es zum Niederknien wunderschön, in Kirchen zu sein, weil mich ihre erhabenen Gewölbe und Mauern mit Ehrfurcht erfüllen …
  • Ich vertraue unseren Vorgängerinnen und Vorgängern im Glauben, die großartige Dinge gesagt haben …
  • Unsere Gesellschaft verdankt ihre höchsten Werte dem Christentum: Frieden. Gerechtigkeit. Bewahrung der Schöpfung. Und die Würde jedes und jeder einzelnen. Auch deshalb bin ich noch dabei.

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[http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/wort-zum-sonntag/sendung/spricht-pastorin-annette-behnken-wennigsen-130.html

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„Ärgernis für die Kirche“

Hannes Obermair: Die politische Dimension von Josef Mayr-Nussers Widerstand gegen den Nationalsozialismus ist der katholischen Kirche nach wie vor höchst unangenehm, weil er sie daran erinnert, wie sehr sie selbst als Institution in den Zwanziger, Dreißiger und Vierziger Jahren versagt hat. Aber das ist keine neue Erkenntnis – bereits Hannah Arendt hat mit klaren Worten auf die „profaschistische Haltung“ der christlichen Großkirchen Europas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hingewiesen. 

Sie waren maßgeblich an der Legitimation jener „Führer“ beteiligt, gegen die sich Gewissensheroen wie Mayr-Nusser in größter existenzieller Einsamkeit gestellt und dies mit ihrem Leben bezahlt haben. Und nach ihrem Tod wurden sie von der eigenen Kirche weitgehend vergessen, ehe eine Wiederbewertung unter rein religiösen, also bloß der Religionsgemeinschaft immanenten Interessen erfolgen konnte. Die sogenannte „Seligsprechung“ ist der deutlichste Ausdruck dieser amtskirchlichen Doppelmoral, die den eigenen Irrweg sehr erfolgreich ausblendet, aber jenen Menschen, dessen Leben an genau diesem Irrweg zerbrochen ist, doch für sich reklamieren möchte.

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[http://www.tageszeitung.it/2017/03/26/mayr-nusser-ist-aergernis-fuer-die-kirche/

Zum Vergleich: Meldung bei Radio Vatikan:

[http://de.radiovaticana.va/news/2017/03/17/südtirol_neuer_seliger_steht_für_politischen_christen_ein/1299237

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Interview mit Michael „Spezialomon“

Die Neue Osnabrücker Zeitung hat ein ausführliches Interview mit Michael Schmidt-Salomon zum Luther-Jubiläum, inklusive vieler interessanter Links. Nur der Titel ist etwas ungünstig gewählt:

Michael Schmidt-Salomon: Ein Hassprediger

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[http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/864136/michael-schmidt-salomon-ein-hassprediger-1

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Die Simpsons und die Theologie

Ab 1:20 im folgenden Video:

Lisa Simpson: „Evolutionslehre und Schöpfungstheorie passen nicht zusammen, Leute“

Falsch, sagt die Theologin. Beides muss man beides miteinander lesen, innernander lesen, beides hat einen anderen Fokus. Die Schöpfungsgeschichte sagt aus, dass Gott die Welt wollte … Dieses selbgewählte JA zu dieser Schöpfung ist der Kerngedanke, der hier erzählt wird.

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Studie: Atheisten haben weniger Angst vor dem Tod als Wischiwaschi-Gläubige

Einer Metastudie zufolge haben Atheisten und stark religiöse Menschen am wenigsten Angst vor dem Tod.

Die (mit Vorsicht zu genießende) Daily Mail meldet in einem ausführlichen Artikel:

Researchers say atheists and the most religious are least scared

  • Found those who believe because of social or emotional benefits are most afraid
  • Those motivate by ‘true belief’ are among those least afraid of dying
  • Experts said atheists seem to find comfort in death, so they are not scared
  • Also found those who are not afraid of death do not seek out a religion

Auf der Website der Universität Oxford gibt es ebenfalls einen ausführlichen Text dazu.

Some studies also distinguished between intrinsic religiosity and extrinsic religiosity. Extrinsic religiosity is when religious behaviour is motivated by pragmatic considerations such as the social or emotional benefits of following a religion, whereas intrinsic religiosity refers to religious behaviour driven by ‚true belief‘. The meta-analysis showed that while people who were intrinsically religious enjoyed lower levels of death anxiety, those who were extrinsically religious revealed higher levels of death anxiety.

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Stuttgart: Prediger provoziert Muslime in der Stadt

Ein Mann predigt mitten auf der Königstraße, dass Muslime in die Hölle kommen. Seine Mitstreiter verteilen Bibeln auf Arabisch. Die Kirchen verurteilen das Schüren solcher Konflikte.

Weiterlesen bei den Stuttgarter Nachrichten.

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