Archiv für die Kategorie Christentum

Kirchentag: Humanisten fühlen sich diskriminiert und werden dafür kritisiert

Werden nicht-religiöse Menschen in Deutschland diskriminiert? Ja, sagt der Humanistische Verband – und verweist auf die Staatsförderung der christlichen Kirchen in der Bildung. Andere widersprechen. Eine Diskussion auf dem Kirchentag.

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Reinhard Hempelmann von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen wandte sich ebenfalls kritisch gegen die Thesen des HVD. Auch er betonte, dass Religionslosigkeit facettenreich sei. Von 25 Millionen postulierten Menschen, die in Deutschland keiner Religion angehörten, seien nur rund 25.000 im HVD organisiert.

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Er wies weiterhin darauf hin, dass es innerhalb des humanistisch-atheistischen Spektrums Stimmen gebe, „die respektlos auf ein gläubiges Bewusstsein herabschauen“. Diese zielten darauf ab „im Namen von Wissenschaft eine atheistische Weltanschauung zur Norm zu erheben”, etwa wenn gefordert werde, statt „religöser Schöpfungsmythen“ ab der ersten Klasse ausschließlich die Evlutionstheorie zu lehren. „Solche Sätze empfinde ich als schwierig. Manche politischen Forderungen sind daraufhin zu befragen, ob sie nicht die Diskriminierung von Religion befördern.”

Hempelmann plädierte zudem dafür, „dass Religion keine Privatsache ist“. Die Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sollten sich im öffentlichen Raum zeigen. Denn dann müssten sie sich auch im öffentlichen Raum miteinander verständigen.

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[https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/05/27/humanisten-fuehlen-sich-diskriminiert/

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Kirchentag: Schmidt-Salomon kritisiert Auftritt al-Tayyebs

Der humanistische Philosoph Michael Schmidt-Salomon hat in einer Diskussionsrunde kritisiert, dass Großscheich Ahmad al-Tayyeb auf dem Kirchentag aufgetreten ist. Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au verteidigte dessen Kommen.

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Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au verteidigte die Entscheidung, Großscheich Al-Tayyeb auf den Kirchentag eingeladen zu haben. „Ja, er vertritt Positionen, wo wir zusammenzucken“, sagte sie. Aber es sei wichtig, miteinander zu sprechen und sich kennenzulernen. Dann könne es auch eine Annäherung geben. „Ich will nichts schönreden, aber es gibt kleine Schritte.“

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[https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/2017/05/28/schmidt-salomon-kritisiert-auftritt-al-tayyebs/

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Kirchentag, nackter Luther und ein fliegendes Spaghettimonster (mit Video und Bilder)

Er kam spät, aber er kam. Noch auf der betonierten Fernstraße von Preußen gen Sachsen war Luthers Reise bereits das erste Mal beinahe zu Ende, als seine Reisekutsche nicht mehr starten wollte. In Berlin mit einem „Volksverhetzungs“-Bannfluch der Obrigkeit belegt, reiste der Reformator trotz Panne mutig weiter durch das Land seiner Protestanten und neuer Atheisten. Immerhin in Begleitung von Moses selbst – was konnte da schon schiefgehen – rollte er gegen 16:30 Uhr in Leipzig ein. Am Augustusplatz jedoch versuchten ihn erneut Büttel des Staates zu stoppen und zur Abkehr von seinem Weg zu zwingen. Doch der Reihe nach: Luther ein Antisemit? Moses in Leipzig? Und was hat das Spaghettimonster damit zu tun?

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[http://www.l-iz.de/leben/gesellschaft/2017/05/Auf-dem-Weg-Luther-beim-Kirchentag-Video-178646

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Christina Aus der Au: „Wir haben Berlin für ein paar Tage einen neuen Ruf verschafft“

Kirchentags-Präsidentin Christina Aus der Au war beeindruckt von der friedlichen, offenen Atmosphäre in der Stadt und den vielen, konstruktiven Diskussionen. „Wir haben Berlin für ein paar Tage einen neuen Ruf verschafft“, sagte sie am Sonnabend.

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[http://www.tagesspiegel.de/berlin/kirchentag-in-berlin-entstpannte-menschen-volle-zuege-friedliche-asmosphaere/19860072.html

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Christina Aus der Au: Es gibt hochmütige Atheisten

Wenn Kirchentagspräsidentin Christina aus der Au und der deutsch-französische Publizist Alfred Grosser über Fragen des Glaubens diskutieren, prallen konträre Auffassungen aufeinander.

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Christina aus der Au, Kirchentagspräsidentin und Theologin: Ja, Glaube und Vernunft passen zusammen, weil auch der glaubende Mensch nicht anders kann als sein Leben im Zusammenhang mit Gott vernünftig denkend zu verstehen. Das bedeutet nicht, dass mit Hilfe dieser Vernunft die Existenz Gottes aus dem Nichts heraus rational bewiesen werden könnte, aber der Glaube selbst will verstehen, was er glaubt. Und das ist die Aufgabe der Theologie, die in der Auseinandersetzung mit den säkularen Wissenschaften Philosophie, Orientalistik, Geschichte, Psychologie die Aussagen des Glaubens reflektiert und systematisiert. Und auch wer diese Voraussetzungen nicht teilt, wer nicht an Gott glaubt, kann sich auf theologische Überlegungen einlassen. Und wer an Gott glaubt, den führen seine Forschungen dazu, den Glauben tiefer und besser zu verstehen.

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Christina Aus der Au: Ich fand es schon als Kind schwierig, beim Mittagessen zu beten, weil ich dachte: Was beten die, die kein Essen haben? Gott ist nicht allmächtig. Gott hat einen Teil seiner Macht abgegeben, als er den Menschen erschaffen hat. Er kann nicht eingreifen, er leidet mit.

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Aus der Au: Es gibt schon hochmütige Atheisten. Es gibt diese Welle des neuen Atheismus, die aus den USA und Frankreich kommt. Die glauben, die Vernunft und die Wissenschaft für sich gepachtet zu haben.  Aber abgesehen davon erlebe ich nicht so viel Hochmut, weder auf Seiten meiner säkularen Gesprächspartner noch auf Seiten der Christen.  Ich glaube nicht, dass ich alles erklären kann.

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Aus der Au: Aber es gibt auch säkulare Aggression, ohne die Religion verteidigen zu wollen. Das ist so. Christlich sein heißt nicht automatisch, ein besserer Mensch zu sein.  Aber der Humanismus hat sich auch nicht unabhängig von der christlichen Tradition entwickelt.

500 Jahre Reformation – sind nicht Unerbittlichkeit und Überlegenheitsgefühl ein Kern der Religion und nicht Nächstenliebe und Humanismus?

Grosser: So ist es.

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[http://www.deutschlandfunk.de/aus-der-au-vs-grosser-passen-glaube-und-vernunft-zusammen.2927.de.html?dram:article_id=387191

 

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Kirchentag: »Gottes Gören« stören umstrittene Predigt mit von der Leyen

Scharfe Kritik am Gottesdienst der Verteidigungsministerin beim Kirchentag / Protest gegen die »Verstrickung der Kirche mit der Bundeswehr«

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[https://www.neues-deutschland.de/artikel/1052312.gottes-goeren-stoeren-umstrittene-predigt-mit-von-der-leyen.html

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Begegnungen in Berlin zeigen die Weltfremdheit der Kirchen

Tatsächlich wird in der Begegnung mit der Welt gerade in einer gern als „entchristlicht“ bezeichneten Stadt wie Berlin die Weltfremdheit der Kirchen deutlich. Dazu passt ein Bonmot, das nach Art der Sponti-Sprüche aus den 70er Jahren die Aufforderung von Papst Franziskus karikiert, die Kirche solle „an die Ränder“ gehen: An den Rändern der Kirche ist mitten in der Gesellschaft.

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[http://www.berliner-zeitung.de/politik/kommentar-zum-kirchentag-begegnungen-in-berlin-zeigen-die-weltfremdheit-der-kirchen-26973146

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