Der Atheismus war unvereinbar mit jedem mir wichtigen Wert

Sarah Irving-Stonebraker ist überzeugte Atheistin. Sie braucht keine Religion, um ihre Identität und ihre Werte darin zu gründen – bis sie mit einem Mal über Dinge stolpert, die ihren Werten den Boden wegziehen.

(…)

Ich sass neben Professor Andrew Briggs, der Christ war. Beim Essen fragte er mich, ob ich an Gott glaube. Ich suchte krampfhaft nach der richtigen Antwort. War ich vielleicht Agnostikerin? Er antwortete: «Willst du wirklich für immer auf dem Zaun sitzen?» Ich merkte, dass wenn mir die Themen des menschlichen Wertes und der Ethik wirklich wichtig waren, dann reichte es nicht aus zu sagen, dass es vielleicht einen Gott gibt oder vielleicht nicht.

(…)

Das Christentum war zu meiner Überraschung auch radikal – viel radikaler als die linksgerichteten Ideologien, mit denen ich mich zuvor umgab.

weiterlesen:

[https://www.jesus.ch/magazin/people/portraits/353520-der_atheismus_war_unvereinbar_mit_jedem_mir_wichtigen_wert.html

 

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  1. #1 von Rene Goeckel am 15. September 2019 - 13:04

    Ich brauche keine Zigaretten, um meine Identität und meine Werte darin zu gründen.
    Ich bin einfach nur Nichtraucher.

  2. #2 von Diamond Mcnamara am 15. September 2019 - 13:48

    Beim Stolpern haben sich einige Gehirnzellen verschoben…

  3. #3 von Noncredist am 15. September 2019 - 14:13

    Es ist mal wieder einer dieser besonderen Sonntage. Wieder Zeit, einen Killerkommunismusatheisten zurück in den Schoß der schönen Kreuztodreligion zu tragen 🙂

    (..) dass die Philosophie ein ärgerliches Problem im Bezug auf den Wert eines Menschen habe, da die natürliche Welt kein ausgleichendes Bild über das menschliche Vermögen gebe.

    Man nehme einen besonders „wertvollen“ Menschen, transportiere diesen Menschen per Raumschiff mal kurz auf die wunderschöne Venus, den Merkur, den Jupiter, den Saturn oder den Uranus, öffne die Tür und beobachte, wie die von Gott gewollte Naturschöpfung diese Krone der Schöpfung mit schöpferischer Energie in windeseile von einem besonders wertvollem Menschen zu einem besonders toten Menschen verwandelt. Die Natur der Meere hat ein Problem, unsere Lungen mit dem uns so wichtigem Sauerstoff zu füllen. Auch das Wasser auf unserer eigenen Erde ist dank Gott darauf ausgerichtet, unsere Lungenflügel zu ärgern und uns liebevoll durch Ertrinken tot zu machen. Das ureigne – eigene – Leben ist besonders wertvoller als das Leben der Person, welche die Schusswaffe auf einen gerichtet hat. Deshalb drückt man lieber selber ab, als den Schuss des Gegenübers abzuwarten. Philosophisch den „Wert eines Lebewesens“ ermitteln zu können, ist nicht ohne Grund „extrem subjektiv“ aufgeladen. Der „natürlichen Welt“ ausgesetzt, dürfte der „Wert des Menschen“ kaum höher sein als der Wert anderer Lebewesen, die in ihrer Umwelt überleben müssen 😉

    Beim Lesen war ich erstaunt, wie intellektuell überzeugend, komplex und tiefgehend das Evangelium war.

    Wie viele weitere Bücher von religiösen Gruppierungen ebenso. Da ist das christliche Evangelium nur eines unter sehr vielen. In einigen Religionen gibt es sogar viele Götter. In anderen können Menschen gar zu Götter werden. Und zuletzt … Herr der Ringe ist ebenfalls erstaunenswert, intellektuell überzeugend, komplex und tiefgehend. So what? 😉

    Ich merkte, dass wenn mir die Themen des menschlichen Wertes und der Ethik wirklich wichtig waren, dann reichte es nicht aus zu sagen, dass es vielleicht einen Gott gibt oder vielleicht nicht.

    Leider merkte sie nicht, dass die Werte, Ethik und Moral nicht von der Existenz einer, mehrer oder keiner Gottheit abhängen. Eine intelligente, in einem säkularem Umfeld aufgewachsene Frau. Allerdings ohne Interesse an jene Themen. Deshalb gleicht sie in diesem Bereich regelrecht einem „leeren Gefäß“. Ein feines Fundstück für Apologeten, auf die sie auch gleich wenige Absätze später herein fällt. Das Resultat ist die bekannte „bedingungslose Hingabe“, parallelen zum Islam sind nur zufällig, an diese ihr zugewiesene Gottheit. Rein in den Schrank und Bye Bye Selbstbewusstsein. Nun ist man dreckig, wurde angeblich mit Blut gewaschen und soll nun für diese spurenlose Reinigungstat gefälligst dankbar und gehörig sein. Weil es so viel mehr Sinn macht, den Wert des Menschen zeigt und Freude bereitet 😉

    Als er durch Jesus zum Menschen wurde, handelte Gott überhaupt nicht wie ein Gott.

    Auch in der Antike handelten die Götter nicht stets so wie Götter sich gefälligst zu verhalten haben 😉
    Es gibt Filme, da opfert sich der Hauptdarsteller oder -darstellerin überraschenderweise. Teilweise enden Filme unerwartet ohne Happy End und der Bösewicht siegt. Das in der Kunst des Schreibens nicht notwendigerweise der Zwang besteht, Figuren auf eine bestimmte Weise darzustellen und wirken zu lassen, dürfte erwachsenen Personen bekannt sein. Weshalb sollte man tatsächlich annehmen, dass eine Erwartungshaltung an einer Gottheit, wenn sie in einem Text überraschenderweise nicht erfüllt wird, die Existenz jener literarischen Figur realer macht? Als James Bond bei der Bestellung seines Lieblingsgetränkes auf die Frage „geschüttelt oder gerührt“ mit „Seh ich so aus ob mich das interessiert?“ antwortete, hatte man damit in England nicht unbedingt die Existenz eines britischen Geheimagenten mit der Dienstnummer 007 und einem Aston Martin Dienstfahrzeug bestätigt 🙂

    Aber wozu sollte man sich die Mühe machen zu überprüfen, ob Götter tatsächlich existieren, sich zu Menschen machen können oder gar schonmal ebebso agiert haben? Man hat’s gelesen, und deshalb muss es stimmen. Eine Doktorin und Professorin für Geschichte kann man erstaundlich leicht über den Tisch ziehen? 😀

    Warum sollte man den Tod erleiden oder sich mit Leprakranken abgeben, wenn man Gott ist?

    Warum ZÖGERT ein angeblich so existenter Superliebgott noch, wenn er Leid, Elend, und Not um sich sieht? Ergötzt er sich am Leid? Ist der Begriff „bedingungslose Liebe“ vielleicht eine Lüge, denn Liebe gibt es bei ihm nur mit blinder bedingungsloser Gehorsamkeit? Verdienen diese Menschen das Leid, weil eine Gottheit mangels ihm zugesprochenen Lobeshymnen einfach empathielos bleibt? Doktor Theodizee, bitte übernehmen Sie 😉

    Gott erlitt die Strafe an unserer Stelle wegen seiner radikalen Liebe.

    Gott hätte der Eva schlicht den Arm um ihre Schulter legen können. Dann hätte er ihr beibringen können, was die Konsequenzen des Handelns sein würden, hätten Eva und Adam eine Kenntnis von „Gut und Böse“. Danach hätte Gott mit den Fingern geschnippt, diese Fehlentscheidung Evas mangels Wissen rückgängig gemacht und man würden heute im Paradies fröhlich rumspringen und rumtanzen. War aber wohl zu radikal. Dann doch lieber die beiden aus dem Paradies jagen, sämtliche Neugeborene mit der elterlichen Sünde beerben und zuschauen, wie seine Geschöpfe sich gegenseitig – und nicht selten in seinem Namen – die Schädel einschlagen. Muss wohl eine sehr spezielle Form von radikaler Gottesliebe sein 😉

    Ist nunmal Sonntag. Ein bisschen Spaß muss sein 😀

  4. #4 von ralledore am 15. September 2019 - 14:24

    „…linksgerichteten Ideologien, mit denen ich mich zuvor umgab.“

    herrlich diese erfundenen Geschichten, man trägt eine Ideologie wie einen Mantel und Peng eine Frage und schon ist man Christ!
    so also stellen sich Gläubige Atheisten vor und verraten sich in ihrer Unfähigkeit sich in diese hinein versetzen zu können.

  5. #5 von Willie am 15. September 2019 - 21:02

    Er antwortete: «Willst du wirklich für immer auf dem Zaun sitzen?»

    Ach so, sie war Pfahlsitzerin vorher.

  6. #6 von Deus Ex Machina am 16. September 2019 - 06:42

    „Das Christentum war zu meiner Überraschung auch radikal “

    –> Wow, wer hätte das wissen können?

    „– viel radikaler als die linksgerichteten Ideologien,“

    –> Seit wann ist es denn wieder gut und in und hip, radikal zu sein? Vor allem aber ist diese Religion viel totalitärer als es jede Ideologie jemals sein könnte. Ich meine, der Große Bruder kommt doch wie ein kleiner Anfänger gegen den Fürchtegott daher, der dich auch für deine Gedanken ohne externe Denunzianten verurteilen kann.

    Liest sich mal wieder nur wie die typische Form von christlichem „Konvertierungs-Porno“. Da schreibt jemand, der so dermaßen hohl ist und unreflektiert durchs Leben stolpert, dass es ja schon peinlich ist, auf die eine oder andere Art in der gleichen Kategorie zu landen wie diese Person. Ich möchte nur sagen: Viel Spass im gegenerischen Team, da bist du mir viel lieber. In meiner eigenen Mannschaft würdest du durch schiere Inkompetenz mehr Schaden anrichten, als wenn du gleich direkt „gegen“ mich antrittst.

  7. #7 von ralledore am 16. September 2019 - 18:11

    #5 von Willie


    Er antwortete: «Willst du wirklich für immer auf dem Zaun sitzen?»

    Ach so, sie war Pfahlsitzerin vorher.

    -sitting on a fence-

    englisches Sprichwort, das heißt, das man sich für keine Seite entscheiden kann, also auch nicht wirklich Atheist ist.

  8. #8 von joerndyck am 16. September 2019 - 18:22

    „Der Atheismus war unvereinbar mit jedem mir wichtigen Wert“

    Nehmen wir, die Realität wäre unvereinbar mit jedem mir wichtigem Wert. Dann würde ich mir einfach etwas Schöneres ausdenken. Problem gelöst.

  9. #9 von Willie am 16. September 2019 - 21:07

    @ralle

    Danke, aber ob das die Leser, und selbst bei jesus.schwiez, auch wissen? Immerhin haben die ja anscheinend nur eine wörtliche Übersetzung gemacht