Christians for future

Die umweltpolitische Schüler-Protestbewegung „Fridays for future“ (Freitage für die Zukunft) etabliert sich auch unter religiös engagierten Jugendlichen. Unter dem Namen „Christians for future“ (Christen für die Zukunft) ist eine Petition gestartet, die sich mit biblischen Argumenten zu den Protesten für den Klimaschutz bekennt.

weiterlesen (paywall):

[https://www.idea.de/gesellschaft/detail/junge-christen-wollen-die-welt-retten-110165.html

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  1. #1 von Andreas P am 22. August 2019 - 10:37

    Und genau hier zeigt sich, was ich an FFF für problematisch halte, in verschärfter Form: Es gibt Unterstützer, deren Argumente so dumm sind, dass man sie lieber als Gegner hätte.

    Den Zusammenhang zwischen CO2 und Erderwärmung kennen wir seit dem 19. Jahrhundert. Modelle, die so gut sind, dass sie auch die unterschiedlichen Verhältnisse auf Erde und Venus erklären und grob die Folgen unserer CO2-Emissionen abschätzen können, gibt es spätestens seit den 1970ern. Der größere Teil des menschengemachten CO2 ist erst seither in die Atmosphäre geblasen worden – jedes Jahr mehr. Und die Menschheit hat ihre Größe mal wieder verdoppelt. Überfischung der Meere, Übersäuerung der Ozeane, Erwärmung in einem Tempo, bei dem die Pflanzenwelt sich nicht schnell genug anpassen kann – uns stehen in jeder Hinsicht sehr interessante Zeiten davor.

    Und dann kommen speziell in Deutschland die üblichen Verdächtigen an und bieten „Lösungen“ an, die garantiert keine sind: Erhalt und Ausbau der Kohleförderung, weil es in Japan einen Tsunami gab (letztlich Kern der Energiewende). Komplizierte Pseudolösungen wie der „Grüne Punkt“, die auf „aus den Augen – aus dem Sinn“ rauslaufen. „Sozialismus subito!“ Dazu natürlich deutsches Missionsgehabe – der einzige wirklich nennenswerte und wirksame Beitrag Deutschlands gegen den Klimawandel war 1990ff der Abbau (und teils Zusammenbruch) der veralteten DDR-Industrieanlagen. (Daher das Bezugsjahr 1990, denn sonst ist Deutschland eher unter „sehr peinlich“ einzuordnen). Teure Schnellschüsse und Symbolpolitik mit gravierenden Nebenwirkungen (die Neowindmühlen klatschen an jedem sonnigen Sommertag ca. 6-7 Milliarden Insekten weg – ups).

    Und jetzt halt als Krönung kommt jetzt noch „Klimaschutz, weil Gott und Bibel!“. Statt Forschungsgelder für Speichertechnologien lieber Lehrstühle für Klimatheolog*Innen.

  2. #2 von parksuender am 22. August 2019 - 11:25

    19 Unterschriften, zuletzt unterzeichnet vor 23 Stunden. Solch Unterstützergeist wünsche ich mir 😉
    [https://weact.campact.de/petitions/christians-for-future

    Bei diversen FFF-Demos gibt es auch die „Churches for Future“. Bin da auch etwas zwiegespalten, aber eher, weil sie medial im Verhältnis zu den restlichen Teilnehmern größer erscheinen als sie wirklich sind. Bei mir vor Ort in Bingen werden direkt nach der nächsten Demo Fachvorträge in der Basilika-Kirche gehalten. Als hätte die Stadt sonst keine großen Sääle zur Verfügung.

  3. #3 von Marco Krieger am 22. August 2019 - 11:29

    Christians for Future ist wohl eher eine Selbsthilfegruppe, die sich selbst versucht einzureden, das Christentum hätte eine Zukunft.
    Freitage wird es dagegen wohl noch länger geben.

  4. #4 von t.nor am 22. August 2019 - 11:50

    Haben die so wenig Gottvertrauen?

  5. #5 von joerndyck am 22. August 2019 - 13:51

    Diese pseudo-christlichen Gruppen demonstrieren die wahre Mechanik des Wischi-waschi-Christentums: Sobald der Preis für den Glauben zu hoch wird, ändert man den Glauben und redet es sich anschließend schön.

    So war es bei der Pflicht zu Keuschheit, bei der Pflicht zum sonntäglichen Kirchenbesuch, bei der Pflicht zur Armut, bei der Pflicht zur Steinigung von Sonntagsarbeitern, und allem anderen, was das christliche Leben womöglich unbequem machen könnte. All das war plötzlich „nicht so gemeint“.

    Als es lächerlich wurde, gegen die ach-so-sündigen Homosexuellen anzupöbeln, besann sich die Führung der evangelischen Kirche flugs auf die Nächstenliebe. Und als es lächerlich wurde, von Gottes perfekter Welt zu sprechen, die wir uns untertan machen sollten, da erfand man schnell unsere Verantwortung für die Bewahrung von Gottes Schöpfung.

    Was soll’s. In diesem Fall brauchen wir jeden Verbündeten. Nur ein klima-neutraler Christ ist ein guter Christ. (Diesen Satz müsste man eventuell noch rausschneiden. Aber es bleibt wahr.)

  6. #6 von Charlie am 22. August 2019 - 20:54

    Warum machen Christen wieder ein eigenes Ding und schließen sich nicht der fff an? Ist das eine Zwangshandlung, ständig eine christliche Alternative zu machen??

  7. #7 von Skydaddy am 23. August 2019 - 01:05

    @Charlie:

    Bei fff müssten sie ja vernünftige Argumente verwenden, die für jeden (jedenfalls unabhängig von der Weltanschauung) nachvollziehbar sind.

    Im Artikel wird doch ausdrücklich gesagt, dass sie BIBLISCHE Argumente wollen.

    Für mich ein Zeichen dafür, wie verblödet Gläubige sind, dass sie immer zu absolut überzeugenden, säkularen Argumenten erst noch religiöse haben wollen, um in die Gänge zu kommen.

  8. #8 von Willie am 23. August 2019 - 01:23

    Das war doch eigtl. abzusehen, da die Christen mit ihrer Religion mittlerweile als große Plagiatoren erkannt wurden und auch nichts gegen eine Beliebigkeit oder Zeitgeist einzuwenden haben, wenn es geglaubt ihrer Vorstellung dienlich sein könnte.

  9. #9 von Deus Ex Machina am 23. August 2019 - 06:44

    Christen und die Zukunft also?

    Fällt mir doch eine kleine Anekdote ein:

    Der Papst erhielt mal eine Audienz bei Gene Roddenberry und fragte den großen TV-Produzenten und Serienschöpfer
    :
    „Mr Roddenberr, Sir. Sie zeigen in Star Trek seit Jahren all diese vielen unterschiedlichen Rassen, jede Woche scheint eine andere Spezies auf der Enterprise zu Gast zu sein. In den 60ern war eine Afroamerikanerin schon Kommunikationsoffizier, ein Japaner saß am Steuer und ein Russe navigierte, es gab zeitweise einen schwarzen Arzt. Auf der Enterprise-D ist inzwischen ein Klingone Sicherheits-Chef. Können Sie nicht mal einen Katholiken auftreten lassen?“
    — „Nein!“
    „Warum denn das nicht?“
    — „Weil Star TRek eine Serie ist, die in der Zukunft spielt“.

  10. #10 von Michael Strasser am 23. August 2019 - 09:35

    Christians for Future: „Warum mit gut begründeten Argumenten etwas für den Klimaschutz tun, wenn´s auch mit schlechten geht…“

  11. #11 von Skydaddy am 23. August 2019 - 12:15

    @Deus Ex Machina:

    Die ersten Christen: „Science Fiction? – Hahaha, so ein Unsinn – Jesus kommt doch jeden Moment wieder!“

  12. #12 von Noncredist am 23. August 2019 - 13:25

    Warum machen Christen wieder ein eigenes Ding und schließen sich nicht der fff an?

    Interessante Frage 🙂 Meine Spekulation: Werbung.
    Als FFF-Mitglied könnten sie möglicherweise weniger sichtbar ihre „biblische Motivation“ vor sich tragen. Als unabhängige Gruppe hätten sie hingegen ungehinderte Werbemöglichkeiten für das, was ihnen wichtig erscheint… das Bibelargument 🙂
    Um als Petitionschrist für den Umweltschutz zu demonstrieren, benötigen diese Leute nunmal gute fundierte und jederzeit lesbare „biblische Argumente“. Natürlich selbst ausgelegt, damit es Spaß macht 🙂 Um hingegen fröhlich mit Mischgewebe auf der Haut durch die Gegend zu laufen und ihren Gott damit zur Weißglut zu treiben, braucht man weder eine Petition noch „biblische Argumente“. Wäre sonst zu kompliziert sich dies gerade biegen zu müssen und würde der Werbesache womöglich schaden. Auch und gerade weil’s das selbe Buch ist 😀

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