Franklin Graham: Glaubenszweifel nicht öffentlich machen

In der „Todd Starnes Radio Show” des US-Senders Fox-News (New York) vertrat Graham die Ansicht, dass es ihnen um Werbung für sich selbst gehe. Denn nur durch den christlichen Glauben seien sie überhaupt berühmt geworden: „Warum haben sie sonst nicht einfach ihren Glauben aufgegeben und darüber geschwiegen?“ (…) Wie Graham weiter sagte, beunruhigt es ihn besonders, wenn solche Leute zur Begründung auf das Buch Offenbarung in der Bibel verwiesen: „Gott warnt Kirchen, sich von ihm abzuwenden.“ Graham wörtlich: „Schande über sie. Sie werden eines Tages vor Gott stehen und ihm Rechenschaft ablegen müssen.“ Er vertraue weiter der Bibel, auch wenn er manche Bibelstellen nicht verstehe. Unter Hinweis auf die Offenbarung hatte Sampson bekannt, er könne nicht glauben, dass Gott alle Menschen, die nicht an ihn glaubten, in die Hölle schicken werde. Graham empfahl bei Schwierigkeiten im Leben, Rat in der Bibel zu suchen, anstatt sich an Selbsthilfebücher oder „Influencer“ in den Sozialen Medien zu wenden.

weiterlesen (pawall):

[https://www.idea.de/glaube/detail/franklin-graham-glaubenszweifel-nicht-oeffentlich-machen-110148.html

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  1. #1 von klafuenf am 21. August 2019 - 12:53

    »Graham empfahl bei Schwierigkeiten im Leben, Rat in der Bibel zu suchen, anstatt sich an Selbsthilfebücher oder „Influencer“ in den Sozialen Medien zu wenden.«

    Kann es sein, dass Graham keine Freunde hat, die er bei solchen Schwierigkeiten zu Rate ziehen kann?

  2. #2 von Charlie am 21. August 2019 - 13:09

    Er vertraue weiter der Bibel, auch wenn er manche Bibelstellen nicht verstehe.

    Heißer Tipp: Die Bibel versteht man erst, wenn man nicht mehr daran glaubt.

    auch wenn er manche Bibelstellen nicht verstehe.

    vs.

    empfahl bei Schwierigkeiten im Leben, Rat in der Bibel zu suchen

    Ein Buch zu empfehlen, dass man selbst nicht versteht, ist absurd!!

  3. #3 von Noncredist am 21. August 2019 - 14:30

    Franklin Graham (..), hat kein Verständnis dafür, wenn prominente Christen öffentlich bekanntgeben, dass sie Glaubenszweifel haben oder sich ganz vom Glauben distanzieren. (..) vertrat Graham die Ansicht, dass es ihnen um Werbung für sich selbst gehe. (..) Warum haben sie sonst nicht einfach ihren Glauben aufgegeben und darüber geschwiegen?

    Diese Frage hätte er problemlos seinen vom Glauben abgefallenen Ex-Kollegen stellen können. Schöner ist es doch, hier eine wohlfühlende ideanische Spekulation über Egoismus und dem nun „dank des Christentums“ erfahrenen Lobgesanges der bösen tobenden Nichtchristen in die Welt zu setzen. Hervorragende theologische Rhetorik, ganz wie man es vom Grahamismusglauben erwartet. Mit ein wenig Katholizismuszucker versehen würde er wie ein Papst klingen, der in den missbrauchten Menschen böses mediengeiles Katholikenbashing erkennen will … nur nicht die Ursache dieser lautstarken Handlung 😀

    Sie werden eines Tages vor Gott stehen und ihm Rechenschaft ablegen müssen.

    Und weshalb sollte es jemanden, der Zweifeln an einem Rechenschaftsgott besitzt, dies irgendwie tangieren? 😀

    Er vertraue weiter der Bibel, auch wenn er manche Bibelstellen nicht verstehe.

    Weshalb sollte ein absolut perfekter und unmissverständlicher Gott, der sich nichts geringeres als ein perfektes Verhältnis zwischen ihm und den Erdengeschöpfen wünscht, bis zum heutigem Tage mit einer unverständlichen Schrift zufrieden geben müssen? Es dürfte für diesen Supergott nunmal kein Problem sein, sämtliche missverständliche oder gar längst missverstandene Koran-, Mormon- oder Bibelstellen zu korrigieren. Von fehlerbehafteten Menschen kommen ab und zu Texte mit logischen Fehler, Zeitfehlern und natürlich Übersetzungsfehlern. Von einer perfekten Gottheit sollte man hingegen nichts geringeres als eine göttliche unmissverständliche Schrift erwarten. Und exakt dies haben wir nicht, wie wir es an all den sich konkurrierenden und sich nicht selten vollkommen widersprechenden Religionen der Welt ablesen können 😀

    (..) er könne nicht glauben, dass Gott alle Menschen, die nicht an ihn glaubten, in die Hölle schicken werde.

    Da schließe ich mich Charlie an. Vielleicht hat er nur die Passage nicht so richtig verstanden. Schließlich gibt er dies doch selbst zu 😀 Aber so funktioniert nunmal dieses Spiel: man kann hierzu kein klares Wissen vorbringen, aber man weiß es einfach. Bauchgefühlswissen, gepaart mit Wunschdenken. Diese große theologische Fähigkeit hat schon manchen Vorhöllenarbeiter arbeitslos gemacht 😀

    Graham empfahl bei Schwierigkeiten im Leben, Rat in der Bibel zu suchen, anstatt sich an Selbsthilfebücher oder „Influencer“ in den Sozialen Medien zu wenden.

    McDonalds empfhielt bei Hunger, Rat in einem McDonalds-Schnellimbissrestaurant zu suchen, anstatt sich an konkurrierenden (Schnellimbiss-)Restaurants oder gar Do-It-Yourself Köchen zu wenden. Seriously? 😀

  4. #4 von Noch ein Fragender am 21. August 2019 - 14:43

    hat kein Verständnis dafür, wenn prominente Christen öffentlich bekanntgeben, dass sie Glaubenszweifel haben oder sich ganz vom Glauben distanzieren.

    Ist das eine Empfehlung für Verlogenheit und Heuchelei?

  5. #5 von Andreas P am 21. August 2019 - 23:20

    @Noch ein Fragender: Neee, reine Dummheit.

    Prominente Christen, die sich „ganz vom Glauben distanzieren“, sind geheilt und folglich keine Christen mehr. Der Versuch, ihnen mit dem Zorn Gottes zu drohen, zeigt nur die Unfähigkeit, Atheismus auch nur zu begreifen.

    Das ist allerdings etwas, was ich immer wieder bei Gläubigen erlebe: Atheisten können sich mehr oder minder problemlos in die Position eines Gläubigen hineinversetzen (der eine besser, der andere schlechter, klar) und davon ausgehend folgerichtig argumentieren. Es ist nicht so schwer, überzeugend „den Gläubigen“ zu mimen – besonders, weil viele Atheisten mal gläubig waren oder ihr Umfeld sie dazu zwang, das wenigstens zu heucheln.

    Dagegen sind die meisten Gläubigen erstaunlicherweise nicht in der Lage, auch nur probehalber anzunehmen, es gäbe keine Götter oder ein Nicht-Glauben an Götter sei möglich. Bestenfalls ein verstockter, irrationaler Glaube, dass es keinen Gott gibt, passt ins Bild, und dass Atheisten stattdessen an „was anderes“ „glauben“ („Wissenschaft“ etwa). Das scheint eine echte Denksperre zu sein. Genau deshalb kommen sie mit dem „Zorn Gottes“ an, eine für die Zielgruppe (= Atheisten) völlig widersinnige „Drohung“. („Wenn Du nicht an die Scheibengestalt der Erde glaubst, werfe ich dich über den Scheibenrand!!!!!!“)

    Meine Erfahrung ist: Sobald Gläubige diese Denksperre durchbrechen und die Nichtexistenz Gottes als etwas Denkbares zulassen, oder (anspruchsvoller) gar das Nicht-Glauben, also: dass für eine Frage halten, für die es mehrere denkbare Antworten gibt — dann dauert es nicht lange, und es wird nach der besser begründeten Position geschaut. Damit ist Atheismus dann die logische Folge.

    Exakt deshalb hat Graham vor Zweiflern und Abgefallenen auch solche Angst: Den Nichtglauben gedanklich überhaupt als eine Möglichkeit zuzulassen, ist bereits 99% des Weges zum Atheismus.

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