Konfessionslose soll 1000 Euro Kirchensteuer zahlen

Eine Frau lebt ihr Leben lang als Konfessionslose. Dann erfährt sie, dass sie als Säugling getauft wurde und Kirchensteuer zahlen soll.

Der Briefkopf sah offiziell aus, der Text war es auch. Die „Kirchensteuerstelle Finanzamt Prenzlauer Berg“ wollte im September 2011 von der damals 58-Jährigen wissen, ob sie getauft wurde. Falls ja, ob sie später aus der Kirche ausgetreten ist. Und wo und unter welchem Namen sie geboren wurde.

Michaela Baumann(*) ging davon aus, dass es sich um das Schreiben einer staatlichen Stelle handle, das sie wahrheitsgemäß beantworten müsse. „Außerdem bin ich ein ehrlicher Mensch“, sagt sie, fast schon entschuldigend.

Also kreuzte sie „Nein“ an, ergänzte aber handschriftlich: „Ich war als Kind nie in einer Kirche und kann mich an eine Taufe nicht erinnern.“ Auch ihren Mädchennamen und Geburtsort nannte sie.

Erst einmal hörte sie darauf nichts mehr.

Der Schock kam, als sie ihren Steuerbescheid für 2012 in den Händen hielt. Darin entdeckte sie, dass ihr für dieses Jahr Kirchensteuern abgezogen wurden, in Höhe von knapp 1000 Euro.

Dass sie plötzlich Mitglied der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische…

weiterlesen (paywall):

[https://www.spiegel.de/plus/streit-um-kirchensteuer-denen-geht-es-um-nichts-anderes-als-geld-a-00000000-0002-0001-0000-000164871536

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  1. #1 von Charlie am 19. Juli 2019 - 13:44

    Hat jemand den ganzen Artikel gelesen?

  2. #2 von Friedensgrenze am 19. Juli 2019 - 16:59

    Raubpriester

  3. #3 von Friedensgrenze am 19. Juli 2019 - 17:49

    Ich setze noch eins drauf: Raubpriestertum

    Es wird Zeit, daß irgendjemand endlich dagegen klagt daß die Mitgliedschaft in den Raubkirchen durch Wasserspritzen an Säuglingen vollzogen wird. Das ist ein Skandal.

    Wir sollten den Spieß endlich umdrehen und die Steuern für die Leute, die von einem Leben nach dem Tod ausgehen, weiterhin Steuerlich veranlagen und die Schuld mangels Verfügbarkeit des Steuerpflichtigen bei den Kindern und Enkeln eintreiben.

  4. #4 von Hypathia am 19. Juli 2019 - 17:53

    Raubpriestertum 😂, das gefällt mir! 👍
    Das ist genau so gut wie Pfaffia. 😂

  5. #5 von Friedensgrenze am 19. Juli 2019 - 17:59

    An den Sterbebetten, würde reger Betrieb herrschen. Die Kinderschar wäre komplett ganztägig über Monate anwesend und der „Geistliche“ käme nicht einmal in die Nähe des Exchristen.

  6. #6 von Friedensgrenze am 19. Juli 2019 - 18:17

    Beim phd gibts einen ausführlichen Artikel:

    https://hpd.de/artikel/rasterfahndung-wegen-kirchensteuern-17029

  7. #7 von Unechter Pole am 20. Juli 2019 - 01:39

    @Charlie
    Gelesen, in der E-Paper-Ausgabe. Eigentlich ein recht kurzer, aber prägnenter Text. HPD fasst ihn ziemlich gut zusammen (und erklärt zusätzlich ausführlich die Hintergründe, so dass es im Endeffekt eher Erweiterung denn Zusammenfassung ist), außer dass die literarische Dramatik ein wenig verloren geht und dass nicht erwähnt wurde, dass der Kirchenaustritt der Eltern von Frau Baumann nachgewiesen ist. Und dass die evangelische Kirche der Auffassung ist, dass die Kenntnis einer Kirchenaustritt der Eltern die Kenntnis über eigene Taufe indizieren soll.