Harald Schmidt: „Die Kirche zerlegt sich sehr solide selbst“

Die Aufarbeitung des Missbrauchsskandal seitens der Kirche sei „desaströs“: Zu diesem Urteil kommt der katholische Entertainer Harald Schmidt. Er sieht darin auch einen Grund für die leeren Gottesdienste.

weiterlesen:

[https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/harald-schmidt-die-kirche-zerlegt-sich-sehr-solide-selbst

Werbeanzeigen
  1. #1 von Deus Ex Machina am 16. Juli 2019 - 17:24

    „„Die Kirche zerlegt sich sehr solide selbst““
    Haben wir doch schon vor Jahren gesagt. Ich habe mal gewitzelt, dass es keinen Spass mehr macht, Rligionskritiker zu sein, wenn sich dein Gegenüber kontinuierlich selbst in den Fuß schießt -> die versuchen es ja nicht mal mehr.
    Das Problem ist aber das kirchenhörige Herdenvieh speziell in den Parlamenten, die trotzdem nichts tun, keine Konsequenzen ziehen.

  2. #2 von Scottythecat am 16. Juli 2019 - 20:14

    „Er sieht darin auch einen Grund für die leeren Gottesdienste.“
    Sicher. Aber vor allem die Inhalte der Gottesdienste. Predigt, Verkündigung, Kirchenlieder, Abendmahl, Zaubersprüche, – so was von Vergangenheit. Glaube war gestern. Was die Kirchen noch zusammenhält, ist Gewohnheit, Politische macht und Dummheit.

  3. #3 von Willie am 16. Juli 2019 - 22:26

    @Scotty

    Was die Kirchen noch zusammenhält, ist Gewohnheit, Politische macht und Dummheit.

    und, so meine Hypothese, unsoziale Gesellschaftsformen (also negative Politik).

    Wenn wir mal in die USA schauen, dann hat dort der aktive Religionismus nach den WK’s zugenommen. Das liegt wohl zum einen an den Medien, Informationen gehen immer schneller um die Welt – nach WK 2 eben auch die Greueltaten der Faschisten -, und zum anderen, dass die USA nicht solche Sozialsysteme wie in Europa kennen, was wieder heißt: „Die Kirchen/Religionen springen ein und punkten dort“.

  4. #4 von Skydaddy am 17. Juli 2019 - 06:54

    Der bekennende Katholik Harald Schmidt zeigt mit dem Finger auf die Missbrauchsthematik – und lenkt sich und seinesgleichen damit von der unbequemen Wahrheit ab, dass die Kirche sich selbst dadurch erledigt, dass sie unglaubwürdig, unmoralisch und irrelevant ist.

    (Irrelevanz ist hier im theologisch-philosphischen Sinn gemeint – die Kirchen versuchen natürlich, Relevanz herzustellen, indem sie soziale Leistungen erbringen, Politiker beeinflussen und sich zu allen möglichen Themen äußern, als hätten sie dazu etwas Sinnvolles beizusteuern.)

    Das ist das gleiche Pfeifen im Walde, das – insbesondere in den Jahren vor dem Missbrauchsskandal – immer nur die „Formen“ der Kirche, ihre „Sprache“, zu politische Themen usw. für den Niedergang verantwortlich machte.

    Harald Schmidt gleicht jemandem, dessen Kreuzfahrtschiff sinkt, der aber gleichzeitig die Badewanne in seiner Kabine hat überlaufen lassen – und der sich jetzt sagt: Kein Wunder, dass alles unter Wasser steht – ich habe ja die Badewanne überlaufen lassen!

  5. #5 von deradmiral am 17. Juli 2019 - 09:48

    Die Kirchen sind leer, weil niemand mehr die Gläubigen hineinzwingt.

  6. #6 von FSteg am 17. Juli 2019 - 14:35

    Die bittere Wahrheit (für Kirchenanhänger und -gegner) ist: Der Missbrauchsskandal hat absolut überhaupt nichts mit leeren Gottesdiensten oder dem Niedergang der Kirche zu tun. Die Gläubigen werden dadurch nicht ungläubig und die Ungläubigen treten im Schnitt maximal ein paar Tage früher aus der Kirche aus als sonst. Das katholische Milieu, dem Schmidt entspringt, ist nur noch rudimentär vorhanden und selbst da ist es früher wie heute üblich, dass hin und wieder mal jemand ausbricht.

  7. #7 von awmrkl am 17. Juli 2019 - 22:05

    @deradmiral

    Und v.a. der „soziale Druck“ zunehmend wegfällt (evtl gleichbedeutend) – anscheinend außer bei Politiker!innen …