Fronleichnam – was wird da eigentlich gefeiert?

In den südlichen Bundesländern haben die Menschen an diesem Donnerstag frei – weil Fronleichnam dort ein gesetzlicher Feiertag ist. Was hat es mit dem katholischen Fest auf sich?

weiterlesen:

[https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/fronleichnam-was-wird-da-eigentlich-gefeiert-a-1273165.html

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  1. #1 von Noch ein Fragender am 20. Juni 2019 - 15:29

    Er hatte laut Bibel den Aposteln Brot und Wein gereicht und dabei „Das ist mein Leib“ und „Das ist mein Blut“ gesagt.

    Jetzt mal unabhängig von der Frage,ob diese Szene historisch ist:

    Wenn jemand am Tische sitzt und das Brot mit den Worten „Das ist mein Leib“ reicht, kann er doch nur gemeint haben „Das Brot symbolisiert meinen Leib, den ich hingeben werde“ und nicht „Ich habe mich gerade verdoppelt und den Teil meines Leibes, der mit euch nicht am Tisch sitzt, soeben in dieses Brot hineingezaubert“.

    Eine Transsubstantiation kann ich aus diesem Text nicht herleiten.

  2. #2 von ichglaubsnicht am 20. Juni 2019 - 15:57

    „Was wird da eigentlich gefeiert?“

    Wohl irgendwas mit Blumenteppichen.

  3. #3 von deradmiral am 20. Juni 2019 - 15:58

    Fronleichnam = Happy Cadaver Day. Alle freuen sich über Zombie-Jesus! Ist doch klar!

  4. #4 von Veria am 20. Juni 2019 - 16:59

    Man kann sich die „Was wird da eigentlich gefeiert?“-Artikel im Kalender eintragen. Kommt regelmässig und ist ein Indiz dafür, wie wenig religiös die Gesellschaft inzwischen ist.

  5. #5 von joerndyck am 20. Juni 2019 - 17:21

    Tatsächlich wird nicht Jesus gefeiert, und auch keine Leiche, sondern die Sakramente. Die Sakramente sind, einfach gesagt, jene Gegenstände, die bei einer Messe auf dem Altar stehen und geweiht sind/werden. Dazu gehört die „Monstranz“ (das ist ein stark verziertes Kreuz) und üblicherweise eine geweihte Oblate. Oft befindet sich die Oblate in einem kleinen Glasfenster direkt im Zentrum der Monstranz.

    Die Kirche feiert also ihre heiligen Gegenstände und trägt sie feierlich durch die Gemeinde. Wichtigster Gegenstand ist die geweihte Oblate. Diese wird vom örtlichen Kirchenoberhaupt getragen, dahinter folgt die Gemeinde. Man kennt dieses Bild aus dem Märchen „Der Kaiser, der keine Kleider hatte“.

    Weil in der Bibel kein Wort davon steht, lehnen Protestanten dieses Fest ab. Es ist also eine katholische Veranstaltung.

  6. #6 von Elvenpath am 20. Juni 2019 - 19:53

    „Dieses Brot ist mein Leib, dieser Wein mein Blut, diese Mayonnaise ….“
    Halt, das wollen wir gar nicht wissen!

  7. #7 von Skydaddy am 20. Juni 2019 - 19:54

    @Veria:

    Ja, das war vor knapp zwei Wochen bei Pfingsten genauso.

    Ich frage mich dann immer, was eigentlich im Religionsunterricht gelehrt wird …

  8. #8 von Unechter Pole am 20. Juni 2019 - 22:14

    @Elvenpath
    Und diese Mousse au Chocolat?

  9. #9 von Willie am 21. Juni 2019 - 03:57

    Hat was mit Frondienst zu tun, oder?

    Fron
    Substantiv, feminin [die]

    1. Geschichte
    in körperlicher Arbeit bestehende Dienstleistung der Bauern für ihre Grundherren; Frondienst
    „die Befreiung der Bauern von der Fron“, also 1 Tag frei zu haben
    2. gehoben
    als unerträglichen Zwang empfundene Arbeit (wie zur Kirche gehen, an den Ritualen teilnhemen zu müssen ….. da sonst die Hölle kommt)
    „die Fron des Alltags“

  10. #10 von schiffmo am 21. Juni 2019 - 09:59

    Ich finde, das ist eine sehr interessante Zeit. Aus den Quellen wissen wir, dass z.B. die polytheistische römische Religion eine sehr tiefe Bedeutung für ihre Gläubigen hatte, die das System bis ins Frühmittelalter hinein regional aufrecht erhielt (z.B. bis 599 auf Sardinien). Ohne die Menschen, für die diese Religion diese tiefe Bedeutung hatte, sind die ganzen Überlieferungen und die Riten bedeutungslos, einen praktizierten römischen Polytheismus gibt es nicht mehr.
    Genau diese Situation, dass immer mehr Menschen diese tiefe Bedeutung des Christentums verloren geht, passiert gerade hier und jetzt, seit Jahrzehnten. Und wenn das noch ein paar Jahrzehnte so weitergeht, dann wird dieser Vorgang das Christentum dahin mitnehmen, wo der römische Polytheismus hingegangen ist, respektive vom Christentum hingetrieben wurde.
    Wir können versuchen, dazu beizutragen, dass es eben nicht durch irgendwas neues merkwürdig religiöses ersetzt wird, das wieder dazu verwendet wird, um über Menschen Macht auszuüben.

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