Brunei: Sultanat verteidigt in Brief an EU Todesstrafe für Homosexuelle

Das streng konservative Sultanat Brunei hat sich in einem Brief an das Europäische Parlament gewandt – und fordert darin „Respekt und Verständnis“ für Strafrechtsverschärfungen, die einen internationalen Aufschrei auslösten.

weiterlesen:

[https://www.spiegel.de/politik/ausland/brunei-sultanat-verteidigt-todesstrafe-fuer-homosexuelle-maenner-a-1263936.html

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  1. #1 von Elvenpath am 23. April 2019 - 10:59

    „Respekt und Verständnis“ für die Ermordung von Menschen, die niemand irgendwas getan haben?
    Hat der Typ vollkommen den Verstand verloren? Religiöser Wahn im Endstadium?

  2. #2 von uwe hauptschueler am 23. April 2019 - 11:23

    Das streng konservative Sultanat
    Hat da jemand den Arsch auf oder sind das Azeigenkunden? Das sind Irre und sonst nichts.

  3. #3 von Skydaddy am 23. April 2019 - 12:01

    Die Argumentation der Religioten liest sich, als sei sie von Manfred Lütz (Thema: Hexenverfolgungen) abgeschrieben:

    [Verurteilungen seien selten,] da zwei Männer von „hohem moralischen Rang und Frömmigkeit“ dafür als Zeugen nötig seien. … Verurteilungen seien zudem verbunden „mit einem sehr hohen Beweisstandard“, der „überhaupt keinen Zweifel“ lasse.

  4. #4 von Hypathia am 23. April 2019 - 12:35

    Der Typ hat echt nicht alle Tassen im Schrank!!!
    Ich fordere die sofortige Beendigung aller diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen, sowie eine dringende Reisewarnung und einen Boykott gegen das Sultanat Brunei.

  5. #5 von Scottythecat am 23. April 2019 - 12:41

    Liebe Sultans,

    wir wollen Ihnen erklären, warum wir keinen Respekt und kein Verständnis für Ihre Position haben.

    Wer über andere die Todesstrafe oder Amputationen verhängt, ist moralisch verkommen.
    Wer das Anderssein von Mitmenschen verbietet, sie diskriminiert und mit drastischen Strafen bedroht, ist intolerant und moralisch rückständig.
    Wer meint, man müsse seine traditionellen, an Stammesregel orientierten autokratischen Gesetze einer unabhängigen Rechtssprechung in einem demokratischen Staat mit funktionierender Gewaltenteilung gleichstellen, müsste konsequenterweise auch auf moderne Kommunikations- undTransportmittel verzichten und auf Kamelen und fliegenden Teppichen reisen.
    Wer heute noch religiöse Traditionen über Demokratie und Aufklärung stellt, muss damit leben, dass er von aufgeklärten Menschen nicht respektiert noch ernstgenommen wird.
    Sobald Sie Demokratie, Toleranz und Gewaltenteilung auf wissenschaftlicher Grundlage verbindlich umsetzen, sind Sie in der Gemeinschaft zivilisierter Kulturen willkommen.

  6. #6 von bun0815 am 23. April 2019 - 12:52

    @Skydaddy

    Vermutest du das sie Lutz Buch als Vorlage hatten? 😉

  7. #7 von Skydaddy am 23. April 2019 - 13:12

    @bun0815:

    Nein – wenn sie Lütz‘ Bücher kennen würden, wäre die Höchststrafe nicht Tod durch Steinigung …

    Eher scheinen mir hier typisch religiotische Rationalisierungsmuster zu greifen. Hier: Krampfhaft nach etwas suchen, was noch schlimmer erscheint, und dann die Vorteile der eigenen Wunsch-Lösung hervorheben.

    Ist zwar kein Argument, aber Gläubige – das ist kein Scherz! – lassen sich bereits dadurch blenden, dass etwas wie ein Argument daherkommt. Also z.B., dass irgendwo das Wort „weil“ oder „deshalb“ auftaucht, oder dass die eigene Position so präsentiert wird, als ob sie eine brauchbare Entgegnung auf eine andere Position sei.

    Oh, und Nachtrag: Nach dem „weil“ auf irgendetwas verweisen, das wahr ist. Der Gläubige denkt dann, wenn die „Begründung“ wahr ist, sei auch das Argument wahr. Also hier: Wir machen das so, weil noch schlimmer wäre es ja noch schlimmer.

  8. #8 von Andreas P am 23. April 2019 - 13:17

    Eher demonstrativer Populismus als sonst irgendwas. Mangelnde Erfolge in der Politik – in den Augen des Volkes – wird durch massive Demonstration der – nach vermuteter Ansicht der Mehrheit – korrekten Gesinnung kompensiert.

    Zum Glück ist das etwas, auf das wirklich nur Sultane kommen können, woanders wäre das undenkbar.

  9. #9 von Marco Krieger am 23. April 2019 - 13:27

    Ich bin für öffentliche Verbrennung…der Briefe des Sultans!

  10. #10 von Rene Goeckel am 23. April 2019 - 16:26

    Ich werde dem Sultan keinen Respekt erweisen. Schon deswegen nicht, weil er Sultan ist. Sultane gehören in’s Kasperletheater. Und dieser hier in’s Irrenhaus.

  11. #11 von Elvenpath am 23. April 2019 - 16:48

    [Verurteilungen seien selten,] da zwei Männer von „hohem moralischen Rang und Frömmigkeit“ dafür als Zeugen nötig seien. … Verurteilungen seien zudem verbunden „mit einem sehr hohen Beweisstandard“, der „überhaupt keinen Zweifel“ lasse.

    Man fragt sich, ob der Sultan wirklich nicht versteht, dass nicht die korrekte Feststellung von homosexuellen Handlungen das Problem ist, oder er uns bewusst verarschen will.

  12. #12 von bun0815 am 23. April 2019 - 17:04

    @skydaddy

    Herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort auf meine ironische gemeinte Frage.

    Wenn ich dich korrekt verstanden habe, schließen Gläubige auf die Belastbarkeit eines Satzes weil der Nebensatz eine richtige Aussage enthält und der Hauptsatz kann totaler Müll sein.

  13. #13 von Deus Ex Machina am 23. April 2019 - 17:41

    „Respekt und Verständnis“ – für ein paar Wilde, die halt Öl haben? Never!

  14. #14 von Uli.S am 23. April 2019 - 18:47

    Ich bin dafür alle Gemeinheiten die die Bruneische Schariametzgerei zu bieten hat, an dem Sultan auszuprobieren.

  15. #15 von Noncredist am 23. April 2019 - 18:56

    (..) hieß es in einem vierseitigen Schreiben an die Abgeordneten, dass Verurteilungen selten erfolgen würden, da (..)
    Allein die Entscheidung eine solche unwiderrufliche „Verurteilung“ auszuüben, ist für Menschen mit einem humanistisch-naturalistischem Wertesystem vollkommen unvereinbar. Die Menschenrechte sind ausgearbeitet und nicht verhandelbar. Sie werden nicht für „seltene Fälle“ mal ausgesetzt. Man kann nicht, weil es mal mehr oder mal weniger Applaus dafür gibt, einen Menschen „staatlich-korrekt“ für eine Tat wie das religiös-unkorrekte Linkshändersein oder die religiös-unkorrekte Gleichgeschlechtsliebe das Leben nehmen.

    Gut, man kann zwar kleinen Jungs das Recht auf körperliche Unversehrtheit nehmen und irreparable Amputationen ausüben, wenn gewisse Religionen es so wollen, aber … 😉

    (..) Toleranz, Respekt und Verständnis (..)

    Erstens gibt es keine Tolerierung der Intoleranz (z.Bsp. ggn. Homosexuellen, Atheisten, …). Zweitens fordert man gerne Respektiert an. Sie wird jedoch nur gegeben, wenn man mit den Handlungen einverstanden ist. Hier anscheinend nicht. Also wird es mit dem Respekt wohl nicht funktionieren. Oder respektiert man ausserhalb Deutschlands auch Nazi-Deutschland für die „ordnungsgemäße Vernichtung des jüdischen Volkes“? Und Verständnis? Ja, man versteht es. Genug Empathie hat man ja. Nur ist man hier „etwas anderer Meinung“ und hat insb. die Freiheit und die individuelle Entfaltungsmöglichkeiten der Menschen wesentlich weiter entwickelt. Und damit schließt sich wieder der Kreis.

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