„Jesus hat das Klima im Griff“ – Was Hardcore-Katholiken über Greta Thunberg und Klimawandel denken

Letzte Woche erschien bei kathnet zwei Artikel über Greta Thunberg, dass sie am Karfreitag den Papst in Rom treffen wird. Was die Leser über Greta und den Klimawandel denken, lest ihr unten in den Screenshots.

 

Werbeanzeigen
  1. #1 von Andreas P am 22. April 2019 - 09:29

    Dass die RKK-Führung sich dem Problem Klimawandel widmet, mit ähnlichem Eifer, wie sie sich bereits sozialer Ungleichheit, wirtschaftlicher Rückständigkeit, Demokratiedefiziten in Entwicklungsländern oder Weltfrieden gewidmet hat, lässt übles ahnen. Kirchliches Engagement trägt in aller Regel nichts zur Lösung von Problemen bei, sondern macht sie zu Dauerzuständen, aus denen eben die Kirche dauerhaft gesichert Profite und Einfluss beziehen kann.

    Ob man dafür nun riesige vierarmige Kreuze in die Landschaft stellt oder dreiarmige, die sich auch noch lustig drehen – da geht die Kirche mit der Zeit. Jeder mögliche Beitrag zur Lösung – Energie-Speichertechnologien, weniger energiereich aufzuziehendes Saatgut, kohlefreie Stahlverhüttung, höhere Schulbildung insbesondere von Mädchen und Frauen… – hat was mit Bildung und Naturwissenschaft und Forschung zu tun. Wenn sich junge Menschen dem auch noch verweigern —-

    für den Papst müssen da Ostern und Weihnachten auf einen Tag gefallen sein. Klar, dass das Fußvolk nicht so weit denkt, aber deswegen ist ja der Papst Papst und die Kirche keine Demokratie.

  2. #2 von Noch ein Fragender am 22. April 2019 - 10:53

    Dass eine Sache möglich ist, heißt noch lange nicht, dass sie auch existiert

    Alle möglichen Sachen kann man sich mit einiger Fantasie ausdenken. Ob es sich wirklich so verhält, kann man erst durch überprüfbare Belege entscheiden.

    Natürlich ist es möglich, dass hinter Greta Thunberg finanziell-machtpolitisch interessierte Kreise stehen, aber ob es sich wirklich so verhält, lässt sich erst anhand von Belegen prüfen.

    Mittlerweile ist es üblich geworden, ins Internet alle möglichen Fantasien ohne Belege zu setzen, die dann nur aufgrund ihrer Möglichkeit geglaubt und weiterverbreitet werden, ohne dass sich jemand noch um Belege kümmert.

    Mein Beispiel: Greta Thunberg wird von den Chinesen gesponsert, damit diese weltweit leichter ihre Elektroautos verkaufen können. Ich habe dafür zwar keine Beweise, bin mir aber sicher, dass ich im Internet genug Leute finde, die mir das auch so glauben. (Zyn off)

  3. #3 von Rene Goeckel am 22. April 2019 - 11:04

    Offenkundig hat Greta einen wunden Punkt bei denen getroffen. Macht wohl aua?

  4. #4 von Andreas P am 22. April 2019 - 12:00

    Vor allem reagieren einige beleidigt, dass Greta dem Papst eine Audienz gewährt hat, sie selbst aber bei beiden keine kriegen…

    Natürlich verbinden sich mit der Klimapolitik, Energiewende und so weiter massive finanzielle Interessen. Natürlich wird Greta auch vereinnahmt und instrumentalisiert – nicht zuletzt von Schülern und Lehrern, die Freitag lieber frei haben… Natürlich ist die Botschaft letztlich herrlich wuschelig beliebig und kompatibel mit allen Wahlprogrammen nennenswerter deutscher Parteien: Klimawandel ist schlecht, ein großes Problem – tscha, und dann?

    Es ist völlig unerheblich, wer „hinter Greta steht“, wer „profitiert“, wer „auf der richtigen Seite steht“ – das ist eine schöne Beschäftigung, schafft aber noch keine einzige Tonne CO2 aus der Luft. (Jesus auch nicht.) Klimawandel ist ein Sachproblem. Gesucht werden Lösungen, die tatsächlich den Klimagasausstoß massiv vermindern, und das möglichst ohne große Teile der Welt zu verarmen oder zu destabilisieren. „Beten“ ist keine. „Einfach weiter so“ auch keine. Die deutsche „Energiewende“ ist teuer, der Nutzen (konkret: Senkung von CO2-Emissionen) bislang homöopathisch.
    „Alle anderen verzichten auf fast alles“ – ist immer mehrheitskompatibel, solange es andere betrifft oder Sachen, die man selbst eh für unwichtig hält.

    Bevölkerungswachstum wird vom Greta-Umfeld nicht angesprochen (da freut sich Franze).
    Wie auch?
    „Schneeflocken demonstrieren gegen die Gefahr, die von Lawinen ausgeht“.

    Das ist so dermaßen… katholisch, kein Wunder, dass die RKK-Basis sich da karikiert fühlt und verstimmt reagiert.

  5. #5 von Charlie am 22. April 2019 - 12:38

    Verschwörungstheorien, Klimawandel leugnen, Jesus hat das Klima im Griff…

    Von diesen Idioten können wir nichts erwarten.

  6. #6 von Elvenpath am 22. April 2019 - 14:09

    Genau dieser verrückte Irrglaube, dass „Gott“, oder „Jesus“, alles „im Griff“ hätten, dass wir Menschen quasi in eienr Gummizelle sitzen, wo wir nichts kaputt machen können, hat die Menschen blind gemacht für die Realität. Eine Realität, in der wir unsere eigene Lebensgrundlage vernichten.
    Erzähle mir keiner mehr, man würde nichts verlieren, wenn man an „Gott“ glaubt“!

  7. #7 von Elvenpath am 22. April 2019 - 14:10

    @Andreas P:

    Natürlich wird Greta auch vereinnahmt und instrumentalisiert – nicht zuletzt von Schülern und Lehrern, die Freitag lieber frei haben… “

    Sind Sie es, Herr Lindner?

  8. #8 von Klaus Brueckner am 22. April 2019 - 14:13

    @ Andreas P

    „Bevölkerungswachstum wird von Greta und ihrem Umfeld nicht angesprochen“
    Die Hauptursache des Klimawandels!! Gleichzeitig nach meiner Meinung nicht lösbar, weil alle Religionen, auch die christlichen, gegen jede Art von Geburtenkontrolle und Empfängnisverhütung sind. Die Menschheit wird sich durch einen atomaren Krieg mit Unterstützung der Religionen selbst zerstören oder am Ende auf jeden Fall selbst auffressen.

    K.Brückner

  9. #9 von Andreas P am 22. April 2019 - 14:35

    @K. Brückner: Zumindest gegen das Bevölkerungswachstum gibt es durchaus Mittel und Wege: Bildung und damit mehr Möglichkeiten für ein selbstbestimmtes Leben, insbesondere für Frauen. Wohlstand und eine soziale Absicherung für die Wechselfälle des Lebens. Niedrige Kindersterblichkeit. Kostenloses Fernsehen in die letzte Hütte. Das geht alles mit einem Rückgang des Bevölkerungswachstums einher – und ist zudem sowieso erstrebenswert. (Sollte sich von selbst verstehen; muss ich nicht erläutern, warum, oder? Bis auf das Fernsehen.)

    Mit Wohlstand (und Demokratie) nimmt zudem der Druck auf die Politik zu, für sauberes Wasser, saubere Luft, intakte Natur und so weiter Sorge zu tragen. Mit (naturwissenschaftlicher) Bildung zudem ein Verständnis dafür, was sinnvoll und effektiv ist – und was nicht.

    Nur nimmt dann auch der Einfluss der Religionen ab…

  10. #10 von Elvenpath am 22. April 2019 - 17:03

    @K.Brückner

    Die Anzahl der Menschen ist nicht das prinzipielle Problem bezüglich des Klimawandels. Sondern das Verfeuern von fossilen Energieträgern.
    Die Anzahl der Menschen verschärft das Problem nur.

  11. #11 von Andreas P am 22. April 2019 - 18:44

    Die Energiewirtschaft zeichnet (in Deutschland) etwa für 1/3 der CO2-Emissionen und Äquivalente verantwortlich. Verkehr, Landwirtschaft, Heizungen, Bau- und produzierende Wirtschaft… machen den Rest aus.

    Weltweit stammen 1/3 aller „Treibhausgase“ aus der Landwirtschaft: https://www.nature.com/news/one-third-of-our-greenhouse-gas-emissions-come-from-agriculture-1.11708

    Das liegt nicht zuletzt daran, dass Flächen intensiv genutzt werden (müssen), um genug Nahrung für die Menschheit zu produzieren – Dünger wird zu guten Teilen aus Erdgas produziert. Dazu kommen die Trockenlegung von Mooren und anderen Feuchtgebieten (dramatische Methan-Emissionen), Waldrodungen und anderes mehr. Die Nahrung muss transportiert werden, gekühlt, oft unter Energieeinsatz zubereitet, … kommt so einiges zusammen. Stauseen, die u. a. für eine Bewässerung angelegt werden, erzeugen in den ersten Jahren Unmengen Methan – einfach durch verrottende Biomasse.

    Das Problem verschärft sich dadurch, dass die Bestände essbarer Fische seit den 1950ern dramatisch abgenommen hatten („dank“ des 2. Weltkriegs hatten sie sich bis dahin etwas erholt) und die Nachfrage nach land-wirtschaftlichen Produkten folglich steigt.

    Für all diese Bereiche, schon gar nicht für alle zusammen, gibt es einfache, billige, problemlose und schnell umsetzbare Patentlösungen. Letztlich braucht es vieler innovativer Techniken, um in allen Bereichen die Emission klimaschädlicher Gase zu verringern (und anderer Umweltprobleme, der Klimawandel ist nur eines davon). (Das Verfeuern von fossilen Energieträgern für Stromerzeugung und Heizung ist da noch eines der am ehesten in den Griff zu bekommenden Probleme.) Dennoch ist eines klar: Länder mit mehr Menschen erzeugen mehr Klimagase. Reiche und in kalten Regionen gelegene tendenziell mehr als ärmere und in wärmeren Ecken gelegene, aber letztere holen auf. (Wer will, kann es ihnen guten Gewissens missgönnen?)

    Platt gerechnet: So lange die Emissionen pro Kopf nicht schneller sinken als die Zahl der Köpfe steigt, steigen die Emissionen.
    Teure, noch so gut gemeinte Symbolpolitik wird daran nichts ändern.
    Das, was mich an Greta & Co. stört (und was Merkel, Papst, Journalisten, zahlreiche Lehrer, … lieben), ist eben, dass es bei guter Gesinnung und etwas Symbolpolitik bleibt. Konkrete kluge Forderungen wären etwa:
    Wiederbewässerung von Mooren (sind nette CO2-Senken und wichtig für die Artenvielfalt).
    Packt Geld in Forschung, nicht in die (indirekte) Subvention (etwa) von Flugbenzin.
    Keine Zeit für Quarkfächer wie Sport und Religion verplempern, lasst uns in Naturwissenschaften und Technik tief genug einsteigen, dass wir die Probleme verstehen und (mit) angehen können.

  12. #12 von Andreas P am 22. April 2019 - 19:47

    „Für all diese Bereiche, schon gar nicht für alle zusammen, gibt es KEINE einfache, billige, problemlose und schnell umsetzbare Patentlösungen.“ 😛

  13. #13 von Marco Krieger am 22. April 2019 - 22:12

    @andreas p
    (Das Verfeuern von fossilen Energieträgern für Stromerzeugung und Heizung ist da noch eines der am ehesten in den Griff zu bekommenden Probleme.)

    Mach mal einen konstruktiven Vorschlag, bitte.
    Interessiert mich, weil ich damit zutun habe…

    „Keine Zeit für Quarkfächer wie Sport und Religion verplempern, lasst uns in Naturwissenschaften und Technik tief genug einsteigen, dass wir die Probleme verstehen und (mit) angehen können.“

    Aus welchem Grund sollte man Sport an Schulen abschaffen?

  14. #14 von Andreas P am 22. April 2019 - 23:08

    Marco: Aus welchen Gründen soll man Zeit mit Schulsport verplempern?
    Abgesehen von Schwimmkenntnissen: Belege mal einen Langzeitnutzen, der den finanziellen wie zeitlichen Aufwand (plus die Unfälle samt Folgen) halbwegs rechtfertigen würde.

    @Stromerzeugung: Je nach Ecke und Umfang gehören dazu Kernkraft (mit den bekannten Problemen von Sicherheit und Entsorgung), Geothermie (für Heizung und Stromversorgung), Solarthermie (Heizung – speziell auch Wasser für Haushalte), Müllverbrennung (wo es energetisch günstiger ist als Transport und Recycling), …

    Wasserkraft sowieso, nur ist die in Europa weitgehend ausgebaut. Wind plus Solar sind auf ausreichende Speichermöglichkeiten (existieren bislang nicht) respektive umfassende Netze angewiesen -letztere sind sehr langsam im Bau, aber immerhin. (Dazu kommen bei der Windkraft noch eine Reihe anderer Probleme.) Erdgas wäre als Speichermedium geeignet, nur ist die Hin- und Rückwandlung nicht sonderlich effizient und verschlechtert entsprechend die Energiebilanz von Wind und Solar. (Für deutlich sonnigere Ecken, etwa Nordafrika, sieht die Bilanz anders aus – die Idee, einen Haufen Solarkraftwerke in die Wüste zu stellen und Leitungen nach Europa zu verlegen, oder die Produktion dort hin, stößt am ehesten auf politische Probleme.)

    Kohle mit Carbon capture gibt es bislang in keinem nennenswerten Maßstab. Mag sein, dass das keine SF bleibt, zeitlich ist es nicht das Pferd, auf das ich setzen würde.

    Erdgas ist vom CO2-Ausstoß her besser als Kohle, aber auch nicht unbegrenzt vorhanden (und eben nicht CO2-neutral). Anders als Kohle (oder KKWs) kann man es leicht kurzfristig einsetzen, um Wind- und Solarflauten abzudecken.

  15. #15 von Andreas P am 23. April 2019 - 00:00

    Noch zum Heizen: Bessere Dämmung, Leuten das Stoßlüften vermitteln statt „Fenster auf Kipp“, kompaktere Bauweisen (Mehrparteienhäuser), keine ewig hohen Decken.

    Fernheizungen und Stromheizungen haben ihre Nachteile – aber sie sind flexibler umzustellen, und zentral lohnen sich bessere Filteranlagen. Hausfeuerung mit Gas hat eine der am wenigsten schlechten Bilanzen, alles in allem, Öl und Kohle besonders bei alten Heizungen sind ziemlich mies. Die Bilanz nachwachsender Rohstoffe ist ziemlich unterschiedlich – je nachdem, ob man Abfallprodukte verheizt. die sonst vergammeln (andererseits: sowas kommt meist zurück auf die Felder und in die Wälder und wird wieder Humus), oder ob man Unmengen Mais extra anbaut, düngt und verarbeitet. (Auch hier spielt Bevölkerungsdichte rein: 100 seminomadische Amazonasgebiet-Ureinwohner, die ein 100 km² großes Gebiet mit Brandrodung (für den Eigenbedarf) und Feuerholzsammeln bewirtschaften, fallen nicht ins Gewicht. 5 Millionen Menschen, die das tun – man denke an Berlin -, können auf der Fläche so nicht leben.)

  16. #16 von ichglaubsnicht am 23. April 2019 - 00:55

    @Andreas P.

    Noch zum Heizen: Bessere Dämmung

    In other news: Verschimmelte Häuser und Halsbandsittiche die sich Brutlöcher in die Dämmungs picken.
    Man muss ja schon froh sein, wenn die Leute nicht mit Holz oder Braunkohlebriketts heizen hust hust.

  17. #17 von Andreas P am 23. April 2019 - 01:28

    @Ichglaubsnicht: Willkommen in der unperfekten Welt, in der man mit mehr oder minder guten Kompromissen leben muss.

    Die meisten deutschen Häuser haben relativ moderne Heizungen, Mehrfachverglasungen (statt Einfachfenster) und dergleichen mehr. Weil’s für’s Weltklima ziemlich egal ist, woher CO2 stammt (weil es lange genug in der Luft bleibt, um sich global zu verteilen), sind hier ärmere Ecken mit wechselhaftem Klima vermutlich die bessere Investitionsmöglichkeit – in Euro pro gesparter CO2-Tonne.

    Der fürs Heizen und Kühlen beste Kompromiss wäre, nur noch in Gegenden zu wohnen, in denen es ganzjährig gemäßigtes Klima und angenehme Temperaturen gibt: West- und Südirland, französische Atlantikküste und Portugal etwa. Nur, erm, das wird eng, wenn alle das versuchen.

    Es gibt eine ganz gute finnische Studie, die mir in Teilen zwar etwas optimistisch scheint und ein paar Probleme und Risiken unterbewertet – aber die eine Reihe heute bereits möglicher CO2-Einsparungsmöglichkeiten aufzeigt, die teils sogar Geld einbringen und deutlich mehr als Symbolpolitik sind:

    https://www.sitra.fi/en/publications/potential-scaling-proven-low-carbon-solutions/

    Einen Punkt etwa ist, weniger Speisen wegzuwerfen. Man kann sich in Restaurants etwa generell die Reste mitgeben lassen, wenn man mit etwas nicht fertig wird. „Doggie bag“ heißt das in den USA. Dänemark hat es durch eine Umstellung der Sitten und andere Aktionen mehr geschafft, seit 2010 die Nahrungsmittelverschwendung (fachlich „food waste“) um 25% zu senken, was 140.000 t weniger CO2 pro Jahr entspricht. Oder 25 kg CO2 pro Däne.

    Das ist nicht „die“ Lösung, aber ein Teil davon.

  18. #18 von Marco Krieger am 23. April 2019 - 10:23

    Der Sinn von Sportuntericht liegt für mich in der Förderung von körperlicher Fitness, die Heranführung und an ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper.
    Kinder und Jugendliche benötigen diese 2 -3 Stunden im Wochenplan, um ihren noch reichlich vorhandenen Bewegungsdrang auszuleben.
    Zu Verletzungen kommt es häufig, wenn, wie in Deutschland leider immer noch üblich, der sogenannte Wettkampfgedanke das Ruder übernimmt.
    Ein Konzept, das meiner Meinung und Erfahrung nach die Vernunft in Vernünftig gegen Ehrgeiz austauscht und Kinder zu Leistungen anstachelt, die weder der körperlichen Fitness noch dem Spass am Sport förderlich sind.
    Grundsätzlich habe ich in meinem Beruf die Erfahrung mit jungen Menschen in der Ausbildung gemacht, das diese häufig mit der körperlichen Komponente des Berufes überfordert sind, wenn sie nicht aus Sportvereinen oder Fitnessstudios kommen.
    Diese wiederum werden über das Sprungbrett Sportuntericht in der Schule erreicht.
    Daher klar mein Votum für sportliche Betätigung in der Schule.

    Zum Rest später mehr, muss noch einen Umweltsünder gegen einen Umweltengel austauschen.

  19. #19 von Andreas P am 23. April 2019 - 11:53

    Irgendeinen Beleg, dass der real existierende Schulsport langfristige positive Auswirkungen habe, hast Du also nicht gefunden. (Kein Wunder, es gibt dazu im deutschsprachigen Raum anscheinend so gut wie keine belastbaren Studien – einigen Schulsportdidaktikern zufolge sogar überhaupt keine.)

    „Fit“ macht er allenfalls im Sinne der Wehrertüchtigung. Dazu gehört eben auch „Unterordnen“, Verletzungen (und andere Übergriffe) hinnehmen für sinnfreie Wettbewerbsgewinne – und Verletzungen anderer billigend in Kauf nehmen. Exakt das wird belohnt und gefordert, Sportnote und Verletzungshäufigkeit im Schulsport hängen deshalb eng zusammen.

    „Gesundes Verhältnis zum eigenen Körper“ – schöne tiefige Phrase Sportgläubiger. In der Realität ist Vereinssport mit früherem und exzessiverem Alkohol- und anderem Drogenkonsum positiv korreliert. Der Körper und sein Entwicklungsstand wird selbstverständlicher Gegenstand der öffentlichen Beurteilung durch Dritte, was sich selbstverständlich gaaaanz positiv auswirkt und keinerlei Einfluss etwa auf die Verbreitung von Bulimie hat.

    Das passt zur deutschen Rechtslage: Insbesondere Jungen und Männer sind nur Besitzer ihrer Körper mit beschränktem Niesbrauch, nicht Eigentümer – das ist der Staat, und der schreibt vor, wie der Besitzer damit umzugehen habe. Daher ist die Beschädigung des eigenen Körpers in Deutschland auch eine Straftat, für Schulsportverletzungen gibt es dagegen im Regelfall kein Schmerzensgeld – der tatsächliche Eigentümer des Körpers schädigt sich ja nicht willentlich selbst. Schulsport dient nicht zuletzt dazu, diese Verfügungsansprüche Dritter als Selbstverständlichkeit einzuüben.

    Wenn Kinder und Jugendliche so einen „Bewegungsdrang“ haben, braucht es keinen Schulsport, dann reicht mehr Freizeit. Schulsport gewöhnt vielen den Spaß an Bewegung und körperlicher Aktivität jedenfalls sehr nachhaltig ab.

    Gesünder ist ohnehin akademisches Interesse: Bereits ein Lehramtsstudium verlängert die durchschnittliche Lebenserwartung über das hinaus, was selbst Ausdauersport-Olympiasieger zu erwarten haben. Noch älter werden Priester und Mönche.

    Kurzum: Schulsport ist überflüssig und kontraproduktiv, außer, um künftiges Kanonenfutter abzurichten.

    (Und dank gesteigerten Kalorienbedarfs, Heizungskosten für Hallen usw. sind nur wenige Sportarten positiv fürs Klima – Radfahren im Alltag etwa.)

  20. #20 von Andreas P am 23. April 2019 - 12:22

    (Ein paar Belege: Der Erfinder der Reichsjugendspiele und Gründer der SpoHo Köln Carl Diem etwa hat aus dem Zweck von Schulsport keinen Hehl gemacht. „Turnvater“ Jahn und seine Anhänger ebensowenig.

    Zu den Verletzungen im Schulsport existieren ausführliche Statistiken bei den Versicherungen – konkret sind das meist die Gemeindeunfallversicherungen, und deren Daten werden zentral ausgewertet. Für den Vereinssport und Drogenkonsum – tscha, die Studien hatten Sportverbände selbst in Auftrag gegeben, weil sie auf ihre eigene Wunschvorstellungen reingefallen waren.

    Die Strafbarkeit der Selbstbeschädigung – also des Staatseigentums „eigener“ Körper – findet sich in §109 StGB.

    Statistiken zur Lebenserwartung von Berufsgruppen gibt es für und von vielen Versicherungen.)

  21. #21 von Elvenpath am 23. April 2019 - 19:49

    @Andreas P

    Was du zum Thema Schulsport schreibst, ist Schwachsinn hoch drei.
    “ In der Realität ist Vereinssport mit früherem und exzessiverem Alkohol- und anderem Drogenkonsum positiv korreliert.“
    Belege? Und übrigens Korrelation ist nicht gleich Kausalität.

    Du haust Schwachsinn, ohne Ende raus. Unfiug und Fake vom Feinsten Und das nur, weil du selber wahrscheinlich ein verfetteter Bewegungslegastheniker bist.

  22. #22 von Elvenpath am 23. April 2019 - 20:07

    @Marco Krieger

    Sporthasser wirst du niemals überzeugen können. Sie werden nie verstehen, dass die Beweglichkeit, die Körperkoordination, die du in der Jugend lernst, dich als Erwachsener vor Verletzungen schützt.

    Ist dir aufgefallen, wie geschickt Andreas P. verschiedene Aussagen vermixt? Er meckert über Schulsport und bringt als Beleg, dass im Vereinssport angeblich früher Drogen konsumiert werden. Dass in Vereinen tatsächlich gerne gesoffen wird, ist unbestritten. Aber das liegt nicht am Sport, sondern an unserer Vereinskultur. Und mit Schulsport hat es gar nichts zu tun. Aber um das zu erkennen, hasst Andreas P. Sport viel zu sehr.

    Dann vergleicht Andres P. die Lebenserwartungen und zieht Extremsportler, wie z. B. Olympiasieger, heran. Als ob das irgendwas mit Schulsport, oder gemäßigtem Sport zu tun hätte.

    Und als Krönung des Ganzen garniert Andres P. das Ganze noch mit kruden Verschwörungstheorien.

    Ich habe mein Leben lang Sport gemacht und es hat mir nur Vorteile gebracht: Charakterlich, körperlich und seelisch tut Sport einfach nur gut. Und ich werde von Gleichaltrigen bewundert, wie gut ich noch in Schuss wäre: Kein Übergewicht, belastbar, ausdauernd, Sowohl vom Körper, als auch vom Geist her.

  23. #23 von Andreas P am 23. April 2019 - 22:49

    @Elvenpath: Putzig, „Bewegungslegastheniker“ ist hier wirklich eine aufschlussreiche Vokabel: Macht es doch sehr deutlich, welche Einstellung Du zu Behinderungen und Behinderten hast und wie viel Du Dir auf Deine angeborene Gesundheit und sportlichen Anlagen einbildest. Keine Geburtsschäden, keine folgenreichen Unfälle (wobei Sport Folgeschäden ja magisch verhindert, oder war es doch die Christopherus-Medaille am Autorückspiegel?), keine launischen Genvariationen vererbt bekommen, keine Folgeschäden wegen Alkoholkonsum der Mutter, keine lästigen Infektionen (kriegen eh nur Unsportliche, gell…) mit Folgeschäden…

    Tolle Leistung. Grandios! 🙂

    Konkrete Belege: https://rp-online.de/sport/fussball/vereine-verleiten-jugendliche-zum-trinken_aid-14716683 – klar, es ist nur die Vereinskultur. Weshalb Schachvereine auch durch Saufexzesse… oder Pfadfinder… oder, äh, … aber es hat mit Sicherheit nichts mit Sport zu tun. Ein richtiger Elvenpath weiß sowas einfach! 😀

    Dass Schulsport gut sei, weil er Leute in Fitnessstudios und Sportvereine ziehe, hatte Marco behauptet. Daher ergab sich der Bezug.

    Was passiert, wenn man den real existierenden Schulsport abschafft, konkret: Noten abschafft und damit den Hebel, die Teilnahme an sinnlosen Mutproben und unfallgefährlichen Hampeleien durchzusetzen?
    [https://www.ksta.de/schule-abschied-vom–sport-ohne-noten–11976486
    Richtig, die Kids bewegen sich erheblich mehr, Sportverweigerer sind nahezu unbekannt. Warum nur?
    (Klar, gewissen Leuten verdirbt das den eigentlichen Spaß.)

    In einigen Staaten der USA haben Schulen die Möglichkeit, Sport auch ganz wegfallen zu lassen. Die (wenigen) Untersuchungen, die es dazu gibt, deuten drauf hin, dass dann an der Schule die akademischen Leistungen in den Vordergrund rücken und besser werden: [https://www.theatlantic.com/magazine/archive/2013/10/the-case-against-high-school-sports/309447/

    Zum Unfallgeschehen im Schulsport: „450 585 Sportunfälle mussten 2017 ärztlich behandelt werden“ [https://www.sueddeutsche.de/bildung/schule-sportunterricht-unfall-erste-hilfe-1.4395542
    Hunderte von Geschädigten pro Jahr sind dauerhaft erwerbsgemindert, so dass die Versicherungen nicht darum herumkommen, ihnen eine Erwerbsminderungs-Rente zu zahlen.

    Dabei haben nur die offenkundigsten und nicht von der Hand weisbaren direkten Schäden überhaupt eine Chance, berücksichtigt zu werden. Besonders das beliebte „Bälle an den Kopf knallen“ führt regelmäßig zu unerkannten bzw. bagatellisierten kleineren bis mittleren Hirnerschütterungen – [https://www.nature.com/news/head-injuries-in-sport-must-be-taken-more-seriously-1.22471 fasst dazu eine recht … interessante Studie zusammen.

    Aber hej, was sind schon Studien? Oder Belege? Du fühlst ja, dass Sport und vor allem Schulsport das Großartigste auf der Welt schlechthin sein muss und überhaupt!

    Und wer die Meinung nicht teilt, ist eben ein schlechter Mensch. Der ist ganz sicher nur neidisch auf Deine „3 Touchdowns in einem einzigen Highschool-Football-Spiel“. 😀

  24. #24 von Marco Krieger am 23. April 2019 - 23:21

    @elvenpath

    Ich bin halt ein Sportgläubiger, was will man darauf antworten?
    Bei Andreas ist alles immer maximal…schlecht, böse, tiefig und hinterhältig.
    Ich meine das wirklich nicht böse, aber seine Haltung ist so krass, das hat mit der Realität nicht mehr viel gemein.
    Die Wahrnehmung ist schon sehr einseitig negativ.
    Aber gut, ich habe meine Meinung zu dem Thema und nur meine Meinung, keine Expertise kund getan.

    Lustig fand ich jedoch seinen kleinen Abriss zum Thema Heizung und Energiegewinnung.
    Da fehlte nichts, ausser die kosmische Hintergrundstrahlung zu nutzen.
    Was da jedoch völlig fehlt ist, das wir es im Bereich Heizung und Warmwasserbereitung in den allermeisten Fällen mit Insellösungen zutun haben, die auf die Bedürfnisse und den Geldbeutel der Kunden zugeschnitten sein müssen.
    Die kleinteilige Energiewirtschaft ist die effektivere Form, da sie sich immer am direkten Verbrauch orientiert.
    Also keine Großanlagen, wie Müllverbrennung oder Kern/Kohlekraftwerke, sondern kleine Einheiten, die den Energiebedarf individuell abdecken.
    Zur Zeit verbaue ich im Tagesgeschäft Brennwertheizgeräte der 4.Generation, also kompakte, meist Wand hängende Geräte mit elektronisch geregelten, modulierenen Brennern im Gas und Ölbereich, wahlweise mit elektronisch regelbaren Pumpen, die sich automatisch den Druckverhältnissen und dem Wärmebedarf anpassen.
    Eine Heizung dieser Bauart spart etwa 25-30% der Heizkosten im Vergleich zur konventionellen Öl/Gasfeuerung ein.
    Die Wärmedämmung der Gebäudehülle bringt etwa 8-12% Energieeinsparung, ist jedoch nur in Kombination mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung empfehlenswert.

    Wenn es eine größere Lösung braucht, sind meist Pufferspeicherkonzepte und Wärmepumpen Luft/Erdreich und solarthermiesche Anlagen im Spiel.
    Hier hat sich in den letzten 10-15 Jahren gewaltig was getan.
    Die Anlagenteile sind heute alle miteinander vernetzt und werden über eine Regelung gefahren, die das Optimum aus den einzelnen Energieerzeugern holt und die Verbraucher strickt an den tatsächlich erforderlichen Wärmebedarf orientiert.
    Die meisten so geplanten Anlagen werden als Fussbodenheizung mit Vorlauftemperaturen kleiner 40°C betrieben.
    Der Knaller ist, das sich diese Anlagen auch zur immer wichtiger werdenden Kühlung in den Sommermonaten nutzen lassen…die Abfallwärme landet dann im Speicher und heizt das Brauchwasser.
    Diese Anlagen haben mit den alten Öl oder Gaskesseln aus meiner Anfangszeit im Beruf soviel gemein, wie der Neandertaler mit dem heutigen modernen Menschen.
    Die beschriebene Technik ist energieeffizienet, alltagstauglich und erschwinglich.

    Die Zukunft in meinem Gewerbe liegt sicherlich in der Wasserstoff betriebenen Brennstoffzelle.
    Der Wasserstoff wird heute noch relativ aufwändig aus Erdgas und Öl gewonnen, der eigentlich geeignetere Grundstoff ist jedoch Wasser, genauer gesagt Salzwasser, da es leitfähiger als Süsswasser und zudem fast überall und beinahe unbegrenzt verfügbar ist
    Das Grundprinzip ist das Verfahren nach Hoffmann, also die Spaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff durch Einleitung von Gleichstrom.
    Dieses Verfahren kann im großen Stil an oder auf jedem Meer betrieben werden, für kleinere Einheiten und den sofortigen Verbrauch des Wasserstoffs kann man Speichertanks für Sole/Wasser oder Meerwasser in Häuser oder ins Erdreich bauen.
    Der Strom für die Elektrolyse wird von Fotovoltaikanlagen vor Ort produziert, für Großanlagen wären mobile Off-Shore Lösungen denkbar.
    Wasserstoff lässt sich heutzutage relativ problemlos in Metallhydrit-Speichertanks lagern und entweder in schon vorhandenen Brennwertgeräten wie Erdgas verbrennen, oder in einer Brennstoffzelle über die Knallgas-Reaktion in Wärme und Wasser umwandeln.
    Die Technologie ist derzeit noch in der Erprobung, Wasserstoff hat noch immer den Ruf extrem unsicher in der Handhabung zu sein und Öl und Gas sind einfach noch viel zu billig, um dieses Verfahren marktreif werden zu lassen, aber in diese Richtung wird es wohl gehen.

  25. #25 von Charlie am 24. April 2019 - 00:15

    Meine Güte, sind wir vom Thema abgekommen.

  26. #26 von Andreas P am 24. April 2019 - 00:31

    @Charlie: Ein Schulfach als Bekehreinrichtung für eine „Charakter“ und „Seele“ verbessernde Tätigkeit, wobei es seltsamerweise haufenweise Abstinente erzeugt – über die die Anhänger dann seltsame Thesen in die Welt setzen… – Och, zum Thema „Religion“ passt das schon, der Vergleich wäre doch noch nicht mal sonderlich originell… 🙂

  27. #27 von Marco Krieger am 24. April 2019 - 06:56

    Hier fehlt ein Text, den ich gestern Abend schrob.
    Vielleicht schaut mal einer der Admins, ob der mal wieder im Spam gelandet ist.
    Danke.

  28. #28 von deradmiral am 24. April 2019 - 09:26

    @Marco Krieger
    War vom System als Spam aussortiert. Warum, weiß ich nicht. Ich habe den Kommentar genehmigt:
    https://blasphemieblog2.wordpress.com/2019/04/22/was-hardcore-katholiken-ueber-greta-thunberg-und-klimawandel-denken/comment-page-1/#comment-297797

  29. #29 von Marco Krieger am 24. April 2019 - 10:13

    @deradmiral
    Danke Dir!
    Ist jetzt schon häufiger vorgekommen, ne Idee, woran es liegen könnte?

  30. #30 von Andreas P am 24. April 2019 - 15:35

    @Marco: Lag sicher an den Illuminaten. 😉

    Schwarz sehe ich übrigens nur bei jeder Art Zwang, insbesondere Zwangsbeglückung und Instrumentalisierungen – also (mit Kant) der Herabwürdigung von Menschen zu bloßen Zwecken Dritter. Mich stören Briefmarkensammler, Baha’i, Vogelbeobachter, Sternengucker, Stummfilmenthusiasten, Schachspieler, usw. … überhaupt nicht, weil sie nicht dazu neigen, anderen ihre Hobbys über Gebühr aufzunötigen oder dafür massiven Steuergeldeinsatz verlangen. Menschen, die sich in Feuerwehr, THW, aber auch Baugewerbe, Handwerk, Transportgewerbe, praktisch betätigen: Kein Einwand, ganz im Gegenteil. Landschaften und Städte erwandern oder er-radeln? Prima, man kriegt definitiv mehr mit als mit’m Auto oder der Bahn.

    Wer Sport treibt oder beguckt, hat’n Hobby – und mehr nicht (näheres bei Christopher Hitchens [http://www.newsweek.com/why-olympics-and-other-sports-cause-conflict-75043 ). Die Überhöhung von Sport zu einem elementaren Zentralpunkt der Gesellschaft hat im Westen zwar seit den Griechen Tradition (und der Spott darüber auch) und dürfte im Amerika der Gegenwart am stärksten ausgeprägt sein – aber in beiden Fällen kann man sich auch prima die Nebenwirkungen ansehen . Und hier vor Ort? Eine Gesellschaft, die Studienzulassungen nur an die vergibt, die brav 12-13 Jahre Bälle über Schnüre werfen und möglichst fix im Kreis herumrennen; dagegen Programmieren, elementare handwerkliche Fertigkeiten (von Nägel-Einschlagen über Nähen bis technischem Zeichnen), Philosophiegrundkenntnisse, … allesamt für Nebbich hält, hat einfach einen an der Klatsche.

    (———)

    @Heizungen: Das Problem an lokalen Lösungen ist, dass sie nicht schnell wieder umzustellen sind, wenn sich Probleme anmelden oder Durchbrüche passieren. Für Heizungen und Warmwasser kann man die Effizienzgewinne kaum von der Hand weisen – und hej, wenn sich’s für alle rechnet, insbesondere in CO2-Ersparnis pro Euro (… hier kriegt man ja sogar Geld raus, oder?), prima. Marco, Deine Zahlen sprechen da für sich, denke ich.

    Und, ja, ich hielt die Liste deshalb so umfassend, weil ich bei allen Sachen Vor- und Nachteile sehe – und ziemlich skeptisch bin, was Skalierungseffekte betrifft. Gezeitenkraftwerke etwa fehlen, weil die präzise vor allem da wirklich was bringen, wo sie extrem wichtige Biotope stören – eben wo der Gezeitenhub groß ist. Kernfusion ist zweifelsohne die Technologie der Zukunft, und das mittlerweile schon seit 70 Jahren, und das wird sie aufs erste auch bleiben. Kalte Fusion, Nullpunkt- und Vakuumenergie spielen gewichtige Rollen nur in der Aluhut- und Reichsflugscheibenproduktion (muss man wissen!).

    Windkraft steht einer DLR-Studie zufolge im ernsten Verdacht, einen signifikanten negativen Einfluss auf die Insektenpopulation zu haben (die anscheinend auch noch von modernen LEDs irritiert wird, die sie für Tageslicht halten). Insekten sollten in der Windanlagenhöhe eigentlich nicht groß sein, stellt sich nun aber raus: Ist wohl nicht so.

    (——–)

    @Pufferspeicherkonzepte und Wärmepumpen: Das klingt hochinteressant.
    Wo kann man da mehr & Fundiertes erfahren? (Mehr als aus’m Wärmekatalog, weniger als ein Komplettstudium Wärmeanlagen-Ingenieurwissenschaften) Insbesondere Modellrechnungen für, sagen wir, öffentliche Gebäude oder größere Mehrparteienhäuser?

    @Brennstoffzelle: Klingt langfristig aussichtsreich – wobei Photovoltaik in unseren Breiten generell nicht unbedingt eine so riesig tolle Bilanz über die Gesamtlebensdauer hat. Gibt’s für die Energiebilanz belastbare Betrachtungen, etwa für den Fall, dass man in – sagen wir beispielsweise – einer NRW-Mittelgebirgsregion in mäßiger Lage ein Haus mit Photovoltaik & Brennstoffzellen heizt & kühlt, Warmwasser eingeschlossen?

    Wie schätzt Du den tatsächlichen Nutzen von IR-reflektierenden Innen- und Außenanstrichen ein? [https://baufuesick.wordpress.com/2017/05/08/das-rad-wird-neu-erfunden-waermereflektierende-beschichtungen/ (Die Physik dahinter ist mir klar, es geht mir um eine Abschätzung tatsächlicher Einsparmöglichkeiten, u. a. in unseren Breiten.)

  31. #31 von Marco Krieger am 25. April 2019 - 08:54

    @andreas p

    Ok, Substanz vor Geschwindigkeit!
    Ich muss mich zu ein, zwei Punkten aus Deinem letzten Post erst schlau machen, bevor ich da etwas zu absondere.
    Ich denke das wird am Samstag passieren.
    Bis dahin.

  32. #32 von Andreas P am 25. April 2019 - 09:13

    Schon mal: Danke!

  33. #33 von Marco Krieger am 8. Mai 2019 - 19:46

    Entschuldige bitte die späte Rückmeldung, ich hatte ein paar interessante Problem mit meinem Rechner und dem zugehörigen Internet.

    „@Pufferspeicherkonzepte und Wärmepumpen: Das klingt hochinteressant.
    Wo kann man da mehr & Fundiertes erfahren? (Mehr als aus’m Wärmekatalog, weniger als ein Komplettstudium Wärmeanlagen-Ingenieurwissenschaften) Insbesondere Modellrechnungen für, sagen wir, öffentliche Gebäude oder größere Mehrparteienhäuser?“

    Hier ein Link zu einer PDF zum Thema. [https://www.pr-grosse.de/images/pressedata/broschueren/HEA-Prospekt-Gro%C3%9Fwaermepumpe-2011.pdf]
    Generell lässt sich zu Wärmepumpen und Pufferspeichern bei jedem namenhaften Hersteller von Heizungsbedarf eine breite Palette von ausgereifter Technik finden.
    Vorreiter sind auf dem Markt die Firmen Viessmann und Hoval, aber auch die schwedische Gruppe Enertech hat auf dem Marktsegment Geräte und Projekt bezogene Lösungen für fast jede Grössenordnung. Also vom Einfamilienhäuschen bis zum Internationalen Flughafen.

    „@Heizungen: Das Problem an lokalen Lösungen ist, dass sie nicht schnell wieder umzustellen sind, wenn sich Probleme anmelden oder Durchbrüche passieren.“

    Das schöne an lokalen Lösungen, wie ich sie beschrieben habe ist, das die verbaute Technik upgratefähig und modular aufgebaut ist.
    Wir haben beispielsweise Anlagen, die mit einem Pufferspeicher mit ca. 1m³ Wasservolumen und einer sogenannten Frischwasserstation ausgestattet sind.
    Die Wärmeleistung wird durch ein Brennwertgerät, einer Solaranlage oder einem Holzvergaser-Ofen erbracht.
    Das Bild, was wir heute in den Anlagen haben zeigt viele Einzelkomponenten, die bei Bedarf erneuert oder gegen andere Technologie ausgetauscht werden kann, ohne gleich die Gesamtanlage zu verwerfen.
    Der klassische Ölkessel mit untergebautem oder integriertem Warmwasserspeicher ist mittlerweile Geschichte.
    Selbst wenn wir die Kernfusion für den Hausgebrauch morgen marktreif hätten, lässt sich diese Technik als Wärmequelle einbinden und mit dem bestehenden System nutzen.
    Wie ich schon sagte, warten wir in der Branche auf die ersten „echten“ Brennstoffzellen, also die Wasserstoff-Sauerstoff Reaktion mit den Reduktionsergebnissen Wasser und Wärme-Energie. Die Einbindung in heutige Anlagen erfolgt über die Hydraulik, sprich dem Wärmeträgerkreislauf vom Wärmeerzeuger hin zum Abnehmer oder bei Überschußproduktion in die Speicherzellen.

    „@Brennstoffzelle: Klingt langfristig aussichtsreich – wobei Photovoltaik in unseren Breiten generell nicht unbedingt eine so riesig tolle Bilanz über die Gesamtlebensdauer hat. Gibt’s für die Energiebilanz belastbare Betrachtungen, etwa für den Fall, dass man in – sagen wir beispielsweise – einer NRW-Mittelgebirgsregion in mäßiger Lage ein Haus mit Photovoltaik & Brennstoffzellen heizt & kühlt, Warmwasser eingeschlossen?“

    Wir bauen gerade für einen Architekten ein Niedrigenergiehaus mit Wärmepumpe und Pufferspeicher.
    Das Haus bekommt eine Fußbodenheizung und wird über diese im Sommer auch gekühlt.
    Photovoltaik ist für mich als Heizungsbauer nicht wirklich relevant, die Kollektoren werden mit Wechselrichtern verbunden und diese speisen dann den Strom ins Hausnetz.
    Da hier von den Stadtwerken Energieversorgern zwei Zähler verbaut werden und es sich dabei um einen Eingriff in die Stromversorgung handelt, ist ein Meistertitel und eine Konzession für das Elektro-Handwerk erforderlich.
    Die Solaranlage, die wir demnächst aufs Dach bauen, wird zur Entlastung und Grundbeheizung des Puffers verwandt, da wir selbst bei wenig direkter Sonne immer noch Temperaturen um die 30-35°c vom Dach bekommen.
    Hier gibt es interessante Neuerungen. Mehrere Hersteller verbauen motorisierte, automatisch arbeitende Blenden und Jalousien an ihre Kollektoren, so dass sie regelbar und vor Überlastung, aber auch vor Hagelschlag geschützt werden.
    Für Grossanlagen in der Photovoltaik gibt es seit ein paar Jahren Hybrid-Kollektoren, also die Silicium-Selen Module in Kombination mit einem klassischen Solar-Thermie Kollektor.
    Der normale Photovoltaik-Kollektor entwickelt bei starker Erwärmung und Oberflächentemperaturen >80°c Leistungseinbußen, hier springt der Solar-Thermie Kollektor als Kühlung ein, führt die überschüssige Wärme ab.

    Für das gesamte Bundesgebiet gibt es online sogenannte Sonnenscheindauer-Karten, anhand man die Nutzbarkeit von Solar-Thermie für ein Projekt in Watt/anno und m² rechnen kann.
    Hierbei stehen Wetterdaten der letzten 30 Jahre zur Verfügung, es wir aber auch Beschattung von Vegetation, Bergen oder Gebäuden berücksichtigt.
    Man kann also schon sehr weit im voraus die Kosten-Nutzen Rechnung anstellen.

    „Wie schätzt Du den tatsächlichen Nutzen von IR-reflektierenden Innen- und Außenanstrichen ein? [https://baufuesick.wordpress.com/2017/05/08/das-rad-wird-neu-erfunden-waermereflektierende-beschichtungen/ (Die Physik dahinter ist mir klar, es geht mir um eine Abschätzung tatsächlicher Einsparmöglichkeiten, u. a. in unseren Breiten.)“

    Derzeit ist das Thema IR-reflektierenden Innen- und Außenanstrichen noch nicht bis in die Praxis vorgedrungen. Was nicht zuletzt dank des letzten Sommers dagegen Thema ist, sind Verglasungen mit IR-Schutz.
    Hier ist die Nachfrage derzeit größer als die Lieferkapazitäten. Hatte heute zufällig noch mit einem Fensterbauer genau über das Thema gesprochen.
    Zum Thema Isolieranstriche habe ich nach kurzer Suche die Firma SICC gefunden, die das Produkt Thermo-Shield herstellt und vertreibt.
    Hier wird der Aussen-oder Inneranstrichfarbe ein künstliches keramikartiges Granulat beigegeben, das je nach Zusammensetzung IR-Strahlung blockt, Wärme ableitet und Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt, was zu einem klimatisierenden Effekt führt.
    Aber wie schon gesagt, noch nie wirklich im Einsatz gesehen.

    Das Thema Heizung, Lüftung und Sanitär ist wirklich sehr vielfältig und man könnte noch Seiten schreiben, ohne die Sache in der vollen Tiefe zu beleuchten.
    Falls Du konkret etwas wissen möchtest, kann ich Dir gerne ein paar Unterlagen zukommen lassen. Schreib einfach eine Mail an marcokrieger2@gmx.de

  34. #34 von Marco Krieger am 8. Mai 2019 - 19:50

    Hallo Admin, ich habe gerade einen längeren Text mit einem in Klammern gesetzten Link und meiner Mailadresse eingestellt.
    Ich hoffe das Ding liegt nicht wieder im Spam-Ordner.
    Danke für Eure Mühe!

  35. #35 von Andreas P am 12. Mai 2019 - 14:50

    Heißen Dank, ich komme gerne noch mal drauf zurück!