Missbrauch: Das kann nicht von Gott kommen

Angesichts der Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche rückt auch die sexuelle Gewalt an Nonnen in den Fokus. Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, traf ein Opfer und äußert sich bemerkenswert offen.

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[https://www.nzz.ch/international/kardinal-christoph-schoenborn-aeussert-sich-zu-missbrauchsskandalen-ld.1458977

 

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  1. #1 von Andreas P am 12. Februar 2019 - 10:22

    Dochdoch, genau wie Roboter gehört auch das zu „Gottes Schöpfung“. Und die Bibel ist voll von Übergriffen, auch auf Töchter, aber speziell auch auf Söhne, das ganze NT ist voll davon.

  2. #2 von paul0f am 12. Februar 2019 - 10:32

    Wenn nach der religiotischen (un-)Logik die Fantasiegestalt „Gott“ alles geschaffen hat, dann gehen letztlich auch diese Taten auf das Konto dieses sog. „Gott“.

    Aber die Wahrheit liegt viel näher: Es gibt keine Götter und die Verbrecher sind Menschen, die ihre Machtposition schamlos ausnutzen.

  3. #3 von Charlie am 12. Februar 2019 - 10:58

    Nichts kommt von Gott, nicht nur, was einem nicht passt.

  4. #4 von Elvenpath am 12. Februar 2019 - 12:59

    „Das könne nicht von Gott kommen, sagt die heute 35-jährige Theologin Doris Wagner“

    Dann soll sie mal ihre Bibel lesen! „Gott“ hat den Menschen sündig geschaffen. Nur so mal als Info.

  5. #5 von ptie am 12. Februar 2019 - 13:31

    „Das könne nicht von Gott kommen, sagt die heute 35-jährige Theologin Doris Wagner“
    Wie lautet das Kriterium, um zu entscheiden, ob es von Gott kommen könne?

  6. #6 von awmrkl am 12. Februar 2019 - 14:34

    „Das könne nicht von Gott kommen“
    Mich würde mal interessieren, was sie meint, woher ihrer Überzeugung nach denn sonst!?
    Ah ja, bestimmt die Generalausrede, der Teufel!!
    Oder doch eher „seine Wege sind unergründlich“?
    Und schon wieder tief in der Theodizee …

  7. #7 von Noncredist am 12. Februar 2019 - 16:42

    Das könne nicht von Gott kommen, sagt die heute 35-jährige Theologin (..)

    Ein wunderschönes Beispiel für einen falschen Schotten 😀
    Was nicht sein darf, darf nicht sein. Denn der „liebe Gott“, der nachlesbar keine Scheu hatte, Menschenblut fließen zu lassen, soll in der eigenen gebastelten Welt nicht zu so etwas fähig sein. Da macht man sich die Götterwelt, wie sie einem nunmal gefällt 😀

    Wagner schildert darin, dass sie zunächst selbst schwieg – aus Angst, der Kirche Schaden zuzufügen.

    Anscheinend ein von der Kirche allzugern gesehener Schutzreflex 😉 Dabei sollte es für die Besitzerin der absoluten Moral, der Erfinderin der Toleranz und der Internationalität und Dienerin der wahren Liebe Gottes ™ nun überhaupt kein Problem sein, die zuständige misshandelnde Person ausfindig machen zu können und sie gemäß des himmlisch überlieferten Strafmaßes ausreichend zu bestrafen. Jesus schlug z.Bsp. laut Lukasev. einen Mühlstein und einen Fluß vor. Die Schwerkraft erledigt den Rest 😉

    Als sie nach dem Verlassen des Ordens über die Geschehnisse zu sprechen begann, erfuhr sie Zurückweisung. Ein Strafverfahren gegen die mutmasslichen Täter wurde eingestellt.

    Kann man ausschließen, dass die Zurückweisung wie auch die Einstellung des Strafverfahrens eine von Gott gewollte Sache war? Womöglich war es sogar „toll“ und „hervorragend“ für Gott und seinen Plan, dass sie so unsagbar lange gelitten hat und gar an Selbstmord dachte. Dann jedoch wäre es eine Handlung gewesen, die – so wie jegliche Schöpfung, Wissenschaft, Handyspiel und Pornoheft – auch eine Schöpfung von Gott war und somit von Gott kommen muss. Zumindest wenn man gewissen theologisch argumentierenden Phrasendreschern glauben mag 🙂

    Es ist so ein Ding, mit der Gottheit. Mal ist es „offensichtlich“, dass Gott dahinter steckt. Und mal kann man es sich nicht erklären, weshalb der eine „Hü“ sagt und Gott alles zuspricht, die andere Person jedoch mit einem „Hott“ dagegen steht und klar wissen will, dass sowas nicht sein kann. Das Problem ließe sich schlagartig lösen, wenn man „Gott“ als eine eigens ausgedachte fiktionale Person bezeichnet. Fehlerhafte Menschen bringen nunmal auch fehlerhafte Gedanken zustande.

    Schönborn berichtet sogar von einem Übergriff, den er selbst in jungen Jahren erlebt hatte, als ein von ihm hochgeschätzter Priester ihn aufforderte, ihn auf den Mund zu küssen.

    Was mich auch damals verwunderte: Wenn ein „hochgeschätzter Priester“ hemmungslos eine weitere Person – ohne um vorher um Erlaubnis zu bitten – zu solchen Handlungen auffordert, kommt mir das Millieu des Priesters (also die Kirche) ziemlich freizügig vor 🙂

    (..) worauf Schönborn dieses Machtungleichgewicht als eine «Uralt-Sünde» und als Wurzel des Missbrauchs bezeichnet.

    … und deshalb dies auch im Laufe der Kirchengeschichte niemals erkannt und korrigiert wurde. Weshalb auch? Man ist ja nur im Besitz der Besten Aller Wahrheiten ™ 🙂

    Die Frage der Frau in der Kirche werde sich in einem neuen Licht stellen.

    Da hat die Kirche nochmal Glück gehabt. Solange man nicht die „weiblichen Schadensfälle“ mit Satanskot entschädigen muss, geht’s ja 🙂

    (..) hat Papst Franziskus die sexuelle Gewalt an Nonnen nun erstmals angesprochen. Er wisse, dass Priester und auch Bischöfe das getan hätten, und er glaube, es werde immer noch getan, so der Pontifex. Es müsse mehr gegen das Problem unternommen werden.

    Warum so zögerlich? Die PERFEKTE Form der Weltverbesserung hat man doch im Christentum regelrecht patentiert: das Gebet.
    Wäre es nicht wunderbar, wenn der Pontifex, Frau Wagner und viele viele Bischöfe, Kardinäle usw. die Hände falten, dem Gott um Hilfe bitten und dann über Nacht die amputierten Arme nachwa… ähm … sämtliche Täter – und zwar ALLE – ihr Amt niederlegen, sich zur Schuld bekennen und zur Selbstanzeige greifen würden? Wenn man schon an heulende Madonnenstatuen, sich verflüssigendes „Blut“ und ab und zu ’ne Spontanheilung dank Himmelreich und Schutzheiligen glaubt, weshalb sollte man nicht an solche „Wunder“ glauben und dafür beten? Sollte helfen. Oder traut man dem Himmelreich und der göttlichen Liebe nicht sowas zu… 🙂

  8. #8 von oheinfussel am 12. Februar 2019 - 18:43

    Als Betroffene, die, vergleich zu anderen Überlebenden, wenigstens ein kleines bisschen Gerechtigkeit erfuhr(wenngleich in einen völlig unverhältnismäßigen Ausmaß zu dem Leid, welches ich seit Jahren mit mir herumschleppe und versuche zu therapieren, damit das nicht mein ganzes Leben weiterhin unter Kontrolle hat), fühle ich mich doch direkt besser zu wissen, dass das nicht von Gott kam. Ehrlich, das hilft doch ungemein, dass ein allmächtiges, allwissendes und gütiges Wesen nicht eingreifen zu gedachte – und mich innerhalb von 7 Jahren etwa 370 Mal vergewaltigen ließ.

    Wie gut, dass ich an keinen Gott glaube, ansonsten müsste ich so viele Knoten in mein Hirn machen, da ist das gordische Garnknäuel gar nichts gegen…

  9. #9 von Willie am 12. Februar 2019 - 20:50

    „Das könne nicht von Gott kommen, sagt die heute 35-jährige Theologin Doris Wagner“

    Immerhin hat er nach theologischer Vorstellung dabei zugesehen und nichts unternommen. Ok, wenn, dann wohl her was an seinem eigen Geistkörper.

  10. #10 von Elvenpath am 12. Februar 2019 - 22:29

    @oheinfussel Gewalt in der Partnerschaft?

  11. #11 von oheinfussel am 13. Februar 2019 - 08:09

    @Elvenpath

    Nein, im deutschen Strafrecht fällt das unter sexuellen/schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes. Da man ja bis 14 als Kind gilt und ich danach ja nicht mehr gezwungen wurde(werden musste, würde ich eher mal sagen – im ernst – wo soll da bitte die Freiwilligkeit nach 7 Jahren wöchentlichen Übergriffe?) konnten aber halt nur die Fälle aus den ersten 7 Jahren verhandelt werden. Theoretisch gilt das nach 14 bei mir aufgrund der Umstände als freiwillig fortgesetzte Beziehung (das ist so dermaßen zynisch, dass kannste dir nicht ausdenken) bis über das 18 Lebensjahr hinaus. Praktisch gesehen war es fortgeführte sexualisierte Gewalt einer psychisch und emotional Misshandelten, die so an Übergriffe, Grenzverletzungen und Manipulationen gewöhnt war, dass sie sich nicht selber befreien konnte. Schlimmer noch – für die es normal war.

    Tja. Das ist jetzt das 4. Jahr von Verhandlungen, und ein Ende ist dieses Jahr auch nicht in Sicht. Ist ja nicht so, als bräuchte ich meine Energie nicht noch für was Anderes außer Gerichtsverfahren.

    Tschuldigung, dass ich mich so auslasse.

  12. #12 von Marco Krieger am 13. Februar 2019 - 16:25

    @oheinfussel

    Kein Grund, sich zu entschuldigen.
    Diese Vorkommnisse müssen laut und vernehmlich ausgesprochen werden.
    Wenn Du versuchst, das in Dir zu begraben, gehst Du daran kaputt.