Marx vs. Friedman: Evolution und Auschwitz

„Glauben!“ war das Thema einer Debatte zwischen Reinhard Kardinal Marx und Moderator Michel Friedman. Der streitbare Pubizist hetzte den Katholiken im öffentlichen Gespräch durch nahezu alle kritischen Themen der Kirchengeschichte und Theologie – von der Evolution über Ausschwitz bis hin zum Missbrauch. Marx ließ sich davon nur einmal aus der Ruhe bringen.

(…)

Dabei werden die Themen ab diesem Punkt erst richtig heikel. Friedman wirft der Kirche vor, nicht genug getan zu haben, um Missbrauch durch Geistliche aufzuklären. Marx seinerseits insistiert, jeder bekannte Fall in Deutschland sei an die Staatsanwälte übergeben worden. Friedman unterstellt, Christen könnten nicht an die Schöpfung und die Evolution zugleich glauben, Marx entgegnet, die Bibel sei an dieser Stelle nicht wörtlich zu verstehen. Es gebe die Evolution „offensichtlich“. Als der Moderator dem Erzbischof entgegenwirft: „Nicht naiv werden“, lacht das Publikum. Naiv war tatsächlich mehr die Frage denn die Antwort. Und Marx legt nach: Es gehe nicht darum, wie Gott den Menschen geschaffen habe. Heute sei wichtig, „was der Mensch ist“. Denn daraus leite sich die Menschenwürde ab.

War Gott in Ausschwitz? Diese Frage kann kaum fehlen bei einem Gespräch zwischen einem Juden und einem deutschen Katholiken. Tatsächlich ist sie an diesem Abend eine Zäsur. Das Miteinander auf der Bühne wird ruhiger, nachdenklicher, Marx darf sprechen, das Publikum durchatmen. „Ich habe keine Antwort auf die Frage, warum ist das Leid da“, sagt Marx. Aber er glaube an einen Gott, der sich mit dem Leid identifiziert.

weiterlesen:

[https://www.pro-medienmagazin.de/kultur/veranstaltungen/2019/01/11/man-kann-mit-religion-schon-viel-unsinn-machen/

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  1. #1 von Charlie am 12. Januar 2019 - 11:16

    Aber er glaube an einen Gott, der sich mit dem Leid identifiziert.

    Und der Feuerwehrmann identifiziert sich mit dem Feuer, dann muss er es auch nicht mehr löschen.

    PS: Dreimal habt ihr von pro medienmagazin Auschwitz falsch geschrieben!!!!!

  2. #2 von manglaubtesnicht am 12. Januar 2019 - 12:36

    „Marx seinerseits insistiert, jeder bekannte Fall in Deutschland sei an die Staatsanwälte übergeben worden.“

    Das ist eine glatte Lüge. Repräsentanten der Kirche haben, laut Studie, nur in 122 Fällen die Behörden eingeschaltet, das betrifft also 7,3 Prozent der Fälle.

  3. #3 von Andreas P am 12. Januar 2019 - 13:12

    Es gebe die Evolution „offensichtlich“. […] Und Marx legt nach: Es gehe nicht darum, wie Gott den Menschen geschaffen habe.

    Und schon hat er den theologischen Spagat absolviert: Verbalbekenntnis zur Evolution, aber letztlich Kreationist. Es gehört zu den bemerkenswertesten Eigenheiten von Gläubigen, dass dieser offene Widerspruch von den meisten nicht gesehen wird. Gut, es ist kein völlig trivialer Umstand, aber entweder der Mensch wurde gezielt, mit Absicht in die Welt gebracht (das sagt Marx – also der mit den Engeln, nicht der mit Engels verbündete), oder er ist zufällig in die Welt gekommen (das ist die Evolution).

  4. #4 von Rene am 12. Januar 2019 - 13:21

    Was mich wirklich stört, ist das „!“ im Titel. Könnt Ihr knicken, Mädls. Der Rest ist uninteressant, da bekannt.

  5. #5 von Willie am 12. Januar 2019 - 20:36

    Marx entgegnet, die Bibel sei an dieser Stelle nicht wörtlich zu verstehen.

    Das sollte für die Christen, 500 Jahre nach der (Wieder-)Erfindung des Buchdruck, doch einfach zu regeln sein. Einfach diese Bibelstellen mit Kommentaren versehen, die nicht wörtlich zu vertsehen sind. Ok, anders herum wäre es einfache. 😆

  6. #6 von klafuenf am 14. Januar 2019 - 09:24

    »Jetzt ist mir auch klar warum Deutschland nach Regierungsangaben derzeit so gut dasteht – es werden nur noch Zahlen veröffentlicht die niemanden weh tun!« ich will auch mal mein Gehalt für Verbalipsation erhalten statt ernsthaft etwas tun zu müssen.

  7. #7 von Unechter Pole am 14. Januar 2019 - 22:57

    Immerhin ist mir ein Paolopinkel lieber als ein Kinderfickerversteher.