Christliche Schulgegner scheitern mit Beschwerde gegen Deutschland

Vehemente Schulgegner aus Hessen haben vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eine Niederlage erlitten. Das Straßburger Gericht sieht die Rechte der christlichen Familie durch die kurzzeitige Unterbringung ihrer Kinder im Heim nicht verletzt, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil hervorgeht (Beschwerdenummer 18925/15).

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[https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/gesellschaft/2019/01/11/christliche-schulgegner-scheitern-mit-beschwerde-gegen-deutschland/

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  1. #1 von Charlie am 11. Januar 2019 - 11:27

    Das ist nur eine Prüfung Gottes.

  2. #2 von Skydaddy am 11. Januar 2019 - 14:54

    So fühlt es sich an, wenn man vor dem höchsten Richter steht!

  3. #3 von Rene am 11. Januar 2019 - 16:18

    Auf das eine oder andere Gericht kann man sich doch noch verlassen.

  4. #4 von Elvenpath am 11. Januar 2019 - 18:40

    Schulverweigerer haben nur eines im Sinn: Ihre Kinder mit irgend einem Dreck zu indoktrinieren. Die Kindern zu Abziehbilder von sich selbst zu machen. Sie wollen nicht, dass ihre Kinder sich frei entscheiden können. Und da stört eine objektive Weltsicht, wie sie in der Schule vermittelt wird, ganz massiv.

  5. #5 von Unechter Pole am 11. Januar 2019 - 18:49

    @Elvenpath
    „Nichtabziehbildernsammeln ist das neue Abziehbildernsammeln!“

  6. #6 von Andreas P am 12. Januar 2019 - 00:34

    Vom Regen in die Traufe: Religiöse Indoktrination ist in Deutschlands Schulen landstrichweise flächendeckend vorgesehen – die „Alternativen“ zum Religionsunterricht sind oft bis in die Formulierungen identisch zur Kirchendauersendung, vom Personal ganz zu schweigen. Im Sportunterricht werden Verletzungen – auch dauerhafte und schwerwiegende – letztlich billigend mit in Kauf genommen, in den Lehrplänen bei vielen anderen Fächern ist die Manipulation – korrekte „Einstellungen“ werden als „Kompetenzen“ verkauft – gang und gäbe. Begabtere Schüler verbringen einen Großteil der Zeit mit Warterei auf die „Armen im Geiste“.

    Von daher macht eine Unterrichtspflicht wie in Österreich statt einer Schulpflicht mehr Sinn – so doll sind die staatlichen Schulen einfach nicht. Problematisch sind die Eltern, die das, was in den öffentlichen Schulen schon ideologisch bedingt ist und nichts mit Bildung zu tun hat, noch weiter steigern wollen und noch mehr übertreiben.

    Die lassen sich aber letztlich rausfiltern: „Problematischer“ aus Staatssicht wäre, wenn Kids, die einfach tatsächlich in kleiner Runde oder einzeln beschult werden, am Ende besser und geistig fitter sind als die, die die Segnungen staatlicher Schulen erfahren haben. In Sachen Rechtschreibung wie Einmaleins haben viele Bundesländer die Beschulung eh effektiv schon wieder ins Elternhaus ausgelagert, da kann man dann auch gleich die Abgammelei im „inklusiven“ „Schraim nak Gehöa“-Unterricht bleiben lassen.

    Fälle wie der Philosoph Bertrand Russell zeigen, dass Einzelunterricht durchaus zu weit größerer Bildung, mehr sozialem Engagement, besser ausgerä

  7. #7 von Andreas P am 12. Januar 2019 - 00:36

    … gtem Sinn für das Richtige und Gute und vielem mehr eingeht als ein Schulunterricht, der viel zu oft immer noch auf die Erzeugung treudoofer Untertanen optimiert ist und gerade mit wacheren Geistern bestenfalls nichts anzufangen weiß.

  8. #8 von Marco Krieger am 12. Januar 2019 - 06:53

    @Andreas P

    Interessant, an welcher Schule hast Du diese Erfahrungen gemacht?
    Ich bin Baujahr 66 und Schüler einer der ersten Gesamtschulen in NRW.
    Ethik hatten wir nicht, aber im Reli-Untericht war immer Diskussion angesagt.
    Manchmal denke ich, das dieser Untericht den Grundstein gelegt hat für meine Einstellung zu Religion und mich gelehrt hat Argumente zu formulieren, zu diskutieren.
    Was mich ein bisschen stört ist die Nummer mit den Hochbegabten und den geistig Armen.
    Wenn jemand eine schnellere Auffassungsgabe hat, stehen in den meisten Schulformen neben den Grundkursen die Erweiterungskurse zur Verfügung, die dann in der Regel auch den Part bilden, die auf Gesamt, Gymnasial-und Realschulen das Abitur macht, oder einen vergleichbaren Abschluß.
    Wenn sich ein Kind so weit über dem Niveau seiner Mitschüler bewegt, das es sich langweilt, steht es ihm frei, im Absprache mit den Lehrern und Eltern, eine oder mehrere Klassen zu überspringen, oder den Schulverband nur für ein bestimmtes Fach zu verlassen.
    War bei meiner Tochter so, in Mathe musste sie wegen einer leichten Diskalkulie Untericht nachholen und war in Deutsch eine Klasse weiter.
    Was nötig war und immer noch ist, sind Lehrer und Eltern, die zusammen mit dem Kind nach gangbaren Lösungen suchen und sich an dem Werdegang des Kindes aktiv beteiligen.
    Das Resultat bei meiner Tochter ist ein Studium auf Lehramt mit dem wahrscheinlichen Endziel Sonderpädagogik.
    Was ich als Elternbeirat oft beobachtet habe ist, das Eltern sich zu Anfang stark einbringen, aber dann das Durchhaltevermögen fehlt.
    Das Projekt Kind in Schule dauert und ist mit Höhen und Tiefen versehen.
    Home schooling finde ich problematisch, kann gelingen, wenn eine gute Anbindung an eine Lehranstalt gegeben ist, die überwachend tätig ist.
    Im Normalfall ist die Schule mit Klassenkameraden ein geeigneter Weg um Kinder auf das spätere Arbeitsleben vorzubereiten.
    Dort findet später auch kein Home Working statt, weil ich mit anderen Menschen und ihrer Minderleistung nicht klar komme.

  9. #9 von Andreas P am 12. Januar 2019 - 12:23

    Mit NRWs Schulen bin ich ein wenig vertraut – und auch mit dem Umstand, dass Schulen auch innerhalb eines Bundeslandes oder einer Stadt deutlich variieren können.

    NRW hatte in den Nullerjahren in der Begabtenförderung das „Drehtürmodell“ eingeführt, bei dem begabte Schüler tatsächlich den Unterricht phasenweise (= einzelne Stunden in einzelnen Fächern jede Woche etwa) verlassen durften, um Angebote wie etwa ein Frühstudium anzunehmen. Die Abbrecherquoten waren mit – aus dem Gedächtnis – über 90% auffallend hoch, deutlich höher als in anderen Ländern. Als häufigster Grund für Abbrüche wurde bezeichnenderweise Mobbing genannt – durch Lehrkräfte.

    Klar, ca. seit 2000 hat sich ein bisschen was getan, Überspringen von Klassen ist einfacher und häufiger geworden (aber immer noch ziemlich selten, es gibt ein paar mehr Leuchtturmprojekte… und das ist es dann auch. Unterforderung ist kein seltener Einzelfall, sondern trifft auf etwa ein Zehntel eines Jahrgangs zu – in unterschiedlichem, teils gravierendem Maße. Mit der (völlig realitätsfernen) Ausrede, „später im Leben“ müssten sie ja auch mit „Nicht-so-Begabten“ klarkommen, wird diesen Kindern eine ihren Begabungen entsprechende Bildung teils passiv, teils recht aktiv (s. o.) verwehrt. In den Fächern, in denen eine rasche Auffassungsgabe am deutlichsten zu Tage tritt, etwa in Mathematik, bedeutet das teils über 90% Leerlauf und verplemperte Zeit – nicht phasenweise, sondern über Jahre hinweg. (In Kunst etwa ist der Unterschied weniger augenfällig, weil ein begabter Künstler nicht unbedingt viel schneller ist und meist ohnehin jeder parallel im eigenen Tempo sein Bild anfertigt; es zudem kein routineeinübendes „Päckchenmalen“ gibt.)

    Ein blindes Kind bekommt selbstverständlich Hilfsmittel wie Braille-Schrift, Stock, etc. vermittelt, eben um sich in einer Welt der Sehenden zurechtzufinden und sich produktiv, selbstbestimmt einzubringen zu können. Klar hilft es, von den Erfahrungen anderer Blinder zu profitieren. Das gilt für so ziemlich jede Behinderung, jede Einschränkung, und wo Förderschulen (etc.) etwas taugen, werden sie so weit wie möglich Kompensationsstrategien für Defizite vermitteln und Stärken fördern.

    Nur bei intellektuellen Begabten dagegen wird eine aktive, gezielte Förderung von Stärken regelmäßig mit dem Argument abgebügelt, es gäbe ja schon ganz leicht anspruchsvollere Kurse, und ansonsten sei das wichtigste das Vermeiden von vermeintlichen „sozialen Defiziten“. Das ist nicht besser, als allen Kindern in der Schule von morgens bis abends die Augen zu verbinden, damit sie in einer Welt klarkommen, in der es auch Blinde gibt…

    Dass die deutschen Gesamtschulen trotz – je nach Bundesland recht massiv – besserer Ausstattung an Personal und Material keine überragenden Ergebnisse bringen, hat sich ja eigentlich herumgesprochen: Zum einen belegen das Studien wie PISA – Gesamtschulen haben kaum Schüler, die in einer der drei Kategorien die höchsten „literacy“-Niveaus erreichen (soweit es dort also besonders Begabte gibt, werden sie bis Klasse 9/10 also nicht in signifikanten Mengen gefördert). Zudem die Erfahrungen der Hochschulen: Trotz Zentralabitur und Lehrplanangleichungen sind Gesamtschul-Abiturienten erheblich schlechter aufs Studium vorbereitet und brechen weit häufiger ab – vergleichbar mit Gymnasiasten, deren Abi-Schnitt eine Note schlechter ist. Wie es ums „Soziale“ bestellt ist – nun ja: Für NRW und die 1990er gibt es flächendeckende Langzeitstudien, die ich zufällig noch im Gedächtnis habe. Die Kriminalität wie Diebstähle oder Drogenmissbrauch nahmen sich an weiterführenden Schulen verschiedener Formen nicht viel – mit einer Ausnahme: Die Gewaltkriminalität liegt an Gymnasien um einen Faktor 10 niedriger.

  10. #10 von Andreas P am 12. Januar 2019 - 13:06

    @Religion: Meine Erfahrungen sind da andere, und der Wechsel zu Ethik hatte seinerzeit wegen eines Lehrers sehr viel gebracht. Später übernahm dann ein nicht einschlägig vorgebildeter Nachfolger das Fach. Ironischerweise war der erste kein Atheist, aber ließ das außen vor, der zweite zumindest im Unterricht Apatheist. Weil das Fach nicht wirklich groß ernstgenommen wird, haben Lehrer dort oft faktisch viel Freiheit – aber Lehrplan, Bücher usw. sind selten kritisch und meist ausgesprochen religionsfreudig.

    Ein kursorischer Rundblick durch Ethik-Lehrwerke macht deutlich, dass etwa religiöse Fantastereien wie das Schöpfungsmärchen und wissenschaftliche Erklärungen bestenfalls als gleichwertig nebeneinander gestellt werden – als eben eine andere Form von Glauben und Meinen. Religiösität ist der unhinterfragte, selbstverständliche Normalfall, Atheismus wird als Abweichung und rechtfertigungsbedürftig hingestellt. Der Begriff des „Sozialen“ wird nicht hinterfragt (warum sind kirchliche Jugendtreffs und Seniorencafes soziale Einrichtungen, Diskos und Kneipen aber nicht?), sondern die Rolle der Kirchen und engagierter Gläubiger herausgestrichen (was, wissen wir hier alle, im wesentlichen Propaganda ist – die Kirchen geben ihr Geld kaum für Soziales aus); „Toleranz“ und „Respekt“ werden eingefordert, was – konkret – inbesondere auf ein Verbot allzu kritischen Nachfragens und angemessenen Umgangs mit Unsinn hinausläuft (weil Personen und ihre religiösen Ansichten gleichgesetzt werden).

    Kurzum: Der Ethik-Unterricht kann was taugen, in aller Regel erfüllt er ganau die Rolle, wegen der er eingeführt wurde: Die massive Abstimmung mit den Füßen zu stoppen, die in den 1970ern und 1980ern eingesetzt hatte. Im Grunde ist das nichts anderes als eine Kirchensteuer in Form von Lebenszeit, die durch diesen Trick auch nicht mehr für klügere Kinder / Eltern zu umgehen ist. (Entsprechende Versuche für die monetäre Kirchensteuer gibt es dann ja auch immer wieder.) Dass Ethik- oder Moraltheologie-Unterricht die Menschen moralischer mache, besser, sozialer, you name it, ist ansonsten eine längst empirisch untersuchte, negativ beschiedene Vermutung.

    @Homeschooling: In den USA ist das weiter verbreitet, und nicht nur da. Das Publikum ist ziemlich breit gestreut – es gibt viele Gründe für Homeschooling, und religiöser Konservatismus ist nur einer (das ist eine Minderheit). Begabtenförderung ist tatsächlich in den USA erheblich besser und breiter etabliert, und erheblich akzeptierter als in Deutschland, dennoch ist auch das ein Grund für Homeschooling. Manchmal bleibt das in der Familie, oft tun sich Familien zusammen – gibt da eine breite Bandbreite an Modellen. Insbesondere sind in vielen Staaten regelmäßige Prüfungen vorgesehen.

    Da die Homeschooler-Population sich vom Schnitt der Bevölkerung unterscheidet, tun das auch die Kids. Sie sind signifikant besser gebildet, aber das ist zu einem guten Teil auch schlicht aufgrund der anderen Gruppierung zu erwarten.

    Soziale Defizite sind pauschal nicht nachweisbar. Und warum auch? Gewisse antisoziale „Sozialisationen“ wie der Druck auf Interessierte – Nerds, „Streber“ – fallen im Bildungskontext ja weg; wobei der Unterschied auch hier langfristig nicht so wirklich dramatisch ist. Dadurch, dass das Lerntempo und der Lernstoff deutlich besser ans Kind angepasst ist, als das in großen Gruppen je möglich ist, haben gerade Begabte erheblich mehr Freizeit und sind dann oft in zig Vereinen, Jugendgruppen usw. aktiv. Pauschal werden sie damit nicht vorrangig durch Gleichaltrige sozialisiert, sondern durch Personen verschiedensten Alters und verschiedenster Herkunft. (Den Fall, dass sich Familien komplett abschotten, gibt es auch, aber das klappt in deutschen Schulen auch hervorragend, wie es etwa Zeugen Jehovas immer wieder gerne demonstrieren. Einladen zum Geburtstag oder Verabreden zum Spielen? Zwecklos!)

    Das ist, am Rande, einer der deutlichsten Punkte, der zeigt, wie weit hergeholt und unsinnig der angebliche Wert von schulischer Sozialisation ist: Der Fall, dass man willkürlich mit Gleichaltrigen zwangsweise zusammengepfercht ist und fremdbestimmte Aktivitäten im vorgegebenen Tempo und Muster zu absolvieren hat, gibt’s sonst nur beim Militär. Ansonsten kann man sich in freien Ländern seinen Beruf frei wählen (gesetzt, man hat seine Schulzeit nicht komplett verplempert, sondern was gelernt – dann ist die Auswahl stets ziemlich groß) und wird dabei je nach Wahl kaum bis dauernd mit Menschen aller Altersklassen, Herkünfte und Interessen zusammenkommen.

    Darauf, mit Jüngeren und Älteren zurechtzukommen, ihre Freizeit selbst zu gestalten, Freundschaften zu pflegen und Aktivitäten selbst zu wählen, planen und organisieren, werden Kinder und Jugendliche durch die zunehmende Verganztagsschulung aber immer weniger vorbereitet. Auch da sind die Gesamtschulen Vorreiter…

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