Bedford-Strohm für selbstkritischen Umgang mit Gewalttexten der Bibel

Bedford-Strohm predigte über das Gottesurteil auf dem Berg Karmel (1. Könige 18), bei dem der Prophet Elia 450 Baals-Priester umbringt. Bedford-Strohm zufolge ist die Vorstellung verstörend, dass Gott „Urheber eines großen Abschlachtens“ ist. Für Pfarrer bestehe die Versuchung, solche Texte zu entschärfen, etwa indem man über einen „Kuschelgott“ predige. Gewaltverherrlichende Texte in der Bibel müssten kritisiert werden und dürften nicht als handlungsleitende Texte interpretiert werden.

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  1. #1 von paul0f am 18. September 2018 - 13:53

    Bedford-Strohm predigte über das Gottesurteil auf dem Berg Karmel (1. Könige 18), bei dem der Prophet Elia 450 Baals-Priester umbringt. Bedford-Strohm zufolge ist die Vorstellung verstörend, dass Gott „Urheber eines großen Abschlachtens“<

    lol Der Mann tut gerade so, als würde er seine eigenen theologischen Lügengeschichten nicht kennen.

    Oder wie war das mit der angeblich weltweit durch Gott verursachten Sinflut und der damit einhergehenden Vernichtung allen (in den Augen Gottes) lebensunwerten Lebens?

    Diese Mär wird seit gefühlten Äonen erzählt und keiner fand es wohl allzu „verstörend“. Die Irritation/Verstörung dieses Hrn. Bedford-Strohm kann also nur gespielt bzw. gelogen/geheuchelt sein.

  2. #2 von Noncredist am 18. September 2018 - 15:35

    @paul0f
    Natürlich ist es weder Herrn Beford-Strohm noch einen seiner Mitgläubigen entgangen, dass es vor dem Neuen Testament noch weitere Papierseiten gibt, auf dem was aufgedruckt wurde. Und natürlich dient sein rumgeheule über „falsch interpretierte“ Textpassagen, weil sein eigener Gott (Jesus) unberührbar toll, gut und sexy war, nur der Fütterung des falschen Schottens. Und es ist schlicht ein Armutszeugnis, dass er vor versammelten Priestern eine „Kritik“ an gewaltverherrlichenden Bibelpassagen fordert, weil Jesus nunmal ein anderer Gott als der AT-Gott ist. Aber was verlangt man denn von ihm? Was vernünftiges? 😉

    @Topic
    Laut Christen existieren zwei Götter in der Bibel. Einerseits der unveränderliche Weltenerschaffer, der damals gemeinsam mit Adam und Eva im Paradies Schach spielte und ab und zu mit Moses härtere Geschütze auffuhr. Und dann starb dieser Gott aus, oder ging in Rente. Genauer weiss man es nicht. Jedoch tauchte später ein ca. 30-jähriger linksgrünversiffter Sandalenträger und Atomausstiegsprotestler auf, der eine vollkommen andere Interpretation der jüdischen Geschichten auf Lager hatte. Anstatt den biblischen Gesetzen zu folgen, sollten seine Anhänger einfach nur fanatisch seine Meinung teilen, dass die Endzeit da wäre und es sich schlicht nicht mehr lohnt, mit Waffen gegen irgendwelche Besatzer zu kämpfen. Obwohl dies normalerweise „der religiösen Tradition wegen“ der Fall wäre. Stattdessen sollten sie sich in Sitzblockaden üben, die Wange hinhalten und abwarten, bis endlich die Tür aufgeht, Gott kommt und selbst Hand anlegt. Seine Anhänger werden früh genug mit einem UFO abgeholt und in’s Paradies gelangen. Je mehr Leid und Schläge sie erfahren, desto eher bekommen sie einen Sitzplatz im UFO. Besonders umgekommene Sektenanhänger erhalten Heiligenstatus und einen sehr weichen Sitzplatz mit ganz persönlicher Bedienung. Ganz sicher!

    Diese UFO-Sekte, auch Christentum genannt, hätte auch beinahe Erfolg gehabt. Nur hat Jesus nicht damit gerechnet, dass Satanskot und Machtausübung extrem große Player im Weltbusiness sind. Und Christen erreichen viel mehr mit Macht und Moneten, als mit Sitzblockaden und sich auf die Wange schlagen lassen. So gründeten sie die Church GmbH, bei der Jesus als Über-Gott dargestellt wurde. Und den ursprünglichen „erste Beweger“ verwandelte man schnell zur nichtbelegten physikalischen Urkraft mit Willen und Bewusstsein, der den Knall in das Ur-Vakuum brachte. Zu mehr war „er“ nicht mehr nötig. Dazu nimmt man einige „Kirchenväter“, lässt ihnen philosophische Gottes“beweise“ aufsagen und taucht dann mit Kopfsprung in den Geldkeller hinein, ganz wie das Vorbild Dagobert Duck 😉

    Womöglich mag dies der Grund sein, weshalb heutige Christen es „verstörend“ finden, dass der „liebe Gott“ eine wahre Blutgier entwickelte?
    Wenn Gott höchstpersönlich den Auftrag zur Ermordung erteilt, oder auf Bitten eines geärgerten Glatzköpfigen mal kurz auf die Idee kommt, dutzende Kinder von wilden Bären zerfleischen zu lassen, dann sind es nunmal klare moralische Geschichten die erzählen sollen, welche Macht eine Gottheit hat und wie die Gerechtigkeit nunmal auszusehen hat, wenn jemand beleidigt wird.

    Um damit „kritisch“ unzugehen, besitzen Kirchen ein praktisches Werkzeug: Den Rosinenpicker. Ein hervorragendes Instrument! 😀

    Gewaltverherrlichende Texte in der Bibel müssten kritisiert werden und dürften nicht als handlungsleitende Texte interpretiert werden.

    Nichts anderes als das altbekannte:
    „Du sollst nicht töten“ = Wichtiger handlungsleitender Text
    Homophobie = Wird als „nur geschichtlich betrachtet“ oder „bildlich gesprochen“ weginterpretiert bzw. wegkritisiert.

    Nach Worten Bedford-Strohms ist Jesus Christus selbst zum Gewaltopfer geworden. Man könne ihn daher nicht für die Legitimation von Gewalt in Anspruch nehmen.

    Weshalb es wichtig sein soll, dass Jesus Christus (Gott 1/3) relevanter als Jehova (Gott 1+1+1=1) ist, bleibt wieder mal offen. Weil die Aufforderung zur Tötung Menschen von GOTT kommt, aber nicht von Jesus, kann man Jesus – einen sterblichen Drittelgott, aber dennoch wichtiger als der unbewegte Übergott – nicht als Gewaltgrund nehmen. Logisch. Zwar erwünscht der biblische Gott die Ermordung von Homosexuellen, aber der gekreuzigte Sandalenträger überstimmt schlichtweg alles! Die vollkommene Trumpfkarte. Die größte Rosine der Welt 😉

    Im Umgang mit anderen Religionen dürften Christen nicht mit einem Überlegenheitsgefühl auftreten, sondern mit Demut.

    Damit hat man weder geschichtlich noch finanziell Erfolge feiern können. Diese Taktik lässt die Kirche im Angesicht wachsender Konkurrenzreligionen, etwa den Islam, schnell unter die Räder geraten. Deshalb spaltet sich dann auch die evangelische Gemeinde auf, in brave BS-Wangehinhalter, und fundamentalistische Mörder von Abtreibungsärzte.

    Es gelte, Zeugnis vom Gekreuzigten und Auferstandenen zu geben. Die radikale Liebe Jesu gelte allen Menschen. Maßgeblich sei das Jesus-Wort „Selig sind die Friedensstifter“. Gottes Weg führe nicht in die Gewalt, sondern zum Frieden.

    Und exakt dies ist in der UFO-Sekte frei erfunden worden. Jesus predigte mit keinem Wort zu „allen Menschen“, sondern einzig nur zu ganz gewissen Juden. NUR zu ihnen. Und nur zu EINEM Zweck, der bedingungslosen Hingabe („nur duch mich…“) im Angesicht des nah kommenden „Weltunterganges“ („Noch zu euer Lebzeit werdet ihr es sehen…“)
    Mit seinem Tod war dann alles aber vorbei. Um den charmanten, aber dennoch toten, Prediger „am Leben zu lassen“, begann dann die Mär vom „Leeres Grab = auferstandener Messias“, der sich in den heutigen zehntausenden unterschiedlicher Interpretierungs-Weltmeister zeigt. Alle nicht der selben Meinung, aber dennoch „voller Demut“ gegenüber allen anderem.

    Herr Bedford-Strohm predigt mal wieder Wasser, nur um danach Wein saufen zu dürfen. Liegt der evangelischen Kirche im Blut 😉

  3. #3 von Skydaddy am 18. September 2018 - 15:36

    Massenmord und Genozid? – Bedford-Strohm ist not amused.

  4. #4 von Skydaddy am 18. September 2018 - 15:38

    Gewaltverherrlichende Texte in der Bibel müssten kritisiert werden und dürften nicht als handlungsleitende Texte interpretiert werden.

    Bücher, die gewaltverherrlichende Texte enthalten, sollten ÜBERHAUPT NICHT als handlungsleitende Texte interpretiert werden, Du Vollreligiot!

  5. #5 von Charlie am 18. September 2018 - 15:42

    etwa indem man über einen „Kuschelgott“ predige.

    Man lügt also bewusst.

    dürften nicht als handlungsleitende Texte interpretiert werden

    Warum denn nicht, wenn Gott so gehandelt haben soll und es so wichtig ist, dass es im heiligen Tagebuch steht, muss man darüber diskutieren.

  6. #6 von joerndyck am 18. September 2018 - 15:46

    Bedford-Strohm argumentiert und handelt meiner Ansicht nach nicht logisch. (Loriot: Ach?) Zwar folge ich ihm darin, dass der Gott der Bibel kein Kuschelgott ist; und falls dies ein Vorwurf an die Adresse der Wischi-Waschi-Christen gerichtet sein soll, teile ich auch diesen Vorwurf. Aber Bedford-Strohm stellt sich selbst als rational, kritisch und moralisch dar, und ich bin nicht sicher, ob ich hier noch zustimmen kann.

    Der zentrale Punkt besteht doch nicht darin, welchen Charakter Gott hat, sondern darin, ob man sich ihm unterwirft, und ob die Behauptung seiner Existenz überhaupt plausibel ist. Bedford-Strohm gelingt der erstaunliche Salto, dass er sich einem Gott unterwirft, der klar erkennbar unmoralisch und häufig sogar bestialisch agiert. Wie kann Bedford-Strohm über sich behaupten, moralisch zu sein, wenn er sich einem unmoralischen Gott unterwirft?

    Bedford-Strohm erkennt zwar, dass die Erzählungen in der Bibel grausam sind. Aber Bedford-Strohm erkennt nicht, wie dubios, und unglaubwürdig und absurd die Geschichten sind, und dass sie offensichtlich erfunden sind. Wie kann sich jemand als kritisch darstellen, wenn er zwar die Grausamkeit sieht, aber nicht, wie dubios die Geschichten sind?

    Gerade die „Könige“-Bücher des Alten Testaments gehören zu den dümmsten und abscheulichsten Texten, die je auf Pergament gekerbt wurden. Es gibt nicht den geringsten Zweifel, dass die Autoren geistig verwirrt waren. Wie kann Bedford-Strohm sich als rational darstellen, wenn er nicht sieht, dass die Könige-Bücher vor allem die geistige Verwirrtheit der Autoren demonstrieren?

    Ingesamt ist es ein Beispiel für eine Immunisierung: Egal wie grausam, dubios und verwirrt die Geschichten sind: Geglaubt wird’s am Ende doch.

  7. #7 von Deus Ex Machina am 18. September 2018 - 18:23

    Ich bringe den Namen Bedford-Strohm nicht gerade mit Selbstkritik in Verbindung. Das scheint für Gläubige eh nur noch ein Buzzzword zu sein.

  8. #8 von Noch ein Fragender am 19. September 2018 - 00:28

    Bedford-Strohm zufolge ist die Vorstellung verstörend, dass Gott „Urheber eines großen Abschlachtens“ ist.

    Solche verstörenden Inhalte haben alle drei abrahamitischen Religionen.

    Ich kann da nur an den Vorschlag von Mynarek erinnern:

    Es wäre eine wunderbare Sache – als eine positive Folge aus den gemeinen Terroranschlägen von Paris – wenn die Vertreter der drei abrahamitischen Religionen übereinkämen, in wahrhaft globaler Ökumene alle menschenfeindlichen Texte aus ihren Heiligen Schriften zu entfernen und auf diese Weise einen ganz wesentlichen Beitrag zum Weltfrieden zu leisten.

    https://hpd.de/artikel/11040

  9. #9 von paul0f am 19. September 2018 - 09:11

    #2 Noncredist

    Aber was verlangt man denn von ihm? Was vernünftiges?<

    Ja, da hast du allerdings Recht – ich sollte meine Erwartungen nicht so hoch schrauben. 😉