Ein Leben ohne Tod würde uns zu Zombies einer leeren Ewigkeit machen

War der Traum vom ewigen Leben bisher an ein Jenseits gebunden, scheint er mit den Möglichkeiten fortgeschrittener Technik nun real werden zu können. Wie glücklich aber könnte ein Dasein ohne Ende sein?

(…)

Der Homo Deus ist eine Art Zombie sub specie aeternitatis, das Leblosigkeitsgeschöpf des posthumanistischen Menschenparks, mit Ewigkeitsausblick. Sein paradoxes Existenzfristungscredo lautet: «Ich lebe, um nicht zu sterben!»

weiterlesen:

[https://www.nzz.ch/meinung/leben-ohne-zu-sterben-der-homo-deus-waere-der-zombie-einer-leeren-ewigkeit-ld.1413137

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  1. #1 von Marco Krieger am 17. September 2018 - 12:45

    Der Artikel ist…unsterblich dumm!
    Mit ein paar Anleihen ans Christentum wir hier mal wieder ein Strohmann aus Technikgläubigkeit und Selbstverliebtheit gebastelt und dann gnaden- und sinnlos abgefackelt.
    Wer ernsthaft an Kryostase für Tote glaubt, hat das Prinzip des Kälteschlafes mit seinem heimischen Gefrierschrank verwechselt.
    Und diese Technik wird kommen, weil wir Menschen zu weit entfernten Planeten schicken wollen.
    Dabei dient der Kälteschlaf nicht der Lebenszeitverlängerung, sondern dem Verlangsamen des Körperstoffwechsels.
    Es geht um Nahrung, nicht um ewiges Leben, Herr Professor.
    Und die armen Fehlgeleiteten, die sich oder einen ihrer Liebsten haben einfrieren lassen, werden auch in 2000 Jahren nach dem Auftauen nur mit einer aufgetauten Leiche darstehen.
    Leben kann man nicht konservieren, das weiß heute jeder, der schon mal ein Kotlett aufgetaut hat.

  2. #2 von Charlie am 17. September 2018 - 13:03

    Ein Argument für den Himmel ist das jetzt nicht.

    Und was die Kryonik angeht, wer nicht fragt, stirbt dumm:

  3. #3 von Noncredist am 17. September 2018 - 14:19

    Kann mich Marcos Meinung vollends anschließen. Sehr eng engekreiste Strohmänner, falsche Dichotomien und Dammbrüche. Szenarien, wie sie im Cyberpunk Gang und Gäbe sind, gelten plötzlich als Horrorszenario, und dessen Technologie als sozialen Dammbruch. Das selbe Spielchen lässt sich mit „Liebe“, „Schachspielen“ und anderen Nomen machen und mit vielen Wörtern garnieren, ohne den Charme einer falschen Dichotomie zu verlieren.

    Eine „erweiterte Lebenszeit“, ob es durch Veränderung des Stoffwechsels oder gar durch Austausch des Körpers stattfindet, muss nicht zwangsläufig zu einer solchen sozialen (Zwei-)Klassengesellschaft führen, nur weil es im Roman so dargestellt wurde. Schließlich haben sich Mobiltelefone und das Internet auch nicht zwischen armen Büchereibesuchern und reichen Laptopnutzern aufgeteilt 😉

    Das Spielchen kennt man von Apologeten, die solche Szenarien nur allzugerne präsentieren, um Abtreibung, Sterbehilfe oder Verhütungsmittel als Quelle allen Übels anbieten zu dürfen. Und würde man diesen Menschen auch die Macht geben, sie würden die Gesellschaft exakt in ein solches Szenario verwandeln. Ein Paradebeispiel der sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Ebenfalls ein prägnantes Merkmal religiöser Schriften 😉

  4. #4 von Skydaddy am 17. September 2018 - 14:42

    Mit dem Autor des Artikels, Peter Strasser habe ich mich mal beschäftigt, als ich Dawkins-Kritiker durchgegangen bin.

    Er ist ein überheblicher Religiot vom Schlage eines Spaemann oder Lütz.

  5. #5 von Andreas P am 17. September 2018 - 18:47

    Eine der bemerkenswertesten statistischen Tatsachen ist, dass Mönche und Priester die Männer mit der längsten Lebenserwartung sind – grob 5 Jahre über Männer-Durchschnitt. Wobei die eigentlich am wenigsten Grund für ein langes, „elendiges“ Leben in diesem „Jammertal“ haben…

    Das ganze Gesülze darum, wie schlimm doch die Unsterblichkeit wäre, ist klassisch „Fuchs und Weintrauben“. Die Zahl der Menschen, die so „naturnah“/“gottgewollt“ leben wollen, dass sie so um die Hälfte ihrer Kinder vor dem 5. Geburtstag sterben lassen und selbst, statistikgerecht, so mit 60, spätestens 65 die Flatter machen, ist doch auffallend gering. Dazu lebt der Mensch weit mehr als doppelt so lang wie vergleichbare Säugetiere – 2-3 Milliarden Herzschläge statt der üblichen 1 Milliarde.

    Und „unnatürlich“ wäre am ewigen Leben auch nix:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Turritopsis_dohrnii

    Ich für meinen Teil kann ausschließen, dass, gesetzt ich bin gesund und halbwegs bei Kasse, mit einer erst mal nicht begrenzten Lebenszeit große Probleme hätte. Wem die Ideen dafür ausgehen, was man mit der Zeit anfangen kann – uh, Langeweiler, denen auch schon für die üblichen 70-80 Jahre nix einfällt. (Endlich mal Perry Rhodan von Heft 1 bis heute komplett lesen wäre schon mal ein Vorschlag.)

    Die langweiligste Version wäre sicher, die ganze Zeit auf Knien zu verbringen und einen eingebildeten leibhaftigen Zombie zu verehren. Der Kult darum hat auch keine Verfallsgarantie nach 100, 120 Jahren, obwohl das wirklich ein Versäumnis ist: Gemäß der Gebrauchsanleitung sollte die Kirche ja mal gerade für die Lebenszeit der Apostel halten, weil dann Jesus zurückkommt und die Erde ein Ende hat.

    Das war ein Irrtum. Seither, seit sie historisch greifbar ist, stolpert diese Institution dann offenkundig sinnbefreit (weil in ihrer Lehre längst widerlegt) durch die Weltgeschichte und schädigt ein Gehirn nach dem anderen. An was erinnert das bloß…

  6. #6 von Marco Krieger am 18. September 2018 - 00:11

    Perry Rhodan…da bin ich dabei…ich meine, ich bin dabei, die gerade zu lesen…ok, die Silberbände…ich hab ja nicht ewig Zeit!

  7. #7 von Friedensgrenze am 18. September 2018 - 07:34

    „Der Traum vom ewigen Leben „.Von so was schwätzen nur Leute die sich darum kümmern anderen Leuten ein Leben vor dem Tode nach den Kriterien der Rechte des Menschen vorzuenthalten.

  8. #8 von Veria am 18. September 2018 - 20:47

    Ich träum nicht vom ewigen Leben. Irgendwann hat man doch schon alles durch. Aber ein sehr langes Leben wär schon toll.