Falsches Blut auf Turiner Grabtuch?

Mindestens die Hälfte der Blutflecken auf dem Turiner Grabtuch soll „falsch“ sein: Das hat eine Studie der Universität Liverpool ergeben, die jetzt im „Journal of Forensic Sciences“ erschien.

weiterlesen:

[https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2018-07/turin-grabtuch-forschung-jesus-blutflecken-studie-interview.html

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  1. #1 von Elvenpath am 18. Juli 2018 - 12:37

    Das gesamte Turiner Grabtuch ist ein Fake.

    Ein Abdruck eines Toten sieht niemals so aus. Mach achte nur mal auf die Haare! Bei einer Person, die liegt, fallen lange Haare nach unten und bleiben nicht seitlich am Kopf. Und überhaupt Haare … das sich ein Gesicht mit den Körperfetten sich in einem Tuch abzeichnet, ok, aber Haare? Und dann so detailgetreu? Never ever!

  2. #2 von Noncredist am 18. Juli 2018 - 13:36

    Der gesamte Artikel ist eine Farce 😉

    Also, zunächst einmal erschließt sich einem nicht richtig (..). Was sollte das denn bedeuten, (..)?

    Seit wann wird in der Wissenschaft eine Sinnfrage thematisiert? Die Antworten sollten Fragen beantworten und bessere Arbeiten mit besseren Ergebnissen ermöglichen. Ob es der eigenen Meinung entspricht oder ob mehr Menschen in die Kirche gehen, ist der Wissenschaft vollkommen egal. Voreingenommene Untersuchungen sollte man ausklammern.

    Die Hälfte der Blutflecken entspricht der Position eines Gekreuzigten am Kreuz, die andere entspricht dem nicht.

    So, und nun wird’s lustig. Weshalb dieses Ergebnis für die Kirche „keine Bedeutung“ besitzt, und weshalb die Untersuchungen per se „unrichtig“ seien, wird nun klargestellt:

    Als sie vor Jahrzehnten angefangen habe, sich mit dem Grabtuch zu beschäftigen, habe es noch gewissenhafte Experimente an wirklichen Leichen gegeben – jetzt hingegen reiche offenbar eine Schaufensterpuppe, kritisiert Emanuela Marinelli.

    Früher wurden echte Leichen in Autos gesteckt und damit Crash-Tests durchgeführt. Heute nimmt man dafür „Puppen“ voller Elektronik. Ferner vom gottgegebenen Menschen kann man damit bekanntlich nicht mehr sein, also ist dies per himmlischer Definition nicht ausreichend.

    Die Autoren der Liverpooler Studie hätten nichts weiter getan, als die Blutflecken an ihrer Puppe mit denen auf dem Grabtuch zu vergleichen, und hätten aus den Unterschieden geschlossen: Das Blut auf dem Grabtuch ist teilweise falsch.

    Ja, was sollen sie denn sonst machen? Einen Geschmackstest? Blut muss, so wie sehr sehr viele Sachen auf der Welt, auch hier auf der Erde den Naturgesetzen gehorchen. Wenn Blut nunmal aus einer Wunde tritt und der Leichnahm stand, dann kann z.Bsp. das Blut aus einer Wunde am Fuß nicht „von selbst“ auf dem Kopf landen. Es muss „entgegen dem natürlichen Weg“ dort gelangt sein, oder? So arbeiten nunmal Experten. Wie sollte man sonst eine Unfallstelle rekonstruieren, ohne sich auf bekannte Erkenntnisse der Wissenschaft zu stützen? 😉

    Wenn das Wissenschaft ist, dann gebe ich meinen Universitätsabschluss zurück!

    JA, BITTE! 😀

    Aber, weil einem das Ergebnis nicht gefällt und man ansonsten keine weitere Prüfung durchführen darf, wird der bekannte ad personam aus dem Hut gezaubert und eine himmlisch-schöne Verschwörungstheorie gestrickt. Ganz so, wie der Vatikan es erwünscht:

    Er hat selbst in einem Interview mit einer italienischen Zeitung 2009 erzählt, dass seine Arbeiten zum Grabtuch von Atheisten-Verbänden bezahlt würden. Aber Geld stinke eben nicht, hat er dann noch hinzugefügt, er wäre auch bereit, einmal für die katholische Kirche eine Studie durchzuführen. Daraus schließe ich: Wenn er immer noch von falschen Blutflecken spricht, kann das nur daran liegen, dass die Kirche ihn nicht finanzieren wollte. Sonst wäre er auf die andere Seite übergelaufen.“

    Ergebnisse richten sich also grundsätlich daran, wer sie finanziert. Kommt das Geld von der RKK, dann bewegen sich die Blutflecken magisch an „richtige“ Positionen. Werden Atheisten zu Geldgebern, werden unpassende Positionen zu „falschen Blutflecken“, die wohl keineswegs sein dürfen.

    Frau Marinelli kann noch einiges über den Chemiker Garlaschell (..) erzählen (..)

    Und dann folgt ein ad personam allererster Güte 🙂 Weshalb sollte die Untersuchung nicht ernst genommen werden? Na, weil man voreingenommen den EINDRUCK bekommen könnte, dass da „Eifersucht“ im Spiel sei. Als Chemiker scheint das Leben ohne Grabtuchbestätigung reichlich trist zu sein. Könnte man „Fake News“ über Grabtücher verbreiten, die jeder Kollege widerlegen kann, ist man durch diese Widerlegungen natürlich viel viel glücklicher.

    Und dies scheint wohl die Basis einer guten „katholischen Wissenschaft“ zu sein 🙂

    Viele Sensationsmeldungen rund ums Grabtuch seien einfach „Fakes“ – etwa, dass das Grabtuch aus dem Mittelalter stamme.

    Dann folgt das bekannte Zipfelglück über die benutzte Stoff-Stelle. Bekanntlich wurde niemals eine Stelle „gewählt“, die exakt die Zeit beschreibt, die man haben will. Aber Fakt bleibt Fakt. Das Ergebnis steht. Ob es für das gesamte Tuch gilt, bleibt offen. Will man bessere Ergebnisse haben, so sollte das Tuch für weitere Untersuchungen freigegeben werden. Aber da der Glaube am Tuch hängt, und nicht an Jesus selbst, bleibt es unter Verschluss. So wie das eine oder andere verflüssigende Blut eines Heiligen 😉

    Wir Katholiken können in aller Gemütsruhe am Grabtuch forschen – für einen Nichtglaubenden dagegen ist das Grabtuch etwas Verstörendes.

    Wie schön. Die Suche nach der Wahrheit und die Differenzierung zwischen Fake-News und Real-News, in dem man Forschungen anstellt, basiert neuerdings am Glauben. Gläubige Menschen können ruhig ein gefälschtes Grabtuch verkraften, denn ihr Glaube basiert auf was völlig anderes. Ungläubige hingegen würden bei einer Bestätigung der Fälschung anscheinend verstört aus dem Fenster springen, o.ä.

    Mir pers. ist es vollkommen egal ob das Grabtuch echtes Blut eines Menschen von vor 2000 Jahren beinhaltet oder nur Ketchup. Das Grabtuch ist weder ein Beleg für eine Auferstehung, noch ist es die Bestätigung der Existenz einer transzendenten denkenden Entität. Es ist nur Stoff, das durch unzählige Hände von voreingenommenen Gläubigen gewandert ist und auf unzähligem Wege manipuliert werden konnte, wenn es nicht von vornerein nicht schon extra „für Gläubige“ fabriziert wurde.

    Es ist nicht für „Atheisten“ verstörend. Es ist einfach und schlicht für Wissenschaftler interessant. Denn in vielen Fällen gibt das Grabtuch keine logische Erklärung. Jegliches Tuch, gelegt auf einem liegenden Gesicht, würde einen vollkommen anderen Abdruck abgeben. Das Tuch würde, wenn man es dann flach auslegt, ein „fettes Gesicht“ zeigen, und keinen perfekt positionierten Schönling mit welligem Haar. Das diese „unnatürliche“ Tatsache nunmal in sämtlichen Fällen der Welt als guten Grund für eine „plumpe Fälschung“ gilt, aber gerade bei einer (unbelegten!) „unnatürlichen“ Leiche nunmal GERADE DESHALB als „Beweis“ der Göttlichkeit gilt, ist purer Wahnsinn. Also, echte katholische Wissenschaft 🙂

    Und damit man auch das Gewissen beruhigen kann, werden die bekannten 2 Atheisten-Typen am Ende geliefert. Der liebe Atheist, der zwar nicht an theistische Vorstellungen glaubt, aber irgendwie doch an die Echtheit eines Turiner Grabtuches. Und natürlich der dreckigen Terroristenatheist, der allen seinen Unglauben unter die Nase reibt, Molotov-Kocktails in Kirchen wirft und mit Flugzeugen in Hochhäuser fliegt. Also Atheisten, die mit wissenschaftlichen Arbeiten versuchen, in dieser Welt Wahrheiten auf der Spur zu kommen. Auch wenn dabei Gefühle oder Weltbilder „beleidigt“, also in Frage gestellt werden müssen. Und diese Menschen sind nunmal … nunja … schlimm 🙂

  3. #3 von Jörn Dyck am 18. Juli 2018 - 17:20

    Die Untersuchung könnte tatsächlich fehlerhaft gewesen sein; diese Möglichkeit besteht immer, und es ist auch statthaft, begründete Einwände vorzubringen.

    Die Taktik des Artikels ist jedoch eine andere, und das war vorhersehbar. Der Leser wird mit einem Haufen „hätte, könnte, müsste“ verwirrt und verunsichert. Diese Verunsicherung ist das Ziel des Artikels, nicht etwa eine Klärung.

    Dazu werden denn auch die üblichen Tricks verwendet: Die Personen werden diskreditiert, ihre Motive als unehrenhaft herabgewürdigt, und die Zuständigkeit der Wissenschaft rundweg abgestritten. Wissenschaft ist demnach insgesamt ein Schwindel, und rationales Denken ist eine List des Teufels.

    Wir alle kennen diese Winkelzüge aus religiösen Debatten. Es ist ein Kratzen und Beißen, ohne dass irgendwelche stichhaltigen Argumente vorgebracht würden.

    Dass das Turiner Grabtuch kein Gesichtsabdruck sein kann, der durch das Einwickeln eines Leichnams entstand, sieht man sofort. Die akkurate, unverzerrte Geometrie der Gesichtszüge und Haare können unmöglich so entstehen. Wenn man ein Tuch um etwas herumwickelt und anschließend flach auf einen Tisch legt, sieht man erhebliche perspektivische Verzerrungen. Man würde z.B. Wangen und Ohren nicht so sehen, wie man sie von vorne sehen würde, sondern so, als würde man sie von der Seite betrachten.

    Warum dieses Tuch als großes Rätsel hochstilisiert wird, ist vermutlich das wahre Rätsel. Um es zu klären, braucht man keine Chemiker, sondern Psychologen.

  4. #4 von Willie am 19. Juli 2018 - 03:00

    @Elvenpath

    Bei einer Person, die liegt, fallen lange Haare nach unten und bleiben nicht seitlich am Kopf.

    Die Haare wollten eben schon aufsteigen, konnten nur nicht, da irgendein Idiot das Lacken festgezurrt hatte. 😉