US-Theologe fragt: Ist die Bibel noch „relevant“?

Manchmal betritt man eine fremde Welt, wenn man die Bibel aufschlägt. Umso wichtiger ist es, sie mit unserer Gegenwartskultur in Verbindung zu bringen. Und dennoch – es gibt Wichtigeres als „Relevanz“, findet der US-Theologe Kyle Roberts.

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[https://www.jesus.de/us-theologe-fragt-ist-die-bibel-noch-relevant/

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  1. #1 von Manu am 11. Juli 2018 - 17:20

    Nein.

  2. #2 von Marco Krieger am 11. Juli 2018 - 17:29

    Sie hätte nie relevant werden dürfen, viel Leid und Ungerechtigkeit wäre der Menschheit erspart geblieben.
    Sie wird immer weniger relevant und siehe da…Leid und Ungerechtigkeit nimmt ab, die Zufriedenheit der Menschen nimmt zu.
    Fall abgeschlossen! Schmeißt diese Drecksbücher auf den Müll und kümmert Euch verdammtnochmal um die Problem in der Realität.

  3. #3 von dezer.de am 11. Juli 2018 - 17:44

    „Wenn ein Rind einen Mann oder eine Frau so stößt, dass der Betreffende stirbt, dann muss man das Rind steinigen und sein Fleisch darf man nicht essen; der Eigentümer des Rinds aber bleibt straffrei. 29 Hat das Rind aber schon früher gestoßen und hat der Eigentümer, obwohl man ihn darauf aufmerksam gemacht hat, auf das Tier nicht aufgepasst, sodass es einen Mann oder eine Frau getötet hat, dann soll man das Rind steinigen und auch sein Eigentümer soll getötet werden.“

    Ich weiss nicht wie es euch geht, aber ich finde, auch in unserer heutigen Zeit ist die Bibel und ihre Weisheiten mehr als relevant.

  4. #4 von Marco Krieger am 11. Juli 2018 - 17:54

    dezer, darf man denn wenigsten das Fleisch von dem Besitzer des Rindes essen?

  5. #5 von dezer.de am 11. Juli 2018 - 18:35

    @dw: „Wenn ihr aber einander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht voneinander verzehrt werdet! „

  6. #6 von Rene am 11. Juli 2018 - 18:59

    Wer vorderasiatische Lagerfeuergeschichten von ranzigen, ungebildeten Ziegenhirten aus grauer Vorzeit für relevant hält, kann unmöglich alle Latten am Zaun haben. Oder intakte Schläfenlappen. Ich könnte mich schon wieder aufregen.

  7. #7 von Jörn Dyck am 11. Juli 2018 - 23:56

    Eine Sache kann dadurch relevant werden, dass alle annehmen, sie wäre relevant.

    Menschen können sich das zunutze machen und behaupten, als „Hüter des Buches“ wären sie ebenfalls relevant, und ihr Wort hätte daher besonderes Gewicht. Ob sie wirklich die Hüter des Buches sind oder ganz eigene „Weisheiten“ verkünden, die zufällig immer zu ihrem eigenen Vorteil ausfallen, überprüft kaum jemand, weil kaum jemand das Buch liest.

    Die Bibel erlangt ihre Relevanz kurioserweise dadurch, dass sie nicht gelesen wird. Würde sie gelesen, wäre das Thema sofort vom Tisch. Gerade weil sie nicht gelesen wird, kann sie als Legitimation für jeden beliebigen Stuss herhalten. Es ist eine Einladung für Scharlatane und Verwirrte.

    Davon gibt es leider so viele, dass es relevant ist.

  8. #8 von Noncredist am 12. Juli 2018 - 00:54

    Umso wichtiger ist es, sie mit unserer Gegenwartskultur in Verbindung zu bringen.

    Und weshalb? An welcher Stelle stand Jesus auf, drehte sich zu seinen jüdischen Brüdern und Schwestern und verkündete: „So wahr ich der Sohn Gottes bin, sollt ihr meine Gleichnisse aufschreiben und sie in den Vereinigten Staaten von Amerika als nichtjüdische Religion verkünden!“.

    Weder Jesus noch seine 12 Aposteln in seiner Nähe haben Nichtjuden dazu ermutigt, Geschichten über ihr Idol Jesus auf das Leben des modernen Menschen in einer demokratischen Gesellschaft anzuwenden. Weshalb also ist es „umso wichtiger“, solche jahrtausendealte religiöse Geschichten einer jüdischen Splittergruppe auf heutige „westliche Gesellschaften“ anzuwenden?

    Viele Christen haben schon einen oder mehrere Anläufe genommen, endlich mehr in der Bibel zu lesen. Die einen greifen zu einem Bibelleseplan, die anderen fangen einfach vorn an und versuchen, sich durch die Mosebücher zu kämpfen, und wieder andere verwenden eine Jahresbibel, die verspricht, sie im Laufe eines Jahres durch die komplette Heilige Schrift zu führen.

    Weshalb entscheidet sich ein absolut allwissendes Wesen dazu, ein extrem wichtiges „Regelwerk“ in einer Form zu belassen, die auf der Welt zu mehreren zehntausende sich oft widersprechende „Interpretationen“ geführt hat? Ist es einem Gott tatsächlich zu schwer, sich klar und deutlich für jedermann und jedefrau zu offenbaren?

    Unsere Bibelkenntnis im Christentum (…) hat sich im Laufe der letzten Jahre und Jahrzehnte nicht wirklich verbessert (..)

    Theologie wird auf der ganzen Welt unterrichtet. Bibeln bekommt man nahezu überall auf der Welt zugeworfen. Und selbst im Zeitalter der lichtschnellen Kommunikation hadert man an der „Verbesserung“ eines Verständnisses eines jahrtausendealten, durch unzählige Geistliche unendlich oft ausgewalzten Text? Seriously? Menschen haben in wenigen Jahrzehnten ganze physikalische Modelle über den Haufen geworfen und vollkommen neue Herangehensweisen an Probleme entwickelt, die sich auch noch in Experimenten nachweisen lassen konnten. Und in schlappe ZWEITAUSEND Jahre, TROTZ GÖTTLICHER ANWESENHEIT, versagt man gleich am ersten Satz?

    Die großen protestantischen und katholischen Kirchen widmen oft einen bedeutenden Teil ihrer Gottesdienstliturgie dem öffentlichen Lesen der Heiligen Schrift. Diese Lesungen folgen in der Regel dem liturgischen Kalender, sodass man nicht in Versuchung kommt, nur die beliebtesten Passagen zu lesen.

    Und dennoch sind es nicht gerade wenige Mitglieder der großen protestantischen und katholischen Kirchen, die durch auffälliges Cherrypicking nur ganz gewisse Passagen gut kennen, aber bei den meisten anderen noch nicht einmal wussten, dass sie überhaupt existieren.

    Es ist in der Tat wichtiger für uns zu wissen, was Gott an Israel, was er an seinem Sohn Jesus Christus tat, als zu erforschen, was Gott heute mit mir vorhat. … Nur aus der Heiligen Schrift lernen wir unsere eigene Geschichte kennen

    Woher will man denn die Fähigkeit erlangt haben unterscheiden zu können, ob Gott etwas an Israel tat oder ob die Passage nur bildlich gesprochen war, aber keine Gottheit vonnöten hat? Woher will man dieses ominöse „Wissen“ haben, Passagen als „historische Wahrheiten“ erkennen zu können, selbst wenn es überhaupt keinen einzigen ausserbiblischen Beweis finden kann? Anders ausgedrückt: Wie will man sich so vollkommen sicher sein, nur anhand der „schriftlichen Offenbarung“ eines Peter Parkers, von der Gewissheit überzeugt zu sein, dass in New York ein Mensch von einer radioaktiven Spinne gebissen wurde und seit dem in der Stadt Kriminelle jagt? Schließlich besitzt man absolut keine polizeilichen Berichte über durch Spiderman gefangene Kriminelle. Wie schafft man bloß diesen intellektuell redlichen Spagat? 😀

    Das heißt, wir brauchen Pastoren, die sich mit den sperrigen, harschen, herausfordernden und schwierigen Texten der Bibel auseinandersetzen, die sich aber ebenso engagiert mit den aktuellen kulturellen Themen beschäftigen. Die Herausforderung dabei ist, die „fremde, neue Welt der Bibel“ (Karl Barth) mit den komplexen, dringlichen Problemen zu verbinden, vor denen wir als Einzelne und als Gesellschaft heute stehen.

    Unerreichbar. Siehe oben. Die alles wissende Gottheit dieser Religion hatte anscheinend nicht das geringste Interesse, Klarheit in seinen primitiven Überlieferungen einzuarbeiten. Weshalb damals, heute und in der Zukunft weiterhin Pastoren gebraucht werden, weil nunmal keine „für alle Menschen“ gleichermaßen verständliche Gottesgeschichte existiert.

    Die Bibel und das Evangelium sprechen Worte des Lebens in unsere Welt hinein – aber sie tun es von einem Standpunkt aus, der über diese Welt hinausgeht.

    Das selbe lässt sich über jegliche Götter- und Geistergeschichte sagen, die der Mensch jemals niedergeschrieben hat. Inklusive klarer Drehbücher zu Horrorfilmen wie „Der Exorzist“ oder „Poltergeist“. Auch sie „sprechen Worte des Lebens“ in unsere Welt hinein – aber sie tun es von einem Standpunkt aus, der über diese nichtcineastische Welt hinausgeht.
    Im Grunde eine Nullaussage. Mehr erwarte ich vom „theologischen Textverständnis“ auch nicht.

    Wenn Sie dabei an eine schwierige, „seltsame“ Stelle kommen, von der Sie nicht wissen, wie Sie die auf Ihr Leben anwenden sollen – dann überlegen Sie, ob dieser Text tatsächlich so lebensfern, so „irrelevant“ ist. Lassen Sie den Gedanken zu, dass er durchaus eine Bedeutung für Sie haben könnte!

    Wie genau interpretiere ich nochmal diese göttliche Geschichte?

    Saul sprach: So sagt zu David: Der König begehrt keine Morgengabe, nur hundert Vorhäute von den Philistern, daß man sich räche an des Königs Feinden. Denn Saul trachtete David zu fällen durch der Philister Hand. Da sagten seine Knechte David an solche Worte, und deuchte David die Sache gut, daß er des Königs Eidam würde. Und die Zeit war noch nicht aus, da machte sich David auf und zog mit seinen Männern und schlug unter den Philistern zweihundert Mann. Und David brachte ihre Vorhäute dem König in voller Zahl, daß er des Königs Eidam würde. Da gab ihm Saul seine Tochter Michal zum Weibe.
    Und Saul sah und merkte, daß der HERR mit David war. Und Michal, Sauls Tochter, hatte ihn lieb. Da fürchtete sich Saul noch mehr vor David und ward sein Feind sein Leben lang.
    (1. Samuel 18:25)

    Die Dreckssau Saul verlangt von David das unmögliche: 100 Vorhäute der Philister. Superkönig David, Liebling von Gott, übertraf das Unmögliche gar und lieferte den blutigen Sack mit runden 200 Vorhäute erschlagener Männer ab. Das beste Geschenk, das man einen König machen kann. Dafür gewinnt er den fleischlichen Pokal, die Prinzessin. Aus irgendeinem Grunde „sah“ Saul, dass Gott den David lieber hatte als ihn und fürchtete sich noch viel mehr vor David. Und damit es Spaß machte, wurde er zum lebenslangem Feind Davids.

    Ich frage ganz höflichst, ob man nun dem Nachbarn zur Begrüßung einen blutigen Leinensack voller Vorhäute bringen darf, anstatt Brot und Salz. Bekommt man in einer Demokratie ebenfalls eine Prinzessin, wenn man übermäßig viele Feinde erschlägt und „enthäutet“? Wie genau berechnet man den steuerlichen Anteil von 200 frischen Vorhäuten? Und gilt für sie, wie für z.Bsp. Milch, ein anderer Steuersatz, wenn sie verarbeitet werden? Etwa zu Lederschuhe?

    Der Text ist Teil Ihrer Geschichte – unserer Geschichte.

    Ja, weil Amerika grundsätzlich mit erschlagenen Menschen und Vorhäuten aufgebaut wurde. Oder so ähnlich …

    Und setzen Sie sich nicht so unter „Anwendungsdruck“, denn es geht eigentlich gar nicht um uns, wie Bonhoeffer deutlich gemacht hat. Es geht um Gott. Zum Glück hat er uns in seine Geschichte eingeladen. Und es ist eine Geschichte, die auch weiterhin die Welt verändern wird.

    Eine Geschichte, die noch nicht einmal die frische Zeit nach Christi Kreuzigung unwidersprüchlich beschreiben kann. Man sollte einfach die Ostergeschichten von Markus, Matthäus, Lukas und Johannes aufschlagen und versuchen, sie ohne jegliches Auslassen von Charakteren und/oder Situationen kohärent wieder zu geben. Viel Spaß 😀