Bischof Dröge: Bei der AfD gibt es auch sehr konservative Christen

Rechtspopulisten sollten nicht den Namen Jesu Christi für ihre Politik in Anspruch nehmen. Zwar darf man niemandem das Christsein absprechen, die Kirche muss aber glaubwürdiges und unglaubwürdiges Christsein unterscheiden. Das sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge…

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[https://www.idea.de/politik/detail/droege-bei-der-afd-gibt-es-auch-sehr-konservative-christen-105717.html

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  1. #1 von Gerry am 22. Juni 2018 - 08:40

    unglaubwürdiges Christsein

    Fallen darunter auch die Kommentatoren bei kotz.net?
    Die sehen sich ja gern als die einzig wahren Katholiken und damit auch die einzig wahren Christen, deren Positionen sind aber häufiger mal noch extremer als die der AfD.

  2. #2 von Elvenpath am 22. Juni 2018 - 10:11

    Mal ganz ohne ideologische Scheuklappen: Rassisten, Antisemiten und anderer Abschaum, finden sich bei Christen, Muslime, Agnostiker, Atheisten.
    Das Problem bei religiösen Rassisten ist, dass die Religion noch mal wie ein Brandverstärker wirkt: Man kann seine Abneigung mit Bibel-, oder Koranstellen belegen und das macht einen noch sicherer und fanatischer in dieser Ablehnung.

  3. #3 von Noch ein Fragender am 22. Juni 2018 - 10:40

    muss aber glaubwürdiges und unglaubwürdiges Christsein unterscheiden.

    Und woher nimmt er das Unterscheidungskriterium?

    Aus der Bibel jedenfalls nicht: mit der kann man ja nachgewiesenemaßen alles Mögliche begründen.

    ich erinnere nur an die Debatten um die Abschaffung der Sklaverei in den USA. Die bibelgläubigen Südstaatler beriefen sich zu Recht darauf, dass die Bibel die Institution der Sklaverei akzeptiert und Christus als Vorbild für Sklaven hingestellt, wie er ungerechte Behandlung zu ertragen.

    Ihr, die ihr Sklaven seid, ordnet euch euren Herren unter. Tut, was sie euch sagen, und zwar nicht nur, wenn sie freundlich und vernünftig sind, sondern selbst dann, wenn sie ungerecht handeln. 19 Denn das ist ein Beispiel für die Gnade Gottes, wenn jemand ungerechte Behandlung geduldig erträgt, weil sein Gewissen Gott verantwortlich ist. 20 Natürlich verdient ihr keine besondere Anerkennung, wenn ihr Schläge geduldig hinnehmt, die ihr bekommt, weil ihr Unrecht getan habt. Aber wenn ihr für das Gute, das ihr getan habt, leidet und Schläge geduldig ertragt, ist das ein Zeichen für die Gnade Gottes9. 21 Dieses Leiden gehört zu dem Leben, zu dem Gott euch berufen hat. Christus, der für euch litt, ist euer Vorbild, dem ihr nacheifert. 22 Er hat nie gesündigt und nie jemanden mit seinen Worten getäuscht. 23 Er hat sich nicht gewehrt, wenn er beschimpft wurde. Als er litt, drohte er nicht mit Vergeltung. Er überließ seine Sache Gott, der gerecht richtet. 24 An seinem eigenen Körper hat er unsere Sünden an das Kreuz hinaufgetragen, damit wir für die Sünde tot sind und für die Gerechtigkeit leben können. Durch seine Wunden seid ihr geheilt worden! 25 Früher seid ihr umhergeirrt wie verlorene Schafe. Aber nun seid ihr zu eurem Hirten zurückgekehrt, dem Beschützer eurer Seelen. 1. Petrus 2, 18 ff

  4. #4 von Noncredist am 22. Juni 2018 - 12:39

    Zwar darf man niemandem das Christsein absprechen, die Kirche muss aber glaubwürdiges und unglaubwürdiges Christsein unterscheiden.

    Ach wie schön es doch ist, bei einer Pauschalität wie „Christsein“ – ganz gemäß der eigenen Gesinnung – zwischen den falschen und den richtigen Schotten unterscheiden zu können. Insbesonders interessant, weil „die Kirche“ (also EKG) diese Unterscheidung nunmal machen muss.
    Ansonsten könnten ja Kirchenfreunde auf die Idee kommen, konservative Christen, die ihr Christsein bezeugen und Mark und Bein darauf schwören, ein gutes christliches Leben zu führen, würden mit ihrer AfD-Gesinnung möglicherweise gar nichts „unchristliches“ machen und moralisch korrekt agieren.

    Weshalb man hier zwischen Christsein (glaubwürdig, da EKG-konform) und Christsein (unglaubwürdig, da Linkskänder, AfD-Wähler oder dunkelhäutig) unterscheiden möchte, obwohl das behauptete Reich Gottes weder demokratisch von AfD & Co. regiert wird, noch sonstwie in Kontakt kommt, bleibt offen. Womöglich, weil man sich mit dieser falschschottischen „Aktion“ den Anstrich einer liberalen Demokratie geben möchte?

    Dröge zufolge sind Menschen, die wenig christlich sozialisiert sind, besonders anfällig für rechtspopulistische Auslegungen des Christentums. Deshalb seien Rechtspopulisten auf dem Gebiet der früheren DDR besonders erfolgreich.

    Besser ausgedrückt: je weniger Kontakt man mit „dem Fremden“ hat, und je weniger Vorurteile man wegen dem Kontaktmangel abbauen kann, desto größer die „Angst vor der Islamisierung“ – welche ja populistisch ein „Wegnehmen der Werte“ impliziert.
    Es ist vollkommen irrelevant, ob man sich „christlich“ engagiert/sozialisiert, oder ob man als gottloser Handwerker in der Großstadt Kundendienst fährt. Je verschlossener man ist und je mehr man in der eigenen Filterblase vorurteile fröhnen kann, desto leichter kann man von Rechtspopulisten manipuliert werden. Da in den vorherigen DDR-Regionen keine besondere Vermischung mit eingewanderten Menschen stattfand – eine Mauer mit Schiessbefehl verhinderte effektiv z.Bsp. Gastarbeiter aus der Türkei, Polen und Italien – dürfte man in dieser „Fremdenlosen“ Arealen nicht gerade mit viel Abbau von Vorurteilen rechnen.

    Laut Dröge hat die Alternative für Deutschland (AfD) sowohl säkulare Anhänger als auch sehr konservative Christen.

    So wie die meisten Parteien in Deutschland. Jedoch betont die AfD gerne und lautstark die „Deutsche Identität“ und spricht damit insbesondere(!) Menschen an, die vor dem „Fremden“ (Zuwanderer, Flüchtlinge, …) Ängste haben. Wie tönte nochmals die FDP, als sie beim Bäcker mit einer falschen Dichotomie zwischen hochintelligenten (verwestlicht, reichen) Informatiker aus Indien und den kriminellen Illegalen aus Nichtindien unterschied? Die AfD hätte es nicht besser machen können.

    Wer sich jedoch menschenfeindlich äußere, sei in einem Leitungsamt der Kirche nicht mehr haltbar.

    Nix ungewöhnliches. Wer sich menschenfeindlich äußere, dürfte auch in einem Leitungsamt von VW, BMW, Bayer AG, Rheinmetall oder der Manufaktur in Süd-Buxterhude mit Konsequenzen rechnen. Wer mit einer verdreckten Weste sich anmaßt, die gesamte Firma zu repräsentieren, dürfte kurz oder lang mit einem Brief der Personalleitung bekanntschaft schließen.

    War mal wieder eine Luftnummer von der EKG. Man ist ja nichts anderes gewöhnt 😉

    Bednarz: „Alles, was nicht in das eigene enge Weltbild passt, wird verächtlich gemacht.“ Rechtspopulisten täten so, als seien sie Vertreter des gesunden Menschenverstandes und das Sprachrohr einer schweigenden Mehrheit. Tatsächlich sprächen sie aber nur für eine Minderheit. Zudem steigerten sie sich häufig in eine Opferrolle hinein. Ferner gebe es in diesem Milieu eine Fixierung auf Sexualsünden.

    Was für ein Brüller! 😀
    Hier beschreibt man schlichtweg die Essenz der nahezu 2000 Jahre lang existierenden christlichen Kirche, der Moralpredigerin #1 der Nation, und beschwert sich dann auch gleich wegen der gleichgläubigen Konkurrenz. Weil sie es wagen,die selbe Taktik fahren zu wollen. Genial!

    So gelte die „Ehe für alle“ als der größte Beweis für den gesellschaftlichen Verfall. Zwar enthalte die Bibel Stellen, die sich gegen Homosexualität aussprächen. Sie bezögen sich jedoch auf das Verhältnis von Herren und Sklaven und seien nicht vergleichbar mit heutigen Liebesbeziehungen.

    Bin gespannt, wie diese hochintelligente theologische Schlussfolgerung der RKK schmackhaft gemacht werden kann. Vom Papst über die Kardinäle und Bischöfe, bis hinunter zu den Priestern, ist man nunmal anderer Meinung. Homosexualität sei eine glasklare Sünde, die im Keim erstickt gehöre. Wie möchte Fr. Bednarz dies nun ändern? Ihre theologische Argumentation ist bestimmt nachvollziehbar logisch und stringent genug, selbst dem Akademikerpapst Ratzinger umzuhauen, oder? 😉

  5. #5 von Unechter Pole am 22. Juni 2018 - 20:07

    Na endlich wieder! Ich hatte schon Drögenentzugserscheinungen.

  6. #6 von Willie am 23. Juni 2018 - 01:47

    muss aber glaubwürdiges und unglaubwürdiges Christsein unterscheiden.

    So wie man das bei Kirchenaustritten macht? UnglaubwÜurdiges Christ sein nur mit aktuellem Austrittspapier, dann aber immer noch nicht frei vom Christ sein da ja getauft=

  7. #7 von aranxo am 24. Juni 2018 - 21:11

    Ich darf mal dran erinnern, dass das, was die AfD heute vertritt, mit Sicherheit linker ist als das, was CDU/CSU vor ca. 40-50 Jahren vertreten haben. Und damals durften sie sich der Unterstützung der Kirchen noch voll und ganz sicher sein. Man darf sich also schon die Frage stellen, wie es da um die Glaubwürdigkeit der Kirchen bestellt ist, wenn man sich derart politisch gedreht hat.

    Von der Glaubwürdigkeit der Glaubensinhalte mal ganz abgesehen…

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