Gymnasium verleiht Burkinis für Schwimmunterricht

Soll eine Schule Burkinis an muslimische Schülerinnen verleihen? Ein Gymnasium in Herne macht genau das. Die Erfahrungen sind positiv, sagt der Schulleiter.

Die schrillen Reaktionen waren zu erwarten. Ein deutsches Gymnasium, das 20 Burkinis anschafft, um sie an muslimische Schülerinnen zu verleihen, damit sie am Schwimmunterricht teilnehmen können? Da schäumt das Netz, und auch Politiker nutzen die Chance, sich mal schnell zu positionieren.

weiterlesen:

[http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/herne-gymnasium-verleiht-burkinis-fuer-schwimmunterricht-a-1212518.html

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  1. #1 von dezer.de am 13. Juni 2018 - 09:46

    Wie wäre es mit ner Packung Aufklärung, für Schüler und Eltern, dass an einem gemischten Schwimmunterricht mit normaler Schwimmbekleidung überhaupt nichts verwerfliches ist. Und mit der klaren Botschaft, dass eine Ideologie die Mädchen das schwimmen verwehrt, eine Menge verwerfliches ist.
    P.S. Schlimm genug, dass wir überhaupt Kleidung benutzen um zu schwimmen.

  2. #2 von deradmiral am 13. Juni 2018 - 12:00

    @dezer
    Einige meiner Nachbarn haben sich schon beschwert, dass ich nackt bade…

  3. #3 von Elvenpath am 13. Juni 2018 - 12:03

    @dezer.de

    Ich finde es ok, irgendwo kann man auch mal Kompromisse machen. Die Kinder kommen zum Schwimmunterricht und das ist das Wichtige. Die muslimischen Mädchen wollen nur aus religiösen Gründen andere Schwimmbekleidung. Naja, who cares? Damit kann man leben, finde ich.
    Im übrigen tragen auch Leistungsschwimemr im Wettkampf häufig einen Schwimmanzug und nicht mehr nur ein knappes Höschen.
    Und Triathleten schwimmen auch ganz gerne mal im Ganzkörperneopren.

  4. #4 von totowaga am 13. Juni 2018 - 12:18

    @Elvenpath
    Ziemlich schlechtest Argument, dann könnte man z.B. auch sagen
    „Und Polizisten tragen Waffen, also sollte jeder Waffen tragen“….
    Ich bin da eher beim dezer

  5. #5 von Diamond Mcnamara am 13. Juni 2018 - 12:35

    Auf religiöse Argumente darf man mit religiösen Argumenten antworten: Wenn diese Mädchen,da sie nicht schwimmen lernen durften, ersaufen, so ist dies Allahs Wille.Inscha-allah. Wenn sie nicht ertrinken,so ist dies auch alllahs Wille. Inscha-allah. Es fällt kein Blatt vom Baume, ohne dass Allah es nicht will und es ertrinkt kein verdummkorantes Mädchen, wenn ER es nicht will.

  6. #6 von Gerry am 13. Juni 2018 - 12:56

    Das sind so die Momente, an denen ich froh bin, einen Schwanz und Eier zu haben.

    Da bekomme ich wenigstens nicht ständig zu hören, ich würde entweder zu viel oder zu wenig Stoff tragen.

  7. #7 von Jörn Dyck am 13. Juni 2018 - 13:01

    Ich bin für eine offensive Debatte. Ich bin aber nicht dafür, dass sie auf dem Rücken von Schulmädchen ausgetragen wird.

    Andererseits: Religiöse Privilegien, wenn sie mal gewährt wurden, kann man kaum jemals wieder abschaffen.

    Wie ist das in anderen Ländern, etwa Frankreich? Dort dürfen ja keine religiösen Symbole in der Öffentlichkeit gezeigt/getragen werden.

  8. #8 von Gerry am 13. Juni 2018 - 13:09

    Dort dürfen ja keine religiösen Symbole in der Öffentlichkeit gezeigt/getragen werden.

    Wie kommst Du denn darauf?

  9. #9 von Noncredist am 13. Juni 2018 - 13:34

    Weshalb schäumt das Netz und Politiker drehen bei sowas durch? Nur muslimische Mädchen sollen sowas tragen DÜRFEN. Und auch nur die, dessen Eltern einen hohen Wert auf der Admiralsskala haben. Nach dem Runplantschen im Wasser dürfen dien das Ding doch sowieso wieder ausziehen. Wie sieht es mit den unfreiwillig beschnittenen Jungs aus?

    Das Problem ist nicht die Kleidung, sondern die Religion. So wie bei Söders Kulturkreuz, was nun ebenfalls von Nichtgekrteuzigten „ertragen“ werden muss. Man sollte den Maßstab lieber nicht willkürlich anwenden, wie es der islamophobe Populismus es gerne hätte.

  10. #10 von dezer.de am 13. Juni 2018 - 14:23

    @Elvenpath: Ja, das stimmt, lieber in spezieller Badebekleidung, als garnicht. Eine Ausgrenzung hätte ein verheerenderes Signal zur Folge und ist für die Mädchen die schlechtere Variante. Ich hoffe nur, dass dieser Schritt auf die entsprechenden Gläubigen nicht falsch verstanden wird immer mehr zu fordern (getrennter Schwimmunterricht z.B.). (Dammbruchargument, ich weiss 😉 )

  11. #11 von ptie am 13. Juni 2018 - 14:28

    @totowaga
    was spricht denn deiner Meinung nach gegen die Benutzung eines Burkini? Vielleicht übersehe ich da was.

    Für mich stellt sich nur die Frage:
    Ist das Schwimmen in einer/m Burkini möglich?: Wenn ja, dann ist es ok.
    Etwas befremdlich, dass die Burkinis gestellt werden – meine Badehose wurde im Schwimmunterricht nicht gestellt , aber sei es drum, das ist mir persönlich egal.

  12. #12 von Diamond Mcnamara am 13. Juni 2018 - 14:35

    Da Alllah gerecht ist, muss ER mir auch meine Badehose bezahlen.

  13. #13 von Elvenpath am 13. Juni 2018 - 14:40

    @dezer.de
    Es ist ja ein Kompromiss. Beide Seiten müssen Zugeständnisse machen.

    @totowaga
    Vergleiche sind die allerschlechtesten Argumente. Und gerade ein Vergleich von Bademode mit Waffen ist, völlig daneben.

  14. #14 von uwe hauptschueler am 13. Juni 2018 - 20:21

    Die
    muslimischen Mädchen wollen nur aus religiösen
    Gründen andere Schwimmbekleidung.

    Wer glaubt, dass Töchter muslimischener Eltern etwas zu wollen haben, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

  15. #15 von Elvenpath am 13. Juni 2018 - 21:20

    @uwe hauptschueler
    Je nachdem,wie weit die Indoktrination fortgeschritten ist, wollen sie es auch.

  16. #16 von scottythecat am 13. Juni 2018 - 21:45

    Müssen die Söhne muslimischer Eltern auch einen Ganzkörperschwimmanzug tragen? Nein? Dann ist es Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und ungesetzlich in zivilisierten Ländern. Geht gar nicht.

  17. #17 von Willie am 13. Juni 2018 - 22:20

    Wurden die Burkinis auch genau untersuchr von Imamen oder so? Nicht dass dort irgendwo „Kreuzstiche“ verwendet wurden und damit heimilch das Christentum dahinen geschleust wurde. 😉

  18. #18 von aranxo am 13. Juni 2018 - 22:28

    Aber selbstverständlich findet eine Islamisierung nicht statt. Nie, nirgendwo.

    @dezer
    Eine Ausgrenzung ist es so oder so. Ob die Mädchen gar nicht mitschwimmen wollen/dürfen/können, oder ob sie es nur in anderer Keidung dürfen, es ist in beiden Fällen eine Selbstausgrenzung bzw. Selbstdiskriminierung. Gut, wenigstens dürfen sie schwimmen, aber sie werden sich nicht so dazugehörig fühlen wie die anderen. Und das ist auch exakt der Sinn der Übung des Burkinis, des Schleiers etc., denn das sollen sie auch nicht.

  19. #19 von ptie am 13. Juni 2018 - 23:15

    @scottythecat
    DIe Badekleiderordnung ist doch hierzulande ebenfalls unterschiedlich.
    Jungens müssen, im Gegensatz zu Mädchen, keinen Badeanzug oder Bikini tragen.
    Das ist hierzulande kulturelle Norm, in die wir hineingewachsen sind.
    Das Problem ist m.E. dass mit der Zuwanderung größerer Menschengruppen mittlerweile unterschiedliche kulturelle Normen gibt.

    Meiner Meinung gibt es keinen hinreichenden Grund auf die Verwendung eines Bikinis oder Badeanzuges zu bestehen.
    Es gibt m.E. wesentlichere Grundrechte, die es zu verteidigen gilt.

  20. #20 von scottythecat am 14. Juni 2018 - 00:23

    @ptie
    (ohne recherche) Hierzulande ist es üblich primäre, und sekundäre Genitalien (weibliche Brüste, Penis, Vagina) zu bedecken. Nicht mal Muslime behaupten meines Wissens, Haare, Schultern und Oberschenkel (z.B.) seien Genitalien.
    Mädchen einzuwickeln, ist hochgradiger Sexismus, ob kulturell oder ideologisch bedingt.

  21. #21 von Olaf am 14. Juni 2018 - 06:36

    Hmmmmmmmm, das Recht der Mädchen und Frauen schwimmen zu lernen damit sie nicht elendig ersticken wenn sie Mal ins Wasser fallen vs. Antiquitariasches Frauenbild ….
    Durch Zufall habe ich eben einen Schniedel und muss mir deswegen keine Gedanken machen …

  22. #22 von user unknown am 14. Juni 2018 - 07:24

    @Elvenpath:

    Die muslimischen Mädchen wollen nur aus religiösen Gründen andere Schwimmbekleidung.

    Das lädt, wahrscheinlich ungewollt, zur Interpretation ein, alle muslimische Mädchen wollten das (ob sie selbst, oder die Eltern, sei mal dahingestellt). In dem Artikel, den ich gelesen habe, stand, dass nicht alle moslemischen Schülerinnen mit einem Burkini stigmatisiert werden, sondern nur auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern nach einem Gespräch.

    @Uwe Hauptschüler

    Wer glaubt, dass Töchter muslimischener Eltern etwas zu wollen haben, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

    Ich glaube, dass es durchaus solche Eltern und Töchter gibt aber nicht an Weihnachtsmänner.

    @ptie:

    Etwas befremdlich, dass die Burkinis gestellt werden – meine Badehose wurde im Schwimmunterricht nicht gestellt ,

    Lt. Artikel wird bedürftigen Familien auch sonstige Sportbekleidung gestellt. Bezahlt wird es rein aus Spenden – lt. Artikel.

    @Olaf:
    Hmmmmmmmm, das Recht der Mädchen und Frauen schwimmen zu lernen damit sie nicht elendig ersticken wenn sie Mal ins Wasser fallen vs. Antiquitariasches Frauenbild ….

    Schwimmunterricht ist ordentliches Unterrichtsfach und da wir eine Schulpflicht haben ist es nicht Recht, sondern Pflicht.

    Durch Zufall habe ich eben einen Schniedel und muss mir deswegen keine Gedanken machen

    Durch Zufall lebst Du in einer Demokratie und nimmst am Gesetzgebungsprozess vermittels Wahlen teil, so dass Du Dir doch Gedanken machen musst. 😉

  23. #23 von K.Brückner am 14. Juni 2018 - 12:29

    Die Diskussion wurde an dieser Stelle schon mehrfach, leider auf sehr unterschiedlichem Niveau geführt. Eigentlich wollte ich mich genau deshalb an der Diskussion nicht mehr beteiligen. Auch wenn der Versuch bei manchem offenbar ganz sinnlos ist, muss ich zum wiederholten Mal feststellen: Religionsfreiheit ja aber nicht grenzenlos und bedingungslos. Da ist zum einen in unsere Verfassung, welche die Religionsfreiheit zum Glück garantiert und da gibt es die Menschenrechte, die ich deutlich über der Verfassung einordne. Zum anderen gibt es, die in unserer Gesellschaft üblichen kulturellen Standards, die auch beachtet werden müssen und über die immer wieder gestritten wird und teilweise auch gestritten werden muss. Nicht gestritten wird, hoffe ich wenigstens, über Selbstmordattentate und Beschneidungen auch für Männer. Ich halte beides für verfassungswidrig. Auch über die Gleichberechtigung von Mann und Frau sollte nicht gestritten werden. Sie gilt in unserer Gesellschaft umfassend, bedingungslos und unabdingbar. Diese Gleichberechtigung gilt damit auch für die Kleiderordnung. Und da geht es nicht wirklich um das Kopftuch oder um den Schwimmanzug, sie können von jedem angezogen werden, solange er oder sie es freiwillig machen und solange sich hinter diesem Kleidungsstück nicht irgend-welche religiösen Motive verbergen. Genau das verbirgt sich aber hinter dem religiös erzwungenem Kopftuch bzw. Beklei-dungszwang beim Schwimmen, auch dann wenn das Tragen angeblich freiwillig erfolgt. Das Kopftuch bzw. der Bekleidungs-zwang beim Schwimmen wird dann zur politischen Waffe, wenn damit Frauen diskreditiert, diffamiert und unterdrückt werden. Das sollten wir in unserem Kulturkreis nicht akzeptieren. Wir müssen begreifen, dass wir uns weltweit mitten in einem Kampf der Kulturen, westliche gegen religiöse Wertvorstellungen befinden. Diesen Kampf müssen wir in unserem eigenen Interesse offensiv führen und unsere Werte offensiv verteidigen. Freiheit gilt prinzipiell nicht grenzenlos, sie gilt nur relativ. Wer das nicht versteht, muss sich sein Paradies irgendwo anders suchen. D.h. und da werden sie aufschreien, unsere Verteidiger der totalen Freiheit, religöser Irrsinn muss immer mit allen demokratischen Mitteln bekämpft und durchgesetzt werden. Konkret, wer also sein Kind bzw. seine Frau nicht bzw. nicht mit der bei uns erlaubten Kleiderordnung schwimmen lässt, der muss am Ende, weil total uneinsichtig und Migrations unfähig, unser Land verlassen. Wir müssen nicht jeden religiösen Irrsinn tolerieren. Ich kann nur immer wieder wiederholen, wehrt den Anfängen ! Für mich ist das keine AfD Position, die ich niemals wählen würde und wählen werde und hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun. Es ist ausschließlich Teil unserer notwendigen Selbstverteidigung.

    K.Brückner

  24. #24 von user unknown am 14. Juni 2018 - 16:23

    @K. Brückner:

    Konkret, wer also sein Kind bzw. seine Frau nicht bzw. nicht mit der bei uns erlaubten Kleiderordnung schwimmen lässt, der muss am Ende, weil total uneinsichtig und Migrations unfähig, unser Land verlassen.

    Es ist aber auch schon häufig festgestellt worden, dass der Burkini kein traditionelles Kleidungsstück ist, sondern es ist eine junge Erscheinung und die Trägerinnen sind in Deutschland auch oft Deutsche, deren Väter nicht abgeschoben werden können, weil auch diese oft Deutsche sind.

    Ehemänner können sowieso nicht abgeschoben werden, wenn sie ihre Ehefrauen zum Tragen irgendwelcher Kleidung zwingen wollen, denn die Frauen sind selbst für sich verantwortlich so dass von erwartet werden kann, selbst gegen ihre Männer mit den Mitteln des Rechtsstaats vorzugehen (Anzeige wg. Nötigung). Die Frauen können gerne mit Rechtsberatung und, wenn nötig, Prozesskostenhilfe u. dgl. unterstützt werden.

  25. #25 von Willie am 14. Juni 2018 - 23:09

    Ich sage es mal so: Reliionsfreiheit ist nur dann eine Freiheit, wenn die Religion einem auch die Freiheiten gibt sie (ma) hinten anzustellen. Wer das nicht kann, der hat mit Einschränkungen und Konsequenzen zu leben.

    Bzgl. dem von @uu angebrachtem

    Es ist aber auch schon häufig festgestellt worden, dass der Burkini kein traditionelles Kleidungsstück ist, …

    Ich sehe es so, dass die Politik und auch die Gerichte dort einen Feher begehen, wenn sie dies zulassen oder gar fördern. Religionsfreiheit ist zwar ein Individualrecht, aber Religionsgemeinschaften sind keine Individuen und da reicht es aus, wenn von diesen best. relig. Kleidung gefördert wird.

    Im Bezug zur Schule stellen sich ja weitere Fragen:
    – Seit wann sind Schulen bei der Teilnahem an Mode- oder Zeiterscheinungen miteingebunden (worden)?
    – Wie begründet die Schule denn die Bereitstelltung, doch wohl nicht damit, dass man als Schule die liberalfen, freien Grundwerte nicht vermittelt bekommt und daher „ihre“ Jungs unabwendbar sexuell übergriffig werden?
    – Warum nur für mislimische Mädchen und nicht für alle als Badebekleidung?
    – Welchen Vorteil, abseit der muslimischen Religion, haben diese Burkinis fürs Schwmmen?

    Uwe lehnert hat gestern beim hpd einen Kommentar veröffentlicht, wo all diese kritischen Punkte angesprochen wurden. Man muss dem nicht immer zustimmen, aber die Grundaussage, dass unsere Politik sich wehrlos ergibt teile ich.

    https://hpd.de/artikel/offene-gesellschaft-und-ihre-feinde-und-ihre-fehlenden-freunde-15694

  26. #26 von user unknown am 15. Juni 2018 - 03:49

    @Willie:

    Ich sehe es so, dass die Politik und auch die Gerichte dort einen Feher begehen, wenn sie dies zulassen oder gar fördern.

    Ich denke das ist ein großer Unterschied, ob man Burkinis zulässt oder fördert.

    Wobei ich mit Förderung nicht die Kostenübernahme aus einem Spendentopf für die Kleidung betrachte – da diese allen Bedürftigen und nur bedürftigen Schülern, für Sportmaterial und ähnliches zukommt, so kann ich dem zustimmen.

    Ich bin nicht vertraut mit der schulischen Praxis, aber die Moslems sind nicht doof, die Kinder sind nicht doof – ich kann nicht beurteilen, wie viele ohne Burkiniangebot nachgeben würden und wie viele sich um den Unterricht drücken und tricksen würden.

    Wichtig ist, dass die Schule keine Werbung für die Kleidung macht, oder in vorrauseilendem Gehorsam allen moslemischen Mädchen einen Burkini nahelegt und in einem ausführlichen Artikel, den ich jetzt nicht mehr finde, stand, dass die Schule erst das Gespräch mit den Eltern sucht, und diese erst versucht zu überzeugen, dass der Burkini eine schlechte Wahl ist.

    Wenn es zu Gruppendruck unter den Moslems kommen sollte, dass immer mehr Burkini tragen wollen, dann sollte die Schule das Angebot überdenken. Wenn von 30 Kindern 15 Mädchen sind, und von denen 10 Moslems, und davon 1-2 Burkini tragen, sehe ich die Gefahr als nicht so groß.

    Ein Gymnasium meldet 15 Burkinis in 2 Jahren, also etwa in einem Jahr 7 und im zweiten 8, wenn ich das richtig verstanden habe. In meiner Gymnasialzeit gab es nur Phasenweise Schwimmunterricht, vielleicht 2-4 Jahre. Bei mehreren Parallelklassen wäre das wohl weniger als 1 Kind pro Klasse mit Burkini. Das klingt noch nicht nach möglichem Gruppenzwang.

    Ich bin zwar gegen Burkinis, aber das heißt nicht, dass ich für ein Verbot bin.

    Der Burkini ist m. E. schon ein Kompromiss, eben zwischen Totalverweigerung und Schwimmen wie die anderen. Und ich meine im Artikel vor ein paar Tagen stand auch, dass der Schwimmunterricht gemischt stattfindet.

    Ohne Druck auf Mitschülerinnen entfällt ein wichtiges Argument für ein Burkiniverbot. Man könnte noch sagen, dass man das Kind zu seinem Glück zwingen will, dass es die befreiende Erfahrung des leichtbekleideten Schwimmens machen soll. Ob das aber funktioniert ist zweifelhaft. Interessant wäre jetzt eine Zeitmaschine, um zu sehen, was eine Muslima, die selbst auf Geheiß der Eltern im Burkini schwimmen musste, ihren Töchtern vermitteln wird.

    Anders sieht das Bild bei erwachsenen Menschen aus, die für sich selbst entscheiden können. Aber auch hier gilt es zu fragen: Wem schadet es? Und die Paradoxie ist ja, dass man Freiheit nicht per Zwang verordnen kann.

    Man kann sogar fragen, ob es nicht praktisch ist, wenn man die Entwicklung fundamentalistischen Gedankenguts im Freibad Jahr für Jahr abzählen kann.

    Im Bezug zur Schule stellen sich ja weitere Fragen:
    – Seit wann sind Schulen bei der Teilnahem an Mode- oder Zeiterscheinungen miteingebunden (worden)?
    – Wie begründet die Schule denn die Bereitstelltung, doch wohl nicht damit, dass man als Schule die liberalfen, freien Grundwerte nicht vermittelt bekommt und daher „ihre“ Jungs unabwendbar sexuell übergriffig werden?
    – Warum nur für mislimische Mädchen und nicht für alle als Badebekleidung?
    – Welchen Vorteil, abseit der muslimischen Religion, haben diese Burkinis fürs Schwmmen?

    Darf ich lösen?

    a) Schon immer. Vielleicht hat ja jmd. Eltern oder Großeltern griffbereit um zu fragen, seit wann Mädchen im Schwimmunterricht Bikini tragen dürfen. Über Bauchfrei und Hotpants wird auch gelegentlich gestritten. Jeans mussten von aufsässigen Jugendlichen m.W. in der Nachkriegszeit als erlaubte Kleidung erst durchgesetzt werden – demnächst sollen sie sogar in Bayern legal werden. 😉

    b) Nun, das Argument übergriffiger Männer ist ja ein doch oft ein burschikos vorgebrachter Strohmann, seien wir ehrlich. Erst bringt man die Moslems dazu, eine religiöse Vorschrift rational zu begründen, dann fallen sie auf den Trick rein und schustern sich schnell was zurecht und dann tut man so, als nähme man diese Erklärung für voll. Da ist ja doch kein legitimes Verfahren.
    Ebenso könnte man sagen, die Christen dürfen kein Freitags kein Fleisch essen, damit sie Fisch essen, und ein gewisses Maß an Fisch ist gesund wg. Omega-3-Fettsäuren. Logisch – das wussten schon die Kirchenväter!

    c) Theoretisch müsste m. E. die Schule jedem Mädchen, dass einen Burkini tragen will, das erlauben, denn eine Bevorzugung oder Benachteiligung aufgrund der Religion darf die Schule nicht tolerieren. Allerdings dürfte praktisch die Nachfrage nach Burkinis von Nichtreligiösen stabil bei 0 verharren. Als subversive Aktion wäre das mal ein Experiment wert. Wenn sich unter dem Burkini eine schmutzige Kuffar befinden kann und dieser kein Distinktionsmerkmal ist für besonders Fromme – verliert er dann nicht seinen Reiz? Ich denke ja, aber nicht von heute auf morgen und das müsste so breitflächig geschehen, dass man damit nicht rechnen kann.

    d) Keine.

    Uwe Lehnart stimme ich auch nicht in allen Punkten zu, aber vieles was er sagt gehört diskutiert.

    Die Politik hat erst – ich meine zu recht – Werbung für die dt. Staatsangehörigkeit gemacht, die langjährige Mitbürger ergreifen sollen. Jetzt sind das potentielle Wähler, um die es Wettbewerb gibt.

    Die Säkularen/Agnostiker/Atheisten/Laizisten und religiös Indifferenten werden zwar mehr und mehr und sind schon, als theoretische Gruppe, viel mehr, aber keine Gruppe mit Organisation und daher politisch gewichtlos.

    Einerseits ist es bedauerlich, weil man so viel zu wenig Einfluss hat. Andererseits ist es befreiend, dass man keine Anführer hat, von denen man sich ständig abgrenzen muss und deren Aufstieg in der Gottlosenhierarchie man mit Intrigen und Vereins-/Verbands-/Parteiarbeit ständig begleitet, um dann lautstark deren Verrat zu beklagen um sich einer anderen Splittergruppe anzuschließen, bei der es nach wenigen Jahren genauso läuft.

  27. #27 von dezer.de am 15. Juni 2018 - 09:13

    Nur als Einwurf: Ich kann den Einwand verstehen „lieber mit Burkini als garkein Schwimmunterricht“, teile ihn sogar weill er praxisnah ist, ABER Unterricht ist verpflichtend, Eltern können nicht bestimmen ob oder an welchem Unterricht ihr Kind teilnimmt oder fernbleibt. Dies kann auch polizeilich durchgesetzt werden.
    Kleines Negativbeispiel aus der Schweiz, welcher die sexistischen Gedanken dahinter offenbart und weshalb wir nicht immer „tolerant“ sein sollten:
    „Das Mädchen marokkanischer Abstammung lehnte es auch ab, wie manche ihrer Mitschülerinnen einen Burkini zu tragen. Ihre Argumentation: Ein solcher Ganzkörper-Badeanzug lasse nass trotzdem die Körperkonturen erkennen. Außerdem fühlte sich die Gymnasiastin durch den Anblick ihrer leicht bekleideten Mitschüler behelligt.“

  28. #28 von Willie am 15. Juni 2018 - 23:52

    @uu

    Deine Argumente sind durchaus mitbedenkenswert, wobei ich dennoch dieses in „Vorleistung gehen“ durch die Schulen nicht richtig finde. Das macht man in anderen rel.-musl. Bereichen auch und dain sehe ich nicht Gutes fŕ eine säkulare Zukunft.

    Deine Lösung a) kommt mir fast schon „pastoral“ vor, da Du den Punkt „sind Schulen bei der Teilnahme“ außen vor läßt, d.h. der Erwerb. Zeig mir eine Schule, die ihren Schülern dort Modeartikel kauft und den Kids zur Verfügung stellen.

    Ich habe auch keineLÜosung dieser Probleme, außer eben, dass man staatlicherseit endlich NeutralitÜät lebt und dies auch möglichst an staatl. Einrichtungen einfordert und umsetzt. Zur gelebten Religionsfreiheit, die ja oft dort von musl. Seite eingefordert wird, gehört es eben auch, dass man sich zeitweise von Religion frei machen kann und muss.

    @dezer

    Nur als Einwurf: Ich kann den Einwand verstehen „lieber mit Burkini als garkein Schwimmunterricht“, teile ihn sogar weill er praxisnah ist, ABER Unterricht ist verpflichtend,

    Reine Unwissenheit. Ist dem so, dass Schwimmunterricht heute, neben dem allgem. Sportunterricht, verpflichtend ist?

    Ich finde dabei die politische Zweischneidigkeit zum k*. Bei alten Menschen soll die Selbstbestimmung mǵlichs aufgehoben werden (Sterbehilfe), aber bei unmúndigen Kids sollen auf einmal die Entscheidungsfähig sein.

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