Forum Deutscher Katholiken kritisiert Jens Spahns Homosexualität

Der Vorsitzende des erzkatholischen Verbands wirft dem CDU-Politiker vor, mit seiner Homosexualität eine „schlimme Abirrung“ auszuleben.

Hubert Gindert, der Vorsitzende des „Forums Deutscher Katholiken“, hat dem CDU-Politiker und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einem Blog-Beitrag vorgeworfen, aufgrund seiner ausgelebten Homosexualität und der Unterstützung der Ehe für alle kein „Vorzeigekonservativer“ und kein „Hoffnungsträger für die Katholiken in der CDU/CSU“ zu sein.

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[http://www.queer.de/detail.php?article_id=31333

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  1. #1 von deradmiral am 11. Juni 2018 - 12:00

    Christian Schindelhauer, der Teilnehmer des erzatheistischen Ketzerpodcast, wirft Hubert Gindert vor, mit seinem Katholizismus eine „schlimme Abirrung“ auszuleben.

  2. #2 von klauswerner am 11. Juni 2018 - 12:09

    Herr Gindert hat absolut recht. Es gibt einen Katechismus, ja sogar ein Kirchenrecht (CIC)- und das ist eindeutig. Da haben sich alle Katholiken dran zu halten. Und dann gibt es noch die Dogmen. Wenn man die ablehnt ist man automatisch exkommuniziert, also nicht mehr Mitglied der kirchlichen Gemeinschaft (nur noch kirchensteuerrechtlich).

    Also gilt für jeden Katholiken die klare Regel: Erst muss sich das CIC ändern, dann kann ich auch mein Leben wiederum daran anpassen. Und nicht umgekehrt.

    Das ist absolut analog zum weltlichen Recht. Ich kann nicht LAdendiebstahl begehen und die Strafbarkeit des Ladendiebstahls einfach mal so für mich persönlich ablehnen. Sollte das Gesetz den Ladendiebstahl mal straffrei machen, ok, dann sieht es anders aus.

    Einzig was die Katholiken machen können, was weltlich schwerer geht: Aus dem Verein austreten, dann gilt auch das CIC, die Dogmen, der Katechismus nicht mehr. Aber dann darf man sich auch nicht mehr als Katholik bezeichnen.

    Alles andere, wie Spahn (und viele andere) es tut, ist inkonsequent.

  3. #3 von klauswerner am 11. Juni 2018 - 12:11

    Christian Schindelhauer hat unrecht – die eigentlichen Abirrer sind die andern, die meinen kath. Recht gehe sie im Altag nix an.
    Die vielen Mitglieder im Tennisverein, die lieber Billiard spielen möchten.

  4. #4 von m0ebius am 11. Juni 2018 - 12:12

    Die „schlimme Abirrung“ sehe ich bei Jens Spahn eher in ganz anderen Punkten. Ich finde es schon erstaunlich, wie jemand, der persönlich ganz erheblich vom liberal/linken Projekt der Gleichberechtigung Homosexueller profitiert hat, anderen emanzipatorischen Bestrebungen derart borniert entgegentreten kann.

  5. #5 von Diamond Mcnamara am 11. Juni 2018 - 12:55

    Forum Deutscher Katholiken: Bitte weiter so! Danke.

  6. #6 von Jörn Dyck am 11. Juni 2018 - 13:34

    Schlimm, dass diese miesen Typen nicht davor zurückschrecken, einzelne Personen herauszugreifen und auf deren privaten Angelegenheiten öffentlich herumzutrampeln.

    Es wäre doof genug, allgemein über „die Homosexuellen“ zu schwadronieren; aber konkrete Personen zu diskreditieren ist einfach unterirdisch.

    Aber diese Leute sind so geblendet von ihrer angeblichen Güte und Rechtschaffenheit, dass sie ihre eigene Schlechtigkeit nicht mehr sehen.

    Übrigens wird hier „katholisches Recht“ über staatliches Recht gestellt. Jens Spahn hat geheiratet, als es gesetzlich erlaubt wurde. Er hat sich auf Punkt und Komma an die Buchstaben des Gesetzes gehalten. Nun wird ihm vorgeworfen, dass er den Vorrang des „katholischen Rechts“ nicht anerkannt habe. Dies wird auf eine Weise formuliert, die suggeriert, dieser Vorrang wäre ganz selbstverständlich, und als wären alle verblüfft, dass sich jemand stattdessen an die deutschen Gesetzen gehalten hätte.

    Den Katholiken fällt gar nicht auf, dass sie selbst gegen die Gesetze verstoßen.

  7. #7 von klauswerner am 11. Juni 2018 - 14:02

    @Jörn Dick: Wieso verstoßen die Katholiken gegen geltendes Recht? Die dürfen sich doch verschärfte Regeln geben und jeden aus ihrem verein rausschmeißen, der sich nicht dran hält. Das ist doch nicht verboten, oder?
    Machen sie doch laufend: Scheidung ist verboten, Abtreibung, Verhütung, …
    Dafür Pflicht zum Sonntags-Gottesdienst usw.

    Wenn die wollen dürfen die die Mitgliedschaft im Verein von solchen verschärften Regeln abhängig machen, ist völlig legal.

  8. #8 von K.Brückner am 11. Juni 2018 - 14:10

    Dass Jens Spahn noch Mitglied der katholischen Kirche ist, wirft kein gutes Licht auf ihn. Auf die Kommentare irgendwelcher religiöser Fundamentalisten muss man nicht mehr eingehen. Sie sind einfach nur unbelehrbar und dumm.

    K.Brückner

  9. #9 von Jörn Dyck am 11. Juni 2018 - 14:20

    @klauswerner: Wenn man es nicht zu wörtlich nimmt (man muss sich hier ja kurz fassen), verstoßen die Katholiken insofern gegen das Recht, als sie ihre Mitglieder durch Psychoterror nötigt, von ihren Rechten keinen Gebrauch zu machen. Was würden wir davon halten, wenn der Deutsche Sportbund jeden Verein ausschlösse oder auch nur kritisierte, bei dem Frauen ein Wahlrecht ausüben? Hier könnte man auch sagen: „Rechtlich gesehen dürfen die Frauen wählen — sie verzichten aber freiwillig! Jehowa!“

  10. #10 von Deus Ex Machina am 11. Juni 2018 - 18:07

    “ aufgrund seiner ausgelebten Homosexualität und der Unterstützung der Ehe für alle kein „Vorzeigekonservativer“ und kein „Hoffnungsträger für die Katholiken in der CDU/CSU“ zu sein.“

    –> Ja! Nach den Regeln dieses Vereins eine durchaus korrekte Aussage. Und das sollten sich alle Homosexuellen in den Kirchen mal genau überlegen.

  11. #11 von Willie am 11. Juni 2018 - 23:46

    Ist das eine metaphorische Steinigung?

  12. #12 von F. M. am 12. Juni 2018 - 02:18

    @klauswerner

    Alles nett geschildert, aber nicht ganz richtig. Auch wenn man exkommuniziert ist, ist man immer noch katholisch, Mitglied der Kirche und somit dem Kirchenrecht unterworfen. Noch nicht einmal wenn man selbst austritt, ist man aus der Kirche raus. Austreten kann man nur vor den Zivilbehörden, die dann die Kirchensteuer nicht mehr einziehen und abführen. Die Kirchensteuerpflicht gegenüber der Kirche besteht weiterhin. Das heisst im Extremfall könnte es bei einer Bitte um Aufhebung der Exkommunikation dazu kommen, dass die Kirche die ihr entgangene Kirchensteuer nachfordert. Ich kenne solche Fälle aus den sechziger Jahren. Da aber heute wirklich absolut niemand mehr zurückkommen würde, wenn man eine Nachzahlung von zigtausend Euro Kirchensteuer einfordern würde, wird praktisch immer von vornherein darauf verzichtet.
    Die Exkommunikation bedeutet lediglich den Ausschluss von den Sakramenten, aber Mitglied der katholischen Kirche ist man in deren Augen und nach deren Rechtsprechung als getaufter immer, weil durch die Taufe ein unauslöschliches Merkmal der Seele eingebrannt wird.
    Ist tricky und hat schon so manches Leid verursacht, wenn ein exkommunizierter sich in die falsche Person verliebt hat.
    So wie zum Beispiel ich in den sechzigern. Ich war zwar noch nicht exkommuniziert, habe mich aber in ein evangelisch getauftes Mädchen verliebt. Schlecht! Mischehe drohte, gegen die ich wenige Jahre zuvor in der Unterstufe noch Gebetchen auswendig lernen musste. Sehr schlecht! Und das in einer bayerischen Kleinstadt! Gaaanz schlecht. Und sie war Schülerin einer katholischen Klosterschule. Ja, das ging, aber ihr gings dort extrem schlecht und ich wurde deswegen vom Gymnasium gemobbt. Von den Lehrern.
    Wir haben dann doch geheiratet, diese bayerische Kleinstadt verlassen und feiern demnächst goldene Hochzeit. Und sind natürlich beide exkommuniziert, wegen Austritts aus der Kirchensteuer. Halleluja!

  13. #13 von klauswerner am 12. Juni 2018 - 10:28

    @F.M.: Glückwunsch 🙂
    Ich kenne auch in der eigenen Familie einen scheußlichen Fall in dem es Ende der 50er um eine Mischehe ging – viel Zwist in der Familie, der Vater (mein Opa) hat als kath. Gemeinderat und Konrektor jahrelang nicht mehr mit dem eigenen Sohn verkehrt, weil der eine evangelische geheiratet hat – damals gab es ja auch die scheußlichen Predigten zur Mischehe in den kath. Kirchen. Und allen wurde gesagt, das die Kinder aus diesen Ehen Bastarde sind, zu Verbrechern würden, die Ehen illigitim seien und der Mann hier jederzeit seine „Frau“ wieder verlassen könne, …
    Auf Spiegel Online im Archiv sind einige böse Berichte aus dieser Zeit.

  14. #14 von Skydaddy am 12. Juni 2018 - 12:16

    Mich stört an der Queer-Darstellung, dass so getan wird, als ob Gindert oder das Forum Deutscher Katholiken irgendeine kleine Gruppe extremer Spinner sei.

    Ok, sie sind eine Gruppe von Spinnern – aber sie geben hier die offizielle katholische Position völlig korrekt und in keiner Weise verzerrt wieder.

    Natürlich kann ein bekennender Schwuler (zumal aus katholischer Sicht) kein Vorzeigekonservativer sein.

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