„Gläubige sind nicht irrationaler als Atheisten“

Links, feministisch, kirchenfern – so sah sich die Journalistin Valerie Schönian, bevor sie für ein Internetprojekt einen Priester ein Jahr lang durch den Alltag begleitete. Inzwischen versteht sie, warum Menschen glauben. Und: Es sei besser, Halt bei einer Kirche zu finden als in der AfD, sagte sie im Dlf.

(…)

Schönian: Was mich von Anfang an gefesselt hat, war die Zärtlichkeit von Franziskus, die bei diesem Akt in seinem Blick liegt, was das alles ausgestrahlt hat. Und mittlerweile sehe ich nicht, hinterfrage ich nicht mehr, ist da jetzt Jesus in diesem pappigen Plätzchen oder in dieser Hostie? Sondern ich sehe einfach, dass da hunderte Menschen stehen, die diese Gemeinschaft feiern und ihren Glauben feiern. Das hat mittlerweile etwas Anziehendes. Ich glaube, dass die Katholiken und Christen – oder Gläubige allgemein – nicht irrationaler sind als die meisten von uns.

weiterlesen:

[http://www.deutschlandfunk.de/valerie-und-der-priester-glaeubige-sind-nicht-irrationaler.886.de.html?dram:article_id=418456

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  1. #1 von Gerry am 23. Mai 2018 - 10:37

    Es sei besser, Halt bei einer Kirche zu finden als in der AfD

    Pest ist also besser als Cholera….

    Und mittlerweile sehe ich nicht, hinterfrage ich nicht mehr, ist da jetzt Jesus in diesem pappigen Plätzchen oder in dieser Hostie?

    Gehirnerweichung im fortgeschrittenen Stadium, wie bei Harald Lesch.
    (sehr empfehlenswert dazu der Ketzerpodcast 50.2 „Lesch-Bashing“)

  2. #2 von spritkopf am 23. Mai 2018 - 11:04

    Ich glaube, dass die Katholiken und Christen – oder Gläubige allgemein – nicht irrationaler sind als die meisten von uns.

    Genau. Schließlich ist der Atheismus auch irgendwie eine Religion. Und Nicht-Briefmarkensammeln auch irgendwie ein Hobby. Und OFF auf der TV-Fernbedienung auch irgendwie ein Fernsehkanal. [/irony]

    Was für ein unreflektierter Mumpitz.

  3. #3 von Charlie am 23. Mai 2018 - 11:09

    Wenn man alles ignoriert, ist nichts mehr irrational, ganz einfach. Der Atheismus an sich kann nicht irrational sein, nur wenn der Atheist an Verschwörungstheorien, Homöopathie etc. glaubt, ist er irrational.

  4. #4 von Deus Ex Machina am 23. Mai 2018 - 12:38

    „Es sei besser, Halt bei einer Kirche zu finden als in der AfD, sagte sie im Dlf.“

    –> Oh, bitte! Die Kirchen ist schon über Jahrhunderte hinweg überall dort gewesen, wo die AfD noch erst hin müsste. Stellenweise haben die diese finsteren Orte doch überhaupt erst erschaffen!

    „Und mittlerweile sehe ich nicht, hinterfrage ich nicht mehr, ist da jetzt Jesus in diesem pappigen Plätzchen oder in dieser Hostie? Sondern ich sehe einfach, dass da hunderte Menschen stehen, die diese Gemeinschaft feiern und ihren Glauben feiern.“

    –> Ok, Aus die Maus, hier breche ich diesen Schmus ab. Und diese doofe Schnepfe nennt sich Journalistin? Und will über die Ir/rationalität von Atheisten befinden? Wenn sie doch selbst zugibt, dass sie inzwischen ihren kritischen Verstand an der Kirchenpforte abgegeben hat, weil da so „ein paar good vibrations“ herrschen? Was hätte sie wohl zu einem Treffen des KKK, der Scienetology oder NSDAP-Parteitag geschrieben?

    Unterirdisch!

    Geht das Geblubber eigentlich die ganze Zeit so weiter? Sagt es mir, wenn ihr den Text durchgehalten habt!

  5. #5 von Elvenpath am 23. Mai 2018 - 16:08

    Gab es nicht eine Studie, die belegte, dass religiös Gläubige eher zu (anderem) Aberglauben neigen, als Nichtreligiöse?

    Im Übrigen halte ich es da mit Michael Schmidt-Salmon: Religiösität ist keine individuelle Minderbegabung, oder fehlender IQ. Es ist eine erworbene Denkschwäche in einem bestimmten Bereich. Ein blinder Fleck für die Logik und die Vernunft. Das Gleiche dürfte für den Rationalität gelten.

  6. #6 von Noncredist am 23. Mai 2018 - 16:23

    Schade. Wieder danebengegriffen. Die Emotion hat mal wieder gesiegt.

    Ja, es war ein Werbeprojekt für die katholische Kirche, das war aber für mich okay, weil mir journalistische Freiheit zugesichert wurde und das für mich das Wichtigste war.

    Und wieder nichts geliefert. Selbst die Frauenfeindlichkeit schmolz weg wie Butter in der Sonne. Möge sie innerlich geplatzt haben … das diese irrationale Gruppe, die ihre Leitlinien archaischen undemokratischen Strukturen verdankt, noch immer als „besser als AfD oder Dschihad“ daherkommen kann, dürfte Bände sprechen. Nichts, aber auch gar nichts kritisches wurde konsequent durchgezogen. Alsbald ein magisches Keksritual mit dem Glauben erklärt wird, bleibt die rationale Weltanschauung auf der Strecke. Sie fällt auf den uralten theologischen Trick ein und lässt sich an allen Stellen brav von den Rhetorikern aufs eigene religiöse Glatteis führen.

    Dafür wird ja gerne Geld ausgegeben. Das lässt die Kirche gerne „über sich ergehen“. Schade. Wieder nichts. War zu erwarten 😉

  7. #7 von Thomas R. am 23. Mai 2018 - 17:12

    „Gab es nicht eine Studie, die belegte, dass religiös Gläubige eher zu (anderem) Aberglauben neigen, als Nichtreligiöse?“

    Darauf kann man doch eigentlich auch schon durch logisches Denken kommen. Religiotie ist evidenzwidriges Glauben. Was sollte jemanden, der einen Blödsinn glaubt, davon abhalten, auch noch anderen Blödsinn zu glauben? Schon eine einzige irrationale Überzeugung kann zum Dammbruch in Richtung Wahnsinn führen. Es gibt also keine wirklich harmlosen Formen des Irrationalismus.

  8. #8 von dezer.de am 23. Mai 2018 - 17:23

    Eine dreiste unmenschliche Lüge kann sicher zärtlich präsentiert werden, aber es bleibt trotzdem ein monströses Lügengebäude,

  9. #9 von kereng am 23. Mai 2018 - 18:05

    … die Sektlaune feiern und den Vollrausch feiern. Das hat mittlerweile etwas Anziehendes. Ich glaube, dass die Alkoholiker und Kiffer – oder Süchtige allgemein – nicht irrationaler sind als die meisten von uns.

  10. #10 von Marco Krieger am 23. Mai 2018 - 18:16

    „Ich glaube, dass die Katholiken und Christen – oder Gläubige allgemein – nicht irrationaler sind als die meisten von uns.“

    Ich denke, dass das ausgemachter Unfug ist. Wenn Atheisten im gleichen Masse irrational wären, wie es religiöse Menschen in Bezug auf ihren Glauben sind, dann gäbe es keine Atheisten.
    Die rationale Herangehensweise an die Gottesbehauptung macht Atheismus überhaupt erst denkbar.
    Sorry, aber diese Journalistin hat nicht verstanden, was Atheismus ist und ist auf dem schmierigen Parkett des Gemeinschaftsgefühls gelandet.
    Mit exakt der gleichen emotionalen Reaktion werden Menschen von jeder Religion eingefangen und „nutzbar“ gemacht.
    Man muss erst auf einen unüberwindlichen Kerngedanken in einer Religion stossen, um durch die Auseinandersetzung mit diesem Stolperstein auf die irrationale Grundlage des fraglichen Glaubensgegenstandes aufmerksam zu werden.
    Die Frau hat sich sehr weit von einer journalistischen Ethik entfernt.

  11. #11 von Deus Ex Machina am 23. Mai 2018 - 18:47

    @ Marco Krieger:

    Eine sehr schöne Gegenüberstellung von dir: ihr „Ich glaube, dass ….“ gegen dein „Ich denke, dass …..“.

    Als ich Schönians Aussagen las, war meine erste Reaktion: Ja, Mädchen, GLAUBEN kann man extrem vieles, vor allem sehr viel Irrationales!“ Aber „Denken“ ist dann doch eher mit der Ratio in Verbindung. Aber diese „Journalistin“ diskreditiert sich ja von Satz zu Satz mehr.

  12. #12 von Marco Krieger am 23. Mai 2018 - 19:10

    @Deus Ex Machina

    Danke.
    Ich halte, wie ich schon öfter schrob, die klare Entscheidung für das Wort „denken“ und die Vermeidung des Wortes „glauben“ für durchaus wichtig im Zusammenhang Atheismus/Theismus.
    Durch die Gewöhnung der Theisten an den gegensätzlichen Term erlangen wir zum einen die Deutungshoheit über den Begriff und zum anderen lassen wir damit keinen Raum für Konterargumente a la:…du glaubst ja auch an etwas…
    Das tue ich nämlich nicht…ich habe über etwas nachgedacht und die Frucht dieses Denkprozesses ist nicht der Glaube sondern die These.
    Aber ich glaube nicht an die These, in der Art, wie Gläubige an ihren Gott glauben.

  13. #13 von Thomas R. am 23. Mai 2018 - 20:07

    @ Marco:

    Das Thema hatten wir ja hier schon mal: https://blasphemieblog2.wordpress.com/2018/03/25/vom-atheismus-abgefallen. Um Aussagen glauben zu können, muß man sie erst einmal wissen. Nicht Wissen und Glauben bilden also einen Gegensatz, sondern Wissen und Nichtwissen, bzw. gerechtfertigtes und ungerechtfertigtes Glauben. Trotzdem spricht natürlich nichts gegen eine möglichst konsequente Vermeidung des Glaubensbegriffes, wenn man es mit Irrationalisten zu tun hat.

  14. #14 von uwe hauptschueler am 23. Mai 2018 - 21:28

    „…Ich glaube, dass die Katholiken
    und
    Christen…“

    Katholiken sind etwas anderes als Christen. Zumindest das hat sie richtig erkannt.

  15. #15 von Willie am 24. Mai 2018 - 00:46

    „Es sei besser, Halt bei einer Kirche zu finden als in der AfD, sagte sie im Dlf.“

    Naja, beiden wohnt inne, dass sie nur alles durch die negative Brille betrachten können. Bei den Religionen, bes. den monotheistischen, ist es ein „Du bist nichts, du bist der letzte Deck (Wortspiel) und voller Sünde. Die bekommst du nie weg und selbst wenn du Bonuspunkte auf Erden durch Gottgefälligkeit angesammelt bist du nicht vor dem strafenden „Letzten Gericht“ sicher. Dort geht die Quälerei dann weiter, wen nicht in einem ewiglich brennenden Feuerofen, dann spätestens ab dem Punkt, wo die Ewigkeit dir alles Neue und Interessante gegeben hat und du vor Langeweile gerne weg sein möchtest aber nicht kannst.

  16. #16 von Rene am 24. Mai 2018 - 11:38

    Auf jeden Fall hat sie sich der Strahlung gefährlich lange ausgesetzt. Spätfolgen können nicht ausgeschlossen werden.