Bischof Oster: Das Kreuz kann gar nicht „nur benutzt“ werden

Für Oster könne das Kreuz gar nicht „in einem letzten Sinn“ nur benutzt werden, da selbst, wenn benutzt und verfügt wird, immer „ein Rest von Unverfügbarkeit“ bleibe, weil eben „ein Gekreuzigter für den nur menschlichen Blick“ noch kein Heilszeichen ist sondern gut biblisch „Ärgernis oder Torheit“ sei. „Das Kreuz kommt bleibend „von außen“, es kommt von Gott in die menschliche Welt, in unsere Welt, in der wir so gerne über alles verfügen und nicht selten auch alles zu Geld oder zum Wahlerfolg, zum Ruhm oder äußerem Wohlbefinden machen wollen. Es durchkreuzt solche letzten Ambitionen und verweist immer neu auf das Wesentliche, das weder der einzelne Mensch noch ein Staat letztlich nicht selbst herstellen, sondern nur empfangen kann.“

weiterlesen:

[http://www.kath.net/news/63820

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  1. #1 von Marco Krieger am 17. Mai 2018 - 13:41

    Stimmt der Text so, oder hat vom AMB jemand drüber geglückt?
    Wenn das der Originaltext ist, dann können Staaten die Voraussetzungen für ein vernünftiges Miteinander selbst generieren.

    Das kommt dabei raus, wenn man den ganz großen Rhetoriker geben will, aber mit der doppelten Verneinung auf dem Kriegsfuß steht.

  2. #2 von Elvenpath am 17. Mai 2018 - 17:42

    Das ist genau das,was ich als sinnloses Geschwurbel bezeichne. Viel Text ohne auch nur den geringsten Sinn.
    Eigentlich gehören Leute, die so was verzapfen in Behandlung.

  3. #3 von Charlie am 17. Mai 2018 - 17:50

    So schwurbelt man, wenn man durch das Theologiestudium verblödet wurde.

    „Das Kreuz kommt bleibend „von außen“, es kommt von Gott in die menschliche Welt, in unsere Welt,

    Ach so, ich dachte das Kreuz kommt von den Römern?

  4. #4 von Noncredist am 17. Mai 2018 - 18:33

    Ist wieder ein Text, den man als christlicher Balsam für die christliche Seele bezeichnen kann. Weder Fisch noch Fleisch.

    Zusammengefasst geht es um die Freiheit, sich ein Kreuz so subjektiv-frei wie möglich zu definieren. Deshalb verwundert es nicht, dass für einen christlichen Menschen das Kreuz eine andere Bedeutung besitzt als für einen Menschen, dessen Vorfahren unter den Kreuz-Rittern zu leiden hatten.

    Weshalb man in einer pluralistisch-freiheitlichen Gesellschaft mit verbrieflichter Religionsfreiheit eine „Vereinnahmung“ dieses Symboles eine denkbar schlechte Entscheidung sei, denn sie exkludiert alle Menschen, die mit jener Interpretation nicht einverstanden sind, wird vollkommen ausser Acht gelassen. Und ich bezweifle, dass die Politik die letztgültige Authorität besitzt, eine einzige Interpretation gesetzlich vorzuschreiben. Das letzte mal, als sowas hierzulande versucht wurde, erzeugte Millionen von Leichen. Söder fischt durch den Bezug auf das Kreuznationale anscheinend in einem sehr bestimmten Gewässer. Aber nicht alle erkennen in Söders ureigene unreligiöse Kreuzdefinition ein Problem. Manchmal gibt es nunmal Schlangenöl-Verkäufer, die diesen politischen Bonus der kostenlosen Werbung durch den Staat mit hoher Freude wünschen.

  5. #5 von Noch ein Fragender am 17. Mai 2018 - 19:32

    weil eben „ein Gekreuzigter für den nur menschlichen Blick“ noch kein Heilszeichen ist sondern gut biblisch „Ärgernis oder Torheit“ sei. „

    Das spricht doch dafür, Kreuze nur in Kirchen aufzuhängen, wo Gläubige mit religiösem Tunnelblick das Heilszeichen erkennen, und nicht in öffentlichen Gebäuden, wo viele „mit menschlichem Blick“ darin nur „Ärgernis und Torheit“ sehen.

    P.S. Die Christen sollten sich gut merken, dass das Kreuz „gut biblisch“ von Nichtgläubigen als Torheit angesehen wird und nicht immer gleich nach dem Staatsanwalt rufen, wenn einer diese Torheit zur Sprache bringt.

  6. #6 von Noncredist am 17. Mai 2018 - 21:12

    @Noch ein Fragender
    Leider geht Herr Oster einen komplett anderen Weg als Du wahrscheinlich vermutest. Die Zeile besagt „(..) ein Gekreuzigter für den nur menschlichen Blick noch kein Heilszeichen ist (..)“. Es impliziert ein Defizit („nur menschlicher Blick“) und das Potenzial zur Verbesserung („noch kein“). Das Ziel sei wohl ein religiöser Blick mit einer klaren Akzeptanz des Kreuzes als Heilszeichen.

    Weshalb ein „überall sichtbares“ Kreuz für ihn wichtig sei, erklärt er im Artikel ebenfalls mit folgenden Worten: „Und ich will dafürhalten, dass er [Söder] die Bayern auch stärken will im Bewusstsein, dass das Christentum und sein Gottesverständnis ein modernes Verständnis von Staat und Religion erst mit ermöglicht und begünstigt hat – auch wenn dieses Verständnis erst errungen worden ist in der Geschichte und nicht wie selbstverständlich immer schon da war.“

    Er setzt sich für die Kreuz-Show ein, denn nach seiner Überzeugung soll die „einzig korrekte“ Interpretation nunmal die christliche sein. Ein Kreuz ist ein christliches Symbol und deshalb sollten auch nur „christliche Verständnisse“ dafür gelten. Wenn jemand ein Problem mit einem religiösem Symbol besitzt, darf er gerne … ja nun was … das Land verlassen? Oder doch lieber Christ werden und das Zeichen endlich als das akzeptieren, was nicht anders zu akzeptieren ist: als ein Symbol des göttlichen Heils.

    Na? Klingt das nicht überzeugend? Aus demselben Grund sollte man meiner Meinung nach eine schöne Kollage von abgemagerten KZ-Insassen und dessen gefundenen Überresten in jeder Amtsstube „gut sichtbar“ anbringen. Man benötigt dafür noch nicht einmal eine aus Steuergelder finanzierte christliche Theologie. Es reicht ein simples Geschichtsbuch und etwas Empathie.

    Aber wir wissen ja: Die Wissenschaft erklärt ja nur, wie Menschen getötet wurden. Die Religion hingegen das „wieso“ 😉

  7. #7 von holey spirit am 18. Mai 2018 - 02:23

    „Das Kreuz kommt bleibend „von außen“, es kommt von Gott in die menschliche Welt, in unsere Welt, in der wir so gerne über alles verfügen […]. Es durchkreuzt solche letzten Ambitionen und verweist immer neu auf das Wesentliche, das weder der einzelne Mensch noch ein Staat letztlich nicht selbst herstellen, sondern nur empfangen kann.“

    Dieser beim ersten Lesen dadaistische Text ist kein „sinnloses Geschwurbel“, sondern eine in Zuckerwatte gepackte, nichtsdestotrotz knallharte Verteidigung des Naturrechts katholischer Prägung, wie es bereits von Benedikt XVI in seiner Bundestagsrede propagiert wurde.
    [https://starke-meinungen.de/blog/2011/09/27/intellektuelle-taschenspielertricks-benedikt-vor-dem-bundestag/

    Die versehentlich sinnumkehrende doppelte Verneinung, wie sie von Marco richtig erkannt wurde, ist zwar lustig, wird aber von den meisten Adressaten wohl eher überlesen bzw. überhört.

    Hinter Bischof Osters Aussage versteckt sich totalitäres Gedankengut: der feuchte Traum von einer klerikalfaschistischen Theokratie wie im Iran, nur mit homophoben, in goldbestickten Frauenkleidchen gewandeten Pfaffen an der Spitze, in deren absoluter Macht es steht, die einzig und alleingültige Wahrheit zu definieren und durchzusetzen.

    Die latente Gefährlichkeit des fundamentalen Katholizismus steht meines Erachtens der real wütenden des politischen Islamismus in Nichts nach. Die Katholiban aus Vatikanistan sind halt nur zur falschen Zeit am falschen Ort und verklausulieren deshalb ihre Allmachtsfantasien in klebrig-süßlichem Gesäusel. Wenn sie könnten, wie sie wollten, vermutlich täten sie es…

  8. #8 von Xeper am 18. Mai 2018 - 05:28

    Bishof Oster führt anschließend noch aus, worauf er mit dem Geschwurbel eigentlich hinaus will.

    „Das Kreuz bleibt auch unbequem und verunmöglicht Totalitarismus

    Wer aber das Kreuz wirklich anfängt ernst zu nehmen, der wird schnell begreifen, dass es auch unbequem ist, dass es herausfordert, dass es einlädt zur Demut, zur Gottes- und Nächstenliebe und zum Dienst am Anderen und am Gemeinwohl. Ich glaube, auch das kann man sehen: Wo das Kreuz in erster Linie machtpolitisch instrumentalisiert wurde, dort wendet es sich am Ende gegen den Instrumentalisierer: Kreuzzüge, Religions- und Konfessionskriege ließen sich hier anführen. Ein totalitäres gesellschaftliches Gebilde ist jedenfalls mit Berufung auf das Kreuz und den Gekreuzigten aus meiner Sicht radikal unmöglich. Ein Staat, der das Kreuz im tiefen Sinn des Wortes er-innert macht damit deutlich, dass er selbst keine totalitäre Organisation sein will, kann und darf, dass er sich auch als Staat nicht selbst quasi vergöttlichen darf, sondern dass er seine eigentlichen Grundlagen von woanders her empfängt.“

    und

    „Und ich will dafürhalten, dass er die Bayern auch stärken will im Bewusstsein, dass das Christentum und sein Gottesverständnis ein modernes Verständnis von Staat und Religion erst mit ermöglicht und begünstigt hat – auch wenn dieses Verständnis erst errungen worden ist in der Geschichte und nicht wie selbstverständlich immer schon da war.“

    Da kommt man tatsächlich nur drauf, wenn man zuviel Theologie studiert hat.

    https://stefan-oster.de/sag-wie-haeltst-du-es-mit-dem-kreuz-und-mit-markus-soeder/

  9. #9 von Thomas R. am 18. Mai 2018 - 07:42

    „Die Katholiban aus Vatikanistan sind halt nur zur falschen Zeit am falschen Ort und verklausulieren deshalb ihre Allmachtsfantasien in klebrig-süßlichem Gesäusel. Wenn sie könnten, wie sie wollten, vermutlich täten sie es…“

    Es ist wirklich der absolute Horror, sich vorzustellen, wie die Geschichte wohl verlaufen wäre, wenn dem Christenpack zu Zeiten seiner größten Machtentfaltung industrielle Menschenvernichtungsmittel zur Verfügung gestanden hätten. Dagegen kann man die Nazis mit dem, was sie in 12 Jahren angerichtet haben, fast schon niedlich finden.

  10. #10 von schiffmo am 18. Mai 2018 - 09:35

    Lieber Thomas R.,

    Die Katho-Regime haben die Menschenvernichtungsmittel nun mal nicht gehabt, kein Mensch kann wissen, was gewesen wäre, hätten sie sie gehabt. Daher ist Dein Nazivergleich komplett unangebracht, und das ein klarer Fall von Godwin’s Law. Du hast also die Diskussion zugunsten der Katholiken entschieden. Vielen Dank für Nichts!

  11. #11 von Thomas R. am 18. Mai 2018 - 14:45

    „Die Katho-Regime haben die Menschenvernichtungsmittel nun mal nicht gehabt, kein Mensch kann wissen, was gewesen wäre, hätten sie sie gehabt.“

    Man kann begründete Spekulationen anstellen. Vergleiche den Christenwahn mit dem Naziwahn und lies Deschner!

  12. #12 von Charlie am 18. Mai 2018 - 15:30

    @schiffmo

    Die Katho-Regime haben die Menschenvernichtungsmittel nun mal nicht gehabt, kein Mensch kann wissen, was gewesen wäre, hätten sie sie gehabt.

    Doch hatten sie!!!! In Kroatien gab es die katholischen KZs, dort wurden ethnische Säuberungen durchgeführt. Teilweise schlimmer als die Nazis in Auschwitz.

  13. #13 von schiffmo am 18. Mai 2018 - 16:15

    Dass die Katholiken (allen voran die Nomenklatura) tief im Arsch der Machthaber im dritten Reich steckten und dass sie unter Pavelic, Dollfuß, Schuschnigg und anderen eine maßgeblichere Rolle spielten, ist mir wohlbekannt. Der Behauptung, dass die Rolle der kath. Kirche (kk) insbesondere in den Vernichtungslagern eigenständiger war als in anderen faschistischen Staaten, möchte ich widersprechen. Ich finde eher Hinweise wie diese:
    Die Haltung der kk gegenüber der Ustascha war ambivalent
    Die Rassegesetze in Kroatioen wurden in Anlehnung an das NS-Deutschland eingeführt
    Auf die Schnelle nichts, was darauf hindeutet, dass die kk selbst Lager geführt hätte.
    Die Rolle der kk im damaligen Kroatien ist nationalistisch, regimestützend und widerwärtig, etwaiger Widerstand Einzelner genauso umsonst und nicht als kollektive Aktion der kk oder ihrer Führung zu betrachten, das ist keine Frage. Die kk hat ihren Teil an der Geschichte des Faschismus.
    Auch widerwärtig ist, dass (Teile der) kk im heutigen Kroatien nationalistisch handeln und agitieren und damit im Sinne eines „Nie wieder!“ auch heute eher zum Problem zählen als zur Lösung.
    Ich bleibe dabei: Ein Nazivergleich anstelle einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem Dreck, den die kk in der Vergangenheit und heute nachweislich am Stecken hat, ist absolut widerlich und unangebracht. Genau aufgrund dessen wird uns das in der Diskussion und in der Wahrnehmung auf die Füße fallen, und zwar ganz katastrophal und meines Erachtens mit Recht. Ich wende mich aus allen diesen Gründen entschieden dagegen.

  14. #14 von schiffmo am 18. Mai 2018 - 16:21

    Achja lieber Thomas R.:
    Du hast auch bei mir einen Reflex ausgelöst. Von Verfassern solcher unreflektierten Hass-Botschaften wie Deiner lasse ich mir sicher keine Literaturtipps geben.

  15. #15 von Thomas R. am 18. Mai 2018 - 17:13

    @ schiffmo:

    Die jahrhundertelangen Vernichtungsfeldzüge der Christen gegen alle Menschen, die ihnen aus irgendwelchen Gründen mißliebig waren, haben Leid und Tod in einem Ausmaß hervorgebracht, das die Verbrechen der Nazis WEIT in den Schatten stellt (lies Deschner!!). Sich vor diesem Hintergrund zu fragen, wie viel schlimmer wohl alles gekommen wäre, wenn die Christen zu ihren „besten“ Zeiten Technologien der Moderne hätten nutzen können, halte ich für absolut legitim. Und als Antifaschist muß ich mich ohnehin gegen ALLE Überzeugungssysteme wenden, die das ethische Gleichheitsprinzip verletzen. Diesbezüglich steht der Christenwahn dem Naziwahn in nichts nach.

    PS.: Ja, ich HASSE den Irrationalismus und mit ihm auch alle Religionen, weil sie die Erde seit Menschengedenken zu einem einzigen Folterkeller und Schlachthaus machen. Deshalb kann ich gut damit leben, daß Leute wie Du hyperventilieren, weil ich ALLE Register der Kritik am Irrationalismus ziehe.

  16. #16 von schiffmo am 18. Mai 2018 - 18:23

    Ich kann aber nicht mit Methoden wie Deiner leben, die sich aufs niedrige Niveau dieser Christen begeben und all denen damit Recht geben, die Atheisten auch nur für verblendete Grabenkämpfer halten. Damit erweist Du der Sache, für die Du vorgibst zu kämpfen, einen Bärendienst.
    Alle Register? Auch die des erkennbar eigenen emotional Getriebenseins? Auch das Register, zu erscheinen wie ein umgekehrter Kreuzritter?
    Die Jesuiten sind feinfühliger.

  17. #17 von Thomas R. am 18. Mai 2018 - 18:45

    „Ich kann aber nicht mit Methoden wie Deiner leben, die sich aufs niedrige Niveau dieser Christen begeben und all denen damit Recht geben, die Atheisten auch nur für verblendete Grabenkämpfer halten.“

    Davon kann man sie ohnehin nicht abhalten, weil sie den Unterschied zwischen rationalen und irrationalen Überzeugungen ebensowenig begreifen, wie den zwischen religiöser Normativität und Ethik. Ich bin mit der gleichen Entschiedenheit (und ja, auch lebenshistorisch bedingten emotionalen Beteiligung) antireligiös, wie ich Antifaschist bin und lehne es ab, mich an der allgemeinen Verharmlosung des Christentums zu beteiligen – ganz besonders auf einem Blog wie diesem.

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