Sandro Bucher im Vatikan – „Ich war der erste Atheist für viele“

Was hat ein Atheist beim Papst verloren? Diese Woche recht viel: Sandro Bucher, einer der drei Schweizer Jugendlichen an der Vorsynode, ist bekennender Atheist. Er erlebt zusammen mit Jonas Feldmann und Medea Sarbach eine Woche mit so viel katholischen Jungen wie noch nie zuvor.

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[https://www.kath.ch/newsd/ich-war-der-erste-atheist-fuer-viele/

 

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  1. #1 von Unechter Pole am 24. März 2018 - 13:19

    Muss man wirklich diesem Satrapen Legitimität in philosophischen und ethischen Fragen verleihen?

  2. #2 von Noncredist am 24. März 2018 - 13:49

    Es sei nicht nur sehr aufregend so viele Menschen aus verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichen Kulturen und Ansichten zu treffen und mit ihnen über Gott und die Welt zu diskutieren, meint Bucher. «Ich habe echt tolle Freundschaften geschlossen.

    Mich würde interessieren, wieviele unterschiedlich kulturell geprägte Menschen dem Gottesbild des Vatikans, also dem jüdisch-hebräischem Wüstengott, entgegen stellten und zweifelsfrei eine andere Göttervorstellung vorzogen. Man muss die Prämisse, es gäbe nur einen einzigen und eifersüchtigen Gott ja nicht notwendigerweise kaufen 😉

    Eine davon war etwa, was die Kirche machen müsste, damit die Jugendlichen wieder mehr in Gottesdienste gehen.

    Sie sollten schlicht und einfach die Schuhe anziehen und durch die Tür gehen. Neben Wegweisern und das Malen von Pfeilen auf dem Boden kenne auch ich keine weitere Möglichkeiten. Unsere Politiker laufen gerne in die Kirchen und lassen sich dort filmen. Hunderte von Celebrities tragen Kreuze und einige von ihnen können ohne ihre Bibel kein vernünftiges Leben führen. Wir haben täglich Sendungen über die Kirche im Radio und neben dem Wort zum Sonntag existieren noch unzählige Sendungen über jedes Belangen der Kirche. Entweder offen und ersichtlich, wenn z.Bsp. ein neuer Bischof irgendwo „seine Kirche betritt“, oder auch etwas versteckter, wenn z.Bsp. als „Lebenshilfe“ getarnt, Interviews mit Menschen auf der Straße geführt werden. Dieses Land, eine „Hochburg des Atheismus“, steckt so tief in dem Hintern der beiden Konfessionen, dass gerade noch die Schuhsohlen sichtbar sind. 😉

    Weshalb sollten Gläubige einer anderen Religion sich Gedanken darüber machen, wie die Attraktivität der RKK gesteigert werden könnte?

    Papst: „Erst kommt die jahrhundertelange Missionierung. Danach lassen wir sie einfach für uns arbeiten!“

    «Am Abend war ich nicht bloss vom Philosophieren und Diskutieren völlig geschafft», so Jonas, «sondern weil die Meinung der restlichen Gruppe für mich völlig unverständlich und konservativ war.»

    Das Problem der Religion ist, dass dieses unverständliche nunmal nicht nur das verständlichste des Universums sein soll, sondern auch noch das göttlicherseits allerbeste, was überhaupt möglich ist. Alle andere Meinungen sind dabei „nur“ Meinungen, aber keine Wahrheiten. Und von dieser Schiene lassen sie sich auch nicht abbringen.

    Nicht wenige haben mir gesagt, ich sei der erste Atheist, mit dem sie je gesprochen hätten.

    Es ist ja auch im 21stem Jahrhunder sehr schwer, einen Atheisten zu finden. Sie haben zwar keine Kirchen, lassen sich aber zumindest per Youtube locker ausfindig machen 😉 Wer aber lieber die eigene „Infoblase“ vorzieht, wo sich erzkonservative gegenseitig zusprechen, wird sich schon wundern, was so alles in der Welt existiert. Neben den „Ungläubigen“, die es einfach nicht verstehen wollen, dass Jesus sich für die Sünden der Menschen töten ließ, gibt es noch tausende anderer Götter, die allesamt sich bei der Erschaffung der Welt beteiligt haben. Zumindest gibt es Menschen die sowas behaupten. Doch wie ein guter Vatikanler weiss, sind z.Bsp. die Polytheisten Chinas in Wahrheit nur verkappte Katholiken, die ihren Gott nur noch nicht so richtig erkennen wollen 😉

    Sandro Bucher und Jonas Feldmann erhoffen sich davon vor allem eines: «Dass sich in der Kirche etwas verändert.» Glauben tun sie dies jedoch nicht. Das habe die Geschichte der katholischen Kirche gezeigt.

    Vollkommen seiner Meinung. Es wird sich rein gar nichts ändern. Das Interesse besteht nur an der „Erkennung, was so in der Welt los ist“, damit man letztenendes dort seine Spam-Mails losschicken kann. Solche hochtrabende „Synoden“ sind nichts anderes als reine Marktforschung für Berufskatholiken. Was wollen die Käufer des Produktes mehr, und wie soll das Produkt modifiziert werden, um andere Käufer anzulocken. Eine fundamentale Änderung findet nicht statt, da die Kirchen sowieso nicht in Gefahr sind. Die letzte Veränderung war das zweite Vatikanische Konzil. Die Kirchen der damaligen Zeit wären ansonsten in unserer heutigen Gesellschaft allesamt wegen Volksverhetzung vor Gericht, hätte man nicht ein paar Kompromisse gemacht. Da weder ein nichtexistenter homosexueller Staat der Kirche eine Gefahr darstellt und keine gewählte atheistische Regierung in Italien gerade dabei ist, Kirchen im Lande schließen zu lassen, wollen sie einfach nur ein wenig die Fühler „zur Jugend hin“ ausstrecken. Eine Veränderung in jeglicher „säkularer“ Form, etwa die Akzeptanz von gleichgeschlechtlicher Ehe, darf man nicht mal erhoffen. Im allerbestem Fall kommt sowas wie „man sollte die Wiederverheirateten Personen entgegen kommen“, was soviel bedeutet wie „einige dürfen auch an den Messen teilnehmen, wenn der Priester es zulässt“. Ein verwaschenes Konzept, was weder Vorne noch Hinten kennt. Mehr hat man leider nicht zu erwarten.

    Somit darf man sicher sein, dass in Zukunft die Kirche noch weiter schrumpfen wird. Weiterhin wird man Mitglieder eher in den Dritten Welt suchen, wo „Hoffnung“ noch sehr groß geschrieben wird. Und auch weiterhin gilt die Welt als Sündenort, der ohne die RKK komplett in die Hölle gehört. Sie sollte Dankbar bleiben, dass der Vatikan den besten irdischen Moralkompass anhand der Schreie von kleinen Jungs ausrichtet. Denn nur der Vatikan weiss, was richtig ist. Deshalb vergibt man ja auch Kriegsverbrechern, während Frauen die Abtreiben nunmal viel schlimmer sein müssen. Und so weiter, und so fort.

  3. #3 von Gerry am 24. März 2018 - 16:26

    Eine Veränderung in jeglicher „säkularer“ Form, etwa die Akzeptanz von gleichgeschlechtlicher Ehe, darf man nicht mal erhoffen.

    Nicht ganz.
    Erst wird erbittert Widerstand geleistet.
    Dann wird geschmollt und verbal Widerstand geleistet.

    100 Jahre nach dem die große Mehrheit der Bevölkerung es akzeptiert und inzwischen für selbstverständlich hält, wird behauptet, ohne die Kirche wäre das gar nicht möglich.

    Einfach mal den „Syllabus Errorum“ durchgehen und schauen, was die Position der Kirche heutzutage zu vielen Themen ist.