Kein Gottesdienst über 60 Minuten?

„Du darfst über alles predigen, nur nicht über 20 Minuten“ Dieser Spruch dürfte Generationen von Theologiestudenten vertraut sein. Der Religionssoziologe Detlef Pollack empfiehlt den Kirchen nun: „Kein Gottesdienst sollte länger als 50 oder 60 Minuten dauern.“ Warum? Das hat er auf der EKD-Synode in Bonn erklärt.

Man erleichtere es Menschen, am Gottesdienst teilzunehmen, wenn er kürzer sei, so Pollack. Dass Menschen wegblieben, habe zwar auch mit Inhalten wie der Predigt zu tun, aber vor allem damit, „dass sie am Sonntagvormittag schlichtweg anderes zu tun haben, das ihnen wichtiger ist.“

weiterlesen:

[https://www.jesus.de/50_bis_60/

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  1. #1 von Skydaddy am 14. November 2017 - 10:48

    Gott sei Dank hat er sich nicht zur Länge des Ketzerpodcasts geäußert …

  2. #2 von Gerry am 14. November 2017 - 11:34

    @ Skydaddy

    Vielleicht müsstet ihr ihn dazu mal interviewen 🙂

    Wobei ich ihn mir grundsätzlich als interessanten Interviewpartner für den Podcast vorstellen kann, auch wenn mir im Moment nicht wirklich passende Fragen dazu einfallen.

  3. #3 von deradmiral am 14. November 2017 - 11:55

    Predigt ca. 20 Minuten? Super. Das ist ein Powernap!
    Wikipedia dazu: „Hierbei sollte jedoch vermieden werden, länger als 20 bis 30 Minuten zu schlafen, da man nach etwa dieser Zeit in tiefere Schlafphasen fällt, was die Leistungsfähigkeit zwar kurzfristig steigert, dann jedoch schnell wieder abfallen lässt.“

  4. #4 von drawingwarrior am 14. November 2017 - 12:03

    Wenn mich was interessiert, dann darf das ruhig länger als 60 Minuten dauern.
    Die ganze Argumentation ist unsinnig, die Leute bleiben weg, weil das Thema nicht mehr greift, die Länge des Versuches mich von dem Thema zu überzeugen ist komplett irrelevante.
    Ich gucke kein Fußballspiel, nicht in kurzen Ausschnitten, nicht Halbzeit weise und erst recht nicht ganze Ligaspielsamstage.
    Mich interessiert Fußball nicht, Punkt!
    Den Ketzerpotcast hingegen höre ich sogar freiwillig zweimal, egal wie lange es dauert.

  5. #5 von deradmiral am 14. November 2017 - 12:57

    @drawingwarrior
    Damit bist Du unser offizieller Ketzerpodcasthörerstuntman!

  6. #6 von madsschlesier am 14. November 2017 - 16:24

    „Die ganze Argumentation ist unsinnig, die Leute bleiben weg, weil das Thema nicht mehr greift, die Länge des Versuches mich von dem Thema zu überzeugen ist komplett irrelevante.“

    Nein, so einfach dürfte das tatsächlich nicht sein. Sicher interessiert sich die große Mehrheit überhaupt nicht für die Kirche. Aber für viele derjenigen, die einigermaßen stabil im katholischen Kontext sind, sind Messe und Eucharistie nunmal sakramentale Handlungen, die man zumindest hin und wieder mitnimmt, um ein gutes Gefühl zu haben. Ich kenne zum Beispiel einige Mitglieder der sog. Neuen Geistlichen Gemeinschaften innerhalb der Katholischen Kirche, die sich zur Pflicht gemacht haben, täglich eine Messe zu besuchen. Dafür werden dann vorrangig die kurz gehaltenen Werktagsmessen genutzt, die in der Regel 30-35 Minuten dauern, weil einfach die tägliche volle Stunde (bei der Sonntagsmesse üblich) als zu lang wahrgenommen wird. Da die Kirche für alle Gläubigen zumindest die Sonntagsmesse anordnet, könnte ich mir vorstellen, dass kürzere Gottesdienste schon gern gesehen wären.

  7. #7 von drawingwarrior am 14. November 2017 - 16:56

    Ja, Matsschlesier, ich kenne Leute aus freien evangelikalen Gemeinden, die aus ganz NRW in mein Dorf kommen und dort das ganze Wochenende anbeten.
    Tut aber Nix zur Sache, weil in beiden Fällen hier eine Minorität als statistische Ausreißer unterwegs sind.
    Das Gros der Leute, die früher einer der beiden Großkirchen angehörten und nun als passive Mitglieder den Kirchgang ausfallen lassen, haben keine Veranlassung mehr diesen zu besuchen, weil es sie schlicht nicht mehr interessierte.
    Andere Dinge haben Vorrang.
    @deradmiral
    Ich nehme diese Auszeichnung demutsvoll entgegen und gelobe feierlich, mich, der mir zuteil gewordenen Ehre würdig zu erweisen….Schei…e, jetzt muss ich Sonntags wieder früh raus!
    s

  8. #8 von Gerry am 14. November 2017 - 17:02

    Da die Kirche für alle Gläubigen zumindest die Sonntagsmesse anordnet, könnte ich mir vorstellen, dass kürzere Gottesdienste schon gern gesehen wären.

    Diejenigen die heute schon die Sonntagspflicht ignorieren, würden die auch dann noch ignorieren wenn es nur 15 Minuten Gottesdienst wären.
    In meiner Heimatgemeinde dauerte damals als ich da noch dabei war (vor 20 Jahren) eine Eucharistie ca. 45 Minuten. Ein reiner Wortgottesdienst ca. 30 Minuten.
    Ich habe da nie einen signifikanten Unterschied bei den Besucherzahlen feststellen können und familiär bedingt war ich fast jeden Sonntag in der Kirche.
    Was immer sehr deutlich feststellbar war, waren dagegen auswärtige Auftritte der Musikkapelle, dann waren üblicherweise nur die Hälfte bis zwei Drittel der üblichen Besucher da.

    Und wie gesagt ist das 20 Jahre her. Mein gläubiger und in der Gemeinde aktiver Vater hat hinsichtlich der Kirchensituation mal eine sehr resignative und korrekte Zusammenfassung gebracht:
    „Es glaubt ja niemand mehr“

  9. #9 von noiliionshere am 14. November 2017 - 20:35

    Wie wäre es mit noch weniger, z.B. mit 0 Minuten? Okay, dann kommt vermutlich gar keiner mehr, aber der Aufwand für so einen Gottesdienst wäre dafür auch sehr überschaubar. Im Grunde gewinnen dabei doch alle!

  10. #10 von user unknown am 14. November 2017 - 22:36

    Die Gläubigen müssen sich ja rausputzen, zur Kirche hinwackeln, die Zeit absitzen und wieder zurück – so dass eine Ersparnis von 10-15 Minuten brutto gar nicht so gewaltig ist. Das Gefühl einer Erlösung tritt natürlich nach 20 Minuten Predigt (endlich vorrüber!) besser zu Tage als nach fünfen.

    Vielleicht geht es auch darum zu verdecken, dass es ein Problem der Priester ist, mehrere Gemeinden versorgen zu müssen, und genug Zeit zwischen den Messen zu haben, um von einer in die andere zu wechseln?

  11. #11 von Willie am 15. November 2017 - 02:18

    Da die Kirche für alle Gläubigen zumindest die Sonntagsmesse anordnet, könnte ich mir vorstellen, dass kürzere Gottesdienste schon gern gesehen wären.

    Ich schlage ein „Gottesdienst to go“ vor den kann man dann im vorbeigehen mitnehmen – und das die ganze Woche lang. 😉 Und wenn es mal einen Abendmahlgottesdienst gibt, ist ja nicht so häufig bei den Evangelen, dann kann man noch „Wein und Oblate to go“ zusätzlich anbieten – fúr den kleinen Hunge zwischendurch oder so.