Das größte Problem der Kirche ist ein Glaubensproblem

Pollack: „An die prinzipielle Sündhaftigkeit des Menschen können wir heute nicht mehr glauben.“ Heute stelle man sich den Menschen eher als verbesserungsfähig als für verdorben vor. An die Stelle des einstmaligen Sündenbewusstseins könne etwa die Frage nach der Begrenztheit des Lebens und nach der Neigung treten, die Selbstverwirklichung zum letzten Prinzip des Lebens zu machen. Ebenso habe sich das Gottesbild gewandelt. Pollack: „Und auch Gott stellen wir uns nicht als eine Autorität vor, die über unsere Sünden richtet, sondern als eine ferne irgendwie gutwillige Kraft, die unsere kleinen Sünden nicht bekümmert und es schon gut mit uns meint.“ Die meisten Menschen in Deutschland, die sich zum Glauben an Gott bekennen, verstünden Gott nicht mehr als eine Person, wie ihn die Bibel verkündet, sondern als eine unpersönliche höhere Macht.

(…)

Weniger als ein Prozent der Konfessionslosen denkt an einen Wiedereintritt

Nicht einmal ein Prozent der Konfessionslosen denke über einen Wiedereintritt in die Kirche ernsthaft nach. Pollack: „Dass unser Zeitalter durch ein hohes Maß an religiöser Sehnsucht charakterisiert sei, lässt sich nicht behaupten.“

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[https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/das-groesste-problem-der-kirche-ist-ein-glaubensproblem-103182.html

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  1. #1 von Deus Ex Machina am 14. November 2017 - 10:28

    „Pollack: „Dass unser Zeitalter durch ein hohes Maß an religiöser Sehnsucht charakterisiert sei, lässt sich nicht behaupten.““

    –> Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Wenigstens kommt hier nicht dieses lächerliche „Religion feiern ein Comeback!“.

    „Das größte Problem der Kirche ist ein Glaubensproblem“

    –> Sprich: das eigene ideologische Fundament und das Geschäftsmodell.

  2. #2 von madsschlesier am 14. November 2017 - 16:43

    „„Das größte Problem der Kirche ist ein Glaubensproblem“

    –> Sprich: das eigene ideologische Fundament und das Geschäftsmodell.“

    Im Katholizismus vielleicht. Die EKD hatte immer das Geschäftsmodell „Möglichst großflächige Überformung der gesellschaftlichen Realität durch theologische Anpassung, und zwar im Zweifel gegen den Glauben.“ Da geht’s um möglichst enge Verbindung mit der politischen Macht zum eigenen Vorteil. Das Käßmann und Bedford-Strohm an den Mist nicht glauben, den sie den ganzen Tag erzählen, wissen sogar die Protestanten. Wenns an deren eigene Posten geht, sind die im Zweifel bereit, den Atheismus auch offiziell zu verkünden.

  3. #3 von drawingwarrior am 14. November 2017 - 17:51

    Das größte Problem der Kirche ist die Kirche selbst.
    Ein moralin saurer Haufen Gottesanbeterin, die den Menschen auf ihre immer komplizierter werdenden Fragen immer die gleichen Antworten aus dem Glückskeksautomaten servieren und sich dann verwundert die Augen reiben, wenn in den Götterhäusern langsam die Kerzen auf dem Altar die einzigen Sauerstoffverbraucher sind.

  4. #4 von Noch ein Fragender am 14. November 2017 - 23:58

    Pollack: „An die prinzipielle Sündhaftigkeit des Menschen können wir heute nicht mehr glauben.“ Heute stelle man sich den Menschen eher als verbesserungsfähig als für verdorben vor.

    Nicht erst heute.

    Schon viele Weisheitslehrer in der griechisch-römischen Kultur haben den Menschen als verbesserungsfähig angesehen.