„Krise von Demokratie und Religion hängen zusammen“

Die gegenwärtige Krise der Demokratie und der politischen Öffentlichkeit und die Krise, die die christlichen Kirchen in Form von Relevanz- und Gläubigenverlust erfahren, hängen miteinander zusammen. Diese These vertrat der Jenaer Soziologe Hartmut Rosa bei seinem Festvortrag zum Abschluss der Salzburger Hochschulwochen am Sonntag in Salzburg. Fluchtpunkt beider Krisen sei nämlich ein Verlust an „Resonanzfähigkeit“, d.h. der Verlust der Fähigkeit, „sich vom Anderen und von anderen affizieren, berühren zu lassen“.

Auf der anderen Seite – so Rosa – beschreibt Religion doch eine wesentliche Kompetenz, die auch Demokratie und Öffentlichkeit benötigen: „Politische Öffentlichkeit funktioniert nur auf Basis einer im weiteren Sinne religiösen Grundhaltung.“

weiterlesen:

[http://de.radiovaticana.va/news/2017/08/07/„krise_von_demokratie_und_religion_hängen_zusammen“_/1329289

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  1. #1 von t.nor am 9. August 2017 - 07:51

    Ja klar. Und die katholische Kirche ist ja auch eun Muster für demokratische Willensbildung und es gibt ja auch niemanden, der religiös ist, der seine Religion über das Grundgesetz stellt.

  2. #2 von Gerry am 9. August 2017 - 09:03

    Dass das mit der Demokratie nix taugt „wissen“ die Katholen ja nicht erst seit gestern:
    [https://de.wikipedia.org/wiki/Syllabus_errorum

  3. #3 von Elvenpath am 9. August 2017 - 09:34

    Die nächste Drohung aus der Serie:

    „Ohne unser Christentum —bitte hier schlimmes Ereignis eintragen—-

    Seit Jahrtausenden die gleichen Methoden bei Priestern aller Religionen: FUD verbreiten, Kinder indoktrinieren, Gegner diffamieren und wenn geht, umbringen.

  4. #4 von Deus Ex Machina am 9. August 2017 - 10:00

    „Gesellschaften, die sich nicht verändern wollen, die nur den Status quo erhalten wollen, sind leblose, resonanztaube Gesellschaften.“

    –> Also eben religiöse Gesellschaften, die darauf beharren, dass ihre Gesetzesgrundlagen ewig-göttlichen Ursprungs sei und nicht verändert werden darf, „oder sonst“….. Danke, dass wir das geklärt haben, Herr Rosa.

  5. #5 von drawingwarrior am 9. August 2017 - 11:42

    Ja, es gibt einen Zusammenhang zwischen dem absterbenden Christentum und Problemen in der demokratischen Gesellschaft deutscher Prägung.
    Es handelt sich um das selbst angerührte Problem der wohlwollenden Kooperation zwischen Staat und Kirche.
    Durch dieses Schlupfloch, das es religiösen Forderungen immer wieder ermöglicht hat, Recht und Gesetz zu werden, beginnen nun die anderen Religionsgruppierungen ebenfalls ihren religiösen Denk-Müll in unsere Demokratie zu verklappen.
    Das höhlt das Konzept Demokratie langsam aber sicher aus…und ich bin ziemlich sicher, das dass auch so gewollt ist.
    Eine Demokratie, die nicht strikt neutral in Sachen Weltanschauungen ist, befindet sich zielsicher auf dem Weg, eine Spielwiese für jeden noch so bekloppte religiöse Idee zu werden.
    Aber das wird erst der Anfang sein.
    Richtig „lustig“ wird es, wenn sich die religiösen Gruppierungen wegen ihrer jeweiligen Alleinherrschafts- und Wahrheitsansprüche wieder gegenseitig die Schädel einschlagen…und dabei auf Unbeteiligte keinerlei Rücksicht nehmen, so wie immer.
    Eine Religion, die nicht gelernt hat, ihre kruden Ideen dort zu lassen, wo sie hingehört, nämlich in die Kirchen, Tempel und Moscheen, wird zwangsläufig das sie umgebenden Konzept Demokratie zerstören, weil es in fortwährender Opposition zum religiösen Gedanken steht.

  6. #6 von Elvenpath am 9. August 2017 - 11:46

    @Deus Ex Machina
    Ja. Sehr schon auch zu sehen an den 1000 Jahren Stillstand in Europa während der „Blütezeit“ des Christentums.

  7. #7 von Gerry am 9. August 2017 - 12:06

    Fluchtpunkt beider Krisen sei nämlich ein Verlust an „Resonanzfähigkeit“, d.h. der Verlust der Fähigkeit, „sich vom Anderen und von anderen affizieren, berühren zu lassen“.

    Und was Christen so unter „berühren lassen“ verstehen ist dann wohl das hier, oder?

    Texas megachurch pastor Robert Jeffress, one of President Trump’s evangelical advisers who preached the morning of his inauguration, has released a statement saying the president has the moral authority to take out North Korean leader Kim Jong Un. “When it comes to how we should deal with evil doers, the Bible, in the book of Romans, is very clear: God has endowed rulers full power to use whatever means necessary — including war — to stop evil,” Jeffress said. “In the case of North Korea, God has given Trump authority to take out Kim Jong Un.”

    [https://www.washingtonpost.com/news/acts-of-faith/wp/2017/08/08/god-has-given-trump-authority-to-take-out-kim-jong-un-evangelical-adviser-says/

    Tja ja, die Religion der Nächsten-, Feindesliebe und „Resonanzfähigkeit“….

  8. #8 von Rene am 9. August 2017 - 12:30

    Der Professor schwurbelt und täuscht. Es gibt definitiv keine „gegenwärtige Krise der Demokratie“. Auch der Versuch, den Abstieg seiner Kinderpimmelsekte mit dem Zustand unserer Nation verknüpfen zu wollen, ist eine Frechheit.

    Es folgen die üblichen Zutaten: Der Mensch erfahre sich in der Religion als „Angesprochener“, nicht mehr „kalt, leer und still“, sondern ein Ort der Hoffnung, dann folgt natürlich noch „sein Schreien, Flehen, Hoffen“.

    Da hat aber einer tief in den Bullshitbaukasten gegriffen. Es würde mich interessieren, wie hoch sowas vergütet wird.

    Aber, vermutlich ohne es zu wissen, hat der Professor durch sein pseudo-intellektuelles Geschwätz genau das erklärt, was er beklagt: Die Leute wollen so einen Scheissdreck nicht mehr höhren.

  9. #9 von Noch ein Fragender am 9. August 2017 - 12:33

    Der Mensch erfahre sich in der Religion als „Angesprochener“, die Welt ist ihm in dem Moment nicht mehr „kalt, leer und still“, sondern ein Ort der Hoffnung, dass „sein Schreien, Flehen, Hoffen“ auf eine Antwort trifft.

    Es gibt auch eine säkulare Hoffnung, die ohne illusionäre Vorstellungen von jenseitiger Hilfe auskommt.

    Schmidt-Salomon, Hoffnung Mensch: Eine bessere Welt ist möglich

  10. #10 von Charlie am 9. August 2017 - 15:44

    Welche Krise?? Wir haben hier eine gefestigte Demokratie. Ganz anders in Polen, Ungarn und Russland. Dort wird mit der Hilfe der Kirche Demokratie fleißig abgebaut.

  11. #11 von Dr. Elisabeth Amodi am 9. August 2017 - 20:54

    Mag ja sein dass die Religion Menschen Hoffnung vermittelt auf sein “ Schreien und Flehen“ eine Antwort zu bekommen oder Trost. Allerdings nur die christliche. Der Islam hat leider absolut nicht Tröstliches an sich. So etwas wie Nächstenliebe kommt da nicht vor, geschweige denn “ liebe deinen Nächsten wie dich selbst, tut Gutes jenen die euch hassen, oder vezeihe nicht nur einmal sondern viele Male. Menschen die nach diesen Grundsätzenn leben hält man nicht für gut sondern für dumm daher kann man sie ruhig betrügen und belügen. ZU glauben das wäre kompatibel ist eiine Illusion die vielleicht unter weltoffenen ,gebildeten Menschen beider Konfessionen funktionniert aber nicht mit der Masse.