Manfred Lütz: „Ob Beten Leben verlängert oder nicht, ist egal“

Der katholische Theologe und Psychiater Manfred Lütz hält nichts von Studien, wonach religiöse und betende Menschen länger leben. „Ehrlich gesagt, ich finde das ziemlichen Schwachsinn“, sagte er am Donnerstag dem Kölner „Domradio“. „Stellen Sie sich vor, bei der Studie wäre heraus gekommen, wer betet, lebt kürzer. Würden Sie dann nicht mehr beten?“

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[http://www.kathpress.at/goto/meldung/1531654/theologe-luetz-ob-beten-leben-verlaengert-oder-nicht-ist-egal

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  1. #1 von Yeti am 3. August 2017 - 18:23

    Stellen Sie sich vor, bei der Studie wäre heraus gekommen, wer betet, lebt kürzer. Würden Sie dann nicht mehr beten?

    (Hervorhebung von mir, weiß man’s 😉 )
    Ist es nicht so, dass derjenige der früher stirbt, auch länger tot ist? Kommt nicht der, der mehr gebetet oder geglaubt hat, viel wahrscheinlicher in’s Paradies? Will man da nicht so früh wie möglich hin, ob der ganzen Qualen, die man im Diesseits vermeintlich erleidet?

    Abgesehen davon gibt es Studien mit dem von Lütz genannten Ergebnis.
    Diese zwei Sätze aus dem Artikel sind schon auf so vielen Ebenen absurd, dass ich gar keinen Bock mehr darauf habe, den verlinkten Artikel zu lesen.

  2. #2 von Charlie am 3. August 2017 - 18:27

    Zuerst wird in allen religiösen Medien damit geworben und plötzlich ist es doch wurscht.

    „Aber auch wer gesund stirbt, ist definitiv tot.“

    So mausetot wie Jesus, gelle.

  3. #3 von Deus Ex Machina am 3. August 2017 - 18:45

    „Würden Sie dann nicht mehr beten? “

    –> Eine seltsame und zweideutige Formulierung. Was meint er damit: 1.Das Beten nicht fortsetzen oder 2. noch mehr beten, um schneller bei Jeezy auf der Matte zu stehen?

  4. #4 von Hinterfragerin am 3. August 2017 - 22:10

    Naja, einerseits preist er bücherweise an, wie toll es ist, gut religiös zu sein, gerade für die Psyche.. andererseits stellt er hier klar, worum es ihm eigentlich geht. Nicht um das Wohlfühlen jedenfalls..

  5. #5 von Torchy am 3. August 2017 - 23:24

    Vorsicht bei solchen Studien, was den Kausalzusammenhang betrifft. Das Ergebnis der Studie mag signifikant sein, aber eine Erklärung für dieses Ergebnis ist so überhaupt nicht möglich.

    Sonst sind wir ganz schnell bei der Folgerung: Die meisten Menschen sterben im Bett – also ist Schlafen auf der Couch lebensverlängernd.

    Und was ist eigentlich mit der Lebensdauer der anderen? Wer für den Nachbarn betet anstatt ihnen zu helfen, kann ja auch dessen Leben verkürzen…

  6. #6 von Elvenpath am 4. August 2017 - 01:02

    „Stellen Sie sich vor, bei der Studie wäre heraus gekommen, wer betet, lebt kürzer. Würden Sie dann nicht mehr beten?“

    Da muss man ihm mal Recht geben. Das ist konsequent.
    Im Gegensatz zu denjenigen, die sagen, dass man „Gott“ nicht beweisen kann, aber mit Sicherheit in frenetischen Jubel ausbrechen würden, wenn die Wissenschaft „Gott“ beweisen würde.

  7. #7 von oheinfussel am 4. August 2017 - 13:09

    Stimmt. Man kann seine Zeit aber auch sinnvoller nutzen 🙂

  8. #8 von Noch ein Fragender am 4. August 2017 - 15:20

    „Stellen Sie sich vor, bei der Studie wäre heraus gekommen, wer betet, lebt kürzer. Würden Sie dann nicht mehr beten?“

    Jeder vernünftige Mensch würde dann sofort mit dem Beten aufhören.

    P.S. Und da Christen keine Lebenszeit verkürzenden Maßnahmen ergreifen dürfen, müssten sie auch sofort mit Beten aufhören.

    P.S. 2: Es sei denn, manche Religiöse sind schon gebetssüchtig. Dann ist das wie bei den Rauchern. Wer raucht lebt kürzer. Trotzdem kommen manche vom Nikotin nicht los.

    Gebetbücher müssten dann wie Zigarettenpackungen mit Warnhinweisen versehen werden: „Beten kann tödflich sein!“. „Beter sterben früher“. Und Beten in der Öffentlichkeit müsste dann auch verboten werden.

    https://www.google.de/search?q=zigaretten+warnhinweise&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0ahUKEwipo97E073VAhXKL1AKHWmyAOwQsAQINg&biw=1202&bih=571&dpr=1.5

  9. #9 von Yeti am 4. August 2017 - 15:59

    @NeF:

    P.S. Und da Christen keine Lebenszeit verkürzenden Maßnahmen ergreifen dürfen, müssten sie auch sofort mit Beten aufhören.

    Alleine mit Sicht auf die sinnlos „verbetete“ Zeit sollte man das vermeiden.

    P.S. 2: Es sei denn, manche Religiöse sind schon gebetssüchtig. Dann ist das wie bei den Rauchern. Wer raucht lebt kürzer. Trotzdem kommen manche vom Nikotin nicht los.

    Ich bin so einer, der nicht vom Nikotin loskommt. Ich muss aber. Weil ich’s mit der Pumpe habe (mein Problem ist der die Herz-Frequenz erhöhende Nikotinspiegel, Pflaster, e-Zigs oder Kaugummi nutzen da nix, ich muss mit dem Nikotin aufhören). Es geht aber nicht. Ich bräuchte dafür am besten 2 Wochen Entzug unter Vollnarkose. Oder in einer Umgebung, wo ich nicht an Tabak rankomme. Dafür müsste man mich einsperren.

    Aber zum Thema Statistik:

    Rauchen führt dazu, dass man statistisch gesehen weniger lange lebt. Das kann kein einigermassen IQ-behafteter Mensch abstreiten. Das sagt aber überhaupt nichts über die individuelle Lebensdauer aus. Ich bezweifle z.B., dass Helmut Schmidt als Nichtraucher länger gelebt hätte. Oder dass ein Schulkollege von mir, hätte er nicht geraucht, auch nicht mit 39 schon an Lungenkrebs gestorben wäre.

    Die „Statistik“ drückt aber die mittlere Lebenserwartung, weil manche (in der Tat sehr wenige) Raucher früher sterben als Nichtraucher.

    Die Statistiken zum „verfrühten“ Sterben durch irgendwas welches mit irgendwas anderem in Verbindung gebracht wird (Rauchen mit Lungenkrebs, Atemwegserkrankungen durch Stickoxide) kommen auf wirklich seltsame Art und Weise zu Stande:

    Es gibt ein „statistisches Alter“, dass man vor dem Sterben an irgendwas überschreiten muss, um „eines natürlichen Todes“ gestorben zu sein. Mittlerweile ist dieses Alter auf 75 Jahre festgelegt. In den 1970-ern war das irgendwas Mitte 60 und ist seitdem kontinuierlich angehoben worden.
    Stirbt man einen Tag nach diesem Alter an Lungenkrebs, war es natürlich; stirbt man einen Tag davor lag es am Rauchen. Wobei nicht in die Statistik einfließt, ob der vor 75 an Lungenkrebs gestorbene tatsächlich und wie viel in seinem Leben geraucht hat. Wie soll das auch ermittelt werden (eine Lunge sieht nach 4 Wochen rauchen halt wie einer Raucherlunge aus, das wird auch nach 10 Jahren nicht schlimmer, wenn keine dauerhaften Schäden entstanden sind und nach ein paar Monaten nicht rauchen ist das auch wieder weg)? Oder wie viele Stickoxide er eingeatmet hat?

    Was ich damit sagen will: natürlich sind die Zusammenhänge zwischen Atemwegs- und sonstigen Erkrankungen und dem, was man so täglich einatmet statistisch erwiesen. Aber mit den Zahlen der Todesfälle wird – nunja – seltsame Statistik ausgerechnet.

  10. #10 von drawingwarrior am 4. August 2017 - 19:54

    Ich bete nicht und lebe, bis ich nicht mehr lebe.
    Wie lange ich lebe ist mir vollkommen schnuppe, ich weiß, die Partie ist für mich irgendwann vorbei, ich freue mich trotzdem, an ihr teilzuhaben.