Muslimischer Polizist verweigert Kollegin Handschlag

Ein Handschlag unter Kollegen bei der Gratulation zu einer Beförderung – eigentlich eine ganz normale Sache. Wird er aus religiösen Gründen verweigert und geschieht das auch noch bei der Polizei, gerät die Sache zum Politikum.

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[http://www.focus.de/politik/deutschland/religion-muslimischer-polizist-verweigert-kollegin-handschlag_id_7384962.html

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  1. #1 von oheinfussel am 22. Juli 2017 - 12:43

    Kannst man machen. Wenn man mit den Reaktionen dann auch klarkommt

  2. #2 von m0ebius am 22. Juli 2017 - 13:46

    Leute, die sich im Dienst von ihren religiösen Befindlichkeiten derart leiten lassen, dass sie unfähig sind, z.B. Frauen professionelle Höflichkeit entgegenbringen zu können, sind ungeeignet für die Arbeit mit der Öffentlichkeit und erst recht dazu, das staatliche Gewaltmonopol zu tragen.

  3. #3 von drawingwarrior am 22. Juli 2017 - 14:08

    Das ist der Grund, warum Staat und Religion nicht zusammen gehen.
    Der Mann setzt die Regeln seiner Fantasie-Weltsicht über das GG und eine seiner Kernaussagen.
    Wieso wird er nicht Polizist in Saudi-Arabien?
    Dort braucht er keiner Kollegin die Hand zu schütteln, in Ermangelung einer solchen.

  4. #4 von Skydaddy am 22. Juli 2017 - 15:35

    Ähm, was gedenkt der Mann zu machen, wenn er eine Frau festnehmen muss?

  5. #5 von dirk am 22. Juli 2017 - 16:03

    Der Skandal fängt doch schon damit an das Jemand mit derartiger Überzeugung bei der Polizei eingestellt und sogar befördert wurde.

  6. #6 von Yeti am 22. Juli 2017 - 16:07

    @dirk:
    Er wurde ja nicht befördert, es war die Kollegin, der er den Handschlag verweigert hat.

  7. #7 von Yeti am 22. Juli 2017 - 16:17

    @dw:

    Dort braucht er keiner Kollegin die Hand zu schütteln, in Ermangelung einer solchen.

    So in etwa?

  8. #8 von Yeti am 22. Juli 2017 - 16:22

    @dw: achso, Du meintest mit „in Ermangelung einer solchen“ die nicht vorhandene Kollegin und nicht die nicht vorhandene Hand.
    kapierichjetzterst
    /zynism.

  9. #9 von Elvenpath am 22. Juli 2017 - 16:27

    Die Trennung von Statt und Kirche gebietet, dass Angestellte des Staates niemanden aus religiösen Gründen anders behandeln dürfen.
    Wer diese berufliche Professionalität nicht aufbringen kann, muss sich einen anderen Job suchen.
    Man stelle sich vor, die Kollegin steckt im Schlamm und versinkt und der muslimische Kollege gibt ihre keine rettende Hand.

  10. #10 von Deus Ex Machina am 22. Juli 2017 - 18:43

    Mangelnde Professionalität und mangelnde Kollegialität. Was kommt da als nächstes?

  11. #11 von oheinfussel am 22. Juli 2017 - 18:46

    @Elvenpath

    Das beschriebene Beispiel zeigt einen klaren Hinweis auf den Willen Allahs, als frommer Moslem wäre jedes Eingreifen ein ketzerisches Zweifeln daran. Ganz klare Sache 😉

  12. #12 von Muriel am 22. Juli 2017 - 20:29

    Boah ja. Unmöglich. Da will jemand selbst entscheiden, wen er zu gesellschaftlichen Anlässen anfasst, und wenn nicht.
    Hätte offensichtlich nie einen Job bekommen dürfen. Unfassbar.
    Blah.

  13. #13 von Manu am 22. Juli 2017 - 21:05

    @ #6 Yeti:

    Doch, er wurde befördert und seine Kollegin wollte ihm gratulieren.

  14. #14 von Hans am 23. Juli 2017 - 08:56

    #12
    Er hätte nur sagen müssen, ich mag dich nicht ich will nicht und es wäre ok gewesen. Er hat es aber mit seinem märchenbuch begründet

  15. #15 von drawingwarrior am 23. Juli 2017 - 09:38

    „Boah ja. Unmöglich. Da will jemand selbst entscheiden, wen er zu gesellschaftlichen Anlässen anfasst, und wenn nicht.
    Hätte offensichtlich nie einen Job bekommen dürfen. Unfassbar.
    Blah.“

    Genau so wie er hier selbst entscheidet, ob er einer gesellschaftlichen Übereinkunft folgt, oder nicht, wird er auch selbst entscheiden, ob er in anderen Fällen diesen „Normen“ einen Arschtritt verpasst, oder nicht.

    Ich könnte, als Handwerker, der täglichen Kundenkontakt hat, ein solches Verhalten auch an den Tag legen…einmal und dann kann ich mich auf die Suche nach einem anderen Arbeitsplatz machen.
    Es gibt Handlungsanweisungen in Bezug auf zwischenmenschliche Kontakt in jedem Beruf und auch im Privatleben.
    Wenn ich zu einer Baubesprechung komme und es ist eine Frau anwesend, werde ich ihr zuerst meine Höflichkeit erweisen und ihr meine Hand reichen und danach sind die Männer dran und zwar in der Reihenfolge alt nach jung, wenn offensichtlich.

    Man kann auch versuchen, diese Konventionen einfach zu ignorieren, kommt aber selten gut an.
    Hier, in dem Fall des Polizisten, stoßen zwei Konventionen zusammen, die westlich Konvention des Händeschüttelns, die sich aus einer uralten Begrüßungsform weiterentwickelt hat und der Konvention der islamischen Geschlechtertrennung.
    In meinen Augen ist Letzteres ein Rückschritt und ist nicht akzeptabel.
    In früheren Zeiten gab es die Sitte, das man sich gegenseitig nach den Gepflogenheiten des jeweiligen Gegenüber begrüßte, um so zu signalisieren, dass man Kenntnis von und Interesse um die andere Kultur des Gegenüber hat.
    Was der Polizist hier macht, ist nicht die Verweigerung eines Handschlages, sondern die Verweigerung einer anerkennenden Ehrbezeugung, die es auch im Islam gibt.
    Dabei werden die Hände mit der Innenseite auf die eigene Brust, auf der Herzseite gelegt und der Kopf wendet sich dem zu Ehrenden zu, der Grüßende verneigt sich leicht.
    Je nach Landessprache wird eine Grußformel gesprochen.
    Das Weglassen jeder Ehrbezeugung ist auch gegenüber Frauen nicht mal im Islam erlaubt, geschweige denn gefordert.
    Der Polizist kennt also offensichtlich seine eigene Religion nicht und hat auch kein Interesse, die Kultur seines „Gastlandes“ kennen zu lernen.
    Was mich zu meiner Eingangs aufgestellten These bringt, das es wohl besser ist, wenn er Polizist in einem Land wird, in dem er keine weiblichen Kollegen hat, deren Hände er schütteln müsste.

    Was übrigens nicht nur für seine weiblichen, ungläubigen, andersgläubigen Kollegen gilt.
    Die Berührung eines Kuffar ist Muslimen eigentlich überhaupt nicht gestattet, es gibt im Koran sogar Reinigungsrituale, die ein Gläubiger nach einem solchen Kontakt einhalten muss, bevor er wieder zu Allah beten darf.

    Und „Boah“ und „Blah“ sind keine Argumente!

  16. #16 von Muriel am 23. Juli 2017 - 09:52

    @Hans: Warum ist das eine okay und das andere nicht?

  17. #17 von Veria am 23. Juli 2017 - 10:14

    @dw:

    Wenn ich zu einer Baubesprechung komme und es ist eine Frau anwesend, werde ich ihr zuerst meine Höflichkeit erweisen und ihr meine Hand reichen und danach sind die Männer dran und zwar in der Reihenfolge alt nach jung, wenn offensichtlich.

    Interessant, dass es das tatsächlich noch gibt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diverseste Dienstleister mal mir zuerst die Hand schütteln, mal meinem Mann, ich denke, es hängt davon ab, wer näher bei ihnen steht, wenn wir mit grüssen anfangen.
    Wichtig ist aber, dass man niemanden ausschliesst.

  18. #18 von drawingwarrior am 23. Juli 2017 - 10:45

    @veria

    Ok, ich habe das halt so gelernt, bin in einem Unternehmerhaushalt aufgewachsen.
    Mein Vater legte auf Umgangsformen seiner Mitarbeiter und Familienmitglieder gesteigerten Wert.
    Das war auch nicht immer unproblematisch, weil er das durchaus auch auf das Privatleben ausweitete.
    So wurden die Freundinnen, die mein Bruder und ich mitbrachten, immer unter der ganz großen Lupe betrachtet, weil er sich um den Ruf der Familie sorgte.
    Ich kann jedoch sagen, das mir diese Umgangsformen eher Türen geöffnet hat.

  19. #19 von Veria am 23. Juli 2017 - 10:56

    Also meinst du, dass gerade die Reihenfolge Frau => Mann, älter => jünger dir Türen geöffnet hat, oder höfliches Benehmen allgemein?

  20. #20 von drawingwarrior am 23. Juli 2017 - 11:26

    @veria

    Hm… ich würde sagen, das es Umgangsformen im allgemeine sind, die einem Türen öffnen.
    Ist aber auch kein Wunder, ich habe auch gerne Menschen um mich, die sich nicht wie die Axt im Walde verhalten.
    Das fängt ja schon damit an, das man einfach seinem Gegenüber zuhört und nicht einfach unterbricht.
    Autotüren aufhalten oder jemandem den Vortritt lassen sind Dinge, die ich für selbstverständlich halte.

    In Situationen wie einem Kundenkontakt gibt mir das Befolgen von Umgangsformen auch eine gewisse Form von Sicherheit.
    Das scheitert natürlich, wenn sich einer aus dieser Konvention ausklinkt, so wie im Beispiel mit dem Polizisten.
    Da ist es wichtig, das man Brücken baut, wie ich es beschrieben hatte.