Domspatzen-Skandal: „Das hat alles nichts mit Ratzinger oder mit der Kirche zu tun“

„Ich muss Georg Ratzinger in Schutz nehmen, denn all das hatte nichts mit ihm zu tun. Es hat auch nichts mit der katholischen Kirche per se zu tun. Es waren Erziehungsmethoden, die damals an der Tagesordnung waren.“ Yuliya Tkachova interviewt Michael Hesemann zur Berichterstattung über den Domspatzen-Skandal

(…)

Schon jetzt werfen Sie großen Teilen der deutschen Presse eine „bewusst irreführende Berichterstattung“ vor. Woran machen Sie das fest?

Hesemann: An ihrem geradezu geifernden Sensationalismus und daran, dass sie ihren Lesern und Zuschauern eine undurchdringliche Melange aus Unappetitlichkeiten und Gewalt servieren…

(…)

Tkachova: Machen Sie es sich damit nicht zu einfach? Die BILD-Zeitung zitierte doch sogar einen Betroffenen mit den Worten „Ratzinger war ein notorischer Schläger“ und zieht das Fazit: „Papst-Bruder misshandelte Domspatzen.“

Hesemann: Sehen Sie, das ist sogar das beste Beispiel. Denn das Zitat ist nirgendwo in dem 440 Seiten starken Bericht zu finden. Es stammt vielmehr von einem Mann, der heute davon lebt, dass er damals bei den Domspatzen versagt hat: Alexander Propst (57), der mittlerweile durch jede deutsche Talkshow getingelt sein muss, er will ja sein Buch verkaufen. „Von der Kirche missbraucht“ heißt es, darunter geht’s nicht. Es muss schon „die Kirche“ sein, das wird am besten verkauft.

weiterlesen:

[http://www.kath.net/news/60345

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  1. #1 von Gerry am 20. Juli 2017 - 20:02

    Es waren Erziehungsmethoden, die damals an der Tagesordnung waren.

    Die Organisation mit der überlegenen Moral (deren eigene Beschreibung!) benutzt also Erziehungsmethoden des Zeitgeistes…..

  2. #2 von Charlie am 20. Juli 2017 - 20:09

    Ein Opfer als Versager, geld- und mediengeil zu bezeichnen ist einfach nur noch unverschämt.

  3. #3 von Yeti am 20. Juli 2017 - 20:13

    Ich bin 1967 geboren. Meine Eltern 1942/1941.
    Die Erziehungsmethoden, die damals angeblich an der Tagesordung waren, haben weder ich noch meine Eltern genossen. Kann sein, dass es daran lag, dass die 50’er dazwischen lagen. Vorher (und hinterher?) war das nur bei strammen Nazis oder Religioten an der „Tagesordnung“.

  4. #4 von Rene am 20. Juli 2017 - 20:15

    „Es hat auch nichts mit der katholischen Kirche per se zu tun“. Aha. Kinderfickersekte. (263b Ds) 224 Js 3745/11 (228/11).

  5. #5 von K.Brückner am 20. Juli 2017 - 21:55

    Natürlich nicht. Die wahren Opfer sind eigentlich die Täter. Was nicht sein kann , darf nicht sein. Eigentlich müssten sich die Opfer bei den Tätern entschuldigen. Unfassbar !

    K.Brückner

  6. #6 von ichglaubsnicht am 20. Juli 2017 - 22:45

    Man kann sich auch den Originalbericht durchlesen (über 400 Seiten):
    http://uw-recht.org/fileadmin/user_upload/Abschlussbericht_Domspatzen.pdf

    Leider sind die Namen gekürzt bzw. Pseudonym, so wird etwa von „Bischof M.“ geschrieben der dann Chef der Glaubenskongregation wurde (na wie der wohl mit ganzen Namen heißt?). Hat aber den Nachteil, dass man mit einem Strg+F „Ratzinger“ nicht schnell was zum Papstbruder findet.

  7. #7 von Deus Ex Machina am 21. Juli 2017 - 07:14

    „Es hat auch nichts mit der katholischen Kirche per se zu tun.“

    –> Der Moment, wenn die Parodie von der Realität überholt wird.

    „Es waren Erziehungsmethoden, die damals an der Tagesordnung waren.“

    –> Und täglich grüßt der Zeitgeist.

    „Es stammt vielmehr von einem Mann, der heute davon lebt, dass er damals bei den Domspatzen versagt hat:“

    –> Also in einem Club „versagt“ hat, in dem systematisch Kinder misshandelt wurden. Ja, das echt ein Zeichen von Klasse, auf eines der Opfer noch einzuprügeln.

  8. #8 von drawingwarrior am 21. Juli 2017 - 08:55

    Jedes Wort von dem Mann ist ein Spatenstich, mit dem sich die RKK ihr eigenes Grab schaufelt.
    Ich bin dafür, dieser Karikatur eines Menschen möglichst viel medialen Spielraum zu geben, damit er seinen ranzigen Apologeten-Dreck verbreiten kann.

  9. #9 von Christian am 21. Juli 2017 - 09:01

    Ohne Schuldeinsicht verhöhnt dieses A….loch auch heute noch die Opfer von damals als Versager. Pfui!

  10. #10 von stephancologne am 21. Juli 2017 - 10:26

    Bin ich ein schlechter Mensch, wenn ich diesem Typen gerne die Fresse polieren würde?

  11. #11 von oheinfussel am 21. Juli 2017 - 12:36

    Wow. Das ist so dermaßen ekelhaft – ich mach mir Sorgen um kein Mittagessen

  12. #12 von Diamond Mcnamara am 21. Juli 2017 - 13:16

    Mehr davon,Katholiken!

  13. #13 von Alex am 21. Juli 2017 - 15:19

    Heute herausgekommen. Die Kirchenaustrittszahlen sind auch für 2016 auf hohem Niveau: 162.000 Katholen und 190.000 Evangelen

    Wette, das es 2017 wieder mehr werden dank Hesemann, Regensburg, Müller, Marx und Konsorten.

    https://www.kirche-und-leben.de/artikel/weniger-kirchenaustritte-bei-katholiken-und-protestanten/

  14. #14 von Unechter Pole am 21. Juli 2017 - 23:48

    Nix hat mit nix zu tun.

  15. #15 von t.nor am 22. Juli 2017 - 08:21

    Stimmt @Yeti. Ich bin die gleiche Generation und habe auch nichts der gleichen im Elternhaus und in der staatlichen Schule erfahren und das hätte man von einer Instituion dieser Art noch viel eher verlangen können. Das sind ekelhafte billige ausreden.

  16. #16 von Rene am 22. Juli 2017 - 11:11

    @Yeti. Ein paar Jahre früher war das an den (bayerischen) Schulen leider Alltag. Der Rektor meiner Schule hat mich fast täglich geprügelt. Die Demütigung wurde noch abgerundet durch die Tatsache, dass man sich von den Eltern auch noch eine eingefangen hat, wenn man es überhaupt erzählte.

    Wenn diese dämliche Gloria das verharmlost, dann soll sie bitte der Teufel holen. An den glaubt sie ja.