Atheisten sind immer Klugscheißer

Ich habe seit Kurzem einen völlig neuen Lieblingstalkshowgast: Philipp Möller. Funktion: Klugscheißer! Das ist nicht etwa böswillige Polemik, er bezeichnet sich selbst als solchen, und ich habe selten ein so hohes Maß an Selbsterkenntnis bei einem Menschen erlebt. Möller wird derzeit mit Vorliebe in Sendungen eingeladen, bei denen es im weitesten Sinne um das Thema Religion und Kirche geht. Seine Rolle dabei ist die des atheistischen Klugscheißers, wobei dies im Grunde ein Pleonasmus ist. Atheisten sind immer Klugscheißer, das unterscheidet sie von den Agnostikern. Agnostiker und Atheisten verbindet ihre Ablehnung religiöser Institutionen. Doch während der Agnostiker die Beschränktheit des menschlichen Erkenntnisvermögens betont und somit eine gewisse intellektuelle Demut offenbart, ist der Atheist restlos von sich und seinem überlegenen Intellekt überzeugt, was ihm nach seiner Überzeugung das Recht gibt, jede Form von Religiosität in den Dreck zu ziehen.

(…)

Herr Möller hat, wenn ich richtig informiert bin, die katholische Kirche ebenfalls vor vielen Jahren hinter sich gelassen. Könnte es also nicht auch ihm herzlich egal sein, was in diesem Verein vor sich geht?

(…)

Die Kirche ist zeitlos, weil sie Wahrheit, auf der sie gründet, zeitlos ist. Wir sind nicht so, wie die Welt es gerne hätte. Wir sind anders. Wir sind Kirche.

weiterlesen:

[http://www.die-tagespost.de/feuilleton/Von-Menschen-die-mit-der-Kirche-nichts-am-Hut-haben;art310,180166

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  1. #1 von manglaubtesnicht am 17. Juli 2017 - 18:30

    Toll! Ein heißer Kandidat für die Rubrik „Der Pflaumensturz“

  2. #2 von Charlie am 17. Juli 2017 - 19:07

    Wir sind Klugscheißer, weil ihr Dummscheißer seid.

  3. #3 von ichglaubsnicht am 17. Juli 2017 - 19:19

    Atheisten sind immer Klugscheißer

    Das wirkt nur so aus religiöser Sicht, weil man selbst nur miserable Argumente hat.

    Die Kirche ist zeitlos, weil sie Wahrheit, auf der sie gründet, zeitlos ist.

    Insbesondere in der evangelischen Kirche aber auch bei der katholischen Kirche wird ganz schön an dieser „Wahrheit“ geschraubt. Die Aussage des Ex-Papstes, der sich eben gerade darüber beschwert, dass sich die Kirche zu stark dem Zeitgeist annähere ist ja nur ein paar Artikel weiter unten hier zu finden.
    Wenn die „Wahrheit“ ganz und gar zeitlos wäre hätte sie auch nach wissenschaftlichen Erkenntnissen überhaupt nie auch nur ein Bisschen aufgegeben werden dürfen, dann müssten auch Katholiken heute noch auf dem geozentrischen Weltbild und der Ablehnung der Evolutionstheorie bestehen. Aber so ist sie halt die Kirche, aufgegeben wird nur genau das, was nun auch wirklich überhaupt gar nicht mehr haltbar ist, solange noch Schlupflöcher gesehen werden wird auch am größten Blödsinn, wie dem Gottglauben an sich, festgehalten und über Atheisten gemeckert, die auf diese Borniertheit hinweisen.

  4. #4 von Gerry am 17. Juli 2017 - 19:28

    @ Charlie

    Der Kommentar ist von https://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_Moll
    Der dummschwafelt auch bei kotz.net, das erklärt dann schon fast alles.

    @ ichglaubsnicht

    Nicht nur wird das umgedreht was man überhaupt nicht mehr halten kann. Man behauptet auch noch rotzfrech, die Grundlage dessen zu sein was man vor gar nicht mal so langer Zeit noch zutiefst abgelehnt hat
    https://de.wikipedia.org/wiki/Syllabus_errorum

  5. #5 von deshan11 am 17. Juli 2017 - 20:18

    Für gewöhnlich ist ein Verein, und letztlich ist die Kirche nichts anderes, in erster Linie seinen Mitgliedern verantwortlich. Was Außenstehende über ihn denken, kann dem Verein zunächst einmal egal sein. Mir gefallen auch viele Dinge nicht, die in bestimmten Vereinen in diesem Land passieren, aber solange mich niemand zwingt, Mitglied in diesen Vereinen zu werden, ist mir das herzlich egal.

    Und an der Stelle merkt man schon, dass er den Balken im eigenen Auge nicht sieht. Denn einer dieser Vereine versucht auf jeden Fall, seine Vereinsregeln auf nicht Vereinsmitglieder auszuweiten. Oder warum drängt die katholische Kirche den bayrischen Freistaat, dass sie vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Öffnung der Zivilehe für gleichgeschlechtliche Paare klagen soll? Und das ist ja nur ein Beispiel – dazu noch Glockengebimmel, Bezahlung der Bischöfe durch den Staat, die Unterstützung theologischer Unis, das Wort zum Sonntag im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Spaßverbot an Feiertagen, kirchliches Arbeitsrecht, usw. Ich hab ja prinzipiell nichts gegen den Verein, solange er in seinem Vereinsheim bleibt. Aber er versucht eben doch massiv Einfluss auf mich und mein Leben auszuüben und das werd ich nicht zulassen. Der ist doch selber ein Klugscheißer – und zwar immer zweimal mehr!

  6. #6 von Hypathia am 17. Juli 2017 - 20:27

    „Könnte es also nicht auch ihm herzlich egal sein, was in diesem Verein vor sich geht?

    Das ist ihm und auch uns ziemlich egal. Die können ihren Schäfchen vorschreiben und befehlen, was sie wollen. Und wenn die Schäfchen so blöd sind, sich das gefallen zu lassen, sind sie selber schuld.

    Was ihm und uns aber nicht egal ist, ist die Tatsache, dass sich die Kirche massiv auch in das Leben von Nichtvereinsmitgliedern einzumischen versucht. Da wird auf Politiker Druck ausgeübt, was das Zeug hält, um auf die Gesetzgebung Einfluss zu nehmen.
    Und genau aus diesem Grund und zur Abwehr dieser impertinenten Einmischung in unser Leben haben jedes Recht die Kirche und die Religion(en) lächerlich zu machen!

  7. #7 von user unknown am 17. Juli 2017 - 20:40

    Doch (…) ist der Atheist restlos von sich und seinem überlegenen Intellekt überzeugt, …

    Während der Gläubige restlos von der Überlegenheit seines Glaubens überzeugt ist.

    Die Kirche ist zeitlos, weil die Wahrheit, auf der sie gründet, zeitlos ist.

    Die Kirche gründet auf einer zeitlosen Wahrheit – vernünftig ist diese Prämisse nicht, aber weil der Gläubige die Vernunft und den Intellekt gering schätzt zieht er sie nicht in Zweifel.

    Wenn er das ernst nimmt, muss er jeden Glauben ernst nehmen, auch solche die Menschenopfer verlangen, denn dass der Mensch aus eigener Kraft seinen Glauben bezweifelt ist ja als menschliche Hybris des Teufels.

    Die Kirche mit ihrer angeblich zeitlosen Wahrheit hat aber seit je missioniert und den Glauben anderer nie respektiert sondern immer verkündet einzig im Besitz der Wahrheit zu sein. Mit welchen Argumenten, wenn nicht mit solchen, die auf den Intellekt zielen, begründet sie ihre Überlegenheit?
    Mit gar keinen, weil das die verhasste Vernunft ins Spiel bringt. Sie muss sich also auf Gewalt und Zwang gründen um ihre, nach vernünftigen Gesichtsgründen, nicht überlegene Position zu verbreiten.

  8. #8 von ptie am 17. Juli 2017 - 21:53

    „Doch während der Agnostiker die Beschränktheit des menschlichen Erkenntnisvermögens betont und somit eine gewisse intellektuelle Demut offenbart“

    die dem Autoren selber aber fehlt…

    Die Kirche ist zeitlos, weil sie Wahrheit, auf der sie gründet, zeitlos ist.

    Dem Autoren stimme ich im folgendem zu:

    Wer sich dem Zeitgeist anpassen will, möge dies tun, aber er möge sich dann bitte nicht einen Christen nennen.

  9. #9 von Elvenpath am 18. Juli 2017 - 00:49

    der Atheist restlos von sich und seinem überlegenen Intellekt überzeugt

    Um Religionen als Märchen zu erkennen bedarf es keinen großen Intellekts. Das habe ich schon als kleines Kind geschafft.
    Und genau darin besteht der religiotische Denkfehler. Atheisten sind nicht deswegen überzeugt, dass es keine Götter gibt, weil sie meinen so klug zu sein, sondern weil die religiösen Gottesgeschichten schlicht vollkommen primitiv und dumm sind.
    Religionen bringen Menschen dazu, wie Idioten zu reden und zu denken. Auf diesem Level kommen einem dann normale, logische Argumente wie Klugscheißerei vor.
    Der intellektuelle Abstand den Atheisten für sich beanspruchen, rührt also nicht von dem unheimlich hohen Niveau der Atheisten her, sondern von dem abgrundtiefen Niveau religiotischen Denkens.

  10. #10 von Skydaddy am 18. Juli 2017 - 05:48

    Charlie hat es schon gut auf den Punkt gebracht.

    Für einen Flacherdler ist natürlich jeder Heliozentriker ein Klugscheißer.

    Interessant auch: Wer eine ANDERE Religion als Wahrheit verkündet (z.B. den Islam), ist für Herrn Moll offenbar noch kein Klugscheißer. Dazu wird man erst, wenn man Religion komplett infrage stellt.

    Mir wird gerade klar (habe ich von Harald Lesch in Alpha bis Omega gelernt):

    Wissenschaftlich kann man nie sagen, wie es tatsächlich ist (was „wahr“ ist), sondern immer nur, wie es nicht ist. Das aber mit Sicherheit. Indem man herausfindet, wie es nicht ist, nähert man sich quasi der Wahrheit an.)

    Und das ist der Unterschied zu den Religionen: Die machen positive Aussagen mit Wahrheitsanspruch. Die Wissenschaft macht sozusagen nur negative Aussagen mit Wahrheitsanspruch.

    Vielleicht ist deshalb auch die „negative Theologie“ so beliebt, wo man immer nur sagen kann, wie Gott NICHT ist. (Üblicherweise scheint Gott dabei immer gerade NICHT bestimmte Kritikpunkte aufzuweisen.)

  11. #11 von Deus Ex Machina am 18. Juli 2017 - 08:08

    „Herr Möller hat, wenn ich richtig informiert bin, die katholische Kirche ebenfalls vor vielen Jahren hinter sich gelassen. Könnte es also nicht auch ihm herzlich egal sein, was in diesem Verein vor sich geht“

    –> Der Vergleich mit einem „Verein“ ist so erbärmlich, dass es fast schon wieder witzig ist. Kein Wunder also, dass ein Mensch mit so beschränktem Horizont Atheisten Klugscheißer wahrnimmt. Eine Runde Mitleid.
    Wenn die Kirche nur ein Verein wäre, würde ich zustimmen. Mich interessieren die Interna vom FC Bayern München einen Scheiß, allerdings versucht die Bayern auch nicht, sich in das Schulsystem einzumischen, Schalkefans am Heiraten zu hindern, und der Gesellschaft als Ganzes ihre Weltsicht auzuzwingen.
    Lächerlich!

  12. #12 von Deus Ex Machina am 18. Juli 2017 - 08:12

    ..Atheisten ALS Klugscheißer….

  13. #13 von klauswerner am 18. Juli 2017 - 16:07

    „Doch während der Agnostiker die Beschränktheit des menschlichen Erkenntnisvermögens betont und somit eine gewisse intellektuelle Demut offenbart …“

    … spricht der Religiöse gleich wieder von der „Wahrheit“, die er wohl gepachtet hat. N aj, das ist dann aber keine Demut sondern ebenso Kluigscheissertum. Oder nicht?

  14. #14 von klauswerner am 18. Juli 2017 - 16:17

    Ach wären die Kirchen doch nur wirklich Vereine – und Abtreibung, Verhütung, Sex vor der Ehe, Homosexualität, Scheidung, Sonntags-Gottesdienstpflicht, … – für alle Mitglieder verboten 🙂
    Mal sehen wieviele Mitglieder der Verein dann noch hätte 🙂
    Der hat doch nur deshalb noch so viele Mitglieder, weil sich keiner an die Vereinsregeln halten muss 🙂

    So muss sich der Vorstand gar nicht an den Zeitgeist anpassen – kann Schwachsinn predigen soviel er will – weil für alle klar ist dass sich keiner dran halten muss 🙂
    Das ist mal ein toller Verein 🙂

  15. #15 von Rene am 18. Juli 2017 - 17:45

    Lieber Sebastian Moll.

    Ich mag den Begriff Atheist nicht. Ich bin zwar einer, benötige aber für einen einfachen Sachverhalt keinen griechichen Fachbegriff. Ich gehe einfach aufgrund meiner 68jährigen Lebenserfahrung davon aus, dass es a) keinen Gott / Götter und b) keinen Klapperstorch gibt. Für beide Phänomene gibt es keinen Hinweis und kein Hinweis ist auch ein Hinweis. Damit könnte ich es gut sein lassen, aber so einfach ist es leider nicht.

    Leider gibt es mitten in unserer Gesellschaft noch ein weiteres, weltliches Phänomen, das rein garnichts mit dem einen, nicht existierenden Schöpfergott zu tun hat. Die Kirche. Sie sitzt mit fein verästelten Tentakeln so tief in der Gesellschaft, dass wir sie vermutlich nie wieder loswerden. Es sei denn, wir alle (!) füttern sie weiter wie bisher, solange bis sie platzt. Laut Carsten Frerk lassen wir uns das knappe 20 Milliarden im Jahr kosten.

    Wieso ist der Vorsitzende der Ethikkommission ein Theologe? Was haben Theologen im Rundfunkrat zu suchen? Wieso kann man nicht geschäftsfähige Kinder zu Mitgliedern machen? Was hat die Kirche in öffentlichen Schulen zu suchen? Wieso kann ein Papst im Bundestag auftreten? Wie kann es angehen, dass der Klerus Verbrechen an Kindern vertuscht, die Verbrecher nicht zur Anzeige bringt?

    Nicht Ihren Gott kritisieren Möller, ich und viele andere. Und auch nicht die bimmelnde Dorfkirche mit dem dazugehörigen Priesterlein. Das ist Operette. Nein, wir kritisieren diesen fetten, für den Bürger unsichtbaren Apparat, der sich in unser Leben mischt und alle, gläubig oder nicht, regulieren möchte. Zum Eigennutz natürlich, es geht dabei garantiert nicht um unser Seelenheil.

    Vermutlich habe ich jetzt auch religiöse Gefühle verletzt. Meiner Meinung passiert das immer dann, wenn man bei Gläubigen dieses tief vergrabene und halb verschüttete Gefühl berührt, dass Religiosität eigentlich etwas peinliches ist. Der Verletzte äußert dann schon mal sowas wie „Klugscheisser“. Nix für ungut.

  16. #16 von Deus Ex Machina am 22. Juli 2017 - 18:54

    Hab den Artikel jetzt dreimal durchgelesen und ich weiß immer noch nicht, was der Typ eigentlich will. Wohl einfach nur mal motzen und der Welt sein Wehwehchen klagen.

    „Es gehört zu den größten Mysterien meines Lebens, warum sich Menschen einer Institution oder einer Religion anschließen, deren Grundüberzeugungen sie nicht im geringsten teilen, um dann die gesamte Zeit ihrer Mitgliedschaft darauf zu verwenden, gegen diese Überzeugungen anzukämpfen. “

    –> WER macht denn das? Ist der Typ einfach nur paranoid oder blöd? Im Gegenteil,: die Leute flüchten aus einer Kirche, nur um dann feststellen zu müssen, dass diese Krake trotzdem noch in allen mgl. Institutionen sitzt.

    „Ich gehe doch auch nicht in einen Schachverein, um den Mitgliedern jahrelang einzureden, dass Schachspielen doof sei und sie stattdessen lieber Fußball spielen sollten.“

    –> Welcher Schachverein nimmt schon einen Säugling auf und brüstet sich dann damit, dass schon Säuglinge Schachfans wären?

    „Die Kirche ist zeitlos, weil sie Wahrheit, auf der sie gründet, zeitlos ist. Wir sind nicht so, wie die Welt es gerne hätte. Wir sind anders. Wir sind Kirche.“

    –> Soviel zur „eitlen Selbstinszenierung“.

    Da weiß einer einfach nicht, was er eigentlich will. Aber Hauptsache mal die Schnauze weit aufgerissen.

  17. #17 von klauswerner am 22. Juli 2017 - 20:20

    Wer so einer Organisation Beitritt ohne die Grundüberzeugung zu teilen? Babys bei der Taufe.
    Dann wird ihnen jahrelang erzählt das sie nicht in den Himmel kommen wenn sie austreten.
    So bleiben sie halt Mitglied, auch ohne die Grundüberzeugung des Vereins zu teilen.

    Das müsste der Autor aber wissen …

  18. #18 von Ruth am 22. Juli 2017 - 20:51

    Die Kindertaufe wird in biblisch orientierten Gemeinden nicht praktiziert.

  19. #19 von Charlie am 23. Juli 2017 - 10:13

    @Ruth

    Hier geht es aber nicht um die verdummbibelten Gemeinden!!

  20. #20 von klauswerner am 23. Juli 2017 - 13:14

    @Ruth, Äh, an was ist denn die RKK orientiert?

  21. #21 von Diamond Mcnamara am 23. Juli 2017 - 13:22

  22. #22 von Deus Ex Machina am 23. Juli 2017 - 13:30

    @ klauswerner:

    Die RKK ist doch heimlich ein satanist. Verein, pssst! 😉