Gothaer Bauer tritt mit seiner Familie aus Kirche aus

Weil er bei der Pachtvergabe nicht zum Zug kam, ist ein Landwirt aus Gotha mit seiner Familie aus der Kirche ausgetreten. Wie die in Weimar erscheinende Mitteldeutsche Kirchenzeitung „Glaube+Heimat“ in ihrer Ausgabe zum 16. Juli berichtet, hat Hans Selzseine Entscheidung der Landesbischöfin Ilse Junkermann, schriftlich mitgeteilt. In dem Schreiben begründet der Landwirt den Kirchenaustritt damit, dass er sich von der Kirche ungerecht behandelt fühlt.

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[http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Gothaer-Bauer-tritt-mit-seiner-Familie-aus-Kirche-aus-313955136

 

 

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  1. #1 von Smiling_Joe am 13. Juli 2017 - 08:32

    Von der Kirche ungerecht behandelt fühlen? Da könnten noch ganz andere austreten…

  2. #2 von t.nor am 13. Juli 2017 - 08:55

    Stimmt.Die können es bloß nicht, weil die Kirche ihr Arbeitgeber ist.

  3. #3 von Hypathia am 13. Juli 2017 - 08:57

    Das juckt die Kirche genau gar nicht, wenn eine Familie austritt. Bei einem ganzen Dorf oder einer Stadt sähe das vielleicht anders aus.

  4. #4 von drawingwarrior am 13. Juli 2017 - 10:52

    Hm…so eine Bauernfamilie kann schon mal größer ausfallen.
    Trotzdem finde ich die Aktion grenzwertig, weil hier jemand aus rein finanziellen Gründen in bester patriarchaler Tradition die gesamte Familie in Sippenhaft nimmt.
    Da wurde garantiert die Loyalitätsfrage gestellt und von Religionsfreiheit kann man hier auch wohl nicht mehr sprechen.

  5. #5 von Rene am 13. Juli 2017 - 11:14

    Ich finde die Begründung ehrlich gesagt schäbbig. Das hat nichts mit Weltanschauung zu tun. Wenn der Bauer aus diesem Grunde austritt erhebt sich die Frage, warum er jemals drin war.

  6. #6 von user unknown am 13. Juli 2017 - 12:36

    Richtig so! Tretet aus! Am besten in großen Gruppen.

    @dw:

    Trotzdem finde ich die Aktion grenzwertig, weil hier jemand aus rein finanziellen Gründen in bester patriarchaler Tradition die gesamte Familie in Sippenhaft nimmt.

    Dafür sehe ich keinen Anhaltspunkt. Außerdem ist gegen rein finanzielle Gründe m.E. wenig zu sagen.

    Da wurde garantiert die Loyalitätsfrage gestellt und von Religionsfreiheit kann man hier auch wohl nicht mehr sprechen.

    Er kann ja die Familienmitglieder nicht zum Austritt zwingen.

  7. #7 von drawingwarrior am 13. Juli 2017 - 14:02

    Ok, ich bewege mich hier im Bereich der Mutmassung.
    Allerdings kenne ich den Part mit der Familien-Loyalität aus eigener Erfahrung.
    Mein alter Herr hat anlässlich meiner Hochzeit der Familie die „Vertrauensfrage“ gestellt, weil ich den Namen meiner Frau angenommen habe.
    Bis auf meinem Bruder sind alle mit dem Arsch zuhause geblieben.

  8. #8 von Hypathia am 13. Juli 2017 - 15:18

    @ drawingwarrior

    Ist das ein Ernst? Nur weil du den Namen deiner Frau angenommen hast ist deine Familie nicht zur Hochzeit gekommen? 😱 In welchem Jahrhundert sind die denn hängen geblieben?

  9. #9 von Skydaddy am 13. Juli 2017 - 15:31

    Wenn diese Sippe wegen dieser Sache aus der Kirche austritt, hätten sie sowieso schon längst austreten sollen.

  10. #10 von drawingwarrior am 13. Juli 2017 - 16:00

    @hypathia

    Leider ist das genau so gewesen.
    Meine damalige Zukünftige ist noch hin und hat versucht zu vermitteln…keine Chance!
    Das „Argumente“ war, ich als erstgeborener Sohn einer Unternehmerfamilie muß den Namen weitertragen.
    Als sich meine Tochter ankündigte, war sie keine „richtige“ Enkeltochter.
    Ich hatte schon immer viel Spass mit meiner Mischpoke, aber da hatte sich für mich der Fall erledigt.
    Meine Auflehnung gegen die blinde Befolgung von Traditionen kommt also nicht von ungefähr.

  11. #11 von Hypathia am 13. Juli 2017 - 16:28

    @ drawingwarrior

    Unglaublich, dass Menschen heute noch so verbohrt sein können. Und nur zu verständlich, dass du dich da auflehnst und einen Schlussstrich ziehst.
    Es tut mir leid, dass du so viel mit deiner Familie mitmachen musstest.

  12. #12 von Unechter Pole am 13. Juli 2017 - 17:14

    Am ungerechtesten behandeln die Kirchen mit Hilfe des Staates diejenigen, die nie einer Kirche angehören. Nichtmitglieder können nicht aus Protest austreten.

  13. #13 von drawingwarrior am 13. Juli 2017 - 17:34

    @hypathia
    Danke Dir, ist aber mittlerweile nur noch Erinnerung.
    Meine Tochter wird bald 21 und mein werter Herr Vater ist 2011 verstorben.
    Mir war in meiner kleinen Familie immer wichtig, das wir versuchen, wenn möglich, gemeinsam zu entscheiden, wie es laufen soll.
    Gilt allerdings nicht für Spinat und Harzer Roller, da werde ich zum Tyrann.

    Ich denke, das dass nichts mit dem Jahrhundert zu tun hat, sondern eher mit dem Selbstverständnis, dem Bild, das man nach außen hin repräsentieren will.
    Bei meinem Vater war es immer wichtig, was „die Leute“ sagen.
    Er hatte immer panische Angst, durch irgendein Fehlverhalten seiner Kinder oder der Angestellten, die in seinem Betrieb tätig waren, einen Kunden oder an Ansehen zu verlieren.
    Ich kann diese Gefühl, was ihn Zeit seines Lebens begleitet haben muss, nicht wirklich nachfühlen. da mir diese Denke völlig abgeht.
    Dadurch, das ich weiß, wie es in ihm ausgesehen hat (ich habe fast 20 Jahre bei ihm gearbeitet) ist es mir leichter gefallen, mich innerlich von ihm lösen.
    Am Ende hat er mir einfach nur noch Leid getan.

    Ich kann mir also schon vorstellen, das dieser Bauer, ein Menschenschlag, der auch nicht unbedingt für Zimperlichkeiten bekannt ist, in Großgrundbesitzermanier dafür gesorgt hat. das seine Familie mitzieht.
    Aber wie gesagt, ich bewege mich hier auf dünnem Eis.

  14. #14 von user unknown am 14. Juli 2017 - 00:11

    @dw:
    Ich kann mir sowohl vorstellen, dass der Bauer so ein patriarchales Familienoberhaupt ist, als auch, dass seine Familie diese Rolle unterstützt.

    Allerdings ist die Religionsfreiheit, die der Staat im GG gewährt eine Freiheit, die der Staat dem Bürger gegenüber garantiert (bindet Gesetzgebung, Rechtsprechung und vollziehende Gewalt), aber nicht für das Verhalten der Bürger untereinander.

    Wenn der Bauer sagt „Wir treten aus“ und die ganze Familie macht mit, ist das deren Problem. Der Bauer darf sie nicht dazu zwingen und kann es auch nicht. Er kann natürlich diejenigen enterben, die nicht mitziehen und solche Späße. Das kann er aber auch machen, wenn sie zu Borussia Dortmund statt zu Schalke halten.

    In den christlichen Religionen (die großen, deutschen Spielarten) sind patriarchale Töne, soweit es nicht um Gott und kircheninterne Hierarchien geht, m.W. selten geworden. Sicher, an der Kindstaufe halten sie fest.

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