Historisch-kritische Bibelauslegung: Ulrich Parzany sorgt sich um die Evangelische Kirche

In der evangelischen Kirche sind die Grundlagen des Glaubens bedroht. Die vier Prinzipien der Reformation – allein Christus, allein die Gnade, allein der Glaube und allein die Heilige Schrift – werden systematisch demontiert. Diese Ansicht vertritt der Vorsitzende des „Netzwerks Bibel und Bekenntnis“, Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel), in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Parzany war Hauptredner der Evangelisation proChrist sowie CVJM-Generalsekretär. Ihm zufolge ist die Bibel in der evangelischen Volkskirche nicht mehr verbindlicher Maßstab für Lehre und Glauben. Zwar lege jeder Pfarrer ein Ordinationsgelübde auf Bibel und Bekenntnis ab, die Praxis sehe aber anders aus. Die Krise der Kirche sei eine Krise der Verkündigung, weil das Vertrauen in die Autorität der Bibel verschwunden sei.

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[http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/parzany-in-der-evangelischen-kirche-sind-die-glaubensgrundlagen-bedroht-101739.html

 

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  1. #1 von Charlie am 12. Juli 2017 - 18:17

    Kann nicht jeder so verdummbibel sein.

  2. #2 von Rene am 12. Juli 2017 - 18:39

    Was für eine Luxus sagen zu können, das ist mir vollkommen piepe.

  3. #3 von Gerry am 12. Juli 2017 - 19:18

    Tja, dann wird’s wohl mal wieder Zeit für ein Schisma….

  4. #4 von ichglaubsnicht am 12. Juli 2017 - 20:27

    Eigentlich hat er ja Recht, also wenn man den christlichen Glauben ernst nimmt. Eine christliche Kirche macht eigentlich nur Sinn, wenn sie auch die christlichen Kernüberzeugungen vertritt. Die passen – zum Glück – nicht mehr in den heutigen Zeitgeist, was aber einer Ideologie mit absolutem Wahrheitsanspruch egal sein müsste. Wenn man den Glauben nach eigenem Belieben umdeutet, und sich somit bewusst von der Glaubenswahrheit entfernt, so kann man den Unsinn auch gleich ganz lassen und Atheist werden.

  5. #5 von Elvenpath am 12. Juli 2017 - 20:47

    „Historisch kritische Bibelauslegung“. Evangelische Theologiestudenten lernen schon im ersten Semester, die Bibel nicht wörtlich zu nehmen.

    Aber warum? Wo steht das geschrieben, dass man sie nicht wörtlich nehmen muss. Ob nun griechische, römische, germanische, ägyptische oder sonstige religiöse Mythologie: Niemand würde auf die Idee kommen, dass die Gläubigen dieser Religionen ihre religiösen Mythen nicht wörtlich genommen hätten. Nur beim Christentum, welches erwiesener Maßen zu großen Teilen, aus verschiedenen, älteren religiösen Mythen zusammengebastelt, wurde ist das für viele Christen „selbstverständlich“.
    Die „historisch kritische Bibelauslegung“ ist nichts weiter, als der verzweifelte Versuch, einen antiken Mythos irgendwie mit der Realität und dem eigenen Gerechtigkeitssinn und der eigenen Ethik in Einklang zu bringen. Der Gott des alten Testaments ist grausam und ein Psychopath? Ach was, dass muss man nur richtig interpretieren und schon ist er ein weiser und gütiger Lenker.

  6. #6 von Skydaddy am 13. Juli 2017 - 06:15

    Parzany hat mit seiner Diagnose zweifellos Recht, er verkennt aber, dass die Ursachen dafür nicht bei der EKD liegen, sondern bei Aufklärung, Vernunft und Erkenntnisfortschritt.

    Er bezeichnet die EKD als „Speichellecker der Gesellschaft“, ist aber selbst letztlich nicht einmal Speichellecker Gottes, sondern der Speichellecker primitiver religiöser Fanatiker, die vor Tausenden von Jahren die Bibel zusammenphantasiert haben. (Vgl. Kubitzas „Glaubenswahn“.)

  7. #7 von Deus Ex Machina am 13. Juli 2017 - 08:06

    „Parzany war Hauptredner der Evangelisation proChrist sowie CVJM-Generalsekretär“

    –> Und jetzt alle: Y – M – C – A

    YMCA

  8. #8 von Noch ein Fragender am 13. Juli 2017 - 11:04

    Parzany: „Im Grunde ist ‚Jesus Christus‘ eine Leerformel geworden, die jeder nach seinen Vorstellungen füllt.“

    Das war er doch schon immer.

    Und das bleibende Verdienst der historisch-kritischen Forschung ist, das herausgearbeitet zu haben.

    Kubitza, Der Jesuswahn: Wie die Christen sich ihren Gott erschufen. Die Entzauberung einer Weltreligion durch die wissenschaftliche Forschung

  9. #9 von Skydaddy am 13. Juli 2017 - 12:33

    Wie schon bei Peter Hahne, der neulich Beliebigkeit beklagte:

    Andere Auffassungen sind Leerformeln, die EIGENE hingegen die WAHRHEIT.