Württembergische Landeskirche fordert Verbot der Prostitution

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg fordert ein Prostitutionsverbot in Deutschland nach schwedischem Vorbild. Freier müssten bestraft, Prostituierte dagegen geschützt werden. Ein entsprechender Antrag wurde von der Landessynode auf der Sommertagung in Reutlingen beschlossen.

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[https://www.jesus.de/wuerttembergische-landeskirche-fordert-verbot-der-prostitution/

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  1. #1 von Unechter Pole am 8. Juli 2017 - 12:02

    Der Bevormundungswille der Evangelen nimmt fast katholische Züge an.

  2. #2 von Skydaddy am 8. Juli 2017 - 12:16

    Grundsätzlich kann ich nicht erkennen, weshalb man nicht in gegenseitigen Einvernehmen Sex-Dienstleistungen kaufen können sollte. Ich habe vor „richtigen“ Prostituierten mehr Achtung als vor Politikern, die sich meiner Wahrnehmung nach z.B. gegenüber den Kirchen prostituieren.

    Ich nehme aber zur Kenntnis, dass die tatsächlichen Verhältnisse in dem Gewerbe offenbar oft (oder sogar überwiegend) ausbeuterisch sind. Was freilich in anderen Bereichen ebenfalls so wahrgenommen werden kann. Es könnte dann sein, dass Prostitution etwa so zu beurteilen wäre wie gebührenpflichtige Service-Telefonnummern: Im Prinzip ist nichts dagegen einzuwenden, in der Praxis läuft es aber in aller Regel auf Ausbeutung bzw. Abzocke hinaus.

    Grundsätzlich wäre ich auch skeptisch, dass sich das älteste Gewerbe der Welt effektiv verbieten lässt. Das hat ja schon bei Alkohol nicht funktioniert. (Prohibition.)

    Entscheidend für eine Beurteilung wären demzufolge hier die Erfahrungen aus Schweden: Weiß hier jemand mehr dazu?

    Grundsätzlich habe ich allerdings den Eindruck, dass sich Prostitution vor allem dann als „besonderes“ Problem gegenüber sonstiger Ausbeutung darstellt, wenn man Prostituierte irgendwie als unwürdig empfindet.

    Ich könnte ja selbst weiter recherchieren, aber meine Frau sagt mir, dass ich Prostituierte selbst dann nicht wahrnehme, wenn sie direkt versuchen, meine Aufmerksamkeit zu erheischen …

    Ich bin also grundsätzlich ergebnisoffen, aber dass ausgerechnet Christen versuchen, die Prostitution zu verbieten, macht mich etwas skeptisch.

  3. #3 von Rene am 8. Juli 2017 - 13:38

    Wow, was sind wir denn heute wieder für potente motherfucker! Wir FORDERN heute, ähh? Au ja! Das Verbot von Nutten. Das hat was! Hat vor uns noch keiner geschafft!

    Ihr traurigen Würstchen.

  4. #4 von Gerry am 8. Juli 2017 - 13:42

    @ Unechter Pole

    Gut dass ich den Schluck Erdbeersirup schon runter geschluckt hatte, sonst wäre jetzt ein neues Display fällig 🙂

    @ Skydaddy

    Ich bin also grundsätzlich ergebnisoffen, aber dass ausgerechnet Christen versuchen, die Prostitution zu verbieten, macht mich etwas skeptisch.

    Ich erwarte GENAU von den Christen dass die so ein Verbot fordern.

    Schließlich treten ja gerade die gläubigen Christen nicht als Vertreter einer liberalen Gesellschaftsordnung auf, in der Sexualität genau betrachtet nur nach einer Regel abläuft:
    Bewusste und klare Zustimmung aller Beteiligten zu allen durchgeführten Praktiken.

    Viel lieber schwelgt man der eigenen Doppelmoral die – im Zuge der Diskussion um die Ehe für alle – bei den CSU-Politikern ja so beschrieben wurde:

    Die CSU steht weiterhin für das traditionelle Familienbild von Mann, Frau, zwei Kinder, Geliebte, uneheliches Kind

    Sexarbeit hat in der Gesellschaft immer noch einen schlechten Ruf, basierend auf überkommenen Moralvorstellungen. Von daher ist es nicht verwunderlich dass auch EKD-Wischiwaschi-Christen sich so einem Verbot anschließen würden.

    Das gerade in Kraft getretene neue Prostituiertenschutzgesetz sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung

    Das sehen die entsprechenden Fachverbände deutlich anders:
    [http://www.bsd-ev.info/aktuelles/21-juni-2017.php
    [https://berufsverband-sexarbeit.de/sexarbeit-ist-arbeit-respekt-neues-buendnis-protestiert-gegen-das-prostituiertenschutzgesetz/

    Nun weiß ich über diese Verbände und die Branche als solches viel zu wenig um das einschätzen zu können. Aber dass ausgerechnet die Christen da auf dem richtigen Weg sein sollen scheint mir angesichts deren Historie sehr unwahrscheinlich.

  5. #5 von user unknown am 9. Juli 2017 - 01:00

    Der Kampf gegen Prostitution ist wahrscheinlich genauso alt wie der gegen Alkohol. Welcher besser als Beispiel für vergebliches Bemühen taugt wäre noch zu klären.

    Meines Wissens sind die Erfahrungen in Schweden gemischt. Aus der öffentlichen Wahrnehmung rausdrängen kann man die Prostitution. Für die Prostituierten verbessert sich dadurch die Situation aber nicht; für die Freier verschlechtert sie sich jedenfalls.

    Auf dem Ticket Frauenemanzipation versuchen die Moralwächter ein breiteres Bündnis zusammenzubekommen. Hier treffen sich dann Prüderie, Heuchlertum, die doppelte Moral der besseren Gesellschaft. Wer will schon gerne öffentlich für Prostitution einsetzen? Man macht sich doch gleich verdächtig als Kunde oder Dienstleister verstrickt zu sein und einen guten Ruf genießt Prostitution nirgends. Selbst in der Gossensprache sind Hure, Bitch, Nutte usw. üble Beleidigungen.

    Frauen als „Konsumartikel“

    Das gerade in Kraft getretene neue Prostituiertenschutzgesetz sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, gehe nach Auffassung der Landeskirche jedoch immer noch nicht weit genug. Die Degradierung der Prostituierten zum Konsumartikel werde weiterhin „billigend in Kauf genommen.“

    Die Überschrift spricht von Frauen, der Text geschlechtsneutral von Prostituierten. Auch Männer arbeiten als Stricher – sollen die Gesetze jetzt nur für Frauen und gegen Männer gelten?

    Die Degradierung der Prostituierten zum Konsumartikel werde weiterhin „billigend in Kauf genommen.“

    Man kann jede Form der Lohnarbeit als Degradierung des Beschäftigten zum Konsumartikel betrachten. Der Journalist verkauft seine Denkleistung an die Zeitung, der Bergarbeiter Gesundheit und Körperkraft, die Verkäufer allüberall erzählen fromme Märchen von grandiosen Produkten. Alle lieben sie ihre Arbeitgeber, verwirklichen sich selbst in der Arbeit. Inzwischen duzen fast alle ihren Boss, so gut verstehen sie sich mit ihm.

    Wer meint, sein Körper sei ein heiliger Tempel soll ihn halt abschließen. Ich bin auch strikt dagegen Prostitution als regulären Job etwa im Arbeitsamt als Vermittlungsangebot, dem sich ein Leistungsempfänger stellen muss, anzusehen. Das muss jeder ablehnen dürfen.

    Kürzlich wurden einer Leistungsempfängerin die Bezüge gekürzt, ich glaube weil sie nicht in einem Sexshop als Verkäuferin arbeiten wollte. Ich denke, da muss jeder seine eigene Grenze definieren dürfen, ohne dass es ihm zum Nachteil gereicht. Die Sanktionen sind dann m.W. auch zurückgezogen worden.

  6. #6 von Willie am 9. Juli 2017 - 05:16

    Ich schlage als Anfang eine Datenbank vor, die dann von den Bordellen abgefragt wird um all die chtistlichen Freier dort melden zu können. Für die
    Ambulanten dann eine App fürs Handy. Das würde auch die Sicherheit erhöhen, da ohne Perso kein Fick.

  7. #7 von paul0f am 9. Juli 2017 - 10:31

    P.F. fordert ein Verbot der evangelische Landeskirche in Württemberg.^^