Abtreibung ist Mord: Vergewaltigungsopfer zu 30 Jahren Haft verurteilt

Ein Gericht in El Salvador hat eine junge Frau, die Opfer einer Vergewaltigung wurde, wegen einer Totgeburt zu 30 Jahren Haft verurteilt. Wie die Menschenrechtsorganisation Acdatee am Freitag mitteilte, wurde Evelyn Hernandez vergewaltigt und erlitt nach einer achtmonatigen Schwangerschaft eine Fehlgeburt. Das Gericht in der Stadt Cojutepeque verurteilte Henandez am Mittwoch jedoch wegen Mordes.

(…)

Abtreibung wird von der Justiz in El Salvador als Mord eingestuft. Selbst wenn Frauen aus gesundheitlichen Gründen ihr Kind verlieren, können sie in dem zentralamerikanischen Land zu langen Freiheitsstrafen verurteilt werden.

weiterlesen:

[http://www.krone.at/welt/vergewaltigungsopfer-zu-30-jahren-haft-verurteilt-wegen-totgeburt-story-577713

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  1. #1 von Charlie am 8. Juli 2017 - 17:05

    Der feuchte Traum eines jeden Abtreibungsgegners.

  2. #2 von oheinfussel am 8. Juli 2017 - 17:11

    Ist das jetzt einer dieser wichtigen christlichen Werte, die so elementar für eine gesunde, gerechte Gesellschaft sind?

    Ich würde sehr gerne intensiv kotzen – aber meine liebe Frau hat sich so viel Mühe mit dem Nudelsalat gegeben, das wäre schade ums Mittagessen

  3. #3 von Rene am 8. Juli 2017 - 17:19

    Die katholischen Teufeleien waren nicht mit der Inquisition vorbei.

  4. #4 von Deus Ex Machina am 8. Juli 2017 - 17:42

    DAS IST KRANK.

  5. #5 von F. M. am 8. Juli 2017 - 18:08

    Wenigstens haben sie sie nicht verbrannt, aber als Folter geht das alles locker durch. In Polen wird das ja auch ständig versucht, aber da haben die religionsvergifteten Politiker schon zu viel Angst vor den Wählerinnen. Deswegen ist das totale Abtreibungsverbot nicht durchgegangen. Sie werdens aber wieder und wieder probieren.

  6. #6 von Hypathia am 8. Juli 2017 - 18:29

    Das wäre doch ein Land, wohin unsere hiesigen Hardcore-Katholen auswandern könnten. Dann wären wir sie wenigstens los.

  7. #7 von Unechter Pole am 8. Juli 2017 - 18:38

    @F.M.
    In diesem Jahr sollte in Polen wieder eine Gesetzesinitiative zum totalen Abtreibungsverbot starten, diesmal als offizielle Initiative der Amtskirche und so getaktet, dass die Abstimmungen in die Schlechtwetterperiode fallen, so dass sich Straßenproteste in Grenzen halten würden.

    Kurz nach der Ankündigung des neues Gesetzesverfahrens wurde durch eine Grupe der nationalkonservativen und konservativliberalen Abgeordneten eine Klage gegen das bestehende Gesetz über Familienplanung im Verfassungstribunal eingereicht. Bei 9 von 15 durch PiS gewählten Richtern gelte als sicher, dass ein Verstoß gegen Art. 38 der Verfassung festgestellt wird.

  8. #8 von Gerry am 8. Juli 2017 - 22:37

    Und vor sich, meine Damen und Herren, sehen Sie den Beitrag des Christentums zur modernen Gesellschaft.

  9. #9 von Jörn Dyck am 8. Juli 2017 - 23:00

    Wir werden sehen, ob der Papst seine Barmherzigkeit ins Spiel bringt und der armen Frau zu Hilfe kommt.

  10. #10 von Michael am 8. Juli 2017 - 23:17

    Aha, die Religion der Liebe… Für Amnesty international ist das übrigens schon seit längerem ein Dauerthema, denn dies ist beileibe kein Einzelfall: https://www.amnesty.de/informieren/laender/el-salvador

  11. #11 von Deus Ex Machina am 8. Juli 2017 - 23:43

    @ F.M.:

    „Wenigstens haben sie sie nicht verbrannt,“

    –> Abwarten. Bei so einem Fall von Justizwahnsinn ist alles denkbar.

  12. #12 von awmrkl am 9. Juli 2017 - 02:06

    Wieviel (wohl nicht nur religiöse) Scheiße muß jemand, gar ein Land, in der Birne haben, um solchen Schwachsinn nicht nur zu legalisieren, sondern auch noch zu exekutieren!? Nicht zu fassen!

    Wobei ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob das Ganze evtl doch eine Art Hoax ist. Ich hab jedenfalls bislang nirgendwo eine Quelle unabhängiger Bestätigung gefunden. Auch nicht bei Acdatee o.ä. Org…

  13. #13 von Willie am 9. Juli 2017 - 04:56

    @awmrkl

    Auch die spanischsprachige Presse berichte darüber
    http://www.elsalvador.com/noticias/nacional/370385/joven-condenada-a-30-anos-por-homicidio/

    Hintergrund, so wie es hier beschrieben wird, ist, dass sie nach der Fehlgeburt das Baby in ein Abwasserbecken (kann auch Abfallgrube bedeuten) gewofen habe und danach von der Familie ins Krankenhaus gebracht, dessen Angestellte sie dann angezeigt hatten.

  14. #14 von F. M. am 12. Juli 2017 - 17:01

    @UP

    Ich glaube, ich habe den Link schon mal gepostet, aber dank der möchtegern-Hexenverbrenner in Polen -und anderswo- ist er wieder höchst aktuell:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-74549740.html

    Hier der erste Absatz des Artikels aus dem SPIEGEL vom 18.10.2010

    Geschäft mit der Kirche

    Weil sie zu Hause unter einem scharfen Abtreibungsverbot leiden, reisen viele Polinnen zum Eingriff nach Deutschland.

    Nach 40 Berufsjahren als Gynäkologe war sich der Arzt Janusz Rudzinski ziemlich sicher, alles mitgemacht zu haben, was sein Beruf ihm bieten konnte. Dann erlebte er doch noch eine Überraschung.
    Die hübsche Polin, die vor wenigen Wochen in Rudzinskis Sprechstunde am Kreiskrankenhaus Prenzlau auftauchte, war schwanger, wollte das Kind aber nicht austragen. So weit ein häufiger Fall. Aber der Mann, der sie begleitete, war noch nervöser, als es die Männer hier sonst sind.
    Erst nach erfolgtem Eingriff wurde auch der Freund der Patientin gesprächiger: „Ich bin ein katholischer Priester“, bekannte er. Seine Kirche sei völlig aus der Zeit gefallen, und das polnische Abtreibungsrecht passe „überhaupt nicht mehr zum echten Leben in Polen“. So etwas hat Doktor Rudzinski, selbst im östlichen Nachbarland geboren, noch nie von einem Kirchenmann gehört.
    /SPIEGEL ende

    Gottverfluchte Heuchler eben, diese „Lebensschützer“.

  15. #15 von Gerry am 12. Juli 2017 - 17:40

    @ F.M.

    Dazu gibt’s auch nen aktuelleren Bericht (2016/2017) aus Wien. Auch eines der Ziele für den Abtreibungs“tourismus“ aus Polen, da kann man nämlich behaupten, nur Urlaub gemacht zu haben.
    Da gibt’s schon Arztpraxen die sich mit polnischsprachigem Personal drauf spezialisiert haben.

    Mitteleuropa gegen Ende des ersten Viertels des 21. Jahrhunderts……

    Die Futurologen aus den 60ern und 70ern die von einer goldenen Zukunft träumten hätten sich wohl umgebracht, wenn sie das gewusst hätten.

  16. #16 von Gerry am 12. Juli 2017 - 17:42

    Nachtrag zu #15

    Der Bericht ist nicht beim Spiegel, sondern irgendeinem österreichischen Online-Medium.