Atheist Kutschera: Ehe für alle? ‚Diese widersinnige Entscheidung überrascht mich nicht‘

Evolutionsbiologe Prof. Ulrich Kutschera sagt nach der Bundestagsentscheidung für die „Ehe für alle“ im KATH.NET-Interview: „Unsere naiven Politiker benutzen Begriffe aus der Biologie, ohne zu wissen, was diese überhaupt bedeuten.“

(…)

Herr Prof. Kutschera, wie bewerten Sie die Position der Katholiken zur Homo-Ehe?

Prof. Kutschera: Als atheistischer Evolutionsforscher bin ich dem christlichen Glauben gegenüber offen und tolerant eingestellt, ohne jedoch Schöpfungsmythen, über Adam und Eva als das erste Menschenpaar, in mein naturalistisches Weltbild aufnehmen zu können. Die offensichtliche Ablehnung der sogenannten „Ehe für alle“, eine Weiterführung des Begriffs „Homo-Ehe“, teile ich. Meine nachfolgend dargelegte Begründung basiert auf biowissenschaftlichen Fakten: mit Politik oder Religion hat diese naturalistische Anti-Gender-Agenda nichts zu tun.

weiterlesen:

[http://www.kath.net/news/60177

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  1. #1 von oheinfussel am 5. Juli 2017 - 19:40

    Nur weil man biowissenschaftlich argumentiert, ist das kein Deut besser, Menschen zu diskriminieren

  2. #2 von ichglaubsnicht am 5. Juli 2017 - 19:47

    In dem Interview gibt er einen Haufen wirrer, offensichtlich vor allem von der eigenen konservativen Meinung getriebenen Aussagen von sich. Erst sagt er, dass Homosexuelle nicht umerzogen werden können, meint aber gleichzeitig es sei keine gute Idee wenn sie eine Ehe eingehen würden weil dabei keine Kinder herauskommen könnten. Wo soll also das Problem mit der gleichgeschlechtlichen Ehe sein? Homosexuelle lassen sich offensichtlich nicht in heterosexuelle Beziehungen zwingen, von daher macht es was die Kinderanzahl betrifft überhaupt keinen Unterschied ob sie auch untereinander heiraten dürfen oder nicht. Dann stellt er irgendwelchen Gender-Quatsch als Strohmann für die Ehe für alle hin, redet dabei aber komplett am Punkt vorbei: Die Ehe für alle schadet keinem und bringt ggf. den homosexuellen Paaren etwas Freude bzw. auch eine rechtliche Sicherheit für die Partnerschaft.

    Da diese Menschen zur zweigeschlechtlichen Fortpflanzung unfähig sind (Befruchtungen, d. h. Sex-Akte, können die meisten Homoerotiker nicht vollziehen), werden sie in gewisser Weise von der Natur bestraft, denn ihr Erbgut wird über die natürliche Auslese aus dem Genpool verschwinden.

    Das ist auch eine stark vereinfachte Sichtweise, wenn es nur so wäre, dann gäbe es vermutlich heute schon gar keine homosexuellen Menschen mehr. Es gibt durchaus Erklärungsansätze, weshalb ein bestimmter Anteil Homosexueller sogar einen evolutionären Nutzen haben kann.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t#Evolutionstheorie

  3. #3 von Gerry am 5. Juli 2017 - 20:11

    Warum glauben diese Idioten eigentlich immer, man bräuchte eine Ehe um Kinder zu bekommen?

    Haben die alle im Bio-Unterricht gepennt?

  4. #4 von Hypathia am 5. Juli 2017 - 20:58

    „Wir müssen daher homoerotisch veranlagte Männer und Frauen, die in der Regel eine Abscheu vor dem anderen Geschlecht empfinden (Heterophobie) so akzeptieren wie sie sind und sollten sie keineswegs diskriminieren. Da diese Menschen zur zweigeschlechtlichen Fortpflanzung unfähig sind (Befruchtungen, d. h. Sex-Akte, können die meisten Homoerotiker nicht vollziehen), werden sie in gewisser Weise von der Natur bestraft, denn ihr Erbgut wird über die natürliche Auslese aus dem Genpool verschwinden.

    Ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen!!!

    ► Ich habe bestimmt KEINE Abscheu vor dem anderen Geschlecht, obwohl ich lesbisch bin und trotz Heteroehe immer war. Ich finde Sex mit Männern nur halt einfach langweilig und um davon was zu haben, brauchte ich immer sehr viel Kopfkino. ─ Also nix Heterophobie.
    ► Komischerweise war ich zur zweigeschlechtlichen Fortpflanzung sehr wohl fähig,
    immerhin habe ich 2 Söhne und dadurch wird mein Genpool auch nicht verschwinden.

    Wo nimmt dieser Mann nur so viel Blödsinn her?

  5. #5 von Willie am 5. Juli 2017 - 21:11

    Da diese Menschen zur zweigeschlechtlichen Fortpflanzung unfähig sind (Befruchtungen, d. h. Sex-Akte, können die meisten Homoerotiker nicht vollziehen), werden sie in gewisser Weise von der Natur bestraft, denn ihr Erbgut wird über die natürliche Auslese aus dem Genpool verschwinden.

    Ist denn mitllerweile geklärt, dass es sich dabei nur um Gene handel?

  6. #6 von Willie am 5. Juli 2017 - 21:18

    Meine nachfolgend dargelegte Begründung basiert auf biowissenschaftlichen Fakten: mit Politik oder Religion hat diese naturalistische Anti-Gender-Agenda nichts zu tun.

    Mich würde jetzt mal seine biowissenschaftlichen Fakten zu Politik, Fernsehen, Internet, Autos, Häuser, Lehrstúhle und Entlohnung ….. interessieren

  7. #7 von Charlie am 5. Juli 2017 - 21:57

    @Hypathia

    obwohl ich lesbisch bin und trotz Heteroehe immer war.

    Warum die Ehe, wegen Kinder??

  8. #8 von Elvenpath am 5. Juli 2017 - 22:20

    „Wir müssen daher homoerotisch veranlagte Männer und Frauen, die in der Regel eine Abscheu vor dem anderen Geschlecht empfinden (Heterophobie)…“

    Mit diesem Satz hat er sich verraten. Niemand, der Homosexuellen offen gegenüber steht, würde eine solche Realitätsumkehrung von sich geben. Der Mann ist homophob. Das belegt sein Vorwurf der „Heterophobie“.

    Tja, es gibt eben auch atheistische Arschlöcher.

  9. #9 von Olaf am 6. Juli 2017 - 00:04

    „Vom Sein (wie etwas ist) kann nicht aufs Sollen (wie etwas sein soll) geschlossen werden.
    Aus Tatsachen folgt keine Norm.
    Aus beschreibenden Aussagen folgen keine Bewertungen, Bewertungsmaßstäbe oder Ziele.“
    http://www.gavagai.de/themen/HHPT06.htm Naturalistischer Fehlschluss, sofern ich mich nicht irre bei biologischen Argumente im Kontrast zum gesellschaftlichen Konstrukt der Zivilehe wie sie vom Grundgesetz geschützt und in nicht biologischen Gesetzen und Verordnungen (BGB, Erbrecht, Steuerrecht,, usw.) „definiert“ wird …

  10. #10 von holey spirit am 6. Juli 2017 - 04:53

    Nu is Kutschera, auf der Suche nach Brüdern im Geiste in seinem verschwörungstheoretisch gefärbten antimodernistischen Kampf, endgültig da angekommen, wo er hingehört: Auf Koth.net!

    Traurige Geschichte eines einst renommierten Evolutionsbiologen und verdienten Kreationismusgegners, der sich komplett verrannt hat in pseudowissenschaftlicher Dogmatik. Ich vermute, er wird weiter eskalieren, weil er in einen Strudel ideologischen Denkens geraten ist, aus dem er aus eigener Kraft nicht mehr herausfinden wird. Vielleicht sollte er zusammen mit Peter Duesberg, Alan Feduccia, Stefan Lanka und Gabriele Kuby eine Selbsthilfegruppe gründen.

    Kutschera ist nur noch von einer rein phänomenologisch orientierten Warte heraus interessant: Als Fallbeispiel, um die rätselhafte Schnellradikalisierung alternder, weißer Beta-Männchen hin zu AfD, PEGIDA, Compact und Kopp-Verlag zu analysieren. Hat vieleicht was mit der subjektiven Wahrnehmung des altersbedingt sinkenden Sexualhormonspiegels zu tun. Ich frage mich, ob es einen Schwellenwert für Testosteron gibt, unterhalb dessen man zum hysterisch kreischenden Donald-Trump-Groupie mutiert. Hoffentlich passiert mir das nie…

  11. #11 von Friedensgrenze am 6. Juli 2017 - 06:06

    Witzig finde ich wie begierig kath.net einen Anti Schöpfungs Biologen aufnimmt wenn er nur ins gleiche anti Homo-ehe Horn bläst.

    In Homo Ehen wird die Gefahr des Kindesmissbrauchs genau so hoch sein wie in Hetero-Ehen weil es meiner Meinung nach, keine biologische sondern eine ethische Frage ist ob die zur Erziehung anvertraute Minderjährigen für persönliche sexuelle Befriedigung missbraucht werden. Da die Kinder missbrauchenden Priester ja auch nicht die Väter der Kinder sind wird versucht den Homo Eltern eine vergleichbare Gefährdung anzudichten. Dabei ist das gerade das Sex und Partnerschafts-Verbot der Priester Ursache des katholischen Kindermissbrauchs.

    Dann spielt bei Kutschera irgendwie eine „Völkische“ Komponente in die Bewertung mit ein wenn er sagt:

    „Die auf deutschem Staatsgebiet lebende, religiös-kulturell relativ homogene deutsche Population ist somit ein Zusammenschluss von Menschen, die Nachkommen hinterlassen.“

    Es geht aber gar nicht ums Volk sondern um die im Staat lebenden Individuen.

    Diese völkische Argumentation ist ja auch vor allem in der Türkei und in Russland sehr populär und wirkt dort eben sehr Individuenfeindlich.

    Da will ich nicht hin.

  12. #12 von deshan11 am 6. Juli 2017 - 08:36

    Wir müssen daher homoerotisch veranlagte Männer und Frauen, die in der Regel eine Abscheu vor dem anderen Geschlecht empfinden (Heterophobie) …

    Und wegen meiner Heterophobie hab ich als Schwuler auch so viele Freundinnen. Ergibt ja auch irgendwie Sinn. Wobei, wenn ich etwas näher darüber nachdenke, wohl doch nicht …

    Das ganze Interview ist nichts weiter als ein pseudo-wissenschaftliches Herumgesabbel, um das eigene konservative Weltbild irgendwie zu rechtfertigen.

  13. #13 von Skydaddy am 6. Juli 2017 - 09:43

    Da bin ich ja froh, dass ich nicht der Einzige bin, der meint, dass Kutscher völlig abgedreht ist.

    Ich habe das Interview gar nicht erst gelesen. Aber müssten Kutscheras Logik zufolge Heterosexuelle nicht eine Abscheu vor dem gleichen Geschlecht empfinden?

  14. #14 von Hypathia am 6. Juli 2017 - 14:46

    @ Charlie

    Das ist eine ziemlich lange Geschichte, die hier eh schon mal beschrieben habe.
    Ganz kurz gesagt: Jahrzehntelange Selbstverleugnung bis zum Burn-out, dann endlich die Selbsterkenntnis, gefolgt vom Outing und „pubertären“ Ausprobieren bis zur Verpartnerung und dem Gefühl endlich so zu leben, wie ich es schon immer hätte tun solln.

    @ Skydaddy

    Aber müssten Kutschers Logik zufolge Heterosexuelle nicht eine Abscheu vor dem gleichen Geschlecht empfinden?

    Er schließt damit wohl von sich auf andere. Sprich jeder Hetero muss demzufolge eine Homophobie haben und jeder Homo eine Heterophobie.
    Was für ein armer Trottel!!!!

  15. #15 von Skydaddy am 6. Juli 2017 - 15:00

    @Hypathia:

    Ich meinte nicht, dass Heterosexuelle homophob sein müssten. Mehr so, dass man sich als Mann unter Männern nicht wohlfühlen würde. Oder als Frau unter Frauen. Ist nicht mein Eindruck, dass dies allgemein der Fall wäre.

  16. #16 von manglaubtesnicht am 6. Juli 2017 - 15:23

    Ist das eine Satire?

  17. #17 von LV am 6. Juli 2017 - 16:34

    Der Mann ist komplett jenseits von Gut und Böse. Ich wusste gar nicht, dass die wichtigste Aufgabe von Staatsführern darin besteht, die ihnen anvertraute religiös-kulturell relativ homogene Population aufrecht zu erhalten. Aber gut, wer den Mann man im Gespräch gesehen hat, weiß, dass er massive psychische Probleme und Komplexe haben muss. Leute, die die nicht haben, können Augenkontakt mit dem Gesprächspartner halten und tun das insbesondere wenn sie im Fernsehen zu sehen, um nicht debil oder gestört zu wirken. Kutschera kann das nicht.

    @Skydaddy: Er meint tatsächlich, dass man als Heterosexueller homophob sein muss bzw. faktisch ist:

    „Betrachten wir ein Homo-Männerpaar mit Adoptivsohn im Detail. Mit 95 %iger Wahrscheinlichkeit ist der adoptierte Jüngling heteronormal veranlagt und daher mit einer erblich fixierten (instinktiven) Homophobie ausgestattet. Wie soll er dieses evolutionäre Erbe, verbunden mit einer massiven emotionalen Abscheu dessen, was er täglich mit ansehen muss, überwinden?“

    Weiß jemand, ob Kutschera verheiratet ist? Falls ja, bedauere ich sowohl seine Frau als auch seine Kinder…

  18. #18 von Veria am 6. Juli 2017 - 17:40

    @LV: Der von dir zitierte Absatz ist sehr interessant. Eigentlich liesse sich daraus schliessen, dass man bei Kindern so schnell wie möglich rausfinden muss, ob sie „heteronormal“ veranlagt sind oder halt nicht, und die nicht „heteronormalen“ schleunigst den Eltern entreissen und einem schwulen Paar mit dem gleichen Geschlecht wie das Kind zur Adoption geben. Sonst muss das Kind ja täglich massive emotionale Abscheu erleben und das wollen wir doch nicht.

  19. #19 von oheinfussel am 6. Juli 2017 - 18:43

    Homophobie ist also erblich bedingt – bitte? Oo
    Was ist mit Rassismus – ist das auch ein evolutionäres Erbe, Menschen mit anderer Hautfarbe als die eigene zu verabscheuen?!

  20. #20 von deshan11 am 6. Juli 2017 - 19:53

    Ich hab mir das Interview nochmal genau durchgelesen, weil ich es ein wenig mehr zerpflücken wollte. Aber nach drei Sätzen war mein Bizarr-O-Meter bereits am Anschlag. Der Typ hat einfach nicht mehr alle Haferflocken in der Schüssel! Sich darüber weiter aufzuregen, ist eigentlich nur verschwendete Energie.

  21. #21 von LV am 6. Juli 2017 - 21:55

    @Veria:

    Hihi, das wäre eine der Schlussfolgerungen die sich da aufdrängen.

    Der Kerl hat echt nicht alle Latten am Zaun. Als Evolutionsbiologe müsste er doch wissen, dass das Wohl von Populationen niemanden interessiert, der vom Geschlechtstrieb gesteuert wird. Er klingt wirklich nach jemanden, der gerne einen Staat hätte, der Ehen nach eugenischen Gesichtspunkten arrangiert und die kulturell-religiöse (relative) Homogenität einer Population zum wesentlichen Staatsziel erklärt. Man fragt sich auch wie das wohl in seinem Kopf ist, wenn er einen schwulen Sohn hätte. Hat er dann Angst, dass der ihn verführt, weil er sich vielleicht auch nicht an das Inzesttabu gebunden fühlt?

    Aber das Inzesttabu selbst ist biologisch ziemlicher Quatsch. Der Westermarck-Effekt scheint eher kultureller als biologischer Natur zu sein – und der bezieht sich explizit auf Individuen, die miteinander aufgewachsen sind, nicht auf biologische Verwandtschaft. Wir wissen ja alle, das Geschwister, die nicht gemeinsam aufgewachsen sind, einander oftmals tatsächlich attraktiv finden, wenn sie sich später treffen und gar nicht mal so selten in Beziehungen landen.

    Und wer einen gesunden Sexualtrieb hat und (gerade in der Pubertät) nur Vettern oder Geschwister zur Verfügung hat wird’s halt mit denen tun müssen, das kann man bei isolierten Populationen verschiedener Spezies gut beobachten. Die Darwin-Finken oder Meerechsen auf den Galapagosinseln hat es auch nicht groß interessiert, ob sie jetzt eng miteinander verwandt sind wenn sie Sex hatten. Und Geschwister, die auf einer einsamen Insel gestrandet sind, wird das wahrscheinlich auch nicht groß interessieren.

    Und gerade in der heutigen Zeit sollte Inzest (wenn’s kein sexueller Missbrauch ist, natürlich) sowieso kein Problem mehr sein. Wir können verhüten oder im schlimmsten Fall abtreiben. Das Risiko auf erbkranken Nachwuchs ist zwar etwas erhöht, aber solange Leute, die nicht eng verwandt sind – und sehr wahrscheinlich miteinander erbrkanken Nachwuchs zeugen würden – vom Staat nicht sanktioniert werden, sollte man auch Inzest nicht kriminalisieren.

    Aber jetzt sind wir vom Thema weg.

    Ist aber schon interessant was der alles weiß. Ich hatte jetzt noch keinen ’schwulen Sex‘ (nach Kutschera gibt’s das nicht weil ‚Sex‘ ein biologischer Fachterminus ist und er sagt, dass man den nur so verwenden darf, wie er ihn verwendet und da meint der nur den Befruchtungsakt – ungefähr so wie bei Bill Clinton, nehme ich an) aber wir dürfen unterstellen, glaube ich, dass man nun doch Vaginalverkehr mit einer Frau haben kann obwohl dabei an einen Kerl denkt. Ebenso ist es möglich eine Frau zu befruchten, ohne sie wirklich penetrieren zu müssen. Man muss das Sperma ja nicht gleich wegkippen…

    Versteht irgendwer worauf er mit dem Verweis auf die weißen Männer (Kaukasier) und asiatischen Frauen in San Francisco hinaus will, die es da in der Konstellation en masse geben soll? Vielleicht, dass es geil ist, als gehemmter weißer Mann eine devote, asiatische Sex- und Haussklavin zu haben?

    Ernsthaft, dem Mann möchte man auch als Mann nicht in der Sauna begegnen…

  22. #22 von Quax am 6. Juli 2017 - 21:57

    Kutschera ist seitdem er Genderforschung ohne Substanz kritisiert, wofür er hier von einigen Leuten gelobt wurde, für mich in der Pseudowissentschaft angekommen. Und dieses Interview machts nicht besser.
    „Das bemitleidenswerte Befruchtungs-Produkt muss dann z. B. im Kindergarten sagen: „Mein Papa ist meine zweite Mama“.“
    Er unterscheidet also sogar zwischen Kindern und „Befruchtungs-Produkt“en, nur echt mit Deppenbindestrich, so wie Christen gerne zwischen Kindern und Bastarden unterscheiden.

  23. #23 von Gerry am 6. Juli 2017 - 22:28

    Das Damoklesschwert des Dahinvegetierens als idiotischem Crank (1) schwebt über jedem Wissenschaftlicher und Ingenieur (Generisches Maskulinum!).

    Nicht weil diese Personengruppen in spezieller Weise anfällig dafür wären, sondern einfach weil die ihr Berufsleben mit an der Realität prüfbaren Ansichten verbringen. Und wenn deren Ansichten dann nicht mehr zur Realität passen, fällt das halt deutlicher auf als bei Leuten die bei Aldi an der Kasse sitzen.

    (1)
    [http://rationalwiki.org/wiki/Crank

    P.S.
    Das erinnert mich daran, mal wieder die Crank Filme mit Jason Statham anzuschauen.
    Die sind auch sehr schräg, aber im unterhaltsamen Sinn. Jedenfalls wenn man schräge Filme mag.

  24. #24 von LV am 6. Juli 2017 - 23:55

    Tue mir gerade das hier an: https://www.youtube.com/watch?v=XwbwnAmZojg

    Weiß nicht, wie schlimm es wird, da noch nicht durch. Aber Mann, ich hab ja das Lehrbuch ‚Evolutionsbiologie‘ in der jüngsten Auflage von dem Mann im Regal. Ich will nicht, dass der bescheuert ist. Aber er scheint es halt zu sein.

  25. #25 von LV am 7. Juli 2017 - 00:04

    Vier Minuten und er hat sich schon über boxende Mädchen und tanzende Jungen lustig gemacht. Wie abgefuckt ist der Mann eigentlich? Der politische Punkt von Gender-Mainsteaming ist, dass Jungen und Mädchen, Frauen und Männer (und deren ganze erotische Präferenzen) als gleichwertig und gleichberechtigt betrachtet werden, nicht, dass Mädchen, die es nicht wollen, boxen müssen, oder Jungen, die es nicht wollen, tanzen sollen.

    Und dann natürlich noch der ganze Rollenmodellquatsch. Niemand will Frauen das Recht wegnehmen, Mütter sein zu können. Wir wollen nur nicht, dass Frauen im Prinzip nicht auf diese biologische Funktion reduziert werden. Frauen können anderen Kram machen. Sogar Biologie studieren (das machen viele) und bessere Biologinnen sein als Kutschera.

  26. #26 von LV am 7. Juli 2017 - 00:56

    Hihi, seiner biologischen Sexdefinition zufolge ist Sex die Verschmelzung von Samen- und Eizelle. Das heißt, nicht ich und meine Freundin (oder der Admiral und seine (ex?-)katholische Frau) haben Sex, sondern ihre Spermien und Eizellen – sofern sie sich bei ‚erotischen Handlungen‘, die die beteiligten Personen vollführen, ggf. tatsächlich treffen.

    Ist das verklemmt oder was?

    Homosex steht biologisch für die Eigenbefruchtung von Zwittern. Was wohl bedeutet, dass diese komischen Männer, die erotische Handlungen an anderen Männern vollführen sich gefälligst anders nennen und die Biologie mit ihrem Quatsch in Ruhe lassen sollen.

  27. #27 von LV am 7. Juli 2017 - 00:59

    Gleichstellung gibt’s nur bei Regenwürmern. Der Mann ist echt ein interessantes Studienobjekt.

  28. #28 von holey spirit am 7. Juli 2017 - 01:34

    LV

    Ich verfolge Deinen Kutschera-Liveticker weiter mit höchster Spannung!

    Ist er schon bei den kinderlosen akademischen Alpha-Weibchen mit hypertropher Hyänen-Klitoris angekommen, die so unverschämt gemein sind, männlich-rational denkenden Evolutionsbiologen die ihnen von Natur aus zweifelsfrei zustehenden Drittmittel streitig zu machen und so deren Testosteronspiegel dauerhaft zu sabotieren, was einer Massenkastration gleichkommt, die unvermeidlich zum Untergang des Abendlandes führen wird?

    Wenn nicht, sag mir bitte Bescheid, wenn’s soweit ist!

  29. #29 von LV am 7. Juli 2017 - 04:18

    Nein, musste aber eine Pause einlegen. Der Mann sagt zu oft was er jetzt nicht machen will oder aus Zeitgründen nicht machen kann oder dass die Witze (!) erst später kommen.

    Er präsentiert ein Klischeebild von ’ner Familie aus dem 19. Jahrhundert (so ein Hausmusikbild) und erzählt uns dann, dass es 99% der Männer damals auch schlecht ging (weil die 12-Stunden-Wochen hatten – tatsächlich meint er wohl 12-Stunden-Tage, und liegt dabei wohl falsch weil das im 19. Jahrhundert durchaus schon mal 16-Stunden-Tage waren). Das ändert damals aber nichts daran, dass es Frauen wahrscheinlich deutlich schlechter gingen weil die halt nur werfen mussten, egal welcher Gesellschaftschicht sie angehörten und insbesondere im Proletariat genauso schuften mussten wie ihre Männer. Da gab’s schon ‚Gleichberechtigung‘ in der Arbeitssklaverei.

    Gerade hat er Alfred Russel Wallace als Urvater der Frauenbewegung präsentiert. Ist ja schön, dass der auch fürs Frauenwahlrecht war, aber ich wage zu behaupten, dass es vor allem Frauen waren, die das haben wollten…

    Albert Weismann, der Biologe, der die Verschmelzung von Samen- und Eizelle erstmals beschrieben hat, ist ein Vorkämpfer für Frauenrechte (oder die Relevanz der Frau in der Biologie) weil er außerdem klar gemacht hat, dass Kinder in gleichen Teilen von Mutter und Vater Eigenschaften erben. So weit so interessant. Aber jetzt kommt’s – er hat (wie Kutschera aus seinen Briefen erfahren hat) seine sechs Kinder (fünf Töchter und einen Sohn) ‚absolut gleich erzogen‘ (Weismann lebte und wirkte im 19. Jahrhundert und starb 1914) aber nur sein Sohn wurde Komponist. Kutschera macht sehr deutlich, was er davon hält, dass die fünf Frauen keine Komponistinnen wurden und fragt richtig gehend hämisch ‚gewisse Kreise‘ wo denn die anderen ‚Meisterwerke der Tonkunst‘ sind. Er räumt ein, dass die Sache wohl nicht gänzlich biologisch bedingt ist, insinuiert aber, dass die da schon eine Rolle spielt. Anscheinend können Frauen keine gute Musik schreiben (er selbst, Kutschera, hat nebenbei übrigens auch Musikwissenschaft studiert und spielt außerdem Klavier).
    Selbst wenn wir für eine Millisekunde annehmen, der Mann hätte seine Kinder tatsächlich ‚absolut gleich erzogen‘ – was als Vorstellung ein Witz ist – dann können wir definitiv sagen, dass das Umfeld in dem die Kinder aufwuchsen, dieses ganz bestimmt nicht getan hat.

    Weiß der Mann wirklich nicht, wie soziale Kontrollmechanismen funktionieren oder interessiert es ihn einfach nicht?

    Jetzt verschwenden wir damit Zeit, dass er uns erklärt, dass Frauen durchschnittlich kleiner sind als Männer. Was kommt als nächstes? Die Enthüllung, dass Hunde durchschnittlich öfter bellen als Katzen?

    Nein, es wird noch besser: Wir erfahren, dass Säugerspezies, wo die Männchen in der Regel größer sind als die Weibchen diese Männchen ‚polygam‘ leben (seine Wortwahl), also öfter mal gerne mit mehr als einer Frau ‚rummachen aber – und jetzt kommt’s – dabei keinen Kinderwunsch verspüren (ich glaube er meint letzteres gilt nur für menschliche Männchen aber es kommt so rüber als gelte das auch für den durchschnittlichen Löwen oder Pottwal). Ich glaube Kutschera hat nicht verstanden, dass das durchschnittliche ‚polygame‘ (oder promiskuitive) menschliche Männchen sich bis vor Kurzem sehr einfach nicht um Kinderwünsche oder so einen Quatsch scheren musste (wenn er klug genug war, nicht zu heiraten). Wozu gibt’s denn Bordelle oder einfach die klassisch-spaßige Behauptung ‚Das ist nicht von mir. Wenn du wiederkommst, schlag ich dich tot.‘ Ich glaube damit kam man von der Steinzeit bis zum letzten Jahrhundert als Mann ziemlich gut durch…

    Ui, jetzt kommen Intersex-Menschen. Ich glaub jetzt wird’s richtig hässlich. Es sind Menschen (schon mal gut), die männlich aussehen. Aber entwicklungsgestört (zwei X- und ein Y-Chromosom) im Fall des Kleine-Felder-Syndrom und Turner-Syndrom (weiblich aussehende Menschen, denen das zweite X-Chromosom fehlt). Das sind arme, sterile Individuen, die er, Kutschera, nicht in die Öffentlichkeit zerren will.

    Jetzt kommt er mit der langweiligen Leier, dass Männer und Frauen genetisch mehr mit ihren Schimpansenäquivalenten gemeinsam haben als mit einander. Das mag sein, aber was will er uns damit sagen? Dass homoerotische Handlungen mit Schimpansen besser sind als mit menschlichen Geschlechtsgenossen? Oder dass es mehr Sinn macht, sich mit denen zu unterhalten oder Zeit zu verbringen?

    Seiner Ansicht nach sind die Konflikte zwischen Mann und Frau (was aus dem Umstand folgt, dass Männer und Frauen anscheinend nach im Prinzip verschiedene Spezies sind) zu 99% biologisch bedingt. Aha. Frauen sind die richtigen Menschen und sagen deshalb, den Schimpansen-Männern, dass sie aufräumen sollen. Das sagt er wirklich. Kein Scherz. Nicht ganz so, aber noch dämlicher.

    Männer als degerierte Frauen trifft wohl zu und ist auch okay. Die biologischen Fakten zieht niemand in Zweifel, auch nicht, dass daraus Dinge folgen. Geschlechterforschung, die Biologie negiert oder ignoriert ist unsinnig, aber Kutschera ignoriert komplett den Umstand, dass Menschen sich nicht Biologen, die ständig naturalistische Fehlschlüsse begehen, vorschreiben lassen, wie sie ihr (Sexual-)Leben zu gestalten haben.

    Erfolgreiche erotische Handlungen führen zu einem Sexakt. Kein Scherz. Alle Männer, die ihren Frauen mit Cunnilingus was Gutes tun (was ich sehr gerne und recht erfolgreich tue) vollziehen also nicht erfolgreiche erotische Handlungen. Weiß der Mann eigentlich, dass seine Frau oder Freundin eine Klitoris hat? Und dass es diese nicht unbedingt allzu sehr interessiert, wenn er da was erfolgreich in sie reinspritzt?

    Dass Frauen (= die gebärende Fraktion) das primäre Geschlecht sind ist auch klar, ohne dass wir die moderne Biologie zitieren. Das ergibt sich aus dem Umstand, dass die gebären!

    Jetzt kommt das Tschaikowsky-Beispiel mit dem Umstand, dass er sich so vor seiner Frau geekelt hat. Kein Wunder, wenn er in einer Gesellschaft lebt, in der er mehr oder weniger gezwungen war, so zu tun, als wäre er ein ‚heteronormaler‘ Mann. Und genau das müssen schwule Männer heute eben nicht mehr tun, sondern können jetzt endlich auch heiraten. Dann ist doch alles gut, oder?

    Man muss (männliche) Homosexualität akzeptieren, darf sie aber keinesfalls verherrlichen (hat das irgendwer vorgeschlagen?) denn: solche Männer bleiben zu 99,9% kinderlos und das ist problematisch. Ist das nicht schön, dass sich Kutschera um das Fortbestehen diverser Populationen sorgt…

    Kutschera ist stolz auf den Begriff ‚heteronormal‘ den er geprägt hat, wie er sagt. Wahrscheinlich ist das Gegenteil dazu ‚homoabnorm‘. Falls ja, sagt er das bisher nicht.

    Bisexuelle Menschen sind im Prinzip Frauen, die von Männern verprügelt wurden (echte Lesben anscheinend nicht, aber bei denen ist die homosexuelle Neigung nicht angeboren – wie Kutscheras Wissen zufolge bei Männern – sondern teils angeboren, teils erworben). ‚Früher‘ haben die Männer die Frauen anscheinend oft wenig liebevoll behandelt. Interessant, dass er weiß, dass das heute nicht mehr so ist. Da kann man ja ruhig schlafen. Homoerotische Frauengruppen haben sich in jedem Fall vor allem gebildet, um als Schutz gegen die ‚Schimpansentypen‘ zu fungieren. Was für einen schöne Amazonenfantasie…

    Und jetzt kommt die Verschwörungstheorie, dass die Anerkennung homosexueller Lebenspartnerschaften gleich bedeutend wäre, mit dem Ausgrenzen der klassischen Familie (Vater, Mutter, Kind), die uns doch zwei Millionen Jahre am Leben erhalten hat.

    So, und jetzt bin ich fertig. Und nein, der frauenfeindliche Witz am Ende war nicht witzig. Gar nicht. Aber er hat wenigstens noch die Hypergamie (das Nach-Oben-Heiraten, das bei Frauen verbreitet ist) erwähnt während Männer natürlich immer was Junges wollen.