Krise im Vatikan: Papst entlässt Kardinal Müller

Die Personalie berichteten am Samstag unter anderem die italienischen Zeitungen „La Stampa“ und „Il Messaggero“ unter Berufung auf der katholischen Kirche nahestehende Nachrichtenseiten. Müller ist Chef der Glaubenskongregation. Seine nach fünf Jahren am 2. Juli endende Amtszeit werde nicht verlängert, hieß es. Gründe für diesen Schritt wurden nicht genannt. Allerdings war bekannt, dass Franziskus und Müller nicht immer auf gleicher Linie lagen.

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[http://www.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/krise-im-vatikan-papst-entlaesst-kardinal-mueller/20006184.html

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  1. #1 von Alex am 1. Juli 2017 - 10:09

    Wie der ehemalige Bischof von Regensburg und bisherige Kardinal Müller, Chef der Glaubenskongregation, die für kirchliche Missbrauchsfälle zuständig ist, mit Missbrauchsfällen umging:

    Müller selbst setzte einen Missbrauchstäter im Bistum Regensburg wieder ein und betonte, es gebe keinen Beleg dafür, dass die Kirche Missbrauch durch Kleriker absichtlich vertuscht habe. Opfern verweigerte er die Anerkennung Den Vorwurf, dass die Aufklärung bei den Regensburger Domspatzen mangelhaft sei, nannte er postfaktisch. Noch im Februar 2017 sprach Müller davon, dass Missbrauch nicht systematisch vertuscht worden sei.
    Die Presseberichte über Missbrauchsfälle in der Kirche verglich er mit der Christenverfolgung in der Antike, sprach von Lynchjustiz, die auf dem Niveau von Hexenprozessen stehen geblieben sei, fühlte sich an eine Pogromstimmung erinnert, nannte die Berichterstattung eine „Verletzung der Menschenwürde aller katholischen Priester und Ordensleute“ und stellte die Berichterstattung über Missbrauchsfälle in die Nähe nationalsozialistischer Agitation.
    Als Marie Collins die Päpstliche Kinderschutzkommission verließ, weil die Glaubenskongregation die Kommunikation verweigerte und die Arbeit der Kinderschutzkommission nicht unterstützte, wurde bekannt, dass der vom Papst gewünschte Gerichtshof für Bischöfe von Kardinal Müller als “ lediglich ein Projekt“ bezeichnet wurde – es gebe längst Möglichkeiten, Bischöfe zu sanktionieren. Den Offenen Brief von Marie Collins hat der Kardinal bis heute nicht beantwortet.

  2. #2 von Unechter Pole am 1. Juli 2017 - 10:38

    Kommt er auch bald in seine Heimat, um „sich auf die Verteidigung vorzubereiten“?

  3. #3 von Thomas Kovacs am 1. Juli 2017 - 11:27

    das ist keine Krise der Papst verlängert eine Amtszeit nicht die nach 5 Jahren ausläuft

  4. #4 von Noch ein Fragender am 1. Juli 2017 - 12:11

    Müller war noch eine Benedikt-Altlast.

    Mich hat schon damals gewundert, dass Franz ihn überhaupt übernommen hat.

    Jemand, der den Inhalt von Kinderbüchern nicht auf eine Reihe bekommt und über Bücher predigt, die er nicht gelesen oder verstanden hat und dabei ehrenrührig die Verfasser dieser Bücher verunglimpft und dann noch meint, er sei im Recht wegen seiner Religionsfreiheit – ein solcher Mann ist kein Aushängeschild für die „Glaubenskongregation“, die seit Jahrzehnten erfolglos vergessen machen will, dass sie die Nachfolgeorganisation der „Heiligen“ Inquisition ist.

    https://www.giordano-bruno-stiftung.de/meldung/religioese-aeusserungsfreiheit-gilt-nicht-uneingeschraenkt

  5. #5 von Friedensgrenze am 1. Juli 2017 - 12:40

    @Thomas Kovacs

    Schon richtig aber der Job in Regensburg ist weg und nun auch dieser in Rom. Da müssen wohl jetzt Bewerbungen geschrieben werden. Oder geht er in Rente, jetzt mit 70? Bestimmt nicht.

    In seiner Heimatstadt Mainz, ist der vakante Bischofsjob jedenfalls vorsorglich schon vergeben worden.

    Schwierig wird es eine „Linie“ zu finden zu der Müller passt.

    Kriegt er eigentlich immer noch die deutsche Staatsknete? Wenn ja, dann ist mir die Verrentung auch aus Kostengründen lieber.

    Sicher macht die Kirche bei einer so menschenfreundlichen Tradition wie der Rente nicht mit und so wünsche ich mir den Herrn Müller als lebendiges Mahnmal und erfahrene, ständige „Hilfe“ von Bischof Voderholzer.

    Die Entlassung könnte eher zur Krise in Regensburg führen.

  6. #6 von Thomas Kovacs am 1. Juli 2017 - 12:59

    Em Müller bekommt bis auf weiteres kein neues Amt und ein guter freubd von Papst Franziskus bekommt den Job er galt als Aufpasser für Müller in der Glaubenskongregation
    http://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2017/07/01/0465/01042.html

  7. #7 von Diamond Mcnamara am 1. Juli 2017 - 13:46

    Schade, es braucht viel mehr Hardliner im Vatikan.Franziskus ist zu süß. Wann kommt wieder ein polnischer Papst, der auch dem letzten verdummbibelten Katholiken die Lust auf seine Religion vermiest?