USA: „Ein Schlag gegen die Trennung von Staat und Kirche“

Der Oberste Gerichtshof der USA hat über die Renovierung eines Kinderspielplatzes entschieden. Was vordergründig nach einer Gerichtsposse klingt, könnte nach Einschätzung von Juristen weitreichende Auswirkungen auf die Trennung zwischen Staat und Kirche in den USA haben.

(…)

Die Dreifaltigkeitskirche zog vor Gericht. Die Obersten US-Richter haben sich nun mit sieben zu zwei Stimmen auf Seiten der Kirche gestellt. Die Umweltbehörde habe der Kirche allein wegen ihrer religiösen Identität „öffentlich zugängliche Begünstigungen“ verwehrt, hieß es in dem Urteil. Das käme einer „Strafe für Religionsausübung“ gleich.

weiterlesen:

[https://www.jesus.de/usa-ein-schlag-gegen-die-trennung-von-staat-und-kirche/

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  1. #1 von Gerry am 27. Juni 2017 - 11:02

    Bevor man diese Sache beurteilt, sollte man vielleicht bei ner zuverlässigen Quelle nachlesen…

  2. #2 von deradmiral am 27. Juni 2017 - 14:27

    Das Versagen von Begünstigungen ist eine Strafe? Schlimmer: Das ist eine Christenverfolgung!

  3. #3 von manglaubtesnicht am 27. Juni 2017 - 14:55

    Dieses Urteil ist ein großes Problem. Bislang war es verboten, dass der Staat von seinen Bürgern Steuern erhebt und sie ausgewählten Kirchen weitergibt. Mit dem Urteil ist das nun erlaubt.

  4. #4 von Veria am 27. Juni 2017 - 16:39

    @MGEN: Man muss allerdings dazusagen, dass diese Begünstigung zweckgebunden für den Spielplatzboden ist.

    Die grössere Frage ist, wozu im Jesus-Artikel nichts steht, aber ich habs anderswo gefunden: Die Begünstigungen stehen Non-profit-Organisationen zu – das wäre doch die ideale Gelegenheit gewesen, zu untersuchen, ob eine/diese Kirche non-profit ist.

  5. #5 von manglaubtesnicht am 27. Juni 2017 - 17:14

    @Veria: Die Begünstigung schon, das Urteil jedoch nicht.

  6. #6 von parksuender am 27. Juni 2017 - 17:36

    Let’s say the state gave them $10,000 for the playground instead of asking the church to use its own money. Now the church has an extra $10,000 in its bank account. What are they going to do with that money? Probably use it to promote Jesus. So funding a church playground is, in an important, indirect way, like promoting religion.
    And there are conservative Christians who don’t like that line of logic — they’ll say it’s unfair — but it’s the exact same argument they make against taxpayer money funding anything Planned Parenthood does, even if it’s not abortions.
    They say funding mammograms or cholesterol screenings frees up money for abortions, therefore no taxpayer money should be given to the organization.

    Gotta love that religious hypocrisy.

  7. #7 von Yeti am 27. Juni 2017 - 17:51

    Mal ganz abgesehen von dem religiösen Thema, finde ich folgendes ziemlich absurd.
    Es geht um Zuschüsse, welche die ‚Umweltbehörde“ an bestimmte „Ökoprojekte“ verteilen kann:

    Das Amt bezuschusst bestimmte Ökoprojekte mit recycelten Autoreifen.

    (Hervorhebung von mir).
    Es ging darum, den Kies auf dem Gelände des Spielplatzes durch Gummimatten zu ersetzen, die aus recycleten Autoreifen hergestellt wurden.
    Sehr öko das Ganze.
    Da würde ich auch meine (nicht vorhandenen) Kinder spielen lassen wollen …

  8. #8 von Skydaddy am 28. Juni 2017 - 11:43

    Dieses Thema wurde schon mehrfach im Podcast „Opening Arguments“ behandelt – ein sehr empfehlenswerter Podcast für alle, die sich für des Verhältnis von Staat und Kirche, speziell in den USA, interessieren. Ich gehe davon aus, dass es dazu jetzt eine aktuelle Episode geben wird, denn die haben wortwörtlich darauf gewartet, dass hier das Urteil gefällt wird.

    Ein wichtiger Punkt ist noch, dass hier nicht jeder Kindergarten bzw. jedes Projekt einen Anspruch hat, sondern dass die Mittel begrenzt sind und deshalb sowieso nicht alle Antragsteller zum Zuge kommen. Es ist also nicht so, dass NUR kirchliche Antragsteller keine Mittel bekommen. Sie sind bloß aus dem Grund von vornherein ausgeschlossen, dass es sich um eine indirekte Förderung religiöser Zwecke handelt, zumal das Geld stattdessen an nichtreligiöse Zwecke gehen könnte.