Kirchen gegen geplante Lockerungen bei Bestattung

Kritisiert wurde vor allem, dass danach künftig das Verstreuen der Asche auf einem dafür vorgesehen Feld eines Friedhofs erlaubt werden soll. Dabei stelle sich die Frage, ob „die Totenruhe“ hinreichend gewährleistet sei, heißt es in einer Stellungnahme der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt.

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[http://www.evangelisch.de/inhalte/144534/22-06-2017/kirchen-gegen-geplante-lockerungen-bei-bestattung

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  1. #1 von ptie am 23. Juni 2017 - 10:24

    Zwar habe die Kirche die begründeten Wünsche ihrer lebenden Mitglieder zu achten. „Aber sie hat auch eine Verantwortung für die Ruhe ihrer verstorbenen Glieder.“

    Dann sollen sie doch diejenigen, die sich nicht den Vorstellungen der evangelischen Kirche bestatten lassen möchten, nachträglich aus ihrer Kirche ausschließen.
    Aber warum sollten die Wahnvorstellungen von irgendwelchen Menschen über ein Leben nach dem Sterben Auswirkung darüber haben, was mit meinem Körper nach meinem Sterben passiert?

  2. #2 von Rene am 23. Juni 2017 - 11:26

    Es geht um die Deutungshoheit und Geld. Und sie sollten mich nach meinem Ableben nicht „verstorbenes Glied“ nennen, da sie sonst mit meiner Rückkehr zu rechnen hätten.

  3. #3 von drawingwarrior am 23. Juni 2017 - 13:21

    Wenn die Christen an die Auferstehung nach dem Tode glauben, sollten sie ihre Friedhofsnutzer vielleicht „Ruhende Glieder“ nennen.
    Btw, müssen die Christen nach ihrer Auferstehung für ihre Ruhezeit Kirchensteuer nachzahlen?

  4. #4 von oheinfussel am 23. Juni 2017 - 15:00

    Ne blödere Ausrede war wohl nicht drin?

  5. #5 von Veria am 23. Juni 2017 - 17:59

    Meine Wünsche sind meiner Verwandtschaft sehr bekannt: Egal, welche Regeln zu biegen, zu umgehen und ggf. sogar zu brechen sind, ich will nicht auf einem Friedhof enden. Ob man mich am Stück im Garten vergräbt oder meine Asche vom nächsten Berg streut oder mich in der Urne auf den Dachboden stellt (man dürfte mich sogar aufessen und aus meinen Knochen Flöten schnitzen) ist mir egal, aber Friedhof kommt nicht in Frage.

  6. #6 von Gerry am 23. Juni 2017 - 18:16

    @ Veria

    Wäre ein Friedwald für dich akzeptabel?
    Bei dem Thema scheint’s – mit Trippelschritten – voran zu gehen.

  7. #7 von Veria am 23. Juni 2017 - 18:40

    Ich habe mich noch nicht besonders mit Friedwäldern beschäftigt. Das kostet was, nehme ich an? Soweit geht es ja, immerhin buddeln die ein Loch, das macht kaum einer umsonst. Aber Urne würde ich da keine wollen. Gibt es in dem Wald dann Totenruheregeln oder Besuchsregeln wie auf einem Friedhof? Das wäre ein Nein-Danke-Argument.

  8. #8 von Gerry am 23. Juni 2017 - 19:30

    AFAIK ist das etwas unterschiedlich gehandhabt.
    Vermutlich wird sich letzendlich aber so etwas wie eine „Friedwaldordnung“ ergeben (wir sind ja schließlich in Deutschland!), wäre vermutlich für dich dann uninteressant.

  9. #9 von uwe hauptschueler am 23. Juni 2017 - 19:52

    Nur um die Kosten geht es. Je geringer die Kosten der Leichenbeseitigung, desto geringer der Gewinn der Leichenentsorgungsbranche. Betbudenbetreiber sind bei der Leichenentsorgung gut im Geschäft.

  10. #10 von user unknown am 23. Juni 2017 - 20:52

    D‘ accord mit so vielen,

    Zwar habe die Kirche die begründeten Wünsche ihrer lebenden Mitglieder zu achten.

    Gemeint sind zahlende Mitglieder.

  11. #11 von Willie am 23. Juni 2017 - 23:07

    Dabei stelle sich die Frage, ob „die Totenruhe“ hinreichend gewährleistet sei, …

    Ok, das moderne Mainstreamchristentum glaubt es nicht mehr, aber es ist doch immer noch Bestandteil des christlichen Glaubens: Der Mensch stirbt und das Gottle selbst kümmert sich nicht um die Totenruhe, sonder steckt den Menschen zu seinem Erzfein in die Hölle. Irgendwann soll dan diese Totenruhe komplett gebrochen werden, wenn dieser Gott alle Atome wieder einsammelt um nach einem Gerichtsverfahren, dessen Ausgang dieser Allmächtige ja bereits jetzt kennt, nochmals ewigen Qualen oder ewige Agonie verurteilt zu werden.

    @Veria

    Hast Du mal darüber nachegdacht eine Körperspende zu machen? DIe medizinischen Fakultäten suchen händeringend „Lehrmaterial“ und kümmern sich i.d.r. um alles weitere und nach Vorstellung des Spenders und ohne irgendwelche Kosten für die Hinterbliebenen.

  12. #12 von Veria am 23. Juni 2017 - 23:12

    @Willie: Ja. Interessanterweise bekam ich damals gesagt, der „Markt“ sei übersättigt, man würde gar nicht mehr so einfach dafür „genommen“ und die Hinterbliebenen müssten sich trotzdem um alles kümmern. Muss ich mich wohl nochmal schlaumachen.

  13. #13 von holey spirit am 24. Juni 2017 - 01:21

    Dabei stelle sich die Frage, ob „die Totenruhe“ hinreichend gewährleistet sei.
    […]
    Aber sie hat auch eine Verantwortung für die Ruhe ihrer verstorbenen Glieder.

    Wie äußert sich denn eine Störung der Totenruhe? Welche Auswirkungen auf das subjektive Wohlbefinden eines Toten hat eine solche Ruhestörung? Welche Symptome treten auf? Ist die Ruhestörung mit Schmerzen verbunden? Kann es zu einer erheblichen Stressreaktion kommen (Adrenalin-/Cortisolausschüttung, Herzrasen)? Mit welchen Langzeitschäden ist bei betroffenen Toten zu rechnen? Kommen als Trigger ausschließlich akustische Reize infrage (Lärmbelästigung, wie Rumbrüllen Lebender auf dem Gräberfeld) oder beispielsweise auch olfaktorische Reize (Geruchsbelästigung)? Wurden Schwellenwerte definiert?

    Diese immens wichtigen Fragen schlüssig zu beantworten, ist unerlässlich, um der Verantwortung für die Ruhe verstorbener Glieder wirklich gerecht werden zu können. Ich halte es deshalb für dringend geboten, eine repräsentative Umfrage unter Toten durchzuführen und einen runden Tisch unter Leitung einer führenden Theologin der Evangelischen Kirche zu gründen. Bund und Länder sollten dieses Vorhaben mit mindestens 20 Mio € jährlich bezuschussen. Als ständiger Tagungsort für den zu gründenden „Nekromantischen Arbeitskreis der Evangelischen Kirche“ (NAKEK) empfiehlt sich der Bibelturm zu Wittenberg. Der steht gerade leer und da ist ausreichend Platz für einen runden Tisch zum Gläserrücken. Hat nicht die Käßmann viel Erfahrung im Gläserrücken? Prost Covfefe

  14. #14 von user unknown am 24. Juni 2017 - 06:27

    Als ständiger Tagungsort für den zu gründenden „Nekromantischen Arbeitskreis der Evangelischen Kirche“ (NAKEK) empfiehlt sich der Bibelturm zu Wittenberg.

    Ich schlage vor: „Nekromantischen Arbeitskreis der Evangelischen Diozösen“ (NAKED)

  15. #15 von m0ebius am 24. Juni 2017 - 16:48

    Wieso kümmert es die Kirchen überhaupt, wie die Gesetze hierzu aussehen, solange sie die christlichen Traditionen nicht behindern? Wenn Kirchenmitglieder die traditionelle Wurmfuttermethode für ihre sterblichen Überreste bevorzugen, sollen sie das gern tun. Aber das reicht natürlich nicht – in der Praxis besteht der Allgemeinheitsanspruch der Kirchen allen Errungenschaften der Aufklärung zum Trotz nach wie vor, und die eigenen irrationalen Verhaltensnormen müssen unbedingt zur Pflicht für alle gemacht werden.

  16. #16 von paul0f am 24. Juni 2017 - 20:37

    Tja .. die Leichenfledderei ist ein ertragreiches Geschäft. Da will sich der primitve Patriachatsverein nicht ins Getriebe spucken lassen.^^