Junge schwänzt Schulausflug in Moschee – Eltern vor Gericht

Weil seine Eltern eine „religiöse Indoktrination“ befürchteten, durfte ein 13-Jähriger am 14. Juni 2016 nicht am Schulausflug seiner Erdkundeklasse teilnehmen, der die Schüler in eine Moschee führte. Nun muss das Paar vor Gericht.

weiterlesen:

[http://www.focus.de/politik/deutschland/schleswig-holstein-13-jaehriger-schwaenzt-schulausflug-in-moschee-jetzt-muessen-die-eltern-vor-gericht_id_7267781.html

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  1. #1 von Unechter Pole am 22. Juni 2017 - 21:32

    Na dann haben wir’s – man benennt den Religionsunterricht in Erdkunde/Geschichte/Lebensblabla um, und – schwupsdiwups – greift das Grundgesetz nicht mehr zu.

  2. #2 von user unknown am 23. Juni 2017 - 00:52

    Niemand könne gegen seinen freien Willen zum Betreten eines Sakralbaus gezwungen werden, so ihr Argument nach Angaben der Zeitung.

    Wo steht das?

    Doch er nennt noch einen weiteren Grund: Die Eltern hätte um „Leib und Leben“ ihres Sohns gebangt

    Bischen gaga.

  3. #3 von Militante Mitte am 23. Juni 2017 - 06:23

    Taktischer Fehler der gutgläubigen Eltern. Ein ärztliches Attest aufgrund diffusen Unwohlseins wäre zielführender gewesen. Um seine Interessen erfolreich durchzusetzen, muß man sonst nämlich die Schulleitung mit den Mißständen in ihrem Verantwortungsbereich unter Druck setzen.

    [Annekdote]
    Zu meiner Zeit machten wir das noch mit altmodischen Diktiergeräten bei der verstrahlten Feminazitrulla in ihren Nobelpreisfächern Arbeitslehre und Sozialkunde. Nach Vorspielen der Aufzeichnung aus ihrem „Unterricht“ gegenüber der Schulleitung und dem nachgeschobenen Hinweis, diese mitsamt der durchgehend sexistischen Notenverteilung an bestimmte Personen lancieren zu können, war ein erstaunliches Ausmaß an Kompromissbereitschaft vorhanden. Wohlgemerkt waren wir die minderjährigen Schüler, nicht Eltern. Diese Methode kann selbstverständlich nur an Schulen funktionieren, die einen elitären Anspruch und damit einen Ruf zu verlieren haben. In Berlin zum Beispiel dürfte sie deshalb weitgehend zwecklos sein.

    Ceterum
    Moscheebesuch als Teil des Erdkundeunterrichts ist bereits ein zwingender Grund für einen Schulwechsel. Überlassen sei vorerst allein der Phantasie, wie andere Fächer an solchen Indoktrinationsanstalten gelehrt werden.

  4. #4 von ptie am 23. Juni 2017 - 09:50

    Zunächst einmal bin ich der Auffassung, dass einem Kind durchaus der Besuch eines religiös konnotierten Ortes zugemutet werden kann.
    Dadurch wird die Religionsfreiheit des Kindes nicht gefährdet oder eingeschränkt.

    Da es sich hier um eine Moschee der Milli-Görüs-Bewegung handelte, kann ich die Ablehnung des Besuchs durch die Eltern ansatzweise nachvollziehen und akzeptieren.

    Es ging wohl auch den Eltern darum, die Sache zu eskalieren, da auch Möglichkeiten bestünden, sich dem Schulausflug zu entziehen, z.B.

    Der Junge hätte während dieser Zeit auch den Unterricht einer anderen Klasse besuchen können, sagt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung. Denn: Ein Kind könne nicht gegen seinen Willen oder den Willen der Eltern gezwungen werden, an einem Ausflug teilzunehmen. Aber: „Die Freiheit der Entscheidung steht nicht über der Schulpflicht. Der Schüler muss daher in der Zeit des Ausflugs an dem Unterricht einer anderen Klasse teilnehmen.“

    Quelle: http://www.focus.de/politik/deutschland/fall-in-schleswig-holstein-eltern-sollen-bussgeld-zahlen-darf-die-schule-jungen-zum-moschee-besuch-zwingen_id_6126165.html

  5. #5 von Skydaddy am 23. Juni 2017 - 11:40

    Gemäß dem Grundgesetz darf niemand gegen seinen Willen zu einer religiösen Handlung gezwungen werden.

    Während m.E. diskutierbar wäre, ob schon das Betreten einer religiösen Stätte dazu zu rechnen ist (m.E. müsste dies allerdings großzügig ausgelegt werden, also Betreten sozusagen „sicherheitshalber“ durchaus schon als religiösen Handlung betrachtet), wäre m.E. spätestens das Ausziehen der Schuhe (oder Tragen einer Kopfbedeckung in einer Synagoge) eine religiöse Handlung, weil nicht anders zu begründen.

    Das spricht m.E. nicht generell gegen Besuche in religiösen Stätten – sie dürfen aber dann eben nicht verbindlich sein. Den gleichen Lerneffekt könnte man sicher auch durch Videos oder Gespräche mit Religionsvertretern in neutraler Umgebung erreichen.

  6. #6 von user unknown am 23. Juni 2017 - 21:36

    @Skydaddy:

    wäre m.E. spätestens das Ausziehen der Schuhe (oder Tragen einer Kopfbedeckung in einer Synagoge) eine religiöse Handlung, weil nicht anders zu begründen.

    Das kann man m.E. sehr einfach begründen: Aus Rücksicht auf den Glauben der anderen. Es ist deren Gebäude und man ist da, um Architektur, Malerei, Religionsausübung oder etwas derartiges zu studieren, nicht um seinen Unglauben zu demonstrieren.

    Wenn ich bei einem Vegetarier zu Besuch bin packe ich auch nicht demonstrativ ein Wurstbrot aus.

    Bei den Katholiken wurde mir eingetrichtert, dass man in Hauptachse der Kirche mit Blick auf das Allerheiligste sein Knie beugen muss, und dass man leider viele Touristen sieht, die das nicht machen. Man hat aber für die zahlreichen Touristen keine Schilder aufgestellt, die dazu ermahnt haben, während Rollschuhfahren, Eisessen, Bikinitragen als No-Gos klar benannt wurden. Außerdem war man nachsichtig mit altersschwachen, klapprigen Gläubigen, die das auch nicht taten.
    Auf den Boden werfen würde ich mich in einer Moschee oder Synagoge auch nicht.

  7. #7 von Unechter Pole am 23. Juni 2017 - 21:56

    @uu
    Da wo eine Extra-Rücksicht auf den Glauben genommen werden muss, da endet die Freiheit von der Religion. Und da endet auch der Erziehungsauftrag der Schule.

    Ich wünschte mir, dass auch Rücksicht auf meinen Nichtglauben genommen wird, und dies wird keiner gewähren. Keine Extrawurst(-brot) für Religionen!

  8. #8 von Unechter Pole am 23. Juni 2017 - 22:03

    @uu

    Bei den Katholiken wurde mir eingetrichtert, dass man in Hauptachse der Kirche mit Blick auf das Allerheiligste sein Knie beugen muss, und dass man leider viele Touristen sieht, die das nicht machen.

    Solange die Renovierung von denkmalgeschützen Kirchen aus dem allgemeinen Steuertopf (mit-)finanziert wird, und zwar mit der Begründung, dass es Kulturgüter der Allgemeinheit sind, nehme ich mir die Freiheit, diesem Demütigungsgebot keinerlei Folge zu leisten.

    Es ist deren Gebäude und man ist da, um Architektur, Malerei, Religionsausübung oder etwas derartiges zu studieren, nicht um seinen Unglauben zu demonstrieren.

    Mit dem Eigentum der Gebäude es ist hin und wieder so ne Sache. Stichwort „Patronatskirche“. Und seit wann ist die Nichtvortäuschung der Religiosität eine Unglaubensdemonstration?

  9. #9 von Unechter Pole am 23. Juni 2017 - 22:23

    @ptie
    Ich bewundere die Eltern, dass sie die Sache eskaliert haben. Der schleichenden Religionswerbung durch Schulen und Kindergärten unter Vorwand „Kultur“/“Toleranz“/“Musik“/…… muss man endlich Schranken aufzeigen.

  10. #10 von user unknown am 24. Juni 2017 - 00:03

    Da wo eine Extra-Rücksicht auf den Glauben genommen werden muss, da endet die Freiheit von der Religion. Und da endet auch der Erziehungsauftrag der Schule.

    Für mich ist das deren Hausordnung und es ist keine Zumutung, die Straßenschuhe da auszuziehen oder auf einem jüdischen Friedhof eine Kopfbedeckung anzuziehen.

    Wenn die Klasse einen Ausflug in eine Galerie macht, und da ist das photographieren verboten, ohne dass es einen nachvollziehbaren Grund dafür gibt, kann man auch erwarten, dass sich die Besucher daran halten und den Besuch nicht deshalb verweigern.

    Umgekehrt erwarte ich auch, wenn die Klasse die Körperwelten oder das Schwimmbad besucht, dass niemand aus religiösen Gründen den Besuch verweigert.

    Ich kann mir auch sehr gut einen Unterricht vorstellen, bei dem man Kultgebäude aufsucht und Beobachtungen macht, die man kritisch auswertet, ohne dass man die anderen Besucher vor Ort stört. Respekt vor den Menschen, die da aus anderen Gründen hingehen als ich heißt nicht, dass ich deren Glaubenslulu respektiere. Ich bin kein Atheistomat, der immer, wenn er „Jesus“ hört „Scheiße“ rufen muss.

    Und seit wann ist die Nichtvortäuschung der Religiosität eine Unglaubensdemonstration?

    Wenn ich die Schuhe ausziehe täusche ich keine Religiösität vor, sondern Anstand. 🙂 Es wird auch kaum als Religiösität interpretiert werden.

  11. #11 von uwe hauptschueler am 24. Juni 2017 - 04:33

    @ user unknown
    Hauptzweck von Galerien, Körperwelten und Schwimmbädern ist nicht die Propagandierung von menschenverachtenden Ideologien, im Gegensatz zu Betbuden.

  12. #12 von user unknown am 24. Juni 2017 - 06:25

    @uwe hauptschüler:
    Als Besucher einer Moschee entscheide ich, was der Zweck meines Besuchs ist. Der Zweck eines Fußballstadions mag Unterhaltung mit Sport sein; ich kann dennoch hingehen, um mir die Architektur anzusehen oder die Realisierung von Sicherheitskonzepten oder was immer.

    Einen Schulbesuch zur Indoktrination der Schüler würde ich natürlich ablehnen, aber ich gehe selbstverständlich davon aus, dass der Besuch der Information dient und vielleicht gar der Demystifikation (hüstl).

    Architektur kann die Besucher beeinflussen, ebenso Verhaltenskonventionen. Das kann im Unterricht später reflektiert werden und sollte es auch. Wie gesagt – sich auf den Boden werfen oder Teilnahme an Gebeten wäre für mich die Grenze, wo ich sagen würde, dass geht nicht.

  13. #13 von Unechter Pole am 24. Juni 2017 - 08:06

    @uu #10
    Für mich bedeutet eine solche Hausordnung, dass es kein für den Schulklassenbesuch geeigneter Ort ist. Die Zumutung liegt nicht auf der Seite des Gebäudebesitzers, sondern der Schule.

  14. #14 von Skydaddy am 24. Juni 2017 - 11:31

    @user unknown:

    Deine Beispiele scheinen mir alle auf Situationen bezogen zu sein, in die man sich freiwillig begibt. Hier sollen die Schüler aber verpflichtet werden.

    Darüber hinaus ließe sich letztlich wohl die erzwungene Teilnähme an JEDER religiösen Handlung rechtfertigen, wenn man sie mit Respekt oder Anstand begründet.

    Und „Respekt“ sollte nicht erzwungen werden.

    Und letztlich könnte man genausogut (m.E.: besser) umgekehrt argumentieren: Der Respekt vor der Religionsfreiheit der Schüler gebietet es, sie nicht gegen ihren Willen zu Besuchen von religiösen Städten zu verpflichten.

  15. #15 von user unknown am 25. Juni 2017 - 01:32

    Ich habe heute in einer Ausstellung die Schuhe ausziehen sollen (hellgrüne Auslegware), zuhause ziehe ich täglich die Schuhe aus – das ist für mich keine religiöse Praxis, auch nicht, wenn ich es in einer Moschee tue.

    Ich finde Ihr steigert Euch da in was hinein.

    Hier sollen die Schüler aber verpflichtet werden.

    Nennt sich Schulpflicht. Als ich zur Schule ging musste man im Schwimmbad eine Schwimmhose tragen und dann irgendwann auch eine Badehaube. Was hab‘ ich gelitten!

    Darüber hinaus ließe sich letztlich wohl die erzwungene Teilnähme an JEDER religiösen Handlung rechtfertigen, wenn man sie mit Respekt oder Anstand begründet.

    Ich schrieb aber bereits, dass ich Kniefälle und ähnliches nicht mehr im Rahmen des Akzeptablen finde – musst Du wohl überlesen haben. Ebenso das Aufsagen von Gebeten, Anzünden von Räucherwerk, Küssen von Ringen, gemeinsames Singen etc.

    Religion ist keine hochinfektiöse Krankheit, die man sich holt, weil man zu dicht an Gläubige und deren Kultgegenstände rankommt. Der nächste Atheist weigert sich für den Stromkonzern in der Moschee den Zähler abzulesen?

  16. #16 von Unechter Pole am 25. Juni 2017 - 02:07

    @uu #15
    Auch von einem „Stromableser“ usw. können keineswegs besondere Umgangsformen verlangt werden, die du „Anstand“ benennst (schon abgesehen davon, dass die Technikräume nicht durch die Gebetsräume zugänglich sein können, denn die Anschlussbedingungen der Netzversorger nach einer Zählerzentralisation verlangen).

  17. #17 von user unknown am 25. Juni 2017 - 02:55

    @Unechter Pole:
    Ich kenne WGs, wo man aufgefordert wird, die Schuhe hinter der Tür auszuziehen – wegen des Parkettbodens vielleicht, ich frage nicht immer, aber komme solchen Wünschen natürlich gerne nach.

    Nimm halt einen Techniker oder irgend wen, der zur Ausübung seines Jobs – vielleicht Kontrolle des Feuerlöschers – in die Räumlichkeit rein muss. Die Rechtslage kenne ich nun nicht, aber ich schätze der Mieter oder Eigentümer hat das Hausrecht und kann sehr wohl zumutbare Forderungen aufstellen. Dazu wird es aber in der Regel keiner juristischen Klärung bedürfen, weil das vernünftige Leute unbürokratisch lösen.

  18. #18 von drawingwarrior am 25. Juni 2017 - 08:58

    @ user unknown

    Nop! In meiner Eigenschaft als Handwerker, der vielfachen Kundenkontakt hat, kann ich Dir versichern, das ich oft aufgefordert werde, meine Schuhe beim Betreten der Wohnung auszuziehen.
    Es mag den Anschein von Insensibilität haben, aber ich musste diesem Ansinnen eine klare Absage erteilen.
    Im Klartext; ich darf aus versicherungstechnischen Gründen mein Schuhwerk nicht ablegen, weil es Bestandteil meiner Sicherheitsausstattung ist.
    Es kommt wohl auch niemand auf die Idee, den Feuerwehrmann/die Feuerwehrfrau vor der Wohnungstüre zum Ablegen des Helms aufzufordern, oder?
    In meinem Fall habe ich Überschuhe im Fahrzeug, die ich, je nach Bodenbelag (helle Teppiche oder empfindliche Holzböden) auch gerne freiwillig über meine Schuhe streife.
    Ich komme in der Regel in die Wohnung um dort Arbeiten zu verrichten, die festes Schuhwerk voraussetzen, zum Beispiel mein Berufsklassiker, der zu montierende Heizkörper.
    Die Dinger wiegen in der Regel zwischen 10-25 Kilogramm, in Einzelfällen auch gerne mehr.
    Ich denke, es ist niemandem gedient, wenn ich den Straßenschmutz mit meinen Schuhen vor der Türe lasse, um anschließend den teuren Perserteppich mit meinem Blut vollzusauen.
    Im Übrigen bieten meine Schuhe auch Schutz gegen Stromschlag und beißende Köter.

  19. #19 von user unknown am 25. Juni 2017 - 14:47

    @dw:

    Ich darf aus versicherungstechnischen Gründen mein Schuhwerk nicht ablegen, weil es Bestandteil meiner Sicherheitsausstattung ist.

    Super. Ein rationaler Grund der sich problemlos mitteilen lässt. Du berufst Dich also nicht auf Religionsfreiheit.

    Hat mit den Schülern also gar nichts zu tun, denn da wird kein rationaler Grund genannt.

  20. #20 von Unechter Pole am 25. Juni 2017 - 15:16

    @uu
    Sich vor einer vorsätzlichen Demütigung zu schützen ist ein sehr vernünftiger Grund.

  21. #21 von drawingwarrior am 25. Juni 2017 - 18:55

    @ user unknown
    Ich hatte mich auf den zweiten Teil Deines Postings #17 bezogen.
    Ich persönlich sehe das mit der Moschee jetzt nicht so eng.
    Meine Tochter hat über die Schule, in Sozialkunde meine ich, eine ortsansässige Moschee besucht.
    Wir hatten vorher und hinterher ein kurzes Gespräch, aber das Thema war ihr letztlich schnurz.
    Ich denke, man sollte grundsätzlich vereinbaren, das Schüler den Besuch ablehnen dürfen, es handelt sich in aller Regel um eine einmalige Aktion.
    Anders sehe ich das, wenn es um Schwimmunterricht geht.
    Dort werden lebenswichtige Fähigkeiten eingeübt, daran müssen alle Schüler teilnehmen.
    Wenn es sein muss auch mit Strampelanzug.

  22. #22 von user unknown am 26. Juni 2017 - 12:37

    @unechter Pole
    Vor welchen vorsätzlichen Demütigungen schützen Schuhe?

    @dw:

    Ich denke, man sollte grundsätzlich vereinbaren, das Schüler den Besuch ablehnen dürfen, es handelt sich in aller Regel um eine einmalige Aktion.

    Ob ein Unterrichtsthema eine einmalige Aktion ist oder nicht spielt für die Schulpflichtigkeit keine Rolle. Ich würde vermuten der Besuch ist mindestens in einer Stunde inhaltlich vorbereitet worden und wird auch mindestens einmal nachbereitet.

    Zudem könnte es Teil einer Serie sein, mal in die Moschee, mal in die Synagoge, mal in eine protestantische, mal in eine katholische Kirche.

    Und wenn Barbarossa nur eine Unterrichtsstunde lang behandelt wird, dann ist das auch kein Argument den Unterricht zu schwänzen.

    Anders sehe ich das, wenn es um Schwimmunterricht geht.
    Dort werden lebenswichtige Fähigkeiten eingeübt, daran müssen alle Schüler teilnehmen.

    Dann würde man im fortgeschrittenen Unterricht nicht Bahnen auf Zeit und in verschiedenen Disziplinen (Brust, Rücken, Crawl und Delphin) üben, sondern Schwimmen mit Kleidung und Schuhen.

    In meiner Schulzeit waren wir nicht oft außerhalb der Schule, aber im Geschichtsunterricht in römischen Thermen, im Amphitheater, im Landesmuseum; beim Ausflug im Frankfurter Zoo und auf dem Flughafen; beim Radioteleskop usw. . Vor Ort sammelt man doch sehr viel reichhaltigere Eindrücke, als wenn man sich nur Bilder im Buch anschaut.

    In einer Moschee kann man fragen „Wo sitzen die Frauen, wo sitzen die Männer“, man bekommt mit, dass man die Schuhe ausziehen muss und liest es nicht nur. Geht man auch in eine christliche Kirche kann man vielleicht zur unterschiedlichen Architektur und Innenraumgestaltung Fragen finden.

    Wie man das bewertet ist eine ganz andere Frage.