Bischof Voderholzer: Anschlag auf Sonntag

Die neueste Forderung laute, nicht nur vier, sondern zehn verkaufsoffene Sonntage zu genehmigen. „Ich weise diesen erneuten Anschlag auf den Sonntag zurück. Eine weitere Aushöhlung des Sonntags kann nicht mehr hingenommen werden“, so der Regensburger Bischof.

(…)

Deshalb sei der Sonntag – noch weit über das kirchliche Anliegen hinaus – auch als Kulturgut höchsten Ranges, als soziale Einrichtung, über die Maßen schützenswert

(…)

Dort wo der Sonntag vernachlässigt werde, wo die gottesdienstliche Versammlung, das Hören des Gotteswortes und die Feier von Tod und Auferstehung Jesu Christi ausfallen, verdorre der Glaube, verkümmere die Hoffnung und erlahme schließlich auch die Liebe.

weiterlesen:

[http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regensburg/regionales/Bischof-Voderholzer-Weitere-Aushoehlung-des-Sonntags-kann-nicht-hingenommen-werden;art1172,450634

 

Advertisements
  1. #1 von Noch ein Fragender am 19. Juni 2017 - 11:44

    Dort wo der Sonntag vernachlässigt werde, wo die gottesdienstliche Versammlung, das Hören des Gotteswortes und die Feier von Tod und Auferstehung Jesu Christi ausfallen, verdorre der Glaube, verkümmere die Hoffnung und erlahme schließlich auch die Liebe.

    Wieso fällt der Gottesdienst bei verkaufsoffenen Sonntagen aus?

    Bietet die Kirche kein attraktives Alternativprogramm zum Shoppen?

  2. #2 von Rene am 19. Juni 2017 - 11:55

    Was Vorderholzer befürchtet ist genau das, was ich erhoffe. Dass der Glaube an dieses ranzige Phantom Jesus verdörrt. Leider wird das durch die Aufhebung des Ladenschlussgesetzes nicht geschehen. Was aber geschehen wird ist, dass diese trostlosen Innenstädte Sonntags durch mehr als nur ein paar verlorenen Zombies bevölkert werden. Hat irgendjemand den Bischof um seine Meinung gebeten oder labert der einfach nur?

  3. #3 von oheinfussel am 19. Juni 2017 - 12:25

    Außerdem wird die Milch sauer, das Steak in der Pfanne brennt an, die Kulturen im Joghurt drehen sich falsch herum, Hunde und Katzen versöhnen sich, die Korallen sterben, die Pole schmelzen und das weltweite Keksvorkommen versiegt endgültig.

    Himmel, ging es nicht ne Spur dramatischer?

  4. #4 von Charlie am 19. Juni 2017 - 12:36

    Warum sind die Geschäfte ein Problem?? Über Menschen die sonntags in Gasthöfen, Museen, Radios, öffentlichen Verkehrsmitteln, Eisdielen, Enegergieversorger, Flughäfen, Tankstellen, Freibäder etc. arbeiten, hört man nichts.

    Eigentlich dürfte laut Kirche am Sonntag niemand arbeiten, höchstens Polizei, Rettung und Feuerwehr. Da kann schon mal der Strom und das Internet ausfallen. Aber keine Sorge, man kann die gewonnen Langeweile mit Beten verbringen und die Bibel studieren.

  5. #5 von Unechter Pole am 19. Juni 2017 - 12:53

    In Polen ist Sonntag der umsatzstärkste Tag der Woche. Die landestypische Gestaltung des Tagesablaufs besteht aus einem Kirchenbesuch und anschließendem Wocheneinkauf in einem Supermarkt. Nicht selten, grade in kleineren Ortschaften, haben sich Einkaufszentren direkt gegenüber den Kirchen angesiedelt, so dass man das Auto nicht umparken muss. Müsste man alleine für die Kirche das Haus verlassen, würden sich wohl viele das gut überlegen.

  6. #6 von Gerry am 19. Juni 2017 - 13:23

    @ Unechter Pole

    Danke für den Hinweis, ist mir komplett neu.
    Werd ich bei jeder „Sonntagsdiskussion“ einbringen. Wahrscheinlich werd ich dann nur ein „dann geh doch nach Polen“ als Antwort bekommen. Wie immer wenn Hosenscheißer keine Argumente haben…

  7. #7 von user unknown am 19. Juni 2017 - 13:40

    Warum sind die Geschäfte ein Problem?

    Weil die Angestellten nicht in Kirche und Supermarkt zugleich sein können.

    Ich bin für ein säkular-soziales Wochenendgesetz, sprich, die Geschäfte bleiben geschlossen, aber nicht, damit die Leute gemeinsam schoppen gehen können, sondern damit man sich mit anderen zu Freizeitaktivitäten verabreden kann, und es Tage gibt, an denen so viele frei haben, dass die Chancen einen gemeinsamen Tag dafür zu finden auch hoch sind.

  8. #8 von Jörn Dyck am 19. Juni 2017 - 15:07

    Ich finde einen Ruhetag nicht schlecht, im Sinne eines Familientags, aber es ist sicherlich nicht der einzige mögliche Weg. Falsch finde ich, diese Dinge von oben herab zu verordnen und auch noch mit „Gottes Wille“ zu begründen. Es sollte gesellschaftlich ausgehandelt und stets anpassbar bleiben. Die sich stetig verändernde Gesellschaft weiß am besten, was für sie gut ist. (Beispielsweise arbeite ich selbst am Sonntag.)

    Der Sonntag ist aus kirchlicher Sicht kein Ruhetag. Sondern er dient dazu, in die Kirche zu gehen, dort den Spendenbeutel klingen zu lassen und der pastoralen Propaganda zu lauschen. Es ist nicht diese Art von „Ruhetag“, die ich meinte.

  9. #9 von Gerry am 19. Juni 2017 - 15:37

    @ Jörn Dyck

    Wenn die offiziellen Kirchenzahlen korrekt sind, dann meinen 96% der deutschen Bevölkerung dass Kirchgang am Sonntag überflüssig ist 🙂

    Und dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass ich die Zahlen der kath. Kirche für unrealistisch hoch halte 😉

  10. #10 von deradmiral am 19. Juni 2017 - 16:10

    Bischof Voderholzer will einen Muslim sagen, wann er seine Sachen einen Atheist verkauft. Säkular geht anders.

  11. #11 von user unknown am 19. Juni 2017 - 16:42

    Falsch finde ich, diese Dinge von oben herab zu verordnen und auch noch mit „Gottes Wille“ zu begründen.

    Was die Begründung betrifft, geb‘ ich Dir recht.

    Von oben herab wird in einer repräsentativen Demokratie alles verordnet, was verordnet wird. Sieht man sich die Situation der Gewerkschaften an, dann hat diese heute kaum noch die Macht dem Markt entgegenzutreten.

    Nur weil ich mit der Kirche einen anrüchigen Verbündeten hätte werde ich nicht für die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten eintreten. Ich bekam meine Einkäufe auch prima organisiert, als werktags um 18:30 Ladenschluss war und Samstag um 14:00 Uhr.

    Ins Cafe, Museum, Kino u.dgl. will ich natürlich auch am Wochenende und abends/nachts.

  12. #12 von Jörn Dyck am 19. Juni 2017 - 16:57

    Ja. Ich meine eben „verhandelt“ im Sinne von: von allen Beteiligten beeinflusst, mit Argumenten begründet und der aktuellen Gesellschaft angepasst. Und nicht per Dekret verkündet und als unantastbar ausgerufen.

  13. #13 von manglaubtesnicht am 19. Juni 2017 - 21:31

    Ist das Satire?

  14. #14 von Willie am 19. Juni 2017 - 22:20

    Ich weise diesen erneuten Anschlag auf den Sonntag zurück.

    Schon irgendwie lustig, seit gut 1500-1800 Jahren verüben die Christen einen Anschlag auf den Schabbat, so voll mit Nächstenliebe. Wie @uP mit Polen andeutet, sind gerade in katholisch dominierten Ländern (ich denke da na Lateinamerika) die Sonntage schon sehr, sehr, sehr lange keine freien Tage. Im Grunde genommen führt man dort nur das jahrhundertlang vorgegebene, katholische Verständnis von Sonntag fort: Der Kirchgang muss sein, darum hat man ja Früh- und Nachtmessen erfunden, aber die Arbeit für den Fronherren (früher gerne auch der Klerus) darf darunter nicht leiden.

Sag uns deine Meinung

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s