Nuhr dran glauben: Selbst Atheisten müssen glauben

Die sagen zwar, es gibt keinen Gott, aber in einem abstürzenden Flugzeug gibt es keine Atheisten. (zu finden ab 43:14)

 

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  1. #1 von Charlie am 17. Juni 2017 - 10:31

    43 Minuten lang hat er sich über Religion lustig gemacht. Dann kam der dumme Spruch. Nuhr würde doch auch nicht anfangen zu beten, weil er weiß, dass es nichts bewirkt.

  2. #2 von Noch ein Fragender am 17. Juni 2017 - 11:36

    in einem abstürzenden Flugzeug gibt es keine Atheisten.

    Trotzdem stürzt es ab.

  3. #3 von Manu am 17. Juni 2017 - 11:52

    Ich habe die Sendung auch gesehen und kann das von Dieter Nuhr Gesagte bis auf drei Äußerungen unterschreiben.

    Zum Thema „Homöpathie“ sagte er: „Wer hilft, hat recht.“

    Das ist inkorrekt (https://www.netzwerk-homoeopathie.eu/faq/19-wer-heilt-hat-aber-doch-recht-faq).

    Er sagte, dass auch an Wissen geglaubt werden müsse.

    Das ist inkorrekt, denn die (meisten) Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich der Vorläufigkeit ihrer Erkenntnisse bewusst und glauben gerade nicht, dass sie eine Letzterklärung gefunden haben.

    Sie müssen dennoch/deshalb annehmen/denken – aber eben nicht glauben, da sie Belege/Beweise für ihre Annhame haben –, dass sie ihren Erkenntnissen vertrauen dürfen/können.

    Dies aber zu erläutern – falls Dieter Nuhr dies zu leisten vermag – hätte aber vermutlich einen Teil des gewiss nicht ungebildeten Saalpublikums überfordert, da es dann um Wahrheitstheorien gegangen wäre.

    Er sagte: „Die sagen zwar, es gibt keinen Gott, aber in einem abstürzenden Flugzeug gibt es keine Atheisten.“

    Dies ist eine an Sarkasmus kaum zu überbietende Aussage, die meiner Meinung nach, ohne es genau begründen zu können – vielleicht weil einerseits Kollektiv- und andererseits Individualpech –, nur noch von der Variante „Wenn die Krebsdiagnose kommt, wird jeder gläubig“ (oder so ähnlich) übertroffen wird.

    Ich denke, dass es ein – misslungener – Versuch seinerseits war, am Ende noch etwas „Versöhnliches“ zu sagen oder auch uns Atheistinnen und Atheisten nicht als dogmatisch dastehen zu lassen.

    Da Dieter Nuhr Atheist ist, lasse ich es ihm durchgehen. Einer Christin/einem Christen, einer Jüdin/einem Juden, einer Muslimin/einem Muslim oder sonst einer/einem Relionsanhängerin/-anhänger jedoch nicht.

  4. #4 von Elvenpath am 17. Juni 2017 - 11:52

    Ich kann genau so sagen:
    Wenn es um’s Sterben geht, gibt es keine Gläubigen. Denn ein Gläubiger müsste den Tod ja freudig begrüßen, weil es ab in den Himmel geht. Statt dessen haben sie alle Angst.

  5. #5 von Deus Ex Machina am 17. Juni 2017 - 11:53

    „in einem abstürzenden Flugzeug gibt es keine Atheisten.“

    –> Woher weiß er das denn? Aber gut, gehen wir nur mal von dieser Prämisse aus:
    Warum beten die denn? Freuen die sich nicht, dass Gott ihr Flugzeug abstürzen lässt, um sie somit zu sich zu holen? Schließlich, warum sollte es sonst abstürzen? Wie viele Leute sieht man jubelnd sterben, mal abgesehen von Extremisten mit dem Bombengürtel?
    Mehr noch: mir scheint, je lauter die Leute krakelen, dass sie ihren Platz im Himmel schon reserviert hätten, umso lauter ist auch das Gekreische, wenn sie dort per Express hingeschickt werden. Stichwort unserer Politiker: „Wir müssen bevorzugt Christen aus Syrien aufnehmen, die werden dort verfolgt!“
    Nein, dieser Spruch stellt sich selbst ein Bein, Herr Nuhr. Beim Sterben sind wir ALLE – Geistesgestörte ausgenommen – Atheisten.

  6. #6 von Veria am 17. Juni 2017 - 12:53

    Ich war zwar noch nie in einem abstürzenden Flugzeug, aber ich wurde mal zwischen Boot und Pier eingeklemmt. Ich dachte mir „och, schade“ und „hoffentlich tut es nicht zu sehr weh“, aber Stossgebet gab’s keins.

  7. #7 von Muriel am 17. Juni 2017 - 14:57

    Es gibt Leute, die in Gefahr beten, und es gibt Leute, die in Gefahr was tun, um sich und anderen zu helfen. Letztere können durchaus auch Gläubige sein, und erstere vielleicht sogar manchmal Atheist(inn)en, aber zumindest müssten wir uns alle einig sein, welche Herangehensweise die sinnvollere ist, oder, Herr Nuhr?

  8. #8 von awmrkl am 17. Juni 2017 - 15:05

    „Die sagen zwar, es gibt keinen Gott, aber in einem abstürzenden Flugzeug gibt es keine Atheisten.“

    Ich hab das heftige Gefühl, der sagt sowas, um einfach nach allen Seiten heftig austeilen zu können – was er auch in allen seinen Programmen tut – Profi, als den er sich versteht.

    Daß dieses Austeilen relativ undifferenziert (aber zeitlich/per Dauer sich deutlich unterscheidet) erfolgt, das verbucht er vermutlich unter Kollateralschäden.

    Ich denke, er konnte und wollte es einfach nicht lassen, den Atheisten auch eins reinwürgen, damit die auch nicht ungeschoren davonkommen.

    (ich hab mir dieses Video inzwischen ganz angesehen/gehört)

  9. #9 von Elvenpath am 17. Juni 2017 - 15:05

    Ich bin mit dem Motorrad schon mal frontal auf eine Absperrung zu gefahren, mit weit über 100 km/h. Meine Gedanken waren nur: „Scheiße, gleich knallt es. Das war’s.“
    Irgendwie habe ich es noch geschafft, knapp dran vorbeizufahren.

  10. #10 von Jörn Dyck am 17. Juni 2017 - 15:38

    Ich würde die einzelnen Gags nicht auf die Goldwaage legen. Letztlich geht es um die Pointe, und der Rest ist dann nicht ganz so wichtig. Ab und zu geht mal ein Gag daneben, so ist das Leben. Locker bleiben…

    Was Dieter Nuhr und die Redaktion leistet, finde ich höchst erstaunlich, gerade in der ARD. Solche Sendungen wären vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen. Religion und Kirchen waren unantastbar. Allenfalls gab es einmal im Jahr eine angeblich kritische Talkrunde nachts um 2 Uhr, die sich dann jedoch als Stichwortgeber für christliche Apologetik herausstellte. Aber Witze auf Kosten der Kirchen hätten eine Sondersitzung des Medienrates zur Folge gehabt.

    Egal ob Nuhrs Witze gut oder schlecht, zutreffend oder abwegig sind: Allein dass jemand mit Humor, Angriffslust und einer lässigen Selbstverständlichkeit die Kirchen und die Gläubigen veralbert, ist einfach großartig.

    Sobald die Kirchen einmal den Nimbus des Unantastbaren verloren haben und Kritik alltäglich geworden ist, öffnen sich die Schleusen. Dann wird offenbar, dass der Kaiser keine Kleidung trägt.

    First we take Manhattan. Then we take Berlin… 🙂

  11. #11 von Diamond Mcnamara am 17. Juni 2017 - 15:42

    Wenn genügend Irre etwas Irres glauben, nennt man es Religion. Dieter Nuhr at his best. Und dann dieser blöde Spruch mit dem abstürzenden Flugzeug(oder auch: im Schützengraben ….)..Vielleicht äußert er sich mal, warum er das gemacht hat.

  12. #12 von drawingwarrior am 17. Juni 2017 - 16:47

    Kleiner Tipp Herr Nuhr, wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten!

    Wo hab ich das nuhr schon mal gehört?

  13. #13 von Unechter Pole am 17. Juni 2017 - 17:25

    @Elvenpath
    Selbst die Piloten der polnischen Präsidentenmaschine, allesamt wohl stinkkatholisch, haben entgegen den ersten Pressemeldungen nicht nach Jesus‘ Hilfe gerufen, sondern saftig im besten Polnisch geschimpft „Kurwa mać! Kuurwa!“.

  14. #14 von user unknown am 17. Juni 2017 - 17:52

    Gibt es zu den abstürzenden Flugzeugen empirische Untersuchungen? Wer sagt, dass da nicht auch noch der letzte vom Glauben abfällt?

  15. #15 von uwe hauptschueler am 17. Juni 2017 - 19:17

    Einen Weltkriegs-Veteranen habe ich mal gefragt ob in den Schützengräben viel gebetet wurde. Davon habe er nichts bemerkt, war die Antwort.

  16. #16 von oheinfussel am 17. Juni 2017 - 21:10

    Wozu sollte man da beten? Warum freuen die sich denn nicht – sie kommen zu Jesus
    Die werden wohl doch nicht Zweifel haben 😉

  17. #17 von F. M. am 17. Juni 2017 - 22:20

    Also Leute überlegt mal, was das letztendlich für ein Licht auf diesen Gott wirft, den Nuhr, Hahne, Harald Schmidt (der hat den „Gag“ auch schon gebracht) und Konsorten da postulieren.

    Der droht mit dem ultimaten Übel, Flugzeugabsturz mit Todesfolge, um auf den allerletzten Drücker noch ein paar Seelen einzukassieren.

    Im Strafgesetzbuch definiert man so etwas als Erpessung und droht den Tätern langjährige Freiheitsstrafen an.
    Hat der Gott, den uns Hahne und Kumpane ständig vorhalten, der die deutsche Einheit wiederhergestellt hat, so ein schäbiges Verhalten wirklich nötig?

    Wenn ja, stimmt Dawkins Beschreibung wohl auf den Punkt.

    „Der Gott des alten Testaments ist wohl der mieseste Charakter aller erfundenen ….“

  18. #18 von awmrkl am 18. Juni 2017 - 05:44

    @Jörn Dyck
    Ja, Ok, Du hast ja möglicherweise bis wahrscheinlich recht.
    Ich find es trotzdem ärgerlich.

    @dw
    Volltreffer! Und versenkt.

  19. #19 von Willie am 18. Juni 2017 - 06:48

    „Die sagen zwar, es gibt keinen Gott, aber in einem abstürzenden Flugzeug gibt es keine Atheisten.“

    Zum einen: Da es bei FLugzeugunglücken kaum bis keine Überlebenden gibt ist dies auch nur eine Behauptung ohne Basis. Zum andern: Ich habe 2x das „Vergnügen“ gehabt in einem Flugzeug zu sitzen, mit welchem man die Notlandung vollfḧrte – 1x mit Notrutsche. ja, scheiß Zufälle, wenn man mal vom billig, billig, billig absieht (die Gesellschaft war Philippin Airlines in der 1990gern) und von „beten“ oder Gottesunterwerfung habe ich da nichts festgesetllet. Unabhängig davon, ich habe nicht nicht meinen Nichtglauben, also Atheisums, dabei verlassen oder in Frage gestellt (und keiner meiner 5 Freunde, die dabei waren und sich als Katholiken sahen)

  20. #20 von awmrkl am 18. Juni 2017 - 07:15

    @Willie

    Danke für Deine schöne Vorlage! Ich bau die mal noch etwas aus:
    Natürlich läßt sich über solche Fragen wie „in einem abstürzenden Flugzeug gibt es keine Atheisten“ kein Ergebnis erzielen. Denn gäbe es in abstürzenden (nicht notlandenden) Flugzeugen genügend Augen-/Ohren-Zeugen, die überlebt hätten, dann hätten die mit absoluter Sicherheit auf alles andere (vor allem auf sich selbst) geachtet als darauf, was Andere in solchem Moment von sich geben. Einverstanden?

  21. #21 von Monika am 18. Juni 2017 - 16:15

    Elvenpath, ich habe genug Gläubige gesehen, die keine Angst im Sterben hatten, deine Aussage ist falsch.

  22. #22 von Siegrun am 18. Juni 2017 - 18:20

    @ Veria und Elvenpath: ich hatte zwei so nette Erlebnisse…einmal eine Begnung mit der Pistenraupe, die sauknapp ausging und einmal einen überholenden Audi A6 der auf meiner Straßenseite sehr entegenkommend war, und ich im Triumph Spitfire, passive Sicherheit gleich null und rechts eine steile Böschung…in beiden Fällen war der erste Gedanke der gleiche…: „Scheiße, jetzt bin ich dran!!!!“
    Bei der Pistenraupe war ich dann vorbei (knapp zwischen ihr und dem Abgrund durch) und bei dem Audi hatte ich „Zeit“ für einen zweiten Gedanken „Ich will aber jetzt nicht draufgehen, verdammt!!!“ und er scherte wieder ein…….
    Schwein gehabt, daß er mich doch noch gesehen hat…

  23. #23 von klauswerner am 19. Juni 2017 - 16:40

    Soll heißen: Durch eine Notlage wird man gläubig – geht aber auch andersrum. Meine Oma sagte mir mal, im Krieg habe sie ihren Glauben verloren …

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