Aktion Schulstunde „Woran glaubst Du?“

Woran glaubst Du? Darauf lässt sich vieles antworten: an den Osterhasen, an das Gute im Menschen, an Gott, an die erneute Meisterschaft von Bayern München, an meine Familie, an meinen Talisman, an mich selbst. Glauben kann alle Lebensbereiche durchdringen. Dabei kann Glaube Unglaubliches – „Berge versetzen“ zum Beispiel. Das sagen manche Menschen, weil beim Glauben alles möglich ist, sogar das Unmögliche. So meint der kleine Philosoph Knietzsche: „Wenn Wissen mit dem Verstand zu tun hat, dann ist für den Glauben wohl das Herz zuständig!“

weiterlesen:

[http://www.rbb-online.de/schulstunde-glaube/index.html

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  1. #1 von Elvenpath am 12. Juni 2017 - 10:25

    Auch hier wird religiöser Glauben munter mit Wahrscheinlichkeitsannahmen vermischt.
    Man könnte fast meinen religiöser Glaube soll hier als vernünftig und „normal2 hingestellt werden.

    Aber der Schuss geht nach hinten los: Wenn Gottesglaube nicht mehr wert ist, als der „Glaube“ an den Fußballverein, wird Religion immer bedeutungsloser.

  2. #2 von drawingwarrior am 12. Juni 2017 - 12:48

    Für den Glauben ist also ein Muskel zuständig…in meinem Körper ist es der Schließmuskel!

  3. #3 von Rene am 12. Juni 2017 - 13:12

    Glaube soll das Kausalitätsbedürfnis beruhigen, und Glaube vermittelt das Gefühl zu einem inneren Zirkel zu gehören, sprich, beruhigt die Eitelkeit. Eine halbe Stunde Nachdenken reicht, um das in Griff zu kriegen.

    So, Rene hat jetzt die Religion erklärt und darf sich nun ein Bier einschänken. Nächstes Thema.

  4. #4 von Rene am 12. Juni 2017 - 13:18

    Mist, es schreibt sich doch ‚einschenken‘. Ich habe ‚geglaubt‘ es kommt von Schank / Schänke. 1 zu 0 für Google vs. Glauben.

  5. #5 von Unechter Pole am 12. Juni 2017 - 13:20

    Auch die gestrige „Sendung mit der Maus“ hatte „Woran glaubst du?“ zum Thema. Natürlich haben sich die Machen an höchstmanipulativen Rhetoriken bedient, indem sie „Glauben“ im Sinne „aufgrund der Erfahrungen einer nicht ganz sicheren Meinung sein“ („glauben, dass…“) mit „Glauben“ im Sinne „von der Existenz von X fest überzeugt sein“ („glauben an…“) gleichgesetzt haben.

    [http://www.wdrmaus.de/

  6. #6 von klauswerner am 12. Juni 2017 - 13:52

    Hmm, das Material der Aktion scheint mir sehr tendenziös (Aus dem Unterrichtsmaterial):

    „Dr. Jens Schlamelcher arbeitet an der Ruhr-Universität Bochum. Bei seiner Arbeit beschäftigt er sich mit Religion und Glauben. Er sagt: Glaube kann Menschen in schwierigen Zeiten helfen.
    Wenn Menschen etwas Schlimmes erleben, fragen sich viele, welchen Sinn das wohl hatte. Zum Beispiel, wenn jemand bei einem Erdbeben sein Haus verloren hat und mehrere Angehörige von ihm gestorben sind. Der Religions-Experte meint: Menschen ohne Glauben fällt es oft besonders schwer, mit so einer Situation umzugehen. „Wenn nicht geglaubt wird, dann bin ich in einer Situation, in der ein Ereignis für mich sinnlos ist“, sagt er.
    Diese Menschen sind dann ganz verzweifelt.“

    Die Sendung mit der Maus würde ich da mal aussen vorlassen – die sind überhaupt nicht tendenziös, und ausserdem ist das seit über 30 Jahren meine Pflichtsendung sonntags!
    Da war mal ne Sendung zum Totengedenktag, mit einer konfessionslosen Beerdigung durch die Macher (Armin Maiwald) selbst (nachgespielt)(https://www.tz.de/tv/sendung-mit-der-maus-kinder-tod-erklaerung-tz-2621146.html, https://www.youtube.com/watch?v=Z1YrYjHkI-U).

    Und die hatten schon immer wieder mal ganz kritische Themen aufgegriffen, so den Krebstot eines Kindes („Die Geschichte von Katharina“) usw.
    Und „Der alte Dachs“ lief dort auch schon, und das ist sicher nicht gläubig geprägt (https://www.youtube.com/watch?v=YMCg6DRJtrU)

  7. #7 von Veria am 12. Juni 2017 - 14:15

    @Unechter Pole: Ich bin dennoch der Meinung, dass sie es (den Rundfunk-Umständen entsprechend) gut gemacht haben. Sie haben keine Notwendigkeit postuliert, dargestellt, dass Geglaubtes auch falsch sein kann, und auch einen Atheisten zu Wort kommen lassen („Ich glaub nicht so an Gott, aber … ist ja nicht schlimm.“)

  8. #8 von klauswerner am 12. Juni 2017 - 14:33

    Hmm, das Material der Aktion scheint mir sehr tendenziös (Aus dem Unterrichtsmaterial):

    „Dr. Jens Schlamelcher arbeitet an der Ruhr-Universität Bochum. Bei seiner Arbeit beschäftigt er sich mit Religion und Glauben. Er sagt: Glaube kann Menschen in schwierigen Zeiten helfen.
    Wenn Menschen etwas Schlimmes erleben, fragen sich viele, welchen Sinn das wohl hatte. Zum Beispiel, wenn jemand bei einem Erdbeben sein Haus verloren hat und mehrere Angehörige von ihm gestorben sind. Der Religions-Experte meint: Menschen ohne Glauben fällt es oft besonders schwer, mit so einer Situation umzugehen. „Wenn nicht geglaubt wird, dann bin ich in einer Situation, in der ein Ereignis für mich sinnlos ist“, sagt er.
    Diese Menschen sind dann ganz verzweifelt.“
    

    Die Sendung mit der Maus würde ich da mal aussen vorlassen – die sind überhaupt nicht tendenziös, und ausserdem ist das seit über 30 Jahren meine Pflichtsendung sonntags!
    Da war mal ne Sendung zum Totengedenktag, mit einer konfessionslosen Beerdigung durch die Macher (Armin Maiwald) selbst (nachgespielt)([https://www.tz.de/tv/sendung-mit-der-maus-kinder-tod-erklaerung-tz-2621146.html, [https://www.youtube.com/watch?v=Z1YrYjHkI-U).

    Und die hatten schon immer wieder mal ganz kritische Themen aufgegriffen, so den Krebstot eines Kindes („Die Geschichte von Katharina“) usw.
    Und „Der alte Dachs“ lief dort auch schon, und das ist sicher nicht gläubig geprägt ([https://www.youtube.com/watch?v=YMCg6DRJtrU)

  9. #9 von Unechter Pole am 12. Juni 2017 - 15:46

    @Veria
    Bei der Quote von über 50 % konfessionslosen Kindern in Deutschland ist die randweise Darstellung von Atheisten mit dem Kommentar „nicht schlimm“ schon recht tendentiös. Es lässt erstens dem Gedanken, dass es schlimm sein könnte, einen Raum im Diskussionsspektrum. Zweitens, auf dem Spielplatz labern 90 % der Kinder über „ihren“ Glauben. Und vom Dialekt her hört es sich nicht nach einem süddeutschen Dorf an.

    Seit der Türkei-Sondersendung mit Ralph Caspers mit der Behauptung sinngemäß „Türken glauben an den gleichen Gott wie wir, nur nennen den anders“ sowie den anderen Landes-Sondersendungen, die sich mind. zu 20-30 % um die Religion und deren Nebenergüsse drehen, kann ich der Maus den guten Willen nur mehr schlecht als recht abkaufen.

  10. #10 von Veria am 12. Juni 2017 - 16:22

    Wie gesagt: den Rundfunk-Umständen entsprechend. Die Maus gibt sich Mühe und ich achte die Macher sehr dafür. Es kamen gestern eben keine Existenz-Aussagen über irgendetwas Übernatürliches und ich warte schon den ganzen Tag auf irgendeinen Mecker-Artikel diesbezüglich auf religiöser Seite.
    (Ich habe allerdings das Gefühl, dass Armin da genauer ist als Ralph. Ich meine mich zu erinnern, dass es in der Sachgeschichte von Armin über die Altarfiguren vom Kölner Dom hiess: Christen glauben dies oder jenes.)

  11. #11 von Unechter Pole am 12. Juni 2017 - 16:22

    Das „Lehrmaterial“ wäre schon amüsant, wenn es nicht stellenweise grausam wäre:

    Drei Aufgabentypen
    Die Lernangebote und Aufgaben sind in drei Bereiche aufgeteilt:
    Mach dich schlau!
    […]
    Macht was zusammen!
    Hier geht es ums Miteinander – zum Beispiel mit einem Rollenspiel zum Thema Glauben, Vertrauen und Lügen, oder einem selbst gestalteten Martin-Luther-Comic.

    Übrigens:
    Kurz vor dem gerne zitierten Artikel der WRV steht folgendes:

    Niemand ist verpflichtet, seine religiöse Überzeugung zu offenbaren. Die Behörden haben nur soweit das Recht, nach der Zugehörigkeit zu einer Religionsgesellschaft zu fragen, als davon Rechte und Pflichten abhängen oder eine gesetzlich angeordnete statistische Erhebung dies erfordert.

    Wie verträgt sich das mit der zentralen Frage des Lehrmaterials?

  12. #12 von Unechter Pole am 12. Juni 2017 - 16:43

    @Veria
    Gegen Armin persönlich kann ich auch nichts schlechtes sagen.

  13. #13 von Deus Ex Machina am 12. Juni 2017 - 17:29

    „dann ist für den Glauben wohl das Herz zuständig!““

    –> Don´t trust your heart, it is stupid as fuck!

  14. #14 von Predator am 12. Juni 2017 - 19:03

    Oh Schulstunde, da fällt mir was ein:
    Ich bin anno dazumal einmal aus dem Zwangsreligionsunterricht des Gymnasiums geflogen, weil ich wiederholt sagte, dass ich ein hedonistisch orientierter Nihilist bin und Religion Pillepalle ist. Die Religionslehrerin war aber auch noch sehr jung und unerfahren, vielleicht lag es daran.
    Nun ja, auf der anderen Seite:
    Toleranz wird in unserem Land generell groß geschrieben, wie auch (religionsbasierte) Tollwut…

  15. #15 von awmrkl am 13. Juni 2017 - 03:19

    „kann Glaube Unglaubliches – „Berge versetzen““

    Nananana! Ich weiß von keinem Beispiel, daß tatsächlich Glaube Berge versetzt hätte! Falls jemand doch ein dokumentiertes Beispiel dafür hat, bitte her damit.
    Was ich allerdings weiß, daß Glaube zB gewisse Türme/Hochhäuser zum Einsturz gebracht hat. Solcher Beispiele gibt es jede Menge, und bestens dokumentiert.
    Wenn Glaube etwas bewirkt(e), ist das Ergebnis meist katastrophal.

  16. #16 von awmrkl am 13. Juni 2017 - 03:21

    Predator

    Und die Verbindung bzw Mischform heißt dann Tolleranz …

  17. #17 von Willie am 13. Juni 2017 - 04:38

    Die ARD-Themenwoche 2017 zum Thema „Woran glaubst Du?“ (11. bis 17. Juni) zeigt, wie vielfältig Glauben ist. Das Unterrichtsmaterial der „Aktion Schulstunde“ weckt mit einem umfangreichen Angebot an Projekten, Filmen und Ideen die Neugier der Kinder auf ein facettenreiches Thema, das man nicht sehen, nicht anfassen, nicht beweisen kann.

    Den Osterhasen, das Gute im Menschen (als gute Tat), die erneute Meisterschaft von Bayern … kann man aber alles beweisen. Von daher ein weiterer https://sc.mogicons.com/l/thumbs-up-192.png an @Elvenpath.