Diskussion um Kreuz auf Berliner Stadtschloss – Symbol der Unterdrückung

Ein Kreuz auf dem Berliner Stadtschloss ist das falsche Signal zur falschen Zeit. Mehr noch als das ganze Schloss verweist es auf den überwundenen preußischen Obrigkeitsstaat.

(…)

Dies wäre das falsche Symbol zur falschen Zeit. Mehr noch als das ganze Schloss verweist dieses Kreuz auf dieser Kuppel auf den preußischen Obrigkeitsstaat. Der Aufbau entstand erst, nachdem der preußische König die freiheitliche Revolution von 1848 niedergeschlagen hatte und Hunderte Aufständische im Berliner Barrikadenkampf gestorben sind.

Die kreuzbewehrte Kuppel signalisiert den Triumph des Gottesgnadentums über demokratische Strömungen, über Versammlungs-, Rede- und Pressefreiheit. Sie steht nicht für das Christentum allgemein, sondern für eine ungute Vermengung von Religion und Politik, die anderslautende Ansichten unterdrückt.

weiterlesen:

[http://www.sueddeutsche.de/kultur/diskussion-um-kreuz-auf-berliner-stadtschloss-symbol-der-unterdrueckung-1.3535836

 

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  1. #1 von dirk am 7. Juni 2017 - 18:28

    Selbstverständlich kann man das Kreuz als Symbol der Unterdrückung betrachten, aber glaubt irgendeiner die Fürsten bzw Könige hätten das Schloss allein und ohne Ausplünderung und Unterdrückung gebaut?

    Wenn wir alles Abreißen bzw nicht Aufbauten was uns an Unterdrückung erinnert wird ein großer Teil der Geschichte ausgeblendet.

    Ich halte das Argument das Kreuz erinnere an Unterdrückung uns solle deshalb nicht wiederaufgebaut werden für extrem vorgeschoben.

  2. #2 von user unknown am 7. Juni 2017 - 20:22

    Bei Kulturzeit (3sat) oder Abendschau (rbb) hieß es, das Schloß habe ursprünglich kein Kreuz gehabt. Aus architekturhistorischer Sicht spricht das m.E. eher gegen ein Kreuz. Später wurde eine Kapelle unter der Kuppel errichtet und das Kreuz sollte auf diese hinweisen. Inwieweit der Kapellenbau mit der Niederschlagung von Aufruhr zusammenhing – ja, der Aufruhr selbst – wurden nicht thematisiert.
    Zumindest Kulturzeit wäre nicht die Sendung, in der man sowas zu thematisieren Scheu hätte.

    Der nicht mit Wissen bewaffnete Berlinbesucher wird das Kreuz sehen, und nicht „Ah, Aufstandsbekämpfung!“ denken, sondern „Ah, eine Kirche!“, hoffentlich: „Oh, nicht noch eine Kirche!“.

  3. #3 von dirk am 7. Juni 2017 - 21:05

    @user unknown

    Laut wiki hört sich dass so an als wenn die Kuppel für die Kapelle gebaut wurde.

    Zitat wiki

    „Mit Ausnahme des Baus der zentralen Kuppel über dem Eosanderportal fanden im 19. und 20. Jahrhundert am Außenbau nur noch kleinere Änderungen statt. Friedrich August Stüler und Albert Dietrich Schadow errichteten die Kuppel mit oktogonalem, pilastergeschmücktem Tambour in den Jahren 1845 bis 1853. … Der von 24 gerade schließenden, hochrechteckigen Fenstern belichtete Kuppelbau beherbergte die Schlosskapelle, die im Januar 1854 geweiht wurde“

  4. #4 von m0ebius am 7. Juni 2017 - 23:20

    Schlösser sind grundsätzlich Symbole der Unterdrückung. Kreuze machen da auch keinen Unterschied mehr.

  5. #5 von Rene am 8. Juni 2017 - 10:33

    Ich halte die ganze Idee eines Stadtschlosses für bescheuert. Und das in einer Stadt, die sich nicht mal die Straßenreinigung leisten kann. Wieviele Schulen hätte man dafür bauen / renovieren können? Nichts gegen Kultur, aber dieses Ding ist überflüssig.

  6. #6 von tiberio am 9. Juni 2017 - 20:29

    Thomas de Maizière (Kreuzzügler): So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist. (Matthäus 22:21)

    http://volkundglauben.blogspot.hr/2017/06/thomas-de-maiziere-these-11-wir-sind.html

  7. #7 von user unknown am 10. Juni 2017 - 00:08

    Sowas ähnliches hatte ich mir auch überlegt. Es gibt doch so Klemmbügel, oft mit Katzenohren, die man sich auf den Kopf setzen kann. sowas mit Kreuz in der Mitte obendrauf wollte ich IM dM aufsetzten. Dann könnte er selbst mit seiner Birne als Kuppel gehen.
    Besagter IM dM hat auf dem Kirchentag die wundersame Gebotsvermehrung vorgeführt. Seiner Meinung nach gibt es 2 Lügeverbote im Dekalog. Da hat ihm sein Religionslehrer offenbar zu selten den Hintern verhauen. https://demystifikation.wordpress.com/2017/05/25/was-heisst-hier-wahrheit/

  8. #8 von user unknown am 10. Juni 2017 - 03:43

    nochmal @tiberio:
    Musste die Idee jetzt doch umsetzen: https://demystifikation.wordpress.com/2017/06/10/stadtschloss/

  9. #9 von Monika am 18. Juni 2017 - 16:07

    Für Gott, Kaiser und Vaterland!

  10. #10 von Charlie am 18. Juni 2017 - 16:43

    Welcher Kaiser??

  11. #11 von Deus Ex Machina am 18. Juni 2017 - 16:58

    Ja, gell Monika: „Gott mit uns“ ?

  12. #12 von holey spirit am 18. Juni 2017 - 17:22

    Versteht irgendwer, was uns Monika hier mitteilen möchte?

  13. #13 von Charlie am 18. Juni 2017 - 18:24

    @hs

    Nein, und sie wird uns leider verlassen.

  14. #14 von holey spirit am 19. Juni 2017 - 03:20

    Charlie,

    dass uns Monika verlassen wird, ist eine gute Nachricht.

    Ihr unbarmherziger, menschenverachtender Kommentar über Hartz-IV-Empfänger hat das Fass zum Überlaufen gebracht.

    Ich habe hier in Deutschland schon Menschen kennengelernt, die echten Hunger litten, weil sie trotz aller Berechtigung dazu aus Scham keine Hartz-IV-Aufstockung beantragen wollten. Und dann dieser Spruch der von Gott geliebten Monika:
    https://blasphemieblog2.wordpress.com/2017/06/11/linke-fordern-abloesung-der-staatlichen-leistungen-an-die-kirchen/comment-page-1/#comment-270125

    „Pfui Deibel“, kann ich da nur sagen. Ich wünsche jedenfalls niemandem, Hunger zu leiden, selbst wenn es mich extra kostet (Steuern und Spenden).

  15. #15 von Charlie am 19. Juni 2017 - 08:59

    @hs

    Sehe ich genauso.

  16. #16 von Gerry am 19. Juni 2017 - 09:58

    @ hs

    Und so viele Steuern sind das nicht mal.
    Laut Springer-Presse 45 Mrd. pro Jahr.
    [https://www.welt.de/wirtschaft/article135672594/So-teuer-war-Hartz-IV-fuer-Deutschlands-Steuerzahler.html

    15% der Ausgaben im Bundeshaushalt 2013. Knapp 10 Mrd. mehr als 2017 für „Verteidigung“ ausgegeben wird.

  17. #17 von Gerry am 19. Juni 2017 - 10:09

    P.S. zu #16

    Carsten Frerk kalkuliert mit rund 20 Mrd. die die beiden großen Kirchen pro Jahr entweder direkt von verschiedenen staatlichen Stellen bekommen oder durch staatliche Bevorzugung einsparen.

    Aber das eignet sich eben nicht für einen Zeitungsartikel, würde gegen den alten Grundsatz verstoßen:
    „Nach oben buckeln, nach unten treten“

  18. #18 von Noch ein Fragender am 19. Juni 2017 - 11:09

    @ #14 von holey spirit

    Ich habe hier in Deutschland schon Menschen kennengelernt, die echten Hunger litten, weil sie trotz aller Berechtigung dazu aus Scham keine Hartz-IV-Aufstockung beantragen wollten.

    Ein junger Mann soll deswegen sogar verhungert sein:

    … verhungerte tatsächlich ein junger Mann in seiner Wohnung. Das Jobcenter hatte ihm nach und nach die Bezüge bis auf null gekürzt, weil er sich nicht meldete. Der 20-Jährige war psychisch krank, lernbehindert und litt unter Depressionen. Warum er nichts von sich hören ließ und wovon er lebte, danach fragte keiner. Nachdem er über Monate zu wenig gegessen hatte, starb er.

    http://www.kirche-im-wdr.de/startseite/show/programm/wer-nicht-arbeiten-will-soll-auch-nicht-essen/

  19. #19 von user unknown am 20. Juni 2017 - 04:37

    Ich mag es lieber, wenn man abweichende Meinungen toleriert.
    Wenn man zugemüllt wird oder der Stil unterirdisch ist, ist es was anderes.

  20. #20 von holey spirit am 20. Juni 2017 - 05:26

    uu

    Genau aus den von Dir genannten Gründen hat uns Monika ja erst so so spät „leider verlassen“.
    Der AMB ist bis an die Grenze des Zumutbaren tolerant, was abweichende Meinungen betrifft.

    Massenweise sinnloser Spam („Für Gott, Kaiser und Vaterland!“, s.o.) kombiniert mit Menschenverachtung (wahrscheinlich aus einem unreflektierten Trotz-Impuls heraus) stellen eine ganz banale Grenze dar: Die weitere Auseinandersetzung mit der betroffenen Person lohnt sich einfach nicht und das Störpotential bezüglich ernsthafter Diskussion wird schlicht zu groß.

    Kennst Du noch den verblödeten BBT (de Benny), oder z.B. Christina? Letztere solltest Du noch kennen:
    https://blasphemieblog2.wordpress.com/2014/09/21/sigmund-freud-psychiater-bonelli-fur-entmythologisierung/comment-page-1/

    Es hat 1.339 Kommentare benötigt, bis Charlie bei Christina endlich der Kragen geplatzt ist. Das nenn ich mal Geduld!
    https://blasphemieblog2.wordpress.com/2014/08/01/warum-der-atheismus-die-religion-verdrangen-wird/comment-page-27/#comment-180871

    Monika war immerhin länger im Rennen als Christina. Patrick ist es immer noch und wird es auch bleiben, weil er trotz aller realen Beschimpfungen seitens der Atheisten auf seine anstrengende Art sachlich und (verdummbibelt) humanistisch bleibt. Wenigstens das wär mal ein Lob wert! Selbst, wenn er sich ewig in evangelikalen Kreisen bewegen wird.

  21. #21 von Charlie am 20. Juni 2017 - 06:50

    @hs

    Monika war 3 Jahre und 4 Monate aktiv und hat 1337 Kommentare posten dürfen. Du nur 3107 Kommentare, da ist noch Luft nach oben.

  22. #22 von user unknown am 20. Juni 2017 - 11:10

    @holey spirit:

    Massenweise sinnloser Spam („Für Gott, Kaiser und Vaterland!“, s.o.) kombiniert mit Menschenverachtung (wahrscheinlich aus einem unreflektierten Trotz-Impuls heraus) stellen eine ganz banale Grenze dar:

    Die letzten Wochen habe ich nur ab und an mal eine Wortmeldung von ihr gelesen. Vor längerer Zeit las ich auch Threads, wo sie 20 Postings und mehr abgelassen hat, aber da wurde sie auch in Diskussionen verstrickt – normal dass sie da reagiert.

    Kann natürlich sein, dass ich selbst keinen Kommentar zu einer Meldung abgebe, wo sie drauf anspringt, und ich dann auch keine Benachrichtigung bekomme und mitkriege, wieviel sie postet.

    Zitat Monika:

    Ich fordere die Abschaffung von Hartz Vier.
    Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!

    Franz Müntefering hat 2006 das gleiche gesagt. Ohne Ausbuchstabierung, was damit gemeint ist (Säuglinge, Rentner, Kranke? Wer nicht arbeiten will, oder wer nicht kann?) ist das noch keine Menschenverachtung. Das ist eine Provokation, mehr nicht.

    Wenn ich polemisiere mache ich auch keine Gefangenen.

  23. #23 von holey spirit am 21. Juni 2017 - 00:26

    user unknown

    Dir ist schon klar, dass aus dem Kontext heraus ein kleiner, aber nicht ganz unwesentlicher Bedeutungsunterschied zwischen Münteferings und Monikas Gebrauch des Sprüchleins erwächst?

    Aber selbst wenn dem nicht so wäre, ergäbe sich daraus doch kein stichhaltiges Argument dafür, dass der AMB Monikas unterirdischem Spam nicht durch Sperrung ein Ende setzen durfte. Hätte Herr Müntefering hier impulsgetrieben dumm rumgespammt, wäre mit ihm ebenso verfahren worden. Mist zu verzapfen, wird ja nicht automatisch dadurch legitim, dass ein anderer früher schonmal denselben Mist verzapft hat. So zu argumentieren, klingt nach Kindergartenentschuldigung. (Als ich als Vierjähriger mal probeweise „Arschloch“ zur Dorfbriefträgerin sagte, konnte ich mich hernach auch nicht damit rausreden, dass Sandkastenfreund Olaf sie bereits vor mir „Arschloch“ genannt hatte.)

    Vorschlag zur Güte: Gewähr der verfolgten Monika doch einfach Kommentier-Asyl auf Deinem Blog! Dann kann sie künftig dort überall ungestört ihre intellektuellen Kothäufchen absetzen, und Dir bleibt weiterhin das zweifelhafte Vergnügen, die Kothäufchen geflissentlich zu ignorieren. 😉

  24. #24 von user unknown am 21. Juni 2017 - 03:53

    Dir ist schon klar, dass aus dem Kontext heraus ein kleiner, aber nicht ganz unwesentlicher Bedeutungsunterschied zwischen Münteferings und Monikas Gebrauch des Sprüchleins erwächst?

    Weil Müntefering pro Harz 4 war? Wie passt das dann zum Spruch, dass nicht essen soll, wer nicht arbeitet?

    …, dass der AMB Monikas unterirdischem Spam nicht durch Sperrung ein Ende setzen durfte.

    Juristisch gesehen darf der AMB sperren wen er mag, ohne mich zu fragen.

    So zu argumentieren, klingt nach Kindergartenentschuldigung.

    Habe ich denn so argumentiert? Ich habe nicht behauptet, dass Müntefering hier dies und das gepostet hätte, oder? Ich sagte, es sei nicht menschenverachtend und es sei eine Provokation. Als Beispiel – sicher nicht als Beweis – zog ich M. heran. Jedenfalls nicht als Entschuldigung.

    unterirdischem Spam
    impulsgetrieben dumm rumgespammt,
    Mist zu verzapfen

    Also der Spamvorwurf wird unterstrichen, aber von menschenverachtend rückst Du ab? Jetzt sind wir bei Mist verzapfen?

    Ich fühle mich ungern von Kindergärtnern beaufsichtigt. Niemand wird gezwungen auf Monika zu reagieren, ihre Beiträge überhaupt zu lesen.

    Wer will hätte die Möglichkeit seine Auseinandersetzungsfähigkeit an Ihr zu schulen. Sich auf die Eskalationsstufe der Macht zu begeben ist für mich ein Zeichen von Schwäche.

    Gewähr der verfolgten Monika doch einfach Kommentier-Asyl auf Deinem Blog!

    Was soll das sein, Kommentarasyl? Hätte Sie Lust da zu kommentieren hätte sie das längst tun können, dazu muss sie die Sperrung hier nicht abwarten. Bei mir über AMB-Beiträge zu diskutieren fände ich reichlich fehl am Platze. Aber falls Du mal irgendwo gesperrt wirst, biete ich Dir hiermit jetzt schon bei mir Asyl an, wenn Du auf das Mitbringen von Kothäufchen verzichten kannst..

  25. #25 von Deus Ex Machina am 21. Juni 2017 - 08:31

    Ich denke, auf jemanden, der so plumpe Thesen wie Monika über lange Zeiträume aufgestellt hat, kann man getrost verzichten.

  26. #26 von holey spirit am 22. Juni 2017 - 04:16

    user unknown

    Weil Müntefering pro Harz 4 war? Wie passt das dann zum Spruch, dass nicht essen soll, wer nicht arbeitet?

    Eigentlich müsstest Du das den Münti fragen, nicht mich. Du kannst es aber auch hier nachlesen:
    [http://www.taz.de/!434214/

    Müntefering hat den Spruch seinerzeit gebracht als Reaktion auf die parteiinterne Kritik am Plan zur verschärften Überwachung Arbeitsloser. Wie der Spruch gemeint war und in welchem Zusammenhang er mit der Verteidigung von Hartz IV stand, ergibt sich also aus dem damaligen Kontext. Das Gepolter war typischer Münteferingscher Mist und hat ihm – meines Erachtens zurecht – entsprechend viel Kritik eingebracht.

    Aus dem damaligen Kontext ergibt sich aber auch eindeutig, dass Müntefering den Bibel-/Bebel-Spruch gerade nicht zur Rechtfertigung der Forderung verwendet hat, jegliche staatliche Unterstützung für sämtliche Arbeitslosen Deutschlands kategorisch zu streichen.

    Eine solche Forderung hat Müntefering niemals aufgestellt. Ganz im Gegensatz zur christlichen Monika. Das ist der Knackpunkt.

    Juristisch gesehen darf der AMB sperren wen er mag, ohne mich zu fragen.

    Und Du darfst Deinen Unmut darüber zum Ausdruck bringen, und ich darf Dir Contra geben, solange wir nicht gesperrt werden, weil wir unkontrolliert mit Kothäufchen um uns werfen.

    Habe ich denn so argumentiert? Ich habe nicht behauptet, dass Müntefering hier dies und das gepostet hätte, oder?

    Ich habe auch nicht behauptet, dass Müntefering hier dies und das gepostet hätte. Das ist eine unrichtige Wiedergabe meiner Aussage.

    Ich sagte, es sei nicht menschenverachtend und es sei eine Provokation. Als Beispiel – sicher nicht als Beweis – zog ich M. heran. Jedenfalls nicht als Entschuldigung.

    Ich geb Dir dahingehend Recht, dass Münteferings Verwendung des Spruches im entsprechenden Kontext nicht menschenverachtend war, sondern allenfalls plump.

    Ich stimme Dir außerdem zu, dass Monikas Spruch eine (vermutlich impulsgesteuerte) Provokation war. Das ändert nichts daran, dass ihr Spruch objektiv betrachtet menschenverachtend ist. Das eine schließt ja das andere nicht aus.

    Wenn Du die Heranziehung Münteferings lediglich als Beispiel und nicht als Entschuldigung Monikas verstanden wissen willst, so nehme ich meinen Vorwurf der „Kindergartenentschuldigung“ zurück. Für mich klang es halt intuitiv ein bissle wie eine Variation des Tu-quoque-Arguments. (Ein „is quoque“: „Der da hat’s doch aber auch gesagt.“)

    unterirdischem Spam
    impulsgetrieben dumm rumgespammt,
    Mist zu verzapfen

    Also der Spamvorwurf wird unterstrichen, aber von menschenverachtend rückst Du ab? Jetzt sind wir bei Mist verzapfen?

    Natürlich rücke ich nicht von meiner Einschätzung ab, dass ihr Kommentar in höchstem Maße menschenverachtend ist.

    Ich zitiere Monika:
    „Ich fordere die Abschaffung von Hartz Vier.
    Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!“

    Es gibt hier keinerlei erweiterten Kontext, der zur Relativierung der Aussage herangezogen werden könnte. Auch das Thema des ursprünglichen Threads hilft diesbezüglich nicht weiter, da es in keinerlei inhaltlichem Zusammenhang zu Monikas Zweizeiler steht. Aufgrund der Eindeutigkeit und Einschichtigkeit der Formulierung bleibt zudem kein Spielraum, nach einem Subtext, einer Botschaft zwischen den Zeilen, zu suchen.

    Ich kann mich also nur an den nackten Bedeutungsgehalt einer wortwörtlichen Auslegung ihrer Aussage halten und die Implikationen prüfen. Monika fordert kategorisch und ohne weitere Differenzierung die Streichung sämtlicher staatlicher Leistungen für Menschen, die keine Arbeit finden oder keiner Arbeit nachgehen können, einschließlich alleinerziehender arbeitsloser Mütter. Sie nimmt damit die zwangsläufigen Folgen einer solchen Maßnahme – Verelendung und Hunger (auch der Kinder) – nicht nur billigend in Kauf, sondern erhebt diese unausweichlichen Konsequenzen sogar zum erklärten Ziel der Maßnahme: Die sollen nichts essen! Das ist der objektivierbare und einzige Sinngehalt ihrer Aussage. Nicht mehr und nicht weniger.

    Darüber hinaus kann ich nichts mit Sicherheit interpretieren. Du magst einwenden, sie wollte nur provozieren und meinte es in Wirklichkeit gar nicht so. Dem halte ich entgegen, dass ich glaube, dass sie es Wort für Wort ganz genau so meint, wie sie es schrieb. Sie gehört einer Sekte aus dem evangelikal-fundamentalistischen Spektrum an, die eine Prädestinationslehre vertritt, derzufolge der liebe Gott seine Liebe ungleich unter den Menschen verteilt (Monika selbst hat sich mehrfach in diesem Sinn geäußert). Entsprechend ist dem einen Glück und Erfolg auf Erden beschieden und der andere ist zu Elend und Armut verdammt. Da kann man nichts dagegen machen; ist gottgewollt. Auf dieser Doktrin baut die puritanische Wirtschaftsethik auf. Vor diesem Hintergrund gibt Monikas Aussage plötzlich Sinn: Geiz, Neid, Missgunst, Unmenschlichkeit sind ihr eigen.

    Wenn ich der christlichen Monika mit meiner Interpretation jetzt ganz arg Unrecht tu, bleibt mir nur zu sagen: Wer undifferenzierten Mist spammt, ist selbst schuld, wenn man ihm das Wort im Mund verdreht.

    Wer will hätte die Möglichkeit seine Auseinandersetzungsfähigkeit an Ihr zu schulen

    Wie willst Du denn an dem sinnfreien und völlig deplazierten Gestammel von oben („Für Gott, Kaiser und Vaterland!“) Deine Auseinandersetzungsfähigkeit schulen? Da schule ich mich doch lieber an Dir.

    Sich auf die Eskalationsstufe der Macht zu begeben ist für mich ein Zeichen von Schwäche.

    Für mich ist das kein Frage von Macht oder Ohnmacht, Stärke oder Schwäche. Für mich ist das Pragmatismus. Monika ist ein ausgebrannter Troll, der sich keine Mühe mehr gibt, uns gut zu unterhalten. Wer nicht daran arbeitet, uns gut zu unterhalten, soll verhung auch nicht freigeschaltet werden! Der nächste, unverbrauchteTroll kommt bestimmt.

    Was soll das sein, Kommentarasyl? Hätte Sie Lust da zu kommentieren hätte sie das längst tun können, dazu muss sie die Sperrung hier nicht abwarten. Bei mir über AMB-Beiträge zu diskutieren fände ich reichlich fehl am Platze. Aber falls Du mal irgendwo gesperrt wirst, biete ich Dir hiermit jetzt schon bei mir Asyl an, wenn Du auf das Mitbringen von Kothäufchen verzichten kannst..

    Ich habe nicht vorgeschlagen, sie solle bei Dir über AMB-Beiträge diskutieren. Sie könnte ja Deine Cartoons kommentieren. Die bieten doch auch Reibungsfläche für Religioten. So ein Tapetenwechsel würde Monika gut tun.

    Auf Dein Asyl-Angebot komme ich beizeiten zurück. Danke jedenfalls.