„Du siehst mich“ – Der Evangelische Kirchentag und die Überwachung

Videoüberwachung und Taschenkontrollen. Das sollte das Motto – „Du siehst mich“ – des Evangelischen Kirchentags bestimmt nicht bedeuten. Dennoch war die Überwachung präsent wie nie und es stellt sich die Frage, wer hier eigentlich die Besucher sieht: Gott oder die Polizei?

In der letzten Woche fand in Berlin und Wittenberg der Evangelische Kirchentag unter dem Motto „Du siehst mich“ statt. Überall waren Menschen mit orangenen Schals und T-Shirts zu sehen, auf deren Rücken zwei große Comic-Augen alle durchdringend anschauten, die hinter ihnen gingen. In Anbetracht des Mottos wirkt es auf zynische Art und Weise passend, dass die Berliner Polizei genau dort massive Videoüberwachung mit neu angeschafften Geräten einsetzte.

Dazu gehört das Kamerasystem Panomera, dessen Hersteller damit wirbt, „von einem einzigen Standort aus ein riesiges Areal“ überblicken zu können. Mehrere Personen können bei diesem System auf die Überwachungsbilder zugreifen und weit in die Szene hineinzoomen. Doch das meinten die Kirchentagsorganisatorinnen sicher nicht, als sie das Motto aus dem 1. Buch Mose ausgewählt haben.

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https://netzpolitik.org/2017/du-siehst-mich-der-evangelische-kirchentag-und-die-ueberwachung/

Text unter Creative Commons BY-NC-SA 3.0 – by netzpolitik.org

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  1. #1 von oheinfussel am 3. Juni 2017 - 16:42

    Klingt wie ein Stalker…wie vertrauenserweckend

  2. #2 von Gerry am 3. Juni 2017 - 17:17

    Für Christen ist totale Überwachung ja nichts besonderes. Sind die von ihrem Huhu ja gewohnt.

    Aber leider glauben sie wieder einmal, auch alle anderen Menschen müssten zwangsläufig derselben Meinung sein und ihre Vorlieben teilen.

    Ich verlinke dazu gern mal auf Sascha Lobos Fleißarbeit, zeigt sehr deutlich dass die Attentäter auch ohne ein Mehr an Überwachung bereits bekannt sind:
    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/islamistischer-terror-in-europa-unsere-sicherheit-ist-eine-inszenierung-a-1150015.html

  3. #3 von Michael am 3. Juni 2017 - 21:30

    Wie jetzt? Haben die kein Gottvertrauen?