Der Urknall: Versöhnt er Gott mit der Wissenschaft?

Noch kann die Wissenschaft den Urknall nicht erklären. Aber heißt das, dass er einen göttlichen Ursprung hat?

 

(…)

Wer Gott auf den unerklärlichen Rest beschränkt, lässt sein Territorium mit jedem wissenschaftlichen Fortschritt weiter schrumpfen. Dem Religiösen bleibt in dieser Situation der Rückzug auf die innere Gewissheit, dass Gott existiert. Sie ist es, die bei den meisten Menschen den Glauben begründet. Ihr Vorteil ist, dass ein solcher geglaubter Gott letztlich nicht von außen infrage gestellt werden kann. Er ist nicht zu widerlegen. Aber bewiesen werden – außerhalb der eigenen Gewissheit – kann er auch nicht. Das ist der Preis, den der Gläubige zahlen muss. Seine Religion ist taub für das Echo des Urknalls.

weiterlesen:

[http://www.tagesspiegel.de/wissen/physik-und-theologie-gott-als-anfang-von-allem/19877190.html

Advertisements
  1. #1 von paul0f am 2. Juni 2017 - 09:45

    Noch kann die Wissenschaft den Urknall nicht erklären. Aber heißt das, dass er einen göttlichen Ursprung hat?<

    Nein, Es heißt lediglich, das der Mensch nicht weiß, was vor dem Urknall war bzw wa diesen ausgelöst hat. Es ist daher reine spekulation, das ein göttliches Irgendwas den Urknall verursacht/bewerkstelligt hat.

    Wer Gott auf den unerklärlichen Rest beschränkt, lässt sein Territorium mit jedem wissenschaftlichen Fortschritt weiter schrumpfen.<

    Ich neige eher dazu, Götter aus dem Prozess komplett rauszunehmen, denn sind wir ehrlich, so sind es doch die Theisten, welche ihre Götter immer weiter nach hinten verschieben (müssen). Alles andere ist einfach zu absurd, unrealistisch oder hinreichend widerlegt. Und aus meiner SIcht sind es eben die Theisten, welche ihren Horizont künstlich mit der letzten Konsequenz (Gott hats gemacht) schrumpfen.lassen. Wissenschaftlich gibt es Fragen, die (noch) nicht beantwortet sind, aber dessen muß man sich ja nicht schämen – aus meiner SIcht ist es völlig normal, das man nicht alles weiß. Sich stattdessen heuer noch auf archaische/primitive Fantasiegestalten zu berufen/beschränken (und zu behaupten, Gott weiß alles/kann alles etc.) ist m.E. schon eher ein Grund, sich in Grund und Boden zu schämen

    Dem Religiösen bleibt in dieser Situation der Rückzug auf die innere Gewissheit, dass Gott existiert. <

    lol .. „innere Gewissheit“? Aberglaube ist keine Gewissheit.

    Sie ist es, die bei den meisten Menschen den Glauben begründet. <

    Der angebliche Glaube begründet bei den meisten Menschen doch wohl eher die erzwungene MItgliedschaft in div. Religionsvereinen – Taufschscheinchristen (udg.). ist hier das Stichwort.

    Ihr Vorteil ist, dass ein solcher geglaubter Gott letztlich nicht von außen infrage gestellt werden kann. <

    Doch kann er. Soll dieser geglaubte Gott doch mal im Realraum erscheinen und nicht nur im virtuellen Raum (Fantasie) sein perfides Unwesen treiben.
    Und schon hörts auf mit dem „nicht infrage stellen können“.

    Er ist nicht zu widerlegen. Aber bewiesen werden – außerhalb der eigenen Gewissheit – kann er auch nicht. <

    Wer die Behauptung aufstellt muss den Beweis erbringen oder den Hohn und SPott über sich ergehen lassen.
    Ich als Atheist muss die Hirngespinnste der Theisten nicht widerlegen.

    Das ist der Preis, den der Gläubige zahlen muss. Seine Religion ist taub für das Echo des Urknalls.<

    Der Preis den verklärte Theisten zu zahlen haben, wurde und wird leider nur zu oft auf die anderen abgewälzt.^^.

    Religion ist Illusion.

  2. #2 von drawingwarrior am 2. Juni 2017 - 10:10

    Mit anderen Worten, die haben den Schuß nicht gehört.

  3. #3 von Gerry am 2. Juni 2017 - 10:14

    Die Überschrift wird dem Artikel in keiner Weise gerecht.
    Überschrift: Scheiße, Artikel: Gut

    Vom selben Autor gibt’s noch mehr beim Tagesspiegel, sieht beim Überfliegen gar nicht mal schlecht aus was der so schreibt.

  4. #4 von Elvenpath am 2. Juni 2017 - 10:18

    Dem Religiösen bleibt in dieser Situation der Rückzug auf die innere Gewissheit, dass Gott existiert.

    Ein Besuch in einer Irrenanstalt zeigt, dass „innere Gewissheit“ eben keinerlei Beweis ist.

  5. #5 von Unechter Pole am 2. Juni 2017 - 16:03

    Die Wissenschaftler erforschen erst den Urknall.
    Die Religioten haben schon einen Knall.

  6. #6 von Manu am 3. Juni 2017 - 11:02

    Hier der Link zu einem Interview, welches im Kontext von Urknall versus (hier bitte ein beliebiges Fantasieprodukt einsetzen) vielleicht interessant ist:

    https://www.profil.at/wissenschaft/vatikan-astronom-consolmagno-gott-stephen-hawking-8168886

    In diesem Interview ist das ein oder andere „Highlight“ vorhanden.

    Zum Beispiel:

    „profil: Wenn Sie die Sterne beobachten, suchen Sie dann nach Gott?
    Consolmagno: Wir finden Gott nicht, indem wir durch das Teleskop blicken. Wir schauen durch das Teleskop, weil wir Gott bereits gefunden haben. Wenn ich logische mathematische Aufgaben lösen muss, stelle ich zuerst eine Theorie auf. Für mich ist Gott die Theorie, mit der ich beginne.“

    So funktioniert also um Objektivität bemühte Wissenschaft. Eine metaphysische Entität, für die es nicht den Hauch eines Hinweises gibt, wird als Ausgangspunkt für Erklärungen gesetzt.
    Aber immerhin räumt er ein, dass Gott bloß eine Theorie sei. (Ich weiß, dass auch in seinen Formeln mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Gottesterm auftaucht, aber diese Aussage geht ja noch tiefer: Er denkt wohl wirklich, ohne Gott die Welt nicht verstehen zu können.)

    „profil: Könnte es sein, dass Religion nur im Gehirn des Menschen existiert?
    Consolmagno: Ich teile meine Erfahrungen mit Gott mit vielen anderen Menschen. Vielleicht haben wir alle die gleiche Illusion? Vielleicht ist Religion ein menschlicher Defekt? Ich werde es nie mit Sicherheit wissen. Das Leben besteht doch aus Entscheidungen, die wir auf Basis mangelhafter Informationen treffen. Am Ende hat weder der Atheist noch der Gläubige ausreichende Argumente.“

    Herrlich, wie Religioten immer wieder das „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“ bemühen.
    Da sie für den Beweis ihr Hirngespinstes keine ausreichenden – genau genommen habe sie gar keine – Argumente haben, haben die Atheisten natürlich auch keine ausreichenden für das Gegenteil.
    Sie glauben weiterhin an ein Unentschieden, ohne wahrhaben zu wollen, dass sie längst verloren haben.

    „profil: Wie stellen Sie sich Gott vor?
    Consolmagno: Mein Gott ist keiner, der Blitze auf die Erde schickt oder überall auf der Welt die Fäden zieht. Mein Gott ist außerhalb des Universums. Er bewirkt, dass die Natur existiert, in jedem Moment – bei der Entstehung des Universums vor 13,8 Milliarden Jahren, heute und in Milliarden Jahren, wie lange auch immer das Universum existieren wird.
    profil: Reicht die Urknall-Theorie nicht aus, um das Universum zu erklären? Wozu brauchen wir Gott?
    Consolmagno: Gott hat beim Urknall nicht die Zündschnur entfacht. Der berühmte Astrophysiker Stephen Hawking und ich sind uns in dieser Sache einig. Hawking sagt, eine Quantenfluktuation des Gravitationsfelds hat das Universum entstehen lassen. Wahrscheinlich hat er recht. Meiner Meinung nach hat Gott den Urknall ermöglicht. Er ist die Macht, die Existenz existieren lässt. Er ist der Autor von Raum und Zeit. Ich habe nur einen Gott mehr als Stephen Hawking – wir sind also gar nicht so weit voneinander entfernt.“

    Zum einen hat er nicht einen Gott mehr als Stephen Hawking, sondern er glaubt bloß, dass es einen Gott gebe im Gegensatz zu Stephen Hawking.
    Und zum anderen sind Stephen Hawking und er dadurch intellektuell Lichtjahre voneinander entfernt, denn Stephen Hawking kann hervorragend auf die unnötige (nicht bloß unelegante, wie Michael Schmidt-Salomon sagt) Hypothese „Gott“ in seinem Theorien verzichten, während er ja immer mit Gott als Theorie (sagen wir besser: Hypothese) beginnt.

    Wer sich das gesamte Interview zu Gemüte führen möchte: Viel Spaß beim Lesen.