ZEIT hinterfragt Kirchentags-Angabe

kirchentag-wittenberg-besucherzahlen

Ausgerechnet „die fromme ZEIT“ hinterfragt die Behauptung des Kirchentags, demzufolge 120.000 Menschen am Abschlussgottesdienst auf den Elbwiesen bei Wittenberg teilgenommen haben sollen:

Wittenberg, 11.02 Uhr: Wie wurden daraus 120.000?
Verdächtig leer scheint die Festwiese in Wittenberg am Sonntagmittag. Kleine Grüppchen versammeln sich vor der Bühne, doch dazwischen: gähnende Leere. Um 12.34 Uhr dann die Nachricht aus der Pressestelle des Kirchentags: „120.000 Besucherinnen und Besucher beim Festgottesdienst“. Kann das sein? Das Luftbild des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) von 11.02 Uhr, das Christ&Welt hier dokumentiert, zeigt: Es ist noch reichlich Platz. Auch vor Ort und in der Fernsehübertragung des Gottesdienstes um 12 Uhr mittags waren die großen Lücken unübersehbar. Hat der Kirchentag die Besucherzahl schöngeredet? Versuch einer Rekonstruktion.

weiterlesen:

[http://www.zeit.de/2017/23/kirchentag-wittenberg-besucherzahlen-gottesdienst

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  1. #1 von Michael am 31. Mai 2017 - 20:09

    Hat es eigentlich eine besonderer Bewandtnis, das die Links auf andere Webseiten nicht „klickbar“ sind?

  2. #2 von Gerry am 31. Mai 2017 - 20:14

    Lying for Jesus.
    Nix Neues.

  3. #3 von manglaubtesnicht am 31. Mai 2017 - 20:17

    Ein deutlicher Fortschritt, dass diese offensichtlichen Lügen mittlerweile Thema in den Medien sind. Genau wie das Spassverbot am Karfreitag — das hat vor zehn Jahren auch niemanden gejuckt.

  4. #4 von deradmiral am 31. Mai 2017 - 20:20

    Hinsichtlich der erlogenen Teilnehmerzahlen hat die EKD mit Donald Trump viel gemeinsam. Jetzt fehlt noch der passende Twitter-Feed!

    Covfefe!

  5. #5 von Unechter Pole am 31. Mai 2017 - 20:22

    Die Rückkehr der R, meine Damen und Herren!

  6. #6 von Charlie am 31. Mai 2017 - 22:48

    Fake News! Trump hat getwittert, Millionen haben diese Veranstaltung besucht. covfefe!!

    @skydaddy

    Ich kann leider nicht weiterlesen. Wie viele Besucher schätzt die Zeitung waren tatsächlich anwesend?

  7. #7 von holey spirit am 31. Mai 2017 - 22:55

    LOL Pro Besucher ein Dixie-Klo. Wie peinlich. So ein peinliches Luftbild. Allein für dieses Luftbild haben sich die Ausgaben doch fast schon wieder gelohnt. Das ist auch für Atheisten gut investiertes Geld.

    Gibt’s das Bild als Postkarte? Ich würd 100 Stück bestellen. Könnt man zukünftig massenweise an jene Lokalpolitiker schicken, die darüber zu entscheiden haben, ob der nächste Ringelpietz mit Hallelullah in ihrer Stadt stattfinden soll.

  8. #8 von Skydaddy am 31. Mai 2017 - 23:07

    @Charlie:

    Der Artikel ist per Mail zu Dir unterwegs.

  9. #9 von Charlie am 31. Mai 2017 - 23:38

    Das ist ein GOTTVERDAMMTES Wunder, ihr neidischen Gottesleugner!!!!!

  10. #10 von m0ebius am 1. Juni 2017 - 00:08

    Da fragt man sich doch, ob Gottesdienstbesucherzahlen (z.B. angeblich 10% der Katholiken) nicht generell oft geschönt sind – schließlich hat jedes Glied in der Kette vom Dorfpfarrer bis zur Pressestelle ein Interesse an möglichst hohen Zahlen, um die eigene Relevanz zu betonen.

  11. #11 von holey spirit am 1. Juni 2017 - 00:56

    Dr. Martin Covfefe, Sprecherin der Pressestelle des Evangelischen Kirchentages hat soeben verlautbart, dass obiges Bild eine plumpe Fälschung ist, die von missgünstigen atheistischen Kreisen in Umlauf gebracht wurde. Die Einleitung juristischer Schritte gegen die Fälscher wird seitens der Rechtsabteilung des Kirchentages geprüft. Die mehrtägige Auszählung der Personen auf der offiziellen Luftaufnahme des Abschlussgottesdienstes in Wittenberg 2017 ergab eine tatsächliche Teilnehmerzahl von 248.588 Gläubigen.

  12. #12 von user unknown am 1. Juni 2017 - 02:12

    Einerseits bemerkenswert, dass über dieses Ereignis, das von vorne bis hinten medial bemuttert wurde, kein gescheites Bild über die Teilnehmerzahl vorliegt.

    Andererseits: Wer, außer uns, interessiert sich für die wahre Zahl?

    Schade, dass wir niemanden hatten, der sowieso vor Ort war und eine eigene Recherche hätte machen können.

    Das Foto lässt für mich noch ein paar Fragen offen. Wenn die Wiese für max. 250.000 ausgelegt ist, ist das das Carree zwischen oberer Straße, linker Straße, geschwungenem Weg der am unteren Bildende verschwindet und dem asphaltierten Bereich rechts mit der Bläsertribüne? Wenn dem so ist, so würde ich sagen, dass auf dem Bild lange keine 50 000 zu sehen sind. Zur Erinnerung, auf der Tribühne sollen 6.500 Leute sein, die ist rappelvoll. Gäbe es für die beste Schätzung was zu gewinnen würde ich auf 20.000 schätzen. Gäbe es ein Penalty für zu niedrige Schätzung auf 25.000.

    Und wenn das 11:02 Uhr ist, und da noch 1.200 Besucher pro Minute auf 3 Wegen strömen, dann müsste man auch um 11:02 Uhr diese Ströme irgendwo sehen.

    Die Nord-Süd-Ausrichtung des Bildes ist leider auch nicht sicher. Habe versucht bei OSS und Google-Maps die genaue Position zu finden. Beim DEKT hieß es, Reisende aus Berlin müssen mit einer Stunde Fußweg vom HBF rechnen, Reisende aus den anderen Megazentren des KT, die in Potau ankommen (südlich) mit 30 Minuten Fußmarsch. Die Elbe fließt da von Ost nach West. Im Bild von unten nach oben (oder von oben nach unten?). Die Straßenstrukturen finde ich nicht wieder, aber von der Entfernung kommt m.E. nur die Gegend zwischen Kienberg und Kleinwittenberg in Betracht. Die Bahnhöfe sind Luftlinie 3.25 km voneinander entfernt. Bei großen Menschenmassen würde ich mit 4km/h rechnen, also maximal 2 km von Potau entfernt. Trotz dieser Einengung und des DLR-Bildes kann ich das nicht genau lokalisieren – seis drum.

    Die 3 Zugänge sind auf dem Bild wo? Links, fast oben scheint einer zu sein. Das wäre dann der Südzugang, Richtung Potau. Mitte-rechts, zur Elbe, wären die improvisierte Brücke, Himmelsrichtung Nord, Ri. Bhf. Wittenberge dann wohl. Da sind auch einige Leute, aber keine Massen unterwegs. Wären die Züge jetzt rappelvoll gewesen, dann würde man sagen gut, da kamen viele verspätet, aber dass um 12:30 noch Leute strömen, wenn das um 12 beginnt, und die Zahlen so unter den Erwartungen bleiben, ist unplausibel. Am Bahnhof Südkreuz (Berlin) soll es ja auch nach 10:00 Uhr, wenn ich das recht im Kopf habe, abgeebbt haben. (Wahrscheinlich waren da die 6.500 Musiker im Zug und Ordner, Hostienverteiler, Chöre, und mehr kam nicht).

    Nach dem Gottesdienst gab es dann ja übrigens Politikerreden (Gegenleistung für die Gelder: Wahlwerbeplattform Kirchentag) aber auch Konzerte, u.a. Konstantin Wecker und City. Das hielt aber offenbar kaum jemanden vom Gehen ab. Fotos, die sich finden lassen, zeigen allenfalls Musiker auf der Bühne, kein Publikum.

    Womöglich haben wir vergessen die 2000 Christen auf den Dixieklos mitzuzählen. 🙂

    Despice the positive press covfefe …

  13. #13 von Gerry am 1. Juni 2017 - 09:07

    @ m0ebius

    Bei den Katholen gehe ich davon aus dass mindestens in den städtischen Gemeinden die 10% nicht erreicht werden.
    Im Lauf des Jahres werde ich das genauer untersuchen und ggfs. hier berichten.

    Als anekdotischer „Beleg“ zu meiner These:
    Das hiesige Käseblatt berichtete anlässlich einer Sternprozession mehrerer Kirchengemeinden an Himmelfahrt von „Aufbruchsstimmung“.
    Na ja, da war die Rede von 400 „Pilgern“ bei 7.500 registrierten Schäfchen. Mithin also knapp über 5%.
    Da frage ich mich ob der Eventcharakter dieser Veranstaltung die Teilnehmerzahl erhöht oder das erstklassige Wetter sie reduziert hat.

    Auf dem abgebildeten Foto war eine Kirchengemeinde (von insg. 4 teilnehmenden Gemeinden) abgebildet. Allein nur in diesem Bildausschnitt waren schon 20 Leute „Betriebspersonal“ (Ministranten, Pfarrer,…). Linear hochgerechnet wären das 20% der Teilnehmer.

    Ob die Leute von der ebenfalls teilnehmenden Musikkapelle auch zu den teilnehmenden Pilgern gezählt wurden ist unklar. Ausgehend von dem Foto auf deren Webseite wären das bei voller Besetzung nochmals 30 Leute.

    Man könnte noch argumentieren dass die „alten Omas“, die sonst fleißige Kirchgänger sind, bei 2-3km Wanderung nicht unbedingt dabei sind.
    Meine Erfahrung als früherer Teilnehmer solcher Veranstaltungen sagt mir aber dass die zum Zielpunkt gekarrt werden sofern sie Interesse haben. Jemanden der sie kutschiert findet sich immer.

  14. #14 von Skydaddy am 1. Juni 2017 - 10:01

    @user unknown:

    Hier der offizielle Plan der Festwiese:

    Die Pontonbrücke muss sich auf dem Luftbild der ZEIT rechts knapp außerhalb des Fotos auf Höhe der Bühne befinden. Von dort müssten die Besucher auf dem dünnen Weg nach oben zum „Zugang Pontonbrücke“ am oberen Rand des Fotos marschieren. Davon ist ÜBERHAUPT NICHTS ZU SEHEN!!!

    Am „Zugang Pratau/Deich“ knapp rechts außerhalb des Fotos ist zumindest eine lockere „Menschentraube“ zu erkennen.

    Der „Zugang Brückenkopf“ befindet sich am unteren Rand des Luftbilds, wo der dünne helle Weg nach unten zur Elbbrücke abgeht. Das erkennt man auf diesem Foto:

    Dort sind auch keine zuströmenden Menschenmassen zu sehen. Auf den hellen Platten parallel zu den Souvenir- und Infozelten ist PRAKTISCH NIEMAND zu sehen.

  15. #15 von Deus Ex Machina am 1. Juni 2017 - 10:51

    „Wittenberg, 11.02 Uhr: Wie wurden daraus 120.000?“

    –> Muss wohl ein Wunder gewesen sein! Haben die DAmen und Herren der ZEIT etwa noch nie etwas von der wundersammen Brot- und Fischvermehrung durch ihren Herrn und Erlöser gehört? Ach nee, DAS steht ja nur in der Bibel und ist ja nicht ernst zu nehmen, oder?

  16. #16 von manglaubtesnicht am 1. Juni 2017 - 17:05

    Mag jemand von einem Verband daraus eine Pressemitteilung stricken?