ARD erzählt, woran Menschen glauben

„Glaube hat viele Gesichter“, meinen die ARD-Verantwortlichen. In ihrer diesjährigen Themenwoche „Woran glaubst du?“ vom 11. bis zum 17. Juni gehen die Öffentlich-Rechtlichen deshalb in vielen Formaten dem auf die Spur, was Menschen heilig ist.

(…)

Der MDR ist bei dieser Themenwoche federführend. „Religionsvermittlung steht nicht im Mittelpunkt“, betonte Wille in Berlin. „Wir wollen viele Menschen ansprechen: religiös gebundene Menschen, Freidenker und Atheisten.“

(…)

Ein Ergebnis zum Beispiel: „Die Lebenserwartung ist da am höchsten, wo es die meisten Kirchenmitglieder gibt“, berichtete Jacobi. „Da kann man mal drüber nachdenken.“

weiterlesen:

[https://www.pro-medienmagazin.de/medien/fernsehen/2017/05/29/ard-erzaehlt-woran-menschen-glauben/

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  1. #1 von Charlie am 30. Mai 2017 - 14:39

    Lass mich raten, der Anteil Nichtgläubigen liegt nicht bei 30 Prozent, sondern bei 3 Prozent.

    Ein Ergebnis zum Beispiel: „Die Lebenserwartung ist da am höchsten, wo es die meisten Kirchenmitglieder gibt“, berichtete Jacobi. „Da kann man mal drüber nachdenken.“

    Und dafür werden die Sendungen gemacht, einfach darüber nachdenken, welche Vorteile wir von Religion haben. Kotz.

  2. #2 von Muriel am 30. Mai 2017 - 15:00

    http://www.laenderdaten.de/bevoelkerung/lebenserwartung.aspx
    Naja. Wenn ich mir das mal anschaue, dann sollte Herr Jacobi vielleicht auch noch mal nachdenken, ob er mit seiner Mitgliedschaft wirklich richtig liegt.

  3. #3 von manglaubtesnicht am 30. Mai 2017 - 15:46

    Eine Agitprop-Woche für die Großkirchen. Schön.

  4. #4 von Rene am 30. Mai 2017 - 16:38

    Gezielter Bockmist, Herr Jacobi. 1 Minute Nachdenken / Recherchieren widerlegt das.

  5. #5 von Skydaddy am 30. Mai 2017 - 17:50

    In Japan, Hong Kong und Singapur gibt es die meisten Kirchenmitglieder?

    Die Lebenserwartung ist sehr offensichtlich an den wirtschaftlichen Wohlstand gekoppelt, nicht an die Religion.

    Denn die Länder mit den schlechtesten Lebenserwartungen scheinen nicht weniger religiös oder christlich als die mit den besten Lebenserwartungen.

    (In Stadtstaaten wie Singapur, Hong Kong, Macao oder Monaco gehe ich davon aus, dass die statistische Lebenserwartung nicht zuletzt dadurch steigt, dass hier in den allermeisten Fällen schnell ein Arzt zur Stelle ist oder ein Krankenhaus aufgesucht werden kann. In Ländern mit ländlichen Regionen wird allein dadurch die statistische Lebenserwartung sinken.)

  6. #6 von Gerry am 30. Mai 2017 - 17:57

    Aber ich werd gefragt, warum ich den Rundfunkbeitrag denn als Propagandasteuer bezeichne…. Das wäre ja völlig unangemessen……

  7. #7 von Skydaddy am 30. Mai 2017 - 18:00

    Also diesem Artikel zufolge ist die Lebenserwartung in Pirmasens (Rheinland-Pfalz) am niedrigsten.

    Dort regiert ein CDU-Bürgermeister (die CDU hat 40,9% gekriegt), 45,5% der Bevölkerung sind evangelisch, 29,8 katholisch.20,7% sind konfessionslos oder machten keine Angabe. (Quelle)

  8. #8 von Gerry am 30. Mai 2017 - 18:07

    @ skydaddy

    Du wolltest das hier verlinken 🙂

    [http://www.gapminder.org/answers/how-does-income-relate-to-life-expectancy/

  9. #9 von Skydaddy am 30. Mai 2017 - 20:31

    Diese „Untersuchung“ und ihre Präsentation sind eine Frechheit. Auf der ARD-Website heißt es:

    Heute ist der Osten Deutschlands ein Land ohne Glauben. Nur noch jeder fünfte ist Mitglied der evangelischen oder katholischen Kirche und das wahrscheinlich nicht mehr lange. Denn die Austrittszahlen bleiben beständig hoch und die Bedeutung der Kirche sinkt weiter. Doch hat das auch Einfluss auf das soziale Verhalten und die gelebten Werte? Ist der gottlose Osten auch ein Land ohne Werte des Miteinanders und des respektvollen Umgangs? Und welche Folgen hat die verbreitete Konfessionslosigkeit für die Lebensentwürfe und Wertemuster der Menschen im Osten Deutschlands, insbesondere der Jugendlichen?

    Eine eindeutige Antwort kann es nicht geben, zu groß ist der Einfluss weiterer Faktoren wie Einkommensverteilung, Bildungsstand und Zukunftsperspektive auf diese Fragestellungen. Dennoch gibt es einige Indikatoren, die einen Hinweis darauf geben, inwieweit es einen Zusammenhang zwischen religiöser Bindung und sozialem Verhalten in Deutschland und insbesondere in Ostdeutschland gibt. Denn gerade wenn man den wenig religiösen Osten mit dem noch immer stark kirchlich geprägten Westen Deutschlands vergleicht und Datensätze vergleicht, offenbaren sich Hinweise auf solche Zusammenhänge. Die Folgen der Teilung Deutschlands bieten somit die Chance, Korrelationen offenzulegen.

    Natürlich ofenbaren sich Zusammenhänge. ZUSAMMENHÄNGE: Korrelationen. Hier dürfte allerdings der ursächliche Faktor die frühere Ost-West-Trennung sein, die sowohl die sozialen Folgen als auch die unterschiedliche Religiosität bewirkt hat. Die Religiosität dürfte damit eine ABHÄNGIGE Variable sein, keine URSACHE.

    Der Text präsentiert das aber so, dass der Leser glauben muss, mit ZUSAMMENHANG wäre ein WIRKUNGSZUSAMMENHANG gemeint.

    Und an den Formulierungen merkt man, dass die Macher auch genau wissen, dass es sich nicht um ursächliche Zusammenhänge handelt. Dennoch formulieren sie so, dass dieser Eindruck entstehen muss.

  10. #10 von Willie am 30. Mai 2017 - 22:53

    „Die Lebenserwartung ist da am höchsten, wo es die meisten Kirchenmitglieder gibt“, berichtete Jacobi.

    In Japan?
    http://www.stern.de/panorama/gesellschaft/altersrekord–in-japan-leben-die-meisten-hundertjaehrigen–6445896.html