Christina Aus der Au: Es gibt hochmütige Atheisten

Wenn Kirchentagspräsidentin Christina aus der Au und der deutsch-französische Publizist Alfred Grosser über Fragen des Glaubens diskutieren, prallen konträre Auffassungen aufeinander.

(…)

Christina aus der Au, Kirchentagspräsidentin und Theologin: Ja, Glaube und Vernunft passen zusammen, weil auch der glaubende Mensch nicht anders kann als sein Leben im Zusammenhang mit Gott vernünftig denkend zu verstehen. Das bedeutet nicht, dass mit Hilfe dieser Vernunft die Existenz Gottes aus dem Nichts heraus rational bewiesen werden könnte, aber der Glaube selbst will verstehen, was er glaubt. Und das ist die Aufgabe der Theologie, die in der Auseinandersetzung mit den säkularen Wissenschaften Philosophie, Orientalistik, Geschichte, Psychologie die Aussagen des Glaubens reflektiert und systematisiert. Und auch wer diese Voraussetzungen nicht teilt, wer nicht an Gott glaubt, kann sich auf theologische Überlegungen einlassen. Und wer an Gott glaubt, den führen seine Forschungen dazu, den Glauben tiefer und besser zu verstehen.

(…)

Christina Aus der Au: Ich fand es schon als Kind schwierig, beim Mittagessen zu beten, weil ich dachte: Was beten die, die kein Essen haben? Gott ist nicht allmächtig. Gott hat einen Teil seiner Macht abgegeben, als er den Menschen erschaffen hat. Er kann nicht eingreifen, er leidet mit.

(…)

Aus der Au: Es gibt schon hochmütige Atheisten. Es gibt diese Welle des neuen Atheismus, die aus den USA und Frankreich kommt. Die glauben, die Vernunft und die Wissenschaft für sich gepachtet zu haben.  Aber abgesehen davon erlebe ich nicht so viel Hochmut, weder auf Seiten meiner säkularen Gesprächspartner noch auf Seiten der Christen.  Ich glaube nicht, dass ich alles erklären kann.

(…)

Aus der Au: Aber es gibt auch säkulare Aggression, ohne die Religion verteidigen zu wollen. Das ist so. Christlich sein heißt nicht automatisch, ein besserer Mensch zu sein.  Aber der Humanismus hat sich auch nicht unabhängig von der christlichen Tradition entwickelt.

500 Jahre Reformation – sind nicht Unerbittlichkeit und Überlegenheitsgefühl ein Kern der Religion und nicht Nächstenliebe und Humanismus?

Grosser: So ist es.

weiterlesen:

[http://www.deutschlandfunk.de/aus-der-au-vs-grosser-passen-glaube-und-vernunft-zusammen.2927.de.html?dram:article_id=387191

 

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  1. #1 von Charlie am 28. Mai 2017 - 16:26

    vernünftig denkend zu verstehen

    Wenn aber die Antwort ein unsinniger Stuss ist, dann hat man nicht vernünftig nachgedacht.

    aber der Glaube selbst will verstehen, was er glaubt.

    Und das soll eine vernünftige Aussage sein?

    Gott ist nicht allmächtig. Gott hat einen Teil seiner Macht abgegeben, als er den Menschen erschaffen hat. Er kann nicht eingreifen, er leidet mit.

    Ein Gott der nicht allmächtig ist, ist kein Gott.

    Die glauben, die Vernunft und die Wissenschaft für sich gepachtet zu haben.

    Wir haben das nicht gepachtet, wir wenden sie nur an. GROSSER Unterschied.

  2. #2 von Deus Ex Machina am 28. Mai 2017 - 19:29

    Also macht Frau Aus der Au da genau so weiter, wie schon bei uns.

    „weil auch der glaubende Mensch nicht anders kann als sein Leben im Zusammenhang mit Gott vernünftig denkend zu verstehen.“

    –> Wenn man sein Leben auf einer irrationalen Lüge aufbaut und deren Implikationen konsequent miteinbezieht, ist das zwar – halt eben – konsequent, in sich stringent, aber nicht vernünftig. Wenn ich an Kobolde glaube, ist es doch nur vernünftig anzunehmen, dass ein verlegter Schlüssel auf einen Schabernack der Kobolde zurückzuführen ist. Ist die Prämisse an sich unvernünftig, nutzt es doch nichts, innerhalb von ihr sich vernünftig zu verhalten.
    Blaaaaa…

    „Es gibt schon hochmütige Atheisten.“

    –> Ist kein Argument, dass wir falsch liegen würden. WIR liefern in kürzester Zeit Ergebnisse mit der Hilfe von Wissenschaft, wo Gläubige mit hunderten Jahren voller Hände-in-den-Schoß-legen a.k.a. „Beten“ nichts zustande gebracht haben.

  3. #3 von Elvenpath am 28. Mai 2017 - 20:07

    „Es gibt schon hochmütige Atheisten.“

    Es ist halt schwierig, jemand auf nette Art zu vermitteln, dass er an einen absoluten Schwachsinn glaubt.

  4. #4 von Skydaddy am 28. Mai 2017 - 22:38

    Frau Aus der Au meint, es reiche, einfach zu GLAUBEN, dass der Glaube rational sei.

    Das lässt sich aber prüfen. Mit Wunschdenken kommt man da nicht weiter.

    Dass diese Frau Philosophin ist, ist unglaublich peinlich.

  5. #5 von ichglaubsnicht am 28. Mai 2017 - 22:51

    Ich glaube nicht, dass ich alles erklären kann.
    Es sind doch die Christen, die glauben mehr erklären zu können. Wer einen Gott als Schöpfer annimmt, der erklärt doch eben Dinge, die eigentlich nicht seriös erklärt werden können ohne rationale Belege.

    Aber der Humanismus hat sich auch nicht unabhängig von der christlichen Tradition entwickelt.
    Die christliche Tradition hat sich in den letzten paar hundert Jahren glücklicherweise nicht unabhängig vom Humanismus entwickelt. Das ist doch der tatsächliche zivilisatorische Fortschritt.

  6. #6 von drawingwarrior am 28. Mai 2017 - 23:47

    Frau Aus der Au: Blah, blah, blah…

    Herr Grosser: Peng!

    Frau Aus der Au: Blubb, blubb.blubb…

    10 zu 0 für den alten Mann.

  7. #7 von awmrkl am 29. Mai 2017 - 00:39

    @dw
    Yep! Die seihert rum, was das Zeug (nicht) hält.
    Alle Balken brechen freiwillig.
    Zum Fremdschämen, wenn man mit ihr bekannt wäre. Es tut weh.

    Der Single-Facepalm reicht hier mE bei weitem nicht aus, wie wärs mir einem -wie nennt man das- zB Quadrupel-Facepalm?!

  8. #8 von awmrkl am 29. Mai 2017 - 00:50

    Verzeihung, Finger ausgerutscht.
    „mir einem“ -> „mit einem“

  9. #9 von user unknown am 29. Mai 2017 - 19:54

    Es gibt schon hochmütige Atheisten.

    Für den, der sich freiwillig in den Staub wirft, sehen die anderen leicht hochmütig aus.

    Die glauben, die Vernunft und die Wissenschaft für sich gepachtet zu haben.

    Nein, es gibt viele Wissenschaftler, die nebenbei Christen sind. Während sie Wissenschaft treiben verdrängen sie es halt.
    Das wissen wir.
    Mit der Vernunft ist es so: Prinzipiell ist jeder Mensch ein vernunftbegabtes Wesen.
    Manche haben aber für sich beschlossen, die Vernunft für die größte Hure Satans zu halten und wollen sich nicht so recht von der Ansicht lösen – wir sind das nicht. Und das ist auch nicht unsere Schuld.

    @awmrkl:

    Zum Fremdschämen, wenn man mit ihr bekannt wäre.

    Dann wäre sie doch nicht mehr fremd.

  10. #10 von awmrkl am 30. Mai 2017 - 02:28

    „Dann wäre sie doch nicht mehr fremd.“

    🙂