Merkel beim Kirchentag: „Religion gehört in öffentlichen Raum“

Merkel unterstrich, in Deutschland gebe es die Trennung von Kirche und Staat. Der Staat trete den Religionen aber wohlwollend gegenüber. Nach der deutschen Einheit und der Erfahrung in der DDR, in der Kirchen aus dem öffentlichen Raum verdrängt wurden, sei es ihr schwer gefallen, öffentlich Religion zu praktizieren, sagte Merkel. Heute gelte für sie: „Es ist ein richtiges Zeichen des öffentlichen Bekenntnisses.“ Für die Union stehe fest: „Religion gehört in den öffentlichen Raum“, betonte die Regierungschefin.

weiterlesen:

[http://www.heute.de/livestream-vom-evangelischen-kirchentag-in-berlin-merkel-und-obama-ueber-gott-und-politik-47225830.html

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  1. #1 von deradmiral am 25. Mai 2017 - 15:11

    Niemand will Religion aus dem öffentlichen Raum verbannen (es sei denn es handelt sich um eine absichtlich eklige Zurschaustellung von Hinrichtungsszenen). Diese Verwechselung des (von uns gewünschten) Verbots staatlicher Förderung bestimmter Religionen und dem Verbot von Religionen ist ein rhetorisches Stilmittel der besitzstandsverteidigenden Subventionskirchen.

  2. #2 von Unechter Pole am 25. Mai 2017 - 16:07

    @deradmiral
    Ich wäre sehr wohl dafür, Religionen aus dem öffentlichen Raum zu verbannen, d.h. öffentlich gewidmeten bzw. für staatliche Zwecke genutzten Grundstücken und Gebäuden, wie Straßen, Parks, Schulen, Krankenhäuser, Gerichts- und Parlamentsgebäude.

    Kirchen, Wegekreuze und Derartiges bitte nur auf privaten Grundstücken, für privates Geld.

  3. #3 von user unknown am 25. Mai 2017 - 17:34

    Auf ZDF lief 13:50 eine Sendung unter dem Label des DEKT, u.a. mit de Maiziere und Beckedahl (netzpolitik.org) „Was heißt hier Wahrheit“ zu Fakenews etc.

    Der Propagandist der christlichen Leitkultur T. de Maiziere äußerte dabei, dass es unter den 10 Geboten 2 gäbe, die sich mit Wahrheit befassen, „Du sollst nicht lügen“ und „Du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen“.
    Tatsache ist, dass es nur ein solches Gebot unter den 10 Geboten gibt, welches in der Kinderbibel zu „Du sollst nicht lügen“ verkürzt wird, wohl um sie einzuschüchtern und dazu zu bringen, ihre kleinen Kindersünden den Eltern gegenüber zu gestehen. Die längere Version endet aber nicht mit „falsch Zeugnis ablegen“, sondern setzt sich fort mit „gegen Deinen Nächsten“, ist also wohl eine Meineidverbot vor Gericht und verbietet die Falschbeschuldigung, die Strafe für einen Dritten zur Folge hätte.

    Also das Kind, dass beim Ballspielen in der Wohnung die Vase zerdepptert, und später lügt, es sei beim Versuch die Vase abzustauben passiert, wird nicht davon erfasst. Auch Fakenews im Netz, solange man niemanden strafrechtlich relevant persönlich beschuldigt zählen wohl kaum zu dem, was die 10 Gebote verurteilen.

    Ich darf also feststellen, dass der Als-ob-Christ de Maiziere mit Religionskenntnissen, die in der 4. Grundschulklasse eine 5 bedeuten würden in einem sicherlich vorbereiteten Statement, dass er leicht vorab hätte recherchieren (lassen) können, auf dem Kirchentag hausieren geht und weder vom Publikum verlacht wird, noch von einem der anderen Christen auf dem Podium korrigiert wird, womit sie sein falsches Zeugnis, dass er über die Bibel abgibt, decken.

    Das ist mir zwar 10x lieber, als ein Fundi, der die 10 Gebote auswendig kennt, hersagen kann und auch noch ernst nimmt, aber es ist auch ungeheuer peinlich.

    Sendung in der Mediathek .
    Video verfügbar bis 25.05.2018, 13:50

    Aussage bei Minute 14:30.

  4. #4 von drawingwarrior am 25. Mai 2017 - 17:47

    Es geht nicht darum, Religion aus dem öffentlichen Raum herauszuhalten, es geht darum Religion dazu zu bewegen, öffentlichen Raum nicht als ihr Eigentum zu betrachten.
    Religionen teilen von Natur aus nicht mit anderen Religionen oder Weltanschauungen, wenn sie keiner dazu zwingt.
    Wir selbstverständlich und unverfroren die Religionen und die demokratisch gewählten Politiker hier Einigkeit demonstrieren und dabei die Verfassung zu ihrem eígenen Nutzen verbiegen ist unerträglich.
    Genau dieselbe Machtbesoffenheit und Gier hat vor über 80 Jahren zu der unheilvollen Allianz zwischen Kirchen und Staat geführt , die Millionen Menschenleben gefordert hat.
    Am Ende war dann von einem bösen Erwachen die Rede und von zu wenig gelebtem Glauben.

    Die Lösung des Problems ist simpel; jede Seite wahr einen ethischen Abstand zum anderen und in der Politik haben Religionen nichts zu suchen.

  5. #5 von user unknown am 25. Mai 2017 - 19:09

    Meinen Text habe ich mit einem Cartoon aus Versatzstücken älterer Arbeiten dekoriert und leicht überarbeitet auf meinem Blog wiederholt. Ist doch eine zu gute Vorlage, um das zu unterlassen.

  6. #6 von holey spirit am 25. Mai 2017 - 20:11

    Religion gehört ebenso sehr in den öffentlichen Raum wie Defäkation, Miktion und Masturbation.

  7. #7 von drawingwarrior am 26. Mai 2017 - 07:12

    @Holey Spirit
    Für so prüde hätte ich Dich nicht gehalten.
    Masturbation in der Öffentlichkeit kann sehr erregend sein, der Unterschied zu Kirchentagen ist, es soll nicht jeder mitkriegen.

  8. #8 von holey spirit am 27. Mai 2017 - 02:45

    Lieber drawingwarrior,

    Masturbation in der Öffentlichkeit mag ja für Dich sehr prickelnd sein. Ich stell mir aber gerade vor, ich biege in einer sauerländischen Kleinstadt nichtsahnend um eine beliebige Hausecke und plötzlich steht da ein fast 2 m großer, 140 kg schwerer Kampfkoloss mit runtergelassenem Blaumann vor mir und wedelt sich mit den Worten: „Darf ich ein Rohr bei ihnen verlegen?“, fröhlich einen von der Palme … ich glaub, ich würd vor Lachen in Ohnmacht fallen.
    (Hilfe, wie werd ich jetzt nur das abstruse Bild wieder los?)

  9. #9 von drawingwarrior am 27. Mai 2017 - 14:55

    Hahahahahaha…Ok, das ist eigentlich die Art und Weise, auf die bei Kirchentagen für den Götterglauben geworben wird, mit runter gelassenen Hosen und der Frage:“Darf ich Sie mit meinem Gott beglücken?“

    Wie Du das Bild von einem Klempner Deiner Beschreibung wieder los wirst?
    Frag mich mal, ich muss das Biest jedem Morgen rasieren!

  10. #10 von holey spirit am 27. Mai 2017 - 19:51

    Du hast es erfasst, drawingwarrior!

    Die vieltausendfache öffentliche Verrichtung metaphysischer Notdurft in der Mannheimer Innenstadt während des Katholikentags 2012 hat in mir einen sekündlichen Wechsel zwischen Belustigung, Fassungslosigkeit und blankem Ekel hervorgerufen. Diese eindrückliche Erfahrung hat mich überhaupt erst auf den AMB gebracht.

    Hätten die irrationalen Wirrköpfe und Wirklichkeitsleugner ihr spirituelles Wettwichsen meinetwegen auf dem Mannheimer Maimarktgelände, also hinter einer dichten Hecke, veranstaltet; es hätte mich weiters nicht gestört.

    Deshalb bleib ich dabei: Defäkation, Miktion, Masturbation und Religion gehören nicht in den öffentlichen Raum, sondern sind weitestgehend auf gesondert ausgewiesene Örtlichkeiten zu beschränken. Ich kack ja auch nicht mitten auf den Marktplatz.