TV-Tipp: Wie viel Religion verträgt Deutschland?

Heute um 23:45 im Ersten

Auch 500 Jahre nach Luther erregt Religion die Gemüter. Ob der Islam zu Deutschland gehört, die öffentliche Hand Kirchentage und Reformationsjubiläum mitfinanzieren sollte oder die Kirchensteuer rechtens ist. Die Kirchen haben in Deutschland nach wie vor einige Privilegien und dass, obwohl ihnen die Mitglieder davon laufen. Die Vertreter der islamischen Verbände in Deutschland hätten gerne Ähnliches. Menschen ohne Religion – immerhin fast ein Drittel der Bevölkerung – fühlen sich benachteiligt, sind aber nur zum kleinen Teil in Verbänden organisiert.

 Trennung von Religion und Staat?

Mancher interpretiert das Grundgesetz dahingehend, dass es eine ähnlich starke Trennung von Religion und Staat wie in Frankreich geben müsse. Andere sagen: besser die Religion mitten im öffentlichen Leben als in Hinterhöfen. Kann Religion dem Gemeinwohl und der Demokratie dienen? Und wo ist sie in ihre Schranken zu weisen? Die renommierte Filmemacherin Cosima Jagow-Duda lässt Befürworter und Gegner zu Wort kommen, gibt einen Überblick über die finanziellen Verflechtungen und zeigt Beispiele aus dem gesellschaftspolitischen Alltag – von der humanistischen Schule über ein kirchliches Krankenhaus bis hin zum muslimischen Pflegedienst.

[http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/wie-viel-religion-vertraegt-deutschland-102.html

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  1. #1 von awmrkl am 22. Mai 2017 - 15:52

    Danke, ich wollte auch schon darauf hinweisen.
    Aber sch…ade, läuft wieder mal zu einer Zeit, zu der kaum jemand noch reinschaut. Und dadurch werden mE nötige Diskurse verschleppt bis verhindert.
    Solche brisanten Dokus/Reportagen gehören massiv in die „prime time“!

  2. #2 von Agrippina am 22. Mai 2017 - 18:08

    Hinweis für alle, die sich um diese Zeit bereits im Reich der Träume befinden Der Beitrag ist jetzt schon in der Mediathek.

  3. #3 von Elvenpath am 22. Mai 2017 - 21:36

    LOL. Friede, Freude, Eierkuchen. Lauter nette, weltoffene und tolerante Gläubige. Die sind alle so nett, dass man gar nicht verstehen kann, wieso Atheisten etwas ändern wollen.

  4. #4 von holey spirit am 22. Mai 2017 - 22:15

    Elvenpath
    Wundert’s Dich? Hier ist die renommierte Filmemacherin:
    http://www.mater-dolorosa-lankwitz.de/wiki/doku.php/personen:cosima_jagow-duda

  5. #5 von Willie am 23. Mai 2017 - 02:27

    Andere sagen: besser die Religion mitten im öffentlichen Leben als in Hinterhöfen.

    Das wird ja immer wieder und wieder angeführt, aber man vergißt dabei, dass man Religion nie aus den Hinterhöfen holen wird. Es bleiben immer die Besserwisser, sei es Evangelikale, ZJ, Salafisten …. die sich gerade dort, im Hinterhof der Gesellschaft, ansiedeln um Unfrieden zu stiften.

  6. #6 von Gerry am 23. Mai 2017 - 07:15

    @ holey spirit

    Danke, dann ist ja auch klar warum der Beitrag so weichgespült zugunsten der Kirchen rüberkam.

  7. #7 von Wolle Rahlfs am 23. Mai 2017 - 07:36

    In der NS Zeit wurden zahlreiche Humanistische Soziale Betriebe enteignet wie z.B. AWO, Gewerkschaftliche Soziale Betriebe, u.s.w. die bis heute nicht entschädigt würden.

  8. #8 von Charlie am 23. Mai 2017 - 09:52

    @Elvenpath

    Muss dir leider zustimmen. Der beste Teil war, als der Theologe den Kirchentag verteidigt hat, da wir ja alle was davon hätten. Und in der Zeit könnte man sinnvoller nutzen und nicht zum Beispiel zu twittern.

    Wozu dann die Kirchentag-Twitter-Seite und die ganzen Kirchentag-Hastags???

  9. #9 von Fabian Hoemcke am 23. Mai 2017 - 11:07

    Ich bin so sauer über diesen Beitrag.
    OK, er versucht kontrovers zu debattieren. Leider merkt man aber den kirchlichen Einfluss im Rundfunkrat der +ARD ..
    Viele Informationen werden einfach unter den Tisch fallen gelassen.
    So zum Beispiel wird auf den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 verwiesen, aber mit keiner Silbe erwähnt, dass die Staatsleistungen in keinsterweise ewig gelten, sondern nur für die damaligen Würdenträger.
    So wird darauf verwiesen, dass es angeblich zu teuer sei, die Kirchen zu entschädigen, aber mit keiner Silbe erwähnt, dass kein Mensch auf dem Planeten die Schadenshöhe bestimmen kann. Auch die Kirchen wissen nicht, wie hoch die Entschädigung ausfallen müsste. Des Weiteren wird verschwiegen, dass man die bisherigen Staatsleistungen gegenrechnen müsste.
    So wird ein Strohmann der unbezahlbaren Schäden aufgebaut, den man nicht bezahlen könne, obgleich ihn keiner kennt. Anstatt diesen aber abzufackeln, wird er einfach stehen gelassen.

    So geht es mit vielen anderen Aspekten der Kirchenkritik auch.

    Man bekommt das Gefühl nicht los, das die Autoren sich zum ersten mal und das nur oberflächlich mit dem Thema beschäftigt haben. Ich vermute aber eher den langen Arm der Kirchenvertreter dahinter.

  10. #10 von Elvenpath am 23. Mai 2017 - 12:23

    @Charlie: Der Kommentar von diesem Staats- und Kirchenrechtler zum Thema Trennung von Staat und Kirche „Alle sind zufrieden, nur die Kirchenkritiker nicht“ ist bezeichnend. Atheisten und Säkularisten werden durchgängig als Miesmacher dargestellt, die aus persönlichen Gründen ein toll funktionierendes System kaputt machen wollen.

    Es wird auch ganz toll beschrieben, wie viel Geld die Kommunen durch kirchliche Einrichtungen sparen. Nur in einem Nebensatz erfährt man, dass die Bezahlung der Mitarbeiter im kirchlichen Krankenhaus schlecht ist.
    Die Einsparungen gehen also auf Kosten der Arbeitnehmer. Aber kein Wort der Kritik dazu.

    Die „positiven Aspekte“ des Glaubens und der Kirchen werden hier hoch gejubelt. Probleme konsequent verschwiegen. Allenfalls an den muslimischen Verbänden wird bisschen gemeckert.

    Als ich diesen Clown-Pfarrer da gesehen habe, wie er Kinder indoktriniert, habe ich echt fast das Kotzen bekommen. Kein Wort der Kritik, dass da jemand Kindern Märchen als Tatsachen auftischt. Statt dessen der lapidare Satz: „Es geht nicht um Mission.“